Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berlin Funkausstellung und US Meter Stamp
intellisammler
26.12.2008, 14:57
Hallo an die Forumler,
da hier ja auch viele US-Freaks mitlesen und mitwirken, möchte ich heute
mal einen Stempel vorstellen. Er sitzt auf einem Brief, frankiert wohl für
das Porto mit der Marken Berlin, Funkausstellung.
Darüber dann ein T-N Meter 008 859?:confused: Herstellerfirma?
vom Army and Airforce Postal Service 10.2.1969 - 09403 APO
APO = Armeepostoffice?
Links im Werbeklischee der Hinweis auf die Universität Maryland mit
europ. Zweigstellen (Divisionen?):confused:
Wo bzw. wie kann ich diesen AFS verorten? Z.B. nach Frankfurt/M. oder
Berlin?:confused:
Zusammenhang Verwendung eines AFS mit dt. Marke ist mir unklar?
Auch über Hinweise wie die Uni Maryland europ. Kontakte unterhielt
würde mich freuen.
Intellisammler
petzlaff
26.12.2008, 16:43
Hi Intellisammler,
das ist ein hübscher Beleg, den du uns da zeigst.
Anbei ein US-Wiki-Link bzgl. der University of Maryland, aus der auch hervorgeht, dass diese Universität seit Anfang der 50er Jahre speziell für die amerikanischen Truppen im Ausland Colleges für Fernstudien betreibt.
http://en.wikipedia.org/wiki/University_of_Maryland_University_College
Die APO auf dem Stempel ist das Hauptquartier für die US-Truppen in Europa, Sitz New York (vgl. den folgenden Link):
http://www.imcom-europe.army.mil/sites/divisions/doc/USAREUR%20Regulation%20690-60-g.pdf
Ich vermute den Aufgabeort in Bayern (München) oder mit noch höherer Wahrscheinlichkeit in Württemberg (Stuttgart). Möglicherweise wurde die Sendung auf einem US-Airfield, wo der Maschinenstempel der Mutterbehörde vorhanden war (z.B. Filderstadt b. Stuttgart) (nach)entwertet.
Kannst du uns mal den ganzen Beleg mit Anschrift zeigen?
petzlaff
27.12.2008, 09:07
Ich habe noch etwas gefunden:
http://www.abg-plus.de/abg2/ebuecher/acroread/sonst/abg/VAStreit_US.pdf
(2. Fußnote zu 4.a)
Hieraus geht ziemlich eindeutig hervor, dass der Beleg in Heidelberg abgestempelt wurde - na ja - die erste von mir vermutete Richtung hat ja fast gestimmt.
Ich gehe davon aus, dass das Heidelberger Headquarter ebenso wie US Militärflugplätze, Kasernen oder Botschaften während der "Besatzungszeit" exterritoriales Gebiet waren, ggfs. noch sind. Insofern erklärt sich die US-Posthoheit und die damit korrekte Verwendung eines US-Freistempels, wobei dieser wohl eher nicht als Entwertung der aufgebrachten Marke im eigentlichen postalischen Sinn der Funkausstellungsmarke gewertet werden darf. Der Freistempler ist ja schon Frankatur per se.
30 Pfennige entsprachen damals ca. 10 US-Cent. Wenn ich das auf dem Scan recht sehe, entspricht die Meter-Frankatur auch 10 Cent, was damals einem Standard Inlandsporto für eine Unze entsprach - das macht Sinn. Darüber, warum der Absender eine deutsche Marke aufgeklebt hat, lässt sich nur spekulieren.
intellisammler
27.12.2008, 18:46
Besten Dank @petzlaff,
kennst ja alles nicht nur was drüben über`n Teich so passiert.
Es lohnt sich somit hier im Forum mitzumachen. Vielleicht gibt
es ja weitere US-Spuren, die aus dem Rahmen fallen, aus Deutschland?:confused::confused:
Zum Porto des Briefes könnte es nicht auch so sein, dass hier
der damalige Sammler den Brief vorfrankiert an die amerik.
Kaserne/Kommandantur oder wie sich so was schimpft ge-
schickt hat?
Die Empfängeradresse - im Scan nicht sichtbar deutet auf einen
Sammler hin, eine Absenderangabe ist auf dem Brief leider auch
nicht (oder gerade deswegen nicht drauf).
Im Wertrahmen des Meter Stamps ist alles auf Null gestellt - keine
10 Cent umgerechnet.
Da hat wohl die Militärverwaltung flugs den Stempel drübergeschoben?:)
Intellisammler
claus wentz
28.12.2008, 09:55
M.W. genießen die US-Truppen in D Portofreiheit, auch im Verkehr mit privaten Empfängern. Mir ist ein deutsches Ing.-Büro bekannt, welches seit vielen Jahren geschäftliche Beziehungen mit amerikanischen Standortverwaltungen unterhält. Das Büro muß seine Post natürlich freimachen, die US-Leute nicht.
Claus Wentz
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