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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dresden - Hamburg - Louisville 1850



Altsax
06.12.2008, 21:22
Der gezeigte Brief wurde am 24.11.1850 in Dresden geschrieben.

Mir sind weder die Taxen, noch der Leitweg klar.

Ebenso wenig kann ich den Stempel "10" zuordnen, der augenscheinlich die gleiche Farbe aufweist wie der obere "Hamburg Paid".

Ich hoffe, daß ein Spezialist helfen kann.

Altsax

PS: Siegelseitig sind keinerlei Vermerke oder Stempel

bayern klassisch
06.12.2008, 21:35
Lieber Altsax,

ist 1850 gesichert, oder wäre auch 1860 möglich?

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Altsax
06.12.2008, 22:09
ist 1850 gesichert, oder wäre auch 1860 möglich?


Lieber bayern klassisch,

der gerade Auslauf oben an der Ziffer spricht weit eher für "5" als für "6", aber "gesichert"??? Der Briefinhalt gibt diesbezüglich nicht Verwertbares her.

Van der Linden gibt 1855 als Einführungsjahr des "Hamburg Paid" an, wie verläßlich das ist, kann ich nicht beurteilen.

Liebe Grüße

Altsax

bayern klassisch
06.12.2008, 22:48
Lieber Altsax,

ich fürchte, dich enttäuschen zu müssen, aber mir kam der Grotesk - Stempel gleich etwas sonderbar vor, denn aus 1850 (oder zuvor) kenne ich dergleichen nicht.

Ich halte es für einen Brief von 1860, auch wenn der Duktus der Schrift etwas interpretierbar ist.

Van der Lindens Angaben fußen i. d. R. auf den Primärunterlagen - eher sind die Preisgruppen fraglich, als die Daten.

Ab dem 1.7.1857 war die Frankatur über Bremen bzw. Hamburg für 22 Kr. (oder dem Äquivalent in Ngr.) möglich. Der Stempel "10" von Hamburg verdeutlichte, dass die 10 Cents schon bezahlt waren, es also kein Teilfrankobrief war.

Wären denn 6 Ngr. das korrekte Franko gewesen?

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Altsax
06.12.2008, 22:55
Wären denn 6 Ngr. das korrekte Franko gewesen?


Lieber bayern klassisch,

die Taxe Sachsen - USA über Bremen oder Hamburg hätte 2 Ngr. Vereinsgebühr zzgl. 4,5 Ngr. Fremdgebühr betragen.

Ich vermute allerdings, daß der Brief nicht in Sachsen zur Post gegeben worden ist, sonst wäre das Fehlen von Aufgabestempel und Weiterfrancovermerk schwer zu erklären.

Liebe Grüße

Altsax

bayern klassisch
06.12.2008, 23:07
Lieber Altsax,

aber 6 Hamburgische Schilling Courant dürften auch nicht gereicht haben ... das waren ja nur 4,5 Sgr..

Wenn es jedoch 6 Sgr. gewesen wären, könnte das hinkommen. Aber wenn in preußischer Währung fakturiert wurde, warum hat ihn Preußen dann nicht über Belgien nach GB via Prussian Closed Mail geleitet? Dergleichen habe ich schon gesehen.

Welchen Sinn die gestrichenen 18 hatten, weiß ich leider nicht.

Über den fehlenden Postaufgabestempel habe ich mich auch gewundert.

Da muss ein Transatlantik - Spezialist ran.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

deckelmouk
07.12.2008, 11:18
@altsax:

Der Brief lief 1860 über Hamburg. Er war komplett vorausbezahlt. Ab Oktober 1859 betrug das Franko 15 Cents. Davon hat Hamburg 10 Cents an die USA kreditiert. Der VdL ist bezüglich der Stempeldaten zuverlässig, ausserdem gab es 1850 nur die Direktverbindung über Bremen. Und PCM war doppelt so teuer (wenn auch schneller).

Der Brief wurde am 01.12.1860 mit dem HAPAG-Dampfer "Borussia" nach New York geschickt. Ankunft (siehe Stempel) am 20.12.1860.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Altsax
07.12.2008, 11:37
Hallo Lars,

vielen Dank für die Info.

Offen bleiben noch einige Fragen:

Unterstellt, der Brief wäre nicht in Dresden aufgegeben, sondern privat oder als Briefeinlage nach Hamburg befördert worden (wofür bei 1860 als Aufgabedatum bereits spricht, daß in Sachsen Barfrankierung bei Auslandsbriefen nicht zulässig war): Stempelte das dortige Stadtpostamt, bei dem er dann wohl eingeliefert worden wäre, nicht mit dem Ortsaufgabestempel?

Die "6" stellten vermutlich das Weiterfranco in Schilling dar. Gab es darüber hinaus noch einen Postvereins-Anteil für die Hamburger Stadtpost?

Was könnten die ursprünglich vermerkten "18" (?) bedeutet haben?

Liebe Grüße

Jürgen