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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Triest - Leipzig 1829



Altsax
10.11.2008, 14:13
Der folgende Brief gibt mir einige Rätsel auf:

Es handelt sich um eine gedruckte Warenpreisliste, datierend vom 13.12.1829 aus Triest.

Allem Anscheine nach ist sie in einem Paket o.ä. nach Leipzig gelangt und dort am 22.12.1829 aufgegeben worden.

Zu diesem Zeitpunkt existierte in Leipzig bereits eine Stadtposteinrichtung, die für die Zustellung innerhalb des Stadtgebietes sowie der Vororte zuständig war. Ihr hätte der ausweislich des Stempels beim Oberpostamt aufgegebene Brief zur Zustellung übergeben werden müssen. Das wäre durch einen Stadtpoststempel dokumentiert worden.

Sowohl dieser Stempel als auch jedwede Taxierung fehlt jedoch.

Hat jemand eine Idee, auf welche Weise dieser Brief - untaxiert - seinen Empfänger dennoch am 23.12.1829 erreicht hat?

Altsax

deckelmouk
10.11.2008, 14:45
Hallo Jürgen,

war es in Sachsen/Leipzig üblich, pro Empfänger die Briefe zu bündeln und dann in einem Schwung abzugeben? Die zu zahlende Taxe wäre dann auf dem Briefbündel notiert worden. Ich kenne das Verfahren aus London, allerdings wären alle Briefe einzeln taxiert worden.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Altsax
10.11.2008, 15:09
war es in Sachsen/Leipzig üblich, pro Empfänger die Briefe zu bündeln und dann in einem Schwung abzugeben? Die zu zahlende Taxe wäre dann auf dem Briefbündel notiert worden.


Hallo Lars,

grundsätzlich waren in Sachsen die Briefe einzeln zu taxieren bzw. mit Francovermerk zu versehen. Mit Ausnahme des vorliegenden Briefes habe ich noch keinen sächsischen gesehen, der diesbezüglich keinerlei Vermerke trägt.

Sammelvermerke kommen (sehr selten!) beim Landbestellgeld vor. Das liegt möglicherweise daran, daß die entfernungsabhängig gestaffelte Bestellgebühr auf alle zugestellten Briefe umzulegen war (unter Berücksichtigung einer Mindestgebühr pro Brief).

Liebe Grüße

Jürgen

bayern klassisch
10.11.2008, 16:11
Lieber Altsax,

nur eine Theorie:

Jemand in Triest verpackt ein oder mehrere Drucksachen in eine Warensendung nach Leipzig.

Der Empfänger holte sein Paket dort ab, öffnete es und stellte die "Einlage(n)" fest.

Er gab sie sofort der dortigen Post und somit war für ihn die Sache erledigt.

Kurze Zeit später kommt ein Angestellter des gedachten Empfängers mit Postfach und wünscht die Abholung der angekommenen Poststücke.

Da war dann dieser auch dabei, den man noch gar nicht taxiert hatte.

Sei froh, dass du nicht Bayern sammelst - da wurden noch ganz andere Fehler gemacht ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Altsax
10.11.2008, 16:28
Kurze Zeit später kommt ein Angestellter des gedachten Empfängers mit Postfach und wünscht die Abholung der angekommenen Poststücke.

Da war dann dieser auch dabei, den man noch gar nicht taxiert hatte.

Sei froh, dass du nicht Bayern sammelst - da wurden noch ganz andere Fehler gemacht ...


Lieber bayern klassisch,

selbstverständlich ist ein solches Szenario denkbar.

Das Problem in diesem Falle ist aber, daß nach derzeitigem Kenntnisstand das Leipziger Oberpostamt alle in der Stadt oder im Vorortbereich verbleibenden Briefe zur Ausgabe bzw. Zustellung an das Stadtpostamt überstellte, ebenso die von außerhalb ankommenden.

Es konnte also niemand dort regulär seine Sendungen abholen.

Wenn der Empfänger, von dem eine umfangreiche Korrespondenz erhalten geblieben ist, eine Sonderergelung vereinbart gehabt hätte, wäre eine solche Handhabung häufiger aufgetaucht.

Liebe Grüße

Altsax

PS: Ist Dir bekannt, ob vielleicht bayrische Beamte aushilfsweise in Leipzig tätig waren?

bayern klassisch
10.11.2008, 16:54
Lieber Altsax,


Ist Dir bekannt, ob vielleicht bayrische Beamte aushilfsweise in Leipzig tätig waren?


wenn man das Stück sieht, könnte man meinen, dass ein bayerischer Azubi mal an einem Vormittag aushelfen musste ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch