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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Cours und Taxen Preußen - Hessen



Altsax
07.11.2008, 13:50
Der gezeigte Brief aus dem Jahre 1828 dürfte aus geographischen Gründen durch Sachsen und Thüringen befördert worden sein.

Kann jemand Auskunft geben über den exakten Speditionsweg sowie die entsprechenden Taxen?

Altsax

Dietemann
07.11.2008, 17:40
Ist das ein einfacher Brief? Wenn die Zahlen Porto bedeuten wäre das sehr hoch (9 Silbergroschen und 50 Kreuzer).
Der Brief ging ins Großherzogtum Hessen (Kreuzerwährung) und müsste eigentlich auch durch Kurhessen (Groschenwährung) gelaufen sein, oder?

Gruß Dietemann

Altsax
07.11.2008, 18:21
Ist das ein einfacher Brief? Wenn die Zahlen Porto bedeuten wäre das sehr hoch (9 Silbergroschen und 50 Kreuzer).
Der Brief ging ins Großherzogtum Hessen (Kreuzerwährung) und müsste eigentlich auch durch Kurhessen (Groschenwährung) gelaufen sein, oder?


Hallo Dietemann,

für übermäßig hoch halte ich die Taxe von 50 Kr. nicht, immerhin handelt es sich dabei um die Gesamtsumme für die relativ lange Strecke. Sehr zimperlich waren die Postverwaltungen damals nicht mit ihren Forderungen.

Daß der Brief durch Kurhessen lief, ist wahrscheinlich, spielt aber deshalb keine Rolle, weil sowohl die thüringischen Staaten als auch die hessischen zur damaligen Zeit von der taxis`schen Post betreut wurden.

Beste Grüße

Altsax

bayern klassisch
07.11.2008, 18:40
Lieber Altsax,

wenn du auf meine laienhafte Meinung Wert legen solltest, will ich dir meine Interpretation dieses interessanten Briefes (wie viele hast du eigentlich noch von diesen Geschossen :) ) nicht vorenthalten.

Es war, wenn siegelseitig nichts frankiert wurde, wonach es aussieht, ein reiner Portobrief, der in Preußen mit 9 / 0 Paraphe taxiert wurde. Ab 1.1.1825 wurde von preußischer Seite in Sgr. gerechnet, so dass wir in Ansehung der von mir vermuteten 9 Sgr. zu einer Reduzierung in rheinischen Kreuzern kämen, die mit 32 gleich zu setzen wäre.

Die 0 Paraphe wurde mit einer Rötel 2 überschrieben, die als sächsischer Transit gedeutet werden könnte. 2 gute Groschen sind auch wohl realistisch hierfür.

In Addition dieser beiden Porti kämen wir nun auf 40 Kreuzer, zu denen ein taxisches Postporto von 6 Kr. hinzu käme, so dass wir die 46 Kr. deuten könnten.

Eine weitere Erhöhung um 4 auf total 50 Kr. sollte in dem Umstand zu suchen sein, dass der Zielort Schotten erst 1837 eine eigene Postexpediton erhielt, so dass der Bote für seinen Gang bis dorthin durchaus 4 Kr. gefordert haben dürfte.

Einen Unfehlbarkeitsanspruch leite ich aus meinen Deutungen aber nicht ab :cool: , zumal sie ohne die Kenntnis der postvertraglichen Grundlagen zustande kamen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Altsax
07.11.2008, 18:57
Lieber bayern klassisch,

leider bin ich ebenso wie Du auf Spekulationen angewiesen, weil ich über keinerlei Verträge aus dieser Zeit verfüge:

Sicher scheint mir zu sein, daß die 4 Kr. für die letzte Strecke (Landzustellung) zu entrichten waren. Ich vermute, daß von Alsfeld aus zugestellt worden ist.

Nicht plausibel ist die hohe preußische Taxe von 9 Sgr. Lauban lag dicht an der sächsischen Grenze.

Ebenso wenig leuchtet mir ein, daß sich die taxis`sche Postverwaltung für die relativ lange Strecke mit 6 Kr. begnügt haben sollte.

2 Ggr. für Sachsen entspricht dem üblichen Transitporto, wenn über Leipzig spediert worden ist, was passen könnte.

Vielleicht hilft uns einmal ein Preußen und/oder Taxis-Spezialist!

Liebe Grüße

Altsax

Dietemann
09.11.2008, 23:36
Die Taxische Post in Kurhessen war Lehenspost mit eigenen Uniformen usw. Wäre es nicht möglich, dass die 9 Sgr. das Porto bis zur großherzoglichen Grenze war?

Gruß Dietemann

Altsax
10.11.2008, 07:20
Die Taxische Post in Kurhessen war Lehenspost mit eigenen Uniformen usw. Wäre es nicht möglich, dass die 9 Sgr. das Porto bis zur großherzoglichen Grenze war?


@Dietemann

Daß für die Strecke in Kurhessen 9 Sgr. veranschlagt worden sind, halte ich für ausgeschlossen.

Merkwürdig ist aber, daß die Taxziffern "2" und "40" offenbar mit dem selben Rötelstift geschrieben worden sind. Das bringt mich auf eine andere Idee:

Wenn der Brief nicht durch Sachsen, sondern auf einem Umweg kpl. durch Preußen befördert worden ist, gäbe es kein sächsisches Transitporto.

Folglich bliebe Raum für eine taxis`sche Portoaufteilung in Sgr. und Kreuzer.

Es hätte dann Preußen 9 Sgr. bekommen, Taxis für Kurhessen 2 Sgr. und für die Strecke im Großherzogtum 6 Kr. Hinzugekommen wären noch 4 Kr. für die Landbestellung.

Vielleicht läßt sich diese These an Hand von Taxierungen vergleichbarer Briefe verifizieren.

Beste Grüße

Altsax

Dietemann
10.11.2008, 23:26
Wenn der Brief nicht durch Sachsen, sondern auf einem Umweg kpl. durch Preußen befördert worden ist, gäbe es kein sächsisches Transitporto.

Das klingt plausibel. Mir ist dazu folgende Notiz eingefallen: "1707 wird der Leipzig-Niederländische Kurs geplant. Er dient vor allem der sächsischen Post, deren Briefe ansonsten über die preußisch-brandenburgischen Wege geführt werden mussten, was ihnen weniger Gewinn einbringt."

Solches Denken scheint zumindest hundert Jahre vorher üblich gewesen zu sein.


Taxis für Kurhessen 2 Sgr. und für die Strecke im Großherzogtum 6 Kr.. Das versthe ich nicht. War der Kurs Sgr zu Kreuzer so krumm, dass 11 Sgr 40 Kreuzer ergibt?

Gruß Dietemann

bayern klassisch
11.11.2008, 00:11
Hallo Dietemann,

bzgl. der Kurse: 1 Sgr. entsprach gut 3,5 Kreuzern, so dass man durchaus gerechnet haben konnte 11 Sgr. = 40 Kr..

Nach oben wurde ja gerne gerundet, nicht nur bei Taxis.

Liebe Grüsse von bayern klassisch