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petzlaff
02.11.2008, 07:50
moin zusammen,
schöne Marke, oder ? (und dann noch in einer seltenen Farbe)
Frisch aus dem Briefkasten, ansonsten ohne Kommentar - wie sehr ihr das ?
Ich bin gespannt und hoffe, dass ihr mit euren Mutmassungen ein wenig Freude in meinen wasserrohrbruchgeschädigten Sonntag bringt :(
Wanderer
02.11.2008, 09:23
Lieber Stefan, jetzt haben wir noch ein zweites Hobby gemeinsam - Rohrbruch-Beseitigung.
Brauchste Hilfe - dann ruf mich an und ich komme mit meiner Notausrüstung vorbei...
Ich bin kein USA Sammler, sehe aber einen verwischten Druck an der Unterseite der Marke, oder was möchtest Du dass wir sehen?
petzlaff
02.11.2008, 09:28
Genau diese Antworten erwarte ich - wobei: "verwischt" erscheint mir etwas zu oberflächlich.
Die Marke ist im unteren Bereich einerseits etwas überfärbt und hat andererseits Farbausfälle.
Vorstellen könnte ich mir eine kurze Stockung beim Papierdurchlauf, wobei "etwas" geklemmt hat, das dann die Farbe "mitnahm".
Exakt erklärbar dürfte das nur an Hand des exakten Ablaufs des Druckvorganges sein.
Für mich ist das ein markantes Beispiel dafür, daß Druckzufälligkeiten interessanter sein können, als nur mit starker Vergrößerung erkennbare "anerkannte" Plattenfehler in Form der berühmten Mückenexkremente.
LG Altsax
petzlaff
02.11.2008, 10:55
Hatte ich vergessen: ist nach Scott die Farbe "rose carmine" - völlig unterbewertet - im Michel sogar in Klammern: "(rosa-)karmin"
Anbei die Normalfarbe:
Holzland-Sammler
03.11.2008, 14:40
auf den 2. Blick aber deutliche Unterschiede. @ wanderer und @petzlaff u. a., was ist Eure Meinung.
MI 942, Thomas Pain, 1968
Von links sieht es wie ein starkes "dklblau" (lt. MI) aus. Was ist aber mit der rechten und dem Pärchen als "Zwischenlösung"? Das Pärchen quarzt extrem stark, die linke Marke schwach---> also "ya", die rechte "x". Kann sich dieser Effekt so stark auf die Farbe auswirken. Im Original ist die rechte bereits "graublau" (Ist im Scann etwas schlechter zu sehen).
Erbitte Euer Urteil und danke im voraus
Holzland-Sammler
petzlaff
03.11.2008, 16:02
@Holzland - schwer zu sagen. Ich vermute, dass es sich bei der ganz rechten (blaugrauen) Marke um eine mit Trockengummierung handelt. Meiner (ganz subjektiv empfundenen) Erfahrung nach, bleibt bei Trockengummierung das Papier gelblichweiss und nimmt nicht soviel Farbe auf - allerdings zeigen alle zitierten Marken ein fast reines Weiss.
Möglicherweise gibt es aber unterschiedliche Typen der Papierstruktur - leider fehlen mir da die Detailinfos.
Es gibt eine spezialisierte Abhandlung über die "Prominent Issue", die mir selbst auch fehlt. Leider kann ich den Link nicht mehr finden.
@Concordia CA - kannst du uns weiterhelfen ????????
Concordia CA
03.11.2008, 16:25
@ petzlaff
Ich nehme an, Du spielst auf diese Seite an:
http://www.1847usa.com/identify/1960s/1965ProminentAmericansIssue.htm#Designers%20and%20 Engravers
Mit besten Sammlergrüßen
Concordia CA
petzlaff
03.11.2008, 16:35
@Concordia
vielen Dank, aber da muss es noch etwas anderes geben - einen Spezialkatalog, der sich nur mit dieser Serie beschäftigt.
Ich hatte den Link von einem USA-Sammlerfreund aus dem Yahoo-Forum. Der Link ist leider weg, da ich zwischenzeitlich meinen Rechner neu aufsetzen musste und alles, was aufhebenswert war in Bill Gates' Asservatenkammer verschwunden ist :-(
Concordia CA
03.11.2008, 17:14
@ petzlaff
Nach einigem Suchen in den Tiefen meiner Favoriten, bin ich noch auf diese Seite gestossen:
http://www.arago.si.edu/index.asp?con=1&cmd=1&img=&mode=2&pg=1&tid=2028974
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Holzland-Sammler
03.11.2008, 17:48
Hallo Ihr Experten,
als Nachtrag einen Scan der Rückseite beider Marken. Die dunkelblaue sieht aus als ob eine generell andere Papierart verwendet wurde. Es ist auch ganz leicht "gelbstichig". Die Druckfarbe ist meiner Meinung nach hinten durch gedrungen. Hilft das weiter?
Holzland-Sammler
petzlaff
03.11.2008, 19:12
@Holzland
die untere hat offenbar auf einem farbigen Umschlag geklebt. Kann man noch Gummireste erkennen? So, wie die Faserstruktur aussieht, scheint mir die Marke nicht mit Wasser abgelöst worden zu sein. Wenn ja - ist der Gummirest glänzend oder matt?
Trotzdem befürchte ich, dass eine Ferndiagnose per Scan eher nicht möglich ist.
Holzland-Sammler
03.11.2008, 19:36
@petzlaff
Auf Grund Deines Hinweises auf Einfärbungen vom Umschlag habe ich einen 9600 dpi-Scan von einer sichtbaren "Farbfläche" gemacht. Alles klar, so sieht man die oberflächige Einfärbung der Faser. Also "bunter" Umschlag. Gewaschen war die Marke natürlich. Auch das 2. Waschen hatte keine Veränderung gebracht! Danke, schon wieder etwas gelernt.
Holzland-Sammler
Wanderer
03.11.2008, 23:36
Hallo
Also wenn ich den Spezial richtig lese gibt es nur eine Papiersorte, zwei Gummierungsvarianten und zusätzlich den Phosphoraufdruck.
Die zweite Gummierungssorte (z) = dull gum entdeckst du nur bei postfrischen Marken - da habe ich neulich auch dran geknabbert, diese Gummisorte hat eine körnige - stumpfe, nicht glänzende Struktur - die andere Gummisorte glänzend (shiny gum) kann man sehr gut von der anderen unterscheiden.
Ich habe beide Gummisorten hier und in der Tat, die z = dull gum ist vorderseitig (zumindest auch bei mir) geringfügig heller.
/!/ Schaue ich mir 600 dpi Detailscans an - dann möchte ich sogar von verschiedenen Platten sprechen - da stimmen diverse Gravierdetails im Bereich von Gesicht, zwischen den Augen, Augenbrauen, Nase, Schatten unter der Unterlippe und im offenen Jacket mit Binder nicht überein.
Es gibt 7 verschiedene precancels, habe davon aber keine - dafür zwei 6er Blocks
petzlaff
04.11.2008, 06:50
Gut erkannt, lieber Jochen.
Am markantesten ist eine Zeichnungsänderung am (vom Betrachter aus gesehen) linken unteren Haaransatz. Bei der rechten Marke wird der Abschluß von 3 langen schrägen Linien gebildet (spitzer Winkel), während bei der anderen Marke diese Linien fehlen, und der Haaransatz in einem stumpfen Winkel an die Wange anschließt.
Wanderer
04.11.2008, 09:35
Gibt es einen Spezi, der aus der ARGE USA kommt & sich das hier mal ansehen und mit seinem Erfahrungsschatz kommentieren kann?
Zwei Briefmarken sind für mich zunächst eine persönlich registrierte Auffälligkeit, aber die Stichprobenmenge von mir ist für weitergehende Schlüsse zu klein.
Ich lege die Marken an die Seite, vielleicht wird es interessant(er), wenn sich noch mehr Personen mit Sammelschwerpunkt jüngere USA dafür interessiert haben.
petzlaff
04.11.2008, 09:58
Zum gleichen Thema habe ich vor längerer Zeit bereits die Freunde im Yahoo-Forum (US specialized) angetickert.
Das einzige, was zurückkam war ein Hinweis auf laufende Forschungen (für den 15 Cent-Wert sind diese seit langer Zeit erschöpfend abgeschlossen, da optisch auch auf den ersten Blick offensichtlich), sowie auf einen Spezialkatalog in Loseblattform. Letzteren Hinweis habe ich leider aufgrund eines PC-Crashs vor ein paar Wochen verloren. Deswegen meine kürzliche Anfrage an Concordia CA.
Zumindest wurde mir aus USA bestätigt, dass es da etwas gibt, worauf kaum jemand achtet.
@Jochen - wie sieht denn der Haaransatz auf deinem Secherblock aus?
Holzland-Sammler
06.11.2008, 21:22
Hallo "Amerika-Freunde"
Habe noch Farbvarianten gefunden (oder auch nicht?).
MI 657, sollte rotviolett sein - geht bis zur rechten Marke aber nach (hell)karmin (in Wirklichkeit wesentlich heller im Original. Fast schon hellrosa!). Alle ohne Phosphor. Da ich mehrere Marken aus unterschiedlichen Quellen habe, schließe ich "zu heiß gebadet" einmal aus.
Sollte im Forum schon irgendwo irgendwas stehen (ich habe auf die Schnelle nichts gefunden) reicht der Link.
Im Übrigen ist die linke (dunkle) rechts stark beschnitten und die anderen auch etwas verschmutzt. Sie sollten ja auch nur als Farbbeispiel dienen.
Gleich hier noch eine Frage: Wo finde ich Angaben, wer wie welche Perfins gelocht hat?
Holzland-Sammler
petzlaff
08.11.2008, 13:16
@Holzland
wahrscheinlich handelt sich um unterschiedliche Drucke, sie sich natürlich auch auf die Farben auswirken.
In den 50er und 60er Jahren gab es sog, "feuchte" und "trockene" Drucke, Sprich: es wurde auf angefeuchtetes oder trockenes Papier gedruckt.
"feuchte" Drucke weisen fast immer eine sehr intensive Farbe aus, die oft auch in das Papier veräuft. "feuchte" Drucke sind unter Spezialsammlern sehr gesucht.
Holzland-Sammler
03.12.2008, 20:03
@petzlaff
Und schon muß ich Dein Wissen wieder in Anspruch nehmen. Soeben bei der Einordnung gefunden:
1934, 300. Jahrestag....,MI 363, violett existiert im Michel nur 4seitig gezähnt.
Diese Marke hat aber am rechten Rand "Schnitt" und zeigt einen dunklen Streifen (Nebenmarke, Rand?). Zumindest war hier meiner Meinung nach keine Schere am Werk.
LG Holzland-Sammler
Wanderer
03.12.2008, 23:57
Vierseitig gezähnt ist eine Bogenmarke im Innern des Bogens, Du hast ein Randstück erwischt.
petzlaff
04.12.2008, 12:51
Die Diskussion ist uralt
Herstellungsbedingt sind die Randmarken im Bogen ungezähnt und somit auflagentechnisch wesentlich seltener als vierseitig gezähnte Marken (das ist reine Mathematik).
Die amerikanischen Sammelgewohnheiten betrachten Randmarken als minderwertig, was völliger Blödsinn ist. Bei seltenen Marken werden die ungezähnten Ränder gern nachgezähnt, was die ursprüngliche Marke wertlos macht, und die verbliebenen Randstücke umso "wertvoller", weil seltener macht.
In dieser Angelegenheit verhält sich der Markt völlig verquer: auflagenmäßig seltene Objekte werden, weil unbeliebt als minderwertig betrachtet und sind nahezu unverkäuflich.
Ein wenig filatelistischer Verstand wäre speziell hier sehr angebracht.
Ich persönlich hebe mir auch bei weniger seltenen Marken die Randstücke immer auf - in der Hoffnung, dass hier irgendwann einmal ein Umdenken erfolgt :D
deckelmouk
04.12.2008, 13:58
Hallo Stefan,
das ist eine ästhetische Frage: Randstücke sind einfach ungleichmässig. Darum auch die grossen Preissteigerungen, die sehr gut gezähnte und sehr gut gestempelte US-Marken erzielen.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
petzlaff
04.12.2008, 15:54
das ist eine ästhetische Frage: Randstücke sind einfach ungleichmässig.
Lieber Lars,
da gebe ich dir (was die Ästethik angeht) m.E. Recht.
Frage - wie verhalten wir uns gegenüber einer perfekt zentrierten und sauber gestempelten Marke vom Bogenrand, der nun leider von ihrem Schöpfer die Randzähne vorenthalten wurden (sehr selten sogar zweiseitig)? :o
Aus meiner Sicht ist @Holzland's Marke perfekt.
Ich denke, dass hier Querdenkerei sehr wohl angebracht ist.
Holzland-Sammler
04.12.2008, 22:34
Nur zu meiner Wissensbefriedigung:
Wieso / warum hat der Markenrand diese Farbe des Druckes. Diente das etwa zur Zentrierungskontrolle der Bogen bei der Druckkontrolle?
Für die Einordnung der Marke als "schönes Stück" bedanke ich mich sehr. Hätte ich so nicht gedacht.
Holzland-Sammler
petzlaff
05.12.2008, 07:19
@Holzland
dafür gibt es es mehrere Erklärungen, jeweils abhängig vom Druckverfahren:
1) absichtlich mitgedruckte Schnittkante, um den Schalterbogen sauber aus dem Druckbogen (dieser enthält im Normalfall 2 oder 4 Schalterbögen) schneiden zu können
2) Farbaufnahme durch den "Rahmen" der Druckplatte
3) nur beim Walzendruck (Rotary Press): Stosskante der Druckplatte auf dem Druckzylinder. Auf diuese Weise entstehen auch die Linienpaare bei Rollenmarken.
Da die von dir gezeigte Sondermarke zum Jubiläum der Gründung des Wisconsin-Territoriums im Platten- und nicht im Walzendruck hergestellt wurde, fällt 3) aus. Aufgrund des sauberen Schnittes entlang der Linie tendiere ich zu Erklärung 1), bin mir aber nicht 100%ig sicher.
petzlaff
05.12.2008, 10:47
Hier noch zwei Beispiele der gleichen Marke:
1) zweiseitig gezähnt, vom rechten mittleren Druckbogoenrand
2) ein senkrechtes Paar der ungezähnten Variante mit Schnittlinie (Farlay-Ausgabe), irgendwo aus der Mitte des Druckbogens - kein Randstück!
Holzland-Sammler
07.12.2008, 19:45
@ alle
MI 412 A (5.5.38) mit dem Eindruck analog der Vorausentwertung von Chicago/Ill.:
?SRC-JAN 58
Was ist das / Warum?
O.K., die Marken dieser Serie wurden über einen langen Zeitraum (1938 bis 1954) verausgabt. Deshalb der Datumsvermerk oder gab es dafür einen besonderen Anlaß?
Holzland-Sammler
Concordia CA
07.12.2008, 20:18
@ Holzland-Sammler
Es handelt sich um einen "Dated Precancel", also eine mit Monat und Jahr versehene Vorausentwertung. Die Abkürzung SRC steht für Sears, Roebuck & Co., einem großen Versandhaus in den USA. Die Dated Precancels durften nur in dem Monat verwendet werden, der aufgedruckt war.
Informationen zur Firma:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sears
Informationen zu den Precancels (in Englisch)
http://www.precancels.com/US/srcbasics.htm
Mit besten Sammlergrüßen
Concordia CA
Holzland-Sammler
07.12.2008, 20:54
@Concordia CA
für die schnelle und umfassende Information zu dem doch sicher nicht so häufigem Stückchen.
Holzland-Sammler
petzlaff
12.12.2008, 18:08
Lieber Holzland,
ich muss dich ein wenig enttäuschen. "Dated Precancels" waren ab den 40er Jahren Vorschrift für zeitlich begrenzte Masseneinsendungen bestimmter Großabnehmer (z.B. SRC) und sind genau deswegen recht häufig. Meist wurden sie für die Zustellung von Versandhauskatalogen in zig-Millionen Auflage oder Postwurfsendungen benutzt. Typisch sind Monatsangaben MAR (Ostern) und NOV (Weihnachten) sowie zeitlich auf USA-Feiertage (Thanksgiving etv.) bezogene Daten.
Ungeachtet dessen stellen die "dated precancels" für mich eine ungemein interessante Frühform der kontrollierten Automatisierung von Massensendungen dar - in etwa entfernt vergleichbar mit den hierzulande seit Jahrzehneten autorisierten Freistemplern mit Durchnummerierung (zum Nachweis der Verwendung innerhalb einer durch Vorausentgelt autorisierten Menge ??).
Wanderer
12.12.2008, 18:19
Stand da nicht eine Auflagenhöhe von mindestes 500.000 Stück als Abnahmemenge irgendwann als Bedingung fest?
Holzland-Sammler
18.12.2008, 20:01
@all
1967, MI 917, FM Jackson:
lt. MI-Katalog: - xV (normales Papier mit VE) und - ya (mit Ph.-Aufdruck)
Nun finde ich aber neben der ya mit VE " New Hyde Park N.Y." eine "x", aber ohne VE ! Eine ausgewaschene Phosphoreszenz kann ich (fast 100%ig) ausschließen. Gab es die Marke auch ohne VE?
Wanderer
18.12.2008, 22:44
ist fast weg - auch bei mir, innerhalb einer marke partiell verschwunden, teilweise ganz - da leuchtet die Stempelfarbe in der Mitte auf dem Briefstück an der Flagge auch nur noch wenig - vermute das liegt wieder im Zusammenhang mit der wandernden Fluoreszenz im Zusammenhang mit der Aufbewahrung unter Folie zusammen ...
Holzland-Sammler
18.12.2008, 23:09
Was ist hier "Farbe"?
Pärchen ist 935 x. Rechte Einzelmarke 935 ya. Alles lt. Katalog dkl.braunoliv wie die übrigen Marken auch.
Was ist aber mit der lt. LIPSIA-Farbtabelle (In der Mi-Tabelle habe ich keine vergleichbare Farbe gefunden) ganz links und 2. von rechts in sehr sehr dunklem dkl.olivgrau / fast schon grünschwarz). Leider "frißt" der Scanner die Farbe "oliv" etwas. Dadurch kommen die Unterschiede aber besser als im Original zum tragen.
@ wanderer
bei der 917(x) habe ich einen Versuch gewagt und ca. 3 min mit fast aufgelegter Lampe angestrahlt. Ich glaubte für einen kurzen Augenblick doch einen ganz schwachen Quarzschimmer gesehen zu haben. Wahrscheinlich hatte sie mein Vorbesitzer auf seiner Islandreise beim Geysierbaden noch in der Hosentasche:).
Wenn es nichts prinzipiell Neues dazu zu sagen gibt, ziehe ich meine Frage damit zurück.
Wanderer
19.12.2008, 06:40
Der Phosphoraufdruck (Michel-markierung y) ist ab 917 mehr oder weniger die Regel.
Alle vorausentwerteten Marken 917 xV (x= normales Papier) erfordern dies aus posttechnischen Gründen (? - was ist das) laut Katalog nicht und sind daher auf normalen Papier gedruckt.
Der Phosphoraufdruck kann nur die Bildmarkenfläche (Michel Notation ya) oder die ganze Marke - also ganze Bogen - (Michel Notation yb) bedecken.
Zwanzig Jahre später also ab 1987 wird zunehmend Papier mit Phosphorbeschichtung hergestellt.
Der Michel Spezial 2003 kennt noch eine Abart 917 F - also Phosphoraufdruck und Aufdruck der Vorausentwertung fehlend für postfrisch 10,- Euro (Faktor 25 teurer als 917 yb = 0,4 Euro) und kennt keine Gebrauchtnotierung, da hier durch das Wasserbad die aufgedruckte Phosphorschicht futsch sein kann - die ist ja nicht ins Papier eingebettet.
Postfrische Vorausentwertung ist teuer: 35,- Euro postfrisch für die Einzelmarke und im 4-rer-Block 350 Euro, die ZIP und Mail Anhänge sind von den Firmen vor der Verwendung vermutlich sauber abgetrennt worden, die notieren mit ZIP 150,- Euro und MAIL 175,- Euro - sind also selten.
Hoffe Dir und den nachfolgenden Lesern eine gute Übersicht gegeben zu haben - es gibt durchaus Gründe sich mit modernen USA Marken zu beschäftigen und nicht nur mit Klassik oder semi-Klassik - es ist m.E. nicht berechtigt im Schnellflug über die Details hinwegzusausen - bestimmte Einzelmarken sind hochinteressant und trotz Millionenauflagen schwer beschaffbar. :)
Wanderer
19.12.2008, 08:26
ist ein Volltreffer an Variantenreichtum :)
Da existieren zwei Auflagen 1967 und 1973, da gibt es normales Papier (x1967), Papier mit Phosphoraufdruck (yb 1973), zwei Gummierungen u=glänzend und z=Trockengummierung und eine Variante mit Vorausentwertung.
Ich zeige dir hier mit Scan meine 935 zyb postfrisch.
Dem Herrn 5-Sterne-General und Politiker auf der Marke als Staatsmann gewürdigt - dem verdanken wir den Wiederaufbau-Plan auch Marshall-Plan genannt, was heutzutage die KfW "abwickelt".
Wanderer
19.12.2008, 08:33
@ Holzland - bei der 935 gibt es keine ya laut Michel.
Bei Marken mit ya sind Teile der Marke normales Papier (im Randbereich die Zähnung) - also nur partieller Druck auf die Bildfläche - bei yb wurde der komplette Druckbogen beschichtet.
petzlaff
19.12.2008, 08:39
bzgl. der Farben der 935 vermerkt der Michel "Töne" - große Farbschwankungen sind danach nichts ungewöhnliches. Allerdings werden hier schon Extreme gezeigt. Die normale Farbe liegt dabei optisch empfunden ca. in der Mitte. Sicherlich liefert der Scan, wie bereits angedeutet eine leicht verfälschte Darstellung.
Oft weichen Markenfarben auf Trockengummi mehr oder weniger stark von den Marken mit dem Normalgummi ab.
Trockengummi wurde übrigens eingeführt, um ein Rollen oder Zusammenkleben von Bögen in den feuchten subtropischen Gebieten der USA zu verhindern. Bevorzugt bedient wurden mit Trockengummi die pazifischen Gebiete, sowie Puerto Rico und die Südstaaten am Golf von Mexico.
Wanderer
19.12.2008, 11:12
back ... nice to see you again
Holzland-Sammler
19.12.2008, 16:40
Beide sind MI 940 / ya / A (Naßer und trockener Druck?).
Hier zum Nachlesen für die die nicht nur die Marke sammeln sondern sich auch etwas mit dem Ausgabeanlaß beschäftigen. Noch weitere Infos über >Google<.
http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Jefferson
petzlaff
19.12.2008, 18:01
@Holzland
Ab Ende der 50er Jahre wurde ausschließlich auf trockenem Papier gedruckt. von 1953 bis ca. 1958 gab es eine Übergangszeit. Die Tönungen der Jefferson Marke beruhen auf unterschiedlich intensivem Farbauftrag auf das Druckmedium.
Um Missverständnisse zu vermeiden: "Trockengummi" hat de facto nichts mit "trockenem Druck" zu tun. Allerdings gibt es Marke mit Trockengummi nur in trockenem Druck (aber nicht umgekehrt).
Übrigens ist die Haupstadt von Missouri nach Jefferson benannt. Sie liegt nur wenige Meilen westlich der Stelle, von wo aus sich die Lewis/Clark Expedition aufmachte, um den fernen Westen zu erkunden. Die dortige Gegend ist geprägt von den Nachkommen schwäbischer Aussiedler. In der Nähe von Jefferson City gibt es einen wunderschönen kleinen Winzerort namens "Herrmann", in dem auch heute noch vorwiegend deutsch gesprochen wird. In dem Museum dieser Kleinstadt habe ich vor ein paar Jahren ein Foto vom Rattenfängerspiel in Hameln (meinem Wohnort seit vielen Jahren) gefunden, auf dem einer der im Foto verewigten Schauspieler zu meinen engsten Freunden gehört. Damals war er vielleicht 14 Jahre alt.
--- die Welt ist klein ---
Holzland-Sammler
19.12.2008, 18:18
@ wanderer
Alle vorausentwerteten Marken 917 xV (x= normales Papier) erfordern dies aus posttechnischen Gründen (? - was ist das)
Ich denke das für nicht vorentwertete Marken der Brief maschinell dem Stempel so zugeführt werden muß (mittels drehen und wenden) daß dieser auch den Markenbereich trifft. Deswegen die Floreszenz/Phosphoreszens auf den Marken. Für vorausentwertete Marken reicht das vorhanden sein der Marke in der Vorsortierung.
Hat jemand eine andere Erklärung oder ist dies richtig.
petzlaff
19.12.2008, 18:35
völlig korrekt
vorausentwertete Sendungen müssen nicht mehr gestempelt werden. Deswegen ist keine Phosphorisierung für die Erkennung durch Sortier/Stempelmaschinen erforderlich.
Vorausentwertete Massensendungen werden ohnehin meist nach der Einlieferung manuell behandelt. Die meisten derartigen Marken sehen deswegen eh nie eine Sortiermaschine.
Holzland-Sammler
03.01.2009, 18:14
@all
Bei dem Sortieren gefunden: 1973, MI 1091
Neben dem generell etwas zu groß geratenen Grün-Flächen des Bildes sieht man auf den beiden unteren Marken auffällige Farbfehlstellen (Original s. oben). Rechts einmal das Problem im Detail. Nebenbei sieht man an dem großen Scan auch einmal recht schön wie Farbtönungen durch andersfarbige Pigmenteinlagerungen erzeugt werden (Rotanteil im Blau).
Die Frage ist nun, wie könnte so etwas entstanden sein?
- Farbe beim Druck zu frisch, Farbpartikel angeklebt und abgerissen (sehr unwahrscheinlich, s. auch: 3. Anstrich)
- Farbabweisende Bestandteile im/auf dem Papier (hat mich auch nicht 100%ig überzeugt, weil rote Pigmente an einigen Stellen auf den weißen Flächen zu sehen sind)
- An dem Farbdruckgang einer Farbe kann es auch nicht gelegen haben, weil rote, grüne und blaue Flächen betroffen sind (Oder wurde in einem Durchgang gedruckt?).
- sonstige Beschädigung durch Vorbesitzer (schließe ich fast aus, da Marken ansonsten gut aussehen und auch zusätzlich gesteckt waren)
Irgendwie scheint mir die ganze Ausgabe etwas mit der heißen Nadel gestrickt zu sein (Einfaches Motiv, schlechte Farbpassung).
Wer hat eine Idee?
petzlaff
04.01.2009, 07:22
moin,
ich vermute ein "Zusammenkleben" bzw. Abfärben der teilweise noch feuchten Druckbögen unmittelbar nach der Fertigung. Möglicherweisung haben die fraglichen Stellen den Druck auch nicht vollständig angenommen. Bei dem glatten Papier und dem fetten Druck besteht zumindest hierfür eine hohe Wahrscheinlichkeit.
Holzland-Sammler
02.02.2009, 14:04
@ all
Wo gehören diese Marken eigentlich hin. Sie sehen wie USA-zugehörig aus, ich finde sie nur leider nicht in meinem Katalog:mad:.
Sind sie evtl. gar keine "Briefmarken"?
petzlaff
02.02.2009, 14:54
Hi Wolfgang,
das sind Stempelmarken (Steuermarken) - die werden in USA wie Briefmarken gesammelt und sind auch im Scott unter der Rubrik "Revenue Stamps" gelistet.
Die "Battleships" finden sich häufig fälschlicherweise als Briefmarken tituliert in eBay-Lots obwohl sie keine sind.
Dazu muss man sagen, dass der Begriff "stamp" NICHT "Briefmarke" bedeutet, sondern am ehesten als "aufklebare Gebührenquittung" übersetzt werden muss. Darunter fallen neben Briefmarken auch Steuermarken, "Hunting Permits", Verschlussiegel, Postsparmarken, private Spendenmarken etc. - Alle sind im Scott katalogisiert.
Ich suche dir heute Abend die Scott-Nummern der "Battleships" raus.
Holzland-Sammler
02.02.2009, 15:09
wegen der Aufschrift hatte ich ebenfalls an so etwas ähnliches gedacht ("Dokumentenmarken")
petzlaff
02.02.2009, 15:42
Es handelt sich um die Scott Nummern RB24 (1 Cent) und R169 (25 Cent).
"Documentary" steht für Steuern auf Dokumente (ähnlich wie bei uns früher die Freiherr v. Stein Stempelmarken in Pässen und Personalausweisen)
"Propietary" steht für Steuern auf sonstige steuerpflichtige privat hergestellte Artikel (z.B. Spielkarten).
Die "Battleships" wurden 1898 vom Buereau of Engraving & Printing (BEP) auf Wasserzeichenpapier in Durchstich-Zähnung 5 1/2 und 7 gedruckt. Die #RB24 mit Durchstich 7 ist recht selten, die anderen "Battleships" in den gewöhnlichen niedrigen Nominalen sind Massenware.
Wanderer
02.02.2009, 15:49
da kann ich dir/euch aus meinem Fundus noch ein paar zum Betrachten anbieten, Deine 25c purple brown passt in die Serie wunderbar rein
Holzland-Sammler
02.02.2009, 16:16
mein lieber jochen;), umgekehrt wird ein Schuh daraus. :)
Du meintest doch nicht etwa die alte Taubenzüchterregel:
"Wo mehrere Täubchen zu Hause sind, kehren auch welche ein!":):):)
Trotzdem vielen Dank für das Zeigen Deines Fundus, jetzt weiß ich was mir noch fehlt.:rolleyes:
petzlaff
02.02.2009, 16:33
Das Papier ist übrigens mit dem Wasserzeichen "USIR" versehen, auf welchem auch versehentlich einige "Postage Stamps", also Briefmarken derselben Zeit verausgabt wurden.
Wanderer
02.02.2009, 16:54
sind bislang nicht meine Domäne - die Dauerserien halten einen schon genug in Schach. Habe jetzt - heute vormittag 62 Stück 3cent Washington Marken mit 600 dpi gescannt, ca. 7,5 MB Platz auf der FP und da sind einige Exoten dabei .... z.B. abweichende Farben, Druckqualität, Zähnungsfehler, Größenunterschiede usw und die Typen dazu. Ich kann Washington nicht mehr richtig sehen, da komme ich noch im Paralelthread mit ein paar Fragen rüber ... bis denne
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