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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gebrüder Senf in USA



petzlaff
01.11.2008, 08:07
moin zusammen,

was haben wohl die Gebrüder Senf mit der USA-Klassik zu tun (außer vielleicht in ihren Katalogen)?

Ungebrauchte Zeitungsmarken der klassischen USA-Periode durften sich per Gesetz nicht in Privathand befinden. Sie waren daher nicht zuletzt aufgrund ihrer klassischen Schönheit bereits kurz nach ihrem Erscheinen in den 1870er Jahren echte Raritäten.

Was machten unsere geschäftstüchtigen Senf-Gebrüder zu Leipzig? Sie stellten perfekte Nachdrucke (ebenfalls im Stichtiefdruck) her, die sie teilweise sehr versteckt um das Wort "FALSCH" ergänzten. Während die ersten dieser Fälschungen kaum von den Originalen zu unterscheiden waren, wurden sie wenig später mit einem Aufdruck "Facsimile" in unterschiedlichen Typen versehen.

Damals wie heute sind diese Facsimiles fast ebenso begehrt wie die Originale, insbesondere diejenigen, bei denen der Aufdruck auf den ersten Blick überhaupt nicht ins Auge fällt.

Leider fehlt in den Normalkatalogen jeglicher Hinweis auf die Senf-Drucke. Nichtsdestotrotz gibt es Spezialliteratur, die sich damit beschäftigt - einfach mal googeln (Stichworte: USA - periodical - stamp - senf).

Offenbar gibt es sogar Fälschungen der Senf-Fälschungen.

Viel Freude mit den angehängten Scans und ein schönes Wochenende (meines wird nicht so schön - ich habe einen massiven Wasserschaden durch Rohrbruch in der Wohnung).

petzlaff
01.11.2008, 08:58
Hier der entsprechende Link für weitergehende Informationen:

http://home.comcast.net/~pepperclan/e8facsimile.htm

Hier noch einer der seltenen Überdrucke Typ H ("FH" in genannter Referenz)

BTW: Die "Senf-Graveure" beherrschten ihr Handwerk wirklich perfekt.

deckelmouk
01.11.2008, 10:59
Hallo Stefan,

Wolfgang Maassen beschreibt im ersten Band der BPP-Jubiläums-Schriftenreihe ausführlich die Facsimile-Drucke der Firma Senf. Das waren Beileger im Heft für die Kundschaft. Sie kamen um 1890 nicht mehr gut an, da diese Art der Fälschungen immer wieder von skrupelosen Zeitgenossen als "echt" angeboten wurden.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

petzlaff
01.11.2008, 11:40
Lieber Lars,

Danke für die Info.

Ich bin jedenfalls riesenglücklich darüber, vor einigen Jahren in einem alten Vordruckalbum, welches ich für 10 Euro auf einem Flohmarkt erstanden hatte, mehrere komplette Senf-Sätze entdecken zu dürfen. Zwei davon habe ich zwischenzeitlich für viel Geld versteigern können - der Rest bleibt definitiv in meiner Sammlung :)

Altsax
01.11.2008, 11:42
Wolfgang Maassen beschreibt im ersten Band der BPP-Jubiläums-Schriftenreihe ausführlich die Facsimile-Drucke der Firma Senf. Das waren Beileger im Heft für die Kundschaft. Sie kamen um 1890 nicht mehr gut an, da diese Art der Fälschungen immer wieder von skrupelosen Zeitgenossen als "echt" angeboten wurden.


Hallo Lars,

beigefügt die Abbildung eines Teils einer solchen Beilage. Darunter befanden sich Felder für Originalmarken, die dem "Illustrierten Briefmarkenjournal" der Gebrüder Senf ebenfalls beilagen, aber in meinen Exemplaren (wie wohl vermutlich in den meisten) entfernt worden sind.

Den Inhaltsverzeichnissen läßt sich entnehmen, daß darunter beispielsweise (natürlich ungebrauchte) Bergedorf-Marken waren.

Es wurde jeweils darauf hingewiesen, ob es sich um Originale, Neudrucke oder Facsimiles handelte.

Liebe Grüße

Altsax