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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bayern Brief manipuliert



bayern klassisch
29.10.2008, 08:09
Bei einer großen Internetplattform wird derzeit ein Brief von Augsburg nach Wien angeboten, der "Echt" sein soll. Lediglich an der Dazugehörigkeit der 12 Kr. Marke in der linken unteren Ecke werden leise Zweifel angebracht.

Der Brief ist aus 1859 und offensichtlich manipuliert. Er kostete damals je Loth 9 Kr., und wenn die Gewichtsangabe, die ich so von Augsburg nicht kenne, stimmen sollte, wäre es über 1 bis 2 Loth ein Brief der 2. Gewichtsstufe, der somit 18 Kr., aber keine 21 Kr. gekostet hätte.

Man hat einfach eine auf Brief teuere 12 Kr. rot nachträglich aufgeklebt und den 20 - 30 Euro Brief dadurch in eine andere Sphäre gehoben. 21 Kr. Briefe gab es aber nicht, Pech für den Manipulateur.

Dass kurze Zeit nach dem Einstellen schon 5 Gebote vorliegen, spricht nicht für den Sachverstand der Bieter.

Beste Grüsse von bayern klassisch

Altsax
29.10.2008, 11:22
Dazu eine Lernfrage an die Prüfexperten:

Überfrankaturen sind ein starkes Indiz für eine Manipulation, aber noch kein Beweis. Ein zusätzliches, noch stärkeres Indiz könnte "neue" Stempelfarbe bei der Gewichtsangabe sein.

Unterstellt, deren Analyse gäbe nichts her und weiter unterstellt, bei der möglichen Manipulation sei ein zeitnaher Stempelabschlag verwendet worden:

Gibt es Möglichkeiten, die Manipulation zu beweisen, obwohl keine prüfbaren Stempelübergänge vorliegen?

Altsax

bayern klassisch
29.10.2008, 11:37
Lieber Altsax,

links am Rand der 9 Kr. Marke läuft ein senkrechter Bug nach unten.

Wäre die 12 Kr. Marke dort damals schon gewesen, würde der Bug auch sie getroffen haben.

Auf Grund des schlechten Scans ist dies aber nicht gut zu erkennen.

Der Gewichtsvermerk 1 3/8 Loth in verdächtiger Farbe (ich kenne die Hand, die in Augsburg Gewichtsvermerke anbrachte, von etwa einem Dutzend Briefe; es war eine ganz andere Schreibweise und stets in schwarzer Tusche ausgeführt worden, auch Achtel - Schritte machen wenig Sinn), weist uns auf einen Doppelbrief, also 18 Kr. Franko, hin.

Warum sollte jemand den Brief in Augsburg abwiegen, um dann die falsche Marke aufzukleben?

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Altsax
29.10.2008, 11:45
Lieber bayern klassisch,

an Deiner Einstufung dieses Briefes habe ich keinerlei Zweifel.

Mir ging es mehr um die grundsätzliche Frage der Prüfbarkeit derartiger Manipulationen. Gerade Zuklebungen von Marken in Briefecken, bei denen dann die Stempelübergänge "natürlicherweise" nicht vorhanden sind, gibt es nicht nur bei Bayern.

Liebe Grüße

Altsax

erstlesen
29.10.2008, 14:17
Hallo,

welcher Artikel ist das? Eventuell kann man einen besseren Scan bekommen. Eine gute Leistung ist auf jeden Fall ein Stempelabschlag mit den gleichen Fettspuren rechts an den Schaufeln, bei beiden Abschlägen.

Bei Bayern Mühlradstempeln hat man am Originalbeleg auch immer die Möglichkeit rückseitig nach Stempelspuren zu schauen. Die Mühlradstempel haben in der Regel tiefe Spuren im Papier hinterlassen.

Was bei solchen Frankaturen auch immer beachtet werden kann, nur als zusätzliche Information, in Augsburg gab des 7 Typen des oMR. Nicht jeder kommt regelmäßig auf den hohen Frankaturen vor.

Nachfolgend, nur als kleine Auflockerung, eine 28 Kr. Frankatur

http://stampsx.com/ratgeber/stempel/jpg_mf/mf_130-1261026.jpg