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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorausentwertungen



TripleST
26.04.2004, 16:59
Hallo liebe Briefmarkenfreunde,

aus diversen Wühl-Kisten habe ich einiges an Briefmarken-Material erhalten, was wohl unter den Begriff Vorausentwertungen fällt (Belgien, Frankreich, Luxemburg und ganz besonders viel USA).

Das Gebiet scheint nicht uninteressant zu sein, werde mich vielleicht in Zukunft etwas näher damit beschäftigen und mir auch Literatur besorgen.

Nur mal eben für den Neu-Einstieg eines Dummies die Frage:

wie kontrolliert die Post eigentlich den Missbrauch, die Marken werden ja nicht mehr separat entwertet (deswegen ja die arbeitsschrittsparende, aufgedruckte Vorausentwertung) ???
Betrüger könnten doch auf die Idee kommen, die Marken einfach nochmal zu verwenden ???
Oder kann man Briefe mit diesen Marken nicht einfach in den nächsten Briefkasten schmeißen ?

Oder wie ??

Viele Grüße

TripleST (kommt von meiner genialen Triumph mit 3-Zylindermotor)

Kjell
27.04.2004, 09:55
Also in den USA und Canada (sowie anderen Ländern) war das früher durch den Aufdruck der Stadt und z. T. sogar eines Datums (Jahr und manchmal Monat) sicher gestellt. Die Marken konnten dann auch nur in dieser Stadt verwendet werden. Ansonsten sind vorausentwertete Sendungen wohl immer am Schalter abzugeben und nicht in den Briefkasten zu werden.

Wie das bei den lange im Umlauf befindlichen landesweiten Ausgaben z. B. in Frankreich gehandhabt wird, interessiert mich allerdings auch. Ich könnte mir vorstellen, dass man die nicht einfach beim Postamt A kaufen und dann beim Postamt B einliefern kann. Frankreich verkauft übrigens nur ganze 100er Bogen der vorausentwerteten Marken. Da es sich ja um Massensendungen handeln muss, ist das kein großes Problem.

CU
Kjell

Bill
27.04.2004, 16:05
Frankreich verkauft übrigens nur ganze 100er Bogen der vorausentwerteten Marken.


Beim Service Philatélique sind die Marken auch einzeln erhältlich. Mit der Euro-Einführung ist der einst vier Werte umfassende Standardsatz auf zwei Werte reduziert worden. Das Tarifspektrum gleicht dem unserer Info-Briefe, die auch nur am Schalter aufgegeben werden können.

In Frankreich ist übrigens jede Marke einzeln erhältlich, woran sich die deutsche Versandstelle ein Beispiel nehmen sollte.

Gruß: Bill

Kjell
27.04.2004, 18:31
@Bill:

Naja, ich meinte den normalen Postschalter, nicht die Versandstelle.

Kjell

deckelmouk
28.04.2004, 08:44
Luxemburg hat die Jahreszahlen aufgedruckt und von 1900 bis 1925 153 Marken herausgegeben. Ein schön übersichtliches Gebiet, nicht zu teuer aber mit Spezialisierungsmöglichkeiten ohne Ende (Stellung der Aufdrucke, doppelte Aufdrucke etc.).

Beste Sammlergrüsse!

Lars

argeve
04.07.2006, 19:06
Hallo Briefmarkensammler,

bin neu in Forum und möchte zu diesem Beitrag meinen Senf abgeben. Vorausentwertet Marken wurden in der Regel in allen Ländern, wie z.B. USA, Belgien, Frankreich, Kanada und Luxemburg in der Regel nur an bestimmte Personen bzw. Firmen in größeren Mengen abgegeben. Dazu wurde in der Regel auch entsprechen Vertrag zwischen Post und Firma gemacht. Die Sendungen mit vorausentwerteten Marken durften auch nicht in den Briefkasten an der Ecke eingeworfen werden, sondern mussten bei einem bestimmten Postamt eingeliefert werden. Briefsendungen mit vorausentwerteten Marken aus dem Briefkasten hätten dann mit Nachgebühr belegt werden müssen.

Vorausentwertete Marken gibt es Heute nur noch in USA und Frankreich. In USA gibt es immer noch zwei verschiedene Ausgaben. Die sogenannte „Bureaus“ und die „Locals“. Die Bureaus mussten bis in den 60ziger Jahren bei Bogenmarken mit 500.000 und die Rollenmarkenmarken mit 250.000 Stück bestellt werden. Diese wurden dann vom „Bureau of Engraving and Printing“ (Staatsdruckerei) mit dem entsprechenden Orts- und Staatsnamen bedruckt und an den Versender der Massensendungen abgegeben. In den letzten Jahren könne diese auch über die entsprechenden Neuheitenbezugsstellen einzeln gekauft werden. So wie dies in Frankreich seit einiger Zeit auch möglich ist. Z.Zt. gibt es 9.665 verschiedene Marken, bzw. Aufdrucke.

Für kleinere Aussendungen konnten auch Marken mit ähnlichen Stempeln von localen Druckereien aufgedruckt oder von der Post mit Handstempeln (8 bis 25 Marken konnte damit gleichzeitig entwertet werden) entwertet werden. Hier liegt die Zahl der bekannten Stempel oder Aufdrucke bei ca. 42.000 Stück. Wollte man alle erreichbaren Stempel und Aufdrucke auf allen verwendeten Marken sammeln, käme man leicht bei mehreren Millionen an.

Weitere Informationen, Handbücher und Kataloge zu Vorausentwertungen aller Länder gibt es bei der ARGE Vorausentwertung im BDPh. Kontakt unter www.arge-ve.de.

Mit schönen Grüßen

argeve

Gerhardmartin
06.09.2009, 23:44
Hallo,
finde das Thema grundsätzlich spannend und behalte jegliche Vorausentwertung der entsprechenden Gebiete schomn länger zusätzlich.
Vor ca. 15 Jahren kam ich in den Besitz eines belgischen "Speziale Katalogus" von 1990 der zumindest die offiziel, von Postseite verausgabten Vorausent-wertungen aufführt und auch bepreist. Weitere, wohl viel mehr, gibt es von den diversen Kommunal-Verwaltungen, die diese wohl mit Stempelmaschine, en gros kaufen konnten und entsprechend bedarfsweise benutzen. Diese sind dem Katalog zu zahlreich. Bewertungen daher ???. Neues zu erfahren, oder auch vielleicht auch entsprechend zu tauschen fände ich prima.

argeve
07.09.2009, 09:37
Hallo,
Neues zu erfahren, oder auch vielleicht auch entsprechend zu tauschen fände ich prima.

Hallo,
das Gebiet der belgischen Vorausentwertungen (VE) ist mit Sicherheit spannend und man kann auch heute noch nicht bekannte entdecken.
Allerdings teilt man die VE in zwei kategorien. 1. Die "Typos" (1906 - 1996), wie sie in dem Katalog aufgeführt sind den Du hast. Bei den aktuellen Offiziellen Belgischen Katalog sind diese nur noch ab 1938 aufgeführt. Diese aufgeführten Marken wurden von der belgischen Post überdruckt und haben in der Regel einen sehr sauberen Aufdruck. Unten drei Beispiele.

2. Marken die mit einem speziellen Handrollstempel entwertet wurden (1894 - 1938). Diese sind wie gesagt gestempelt von den örtlichen Postämtern. Deshalb sind diese Stempel in der Regel natürlich nicht so klar wie die Typos. Auch hier zwei Beispiele.

Es gibt für beide Arten zwischenzeitlich Kataloge und Handbücher. Die Typos ab 1938 stehen in jeden Offiziellen belgischen Katalog. Dazu gibt es einen speziellen Katalog in dem nur die belgischen VE aufgeführt sind (Catalog Officiel des Timbres Préoblitéré de Belgique" in französich und Niederländisch) von 1997, der allerdings ausverkauft ist.

Für alle Aufdrucke und Stempel bis 1938 gibt es neuerdings einen von privater Seite erstellten Katalog (fast wie eine Preisliste) von 2009. Dieser ist in Belgien für 15,00 € plus Porto zu bekommen. Solltest Du Dich dafür interessieren, könnte ich Dir diesen beschaffen.

Wenn Du Dich aber für alle Vorausentwertungen interessierst, wäre vielleicht die Arge Vorausentwertungen für Dich etwas. Kontakt unter den Arbeitsgemeinschaften oder unter www.arge-ve.de

Gruß argeve

baphomet2
07.09.2009, 16:21
Vielleicht nicht ganz zum Thema passend, aber zumindest Belgien :-) Gibt es auch einen Katalog, der die verschiedenen "-10-Prozent"-Aufdrucke auflistet. Habe da einige und würde sie gerne den Städten zuordnen.

Gruß
Manuel

intellisammler
07.09.2009, 21:18
Vielleicht nicht ganz zum Thema passend, aber zumindest Belgien :-) Gibt es auch einen Katalog, der die verschiedenen "-10-Prozent"-Aufdrucke auflistet. Habe da einige und würde sie gerne den Städten zuordnen.

Gruß
Manuel

Hallo Baphomet2,

hier in diesem Thema wurde ein Katalog genannt.

http://www.bdph.de/forum/showthread.php?t=1022

Intellisammler

DiDi
07.09.2009, 21:27
Mein Beitrag vom 21.05.09
---------------------------------------------------------------------------damals an

@ intellisammler

Wie versprochen:

Die Marken sind im MICHEL (Band 3, Nord-Nordwesteuropa 2002/2003, Seite52 zu finden.
Im Catalogue Officiel de Timbres-Poste BELGIQUE, Ausgabe 1996, Seite 58 ist dann Genaueres vermerkt:


Sog. Van-Acker-Ausgabe:
(van Acker war belgischer Ministerpräsident zu dieser Zeit.

Dokumentiert die Herabsetzung verschiedener Portosätze um –10%
Durch eine Verfügung vom 16.5.1946, Dienstanweisung Nr. 20,
die bestimmte, dass die Uberdruckmarken ab „nächsten Montag“ (20.5.1946) Gültigkeit besaßen.

Es wurden auf 16 verschiedenen Marken Überdrucke verschiedener Art und Form angebracht, die jedoch die Abmessungen 15 x 10 mm nicht überschreiten durften.

Diese Provisorien wurden mit Geräten fabriziert die in privaten Werkstätten hergestellt wurden und sowohl aus Gummi wie auch aus Stahl waren.

Es bestehen etwa 550 verschiedene Überdrucke (Überstempelungen)
und auch viele Fälschungen oder Phantasieprodukte.

Dazu gibt es einen speziellen Katalog von René Berlingin & Lejeune.

Freundliche Grüße

DiDi