Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dresden-Dreier
In jüngerer Zeit wird bei ebay regelmäßig - interessanterweise unter AD-Sachsen - die dem Sachsendreier nachempfundene Marke der Hansa-Stadtpost als "Dresden-Dreier" angeboten.
Aktuell ist ein Eckrandstück mit über 100€ beboten.
Diese Marke wurde - ebenso wie ihr Vorbild - in 20er Bogen gedruckt, die regelmäßig auf Auktionen angeboten werden und ca. 200 € erzielen.
Ein Freund meines Großvaters besaß weit über 100 solche Bogen. Vor Jahrzehnten durfte ich mir einige davon heraussuchen. Sie ließen sich in vier Papiersorten untergliedern:
dick ohne Wasserzeichen, dünn ohne Wasserzeichen, dünn mit Wasserzeichen, gestreiftes Papier mittlerer Stärke
Später erzählte mir ein Spezialsammler der Privatpost, daß von den Originaldruckplatten dieser Marke nachträgliche Abzüge hergestellt worden seien.
Angesichts der Menge, die ich bei einem Sammler selbst gesehen habe, liegt die Vermutung nahe, daß zumindest ein Teil davon zu diesen "nachträglichen Abzügen" zu rechnen ist.
Mich würde interessieren, ob jemand dazu Genaueres sagen kann.
Altsax
helgophil
14.09.2008, 11:32
@Altsax
Hier 'mein' Dresdner-Dreier.
In Druckfarbe und Papier ähnelt er den Original-Sachsendreiern (01a) sehr.
Ich habe die Marke mal als echten 'Dresdner-Dreier' beim m.E. besten EBAY-Anbieter für Altdeutschland, 'zahadi' gekauft.
Bei Sachsen würden mich die Farben 12, 14,15,18,19 sehr interessieren.
Da schaue ich noch nicht so richtig durch ...
AD-Grüße
helgophil
Hallo Altsax,
die Original des Hansa Dreiers sind sämtlich auf gelblichweißem Leinenpapier mit dem einmal über mehrere Marken im Bogen verteilten WZ POENSGEN & HEYER / HAND-LINIEN vorkommt. Im Handbuch von Meyer zu Eissen steht folgender Hinweis: "Nachdrucke: Vom Bogen 124 exisitieren außer auf Leinenpapier weitere Papiersorten, die neben den von Ettlinger hersgestellten Nachdrucken (auch "Probedrucke" genannt), auf weitere Nutzung des Drucksteins durch geschäftlich interessierte Personen schließen lassen. Es wird Zurückhaltung bei Preisforderungen von mehr als 10% des Originals empfohlen."
(Meyer zu Eissen verwendet eine andere Nummerierung als der Michel. Seine 124 ist die MiNr. 114).
Der Michel-Privatpostmarkenkatalog 1 verweist auf ausführliche Abhandlungen zu dieser Ausgabe in den Michel-Rundschauen 12/86, 1 ud 3 / 87 sowie 5/89.
Preise der 114
114 a braunrot 15/150/500
114 b mattrot 12/125/500
114I (Plattenfehler Punkt nach Pfennige) 25/200/600
Marken mit WZ 50% höher.
Meyer zu Eissing wertet die Gefällligkeitsentwertungen vom 31.03.1900 mit einer Reduktion von 50%. Außerdem verweist er darauf, dass die meisten der auf Briefe vorkommenden Marken aus März 1900 stammen. Das früheste bekannte Stempeldatum ist der 19.10.1899. Die Empfangsadressen G. Schröder, Wintergartenstr. 5 und A. Böhme sind philatelistischen Ursprungs.
Soviel dazu auf die Schnelle.
Hier 'mein' Dresdner-Dreier.
In Druckfarbe und Papier ähnelt er den Original-Sachsendreiern (01a) sehr.
@helgophil
Bei Deinem Stück dürfte es sich um einen späten Abzug handeln, weil der Druck (Lithographie) bereits sehr verwischt wirkt.
Ich habe noch keine derartige Marke gesehen, deren Papier auch nur annähernd dem des Sachsendreiers gleicht.
Die Druckfarbe kenne ich bei der Privatpostmarke nur mehr oder weniger glänzend. Die des Sachsendreiers ist immer matt.
Beste Grüße
Altsax
Hallo Mavrud,
vielen Dank für die ausführliche Information.
Gibt es eindeutige Merkmale für die Nachdrucke (Fälschungen oder was auch immer?)? Das Wasserzeichen - wenn es denn ein Echtheitsmerkmal ist - trifft ja nicht jede Marke des Bogens.
Beste Grüße
Altsax
Hallo Altsax
Original oder Nachdruck dürften sich am ehesten am Papier unterscheiden lassen. Mehr dazu ist in den MiR-Artikel zu finden, wenn ich mich recht erinnere. Ich hab die irgendwo. Aber wo???
Gruß
mavrud
wie leicht kann man diese altdeutschen Marken eigentl. Fälschen?
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