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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mauritius Post Office 1d rot



bayern klassisch
05.09.2008, 09:03
Weil es in der Zeitschrift Philatelie breiten Raum einnahm, die Geschichte dieser in Laienkreisen bekanntesten Briefmarken der Welt aufzuzeigen, hat mich etwas gewundert, dass die Herausstellung des dort gezeigten breitrandigen Exemplars der 1d rot etwas vermissen ließ, was meiner Ansicht nach unbedingt hätte gewürdigt werden müssen:

Die Marke, das zeigt ja auch das Attest des japanischen Prüfers und Kenners, war mit einem Federkreuz entwertet worden, welches man später chemisch entfernte.

Die Tatsache, dass der "Künstler" Zieme die Marke in der Taunusklinik wieder visuell auf Vordermann brachte, sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass es eine verfälschte Marke ist und bleibt, da die Entfernung einer postalischen Entwertung immer eine Verfälschung darstellt.

Die Motivation liegt ja auch, dies geht aus dem Artikel eindeutig hervor, darin begründet, dass eine 1d rot ungebraucht wesentlich seltener ist, als eine gebrauchte, wobei auch diese schon sehr selten sind und entsprechende Preise nach sich ziehen.

Ich denke, dass in dem Artikel deutlich hätte gesagt werden sollen, um was es sich tatsächlich bei dem Stück handelt, denn eine Bagatelle ist die Manipulation von Briefmarken nicht, schon gar nicht in dieser Preisregion.

Beste Grüsse von bayern klassisch

Wanderer
16.10.2008, 22:40
Die 1847er Marken 1 & 2 sind doch reine Museumsstücke, die für "normale" Sammler nicht zu haben sind - also ist das ein typischer akademischer Profilierungs-Aufsatz ohne echten Nutzen für den Otto-Normaaaaal-Sammler.

Bitte nicht aufregen - ist nicht persönlich gegen dich gemeint, sondern gegen das Highlight, das wir getürkt oder ungetürkt niemals nimmer nicht in die Finger kriegen....

bayern klassisch
17.10.2008, 07:31
Hallo Wanderer,

ich nehme nichts persönlich, keine Bange.

Aber ich kann das, was du hier schreibst, weder so stehen, noch unkommentiert lassen.

Wenn nicht an einer Marke, die auch Opa Hoppenstedt kennt, woran dann sollte man in der Öffentlichkeit aufklären, dass Manipulationen als solche klar und eindeutig zu benennen sind? Haltst du das Beispiel mit einer radierten 20 Pfg. Heinemann für geeigneter?

Gerade der von dir beschworene Normalsammler hat doch in der Vergangenheit (und leider wohl immer noch) die "günstigen" Marken und Briefe mit entfernten Entwertungen, seien es Federzüge oder andere, gekauft und durfte selbst, oder seine Erben, böse aufgewacht sein, als ein Wiederverkauf angesagt war.

Zur Kommentierung eigen sich daher auch oder gerade Marken, die wir niemals in die Hände bekommen werden - Parteilichkeit und finanzielles Eigeninteresse ist dadurch nämlich nicht gegeben.

Gruß von bayern klassisch

Wanderer
17.10.2008, 08:10
Moin und Danke für die Antwort.

Also Manipulationen sind schrecklich, da stimme ich Dir zu Hundert Prozent zu - nicht daß da ein schräges Licht gesetzt wird.

Wanderer
17.10.2008, 08:16
Moin zum Zweiten, vielleicht kannst Du einen bebilderten Beitrag aus Deinem Sammelgebiet starten oder hier anhängen zu manipulierten Marken, die Otto Normaaaaal in die Finger kriegt.

Bin mir sicher, da schaue ich und auch andere Leser in meine bzw. Ihre Alben gezielter rein - die ominöse Mauritius - wer kann da mithalten?

MLG Jochen

bayern klassisch
17.10.2008, 08:57
Hallo Wanderer,

gerne würde ich deinem Wunsch entsprechen und einen hierfür geeigneten Beleg oder Marke einstellen, doch habe ich dergleichen nicht in meinen Sammlungen und Stücke aus Auktionskatalogen unterliegen dem jeweiligen Copyright.

Vielleicht können andere in die Bresche springen und aus ihrem Fundus der Manipulationen, wie z. B. entfernte Federzüge, abgeschwächte oder nachgemalte Stempel usw. das ein oder andere Stück hier zeigen.

Beste Grüsse von bayern klassisch

petzlaff
17.10.2008, 10:23
Mit Verlaub schließe ich mich Wanderers Meinung an.

Ich gebe zu Bedenken, dass das Hobby Philatelie mehr und mehr das Interesse der Öffentlichkeit verliert, und die deswegen immer weniger profitablen Fachzeitschriften mit Artikeln wie dem zitierten eine schöne Welt herbeizuzaubern versuchen.

Ist natürlich völlig daneben - denn: wer liest denn philatelistische Fachzeitschriften? Mit Sicherheit nicht der kleine begeisterungsfähige Junge, dem man vor 50 Jahren noch das Märchen von der "Aktie des kleinen Mannes" auftischen konnte um sein eigenes philatelistisches Ego zu rechtfertigen.

Ergo: auch die Philatelie muss endlich die alten Zöpfe abschneiden und mit der Zeit gehen. Nur so und nicht anders ist dieses wundervolle Hobby zu retten.

Kontrollratjunkie
17.10.2008, 11:17
In dieser interessanten Diskussion erlaube ich mir auf die unbedingte Notwendigkeit der ehrlichen Berichterstattung in der Philatelie hinzuweisen. Wenn schon das Argument der richtigen Öffentlichkeitsarbeit völlig zu Recht gebracht wird, sollte doch auch auf die Ehrlichkeit beim Umgang mit der Materie geachtet werden.
Und dazu zählt auch, eine Manipulation korrekt darzustellen. Auch wenn es sich bei den betroffenen Stücken und die Kronjuwelen der Internationalen Philatelie handelt.
Die besagte Post Office wird dabei nicht einen Cent an Wert verlieren, denn die Reputation und Seltenheit ist derartig hoch, daß die Werthaltigkeit dadurch nicht leidet.

Aber für die öffentliche Darstellung der Philatelie und der Ehrlichkeit in der Sache wäre es wichtig gewesen, eine korrekte Zustandbeschreibung abzugeben.
Zumal der japanische Experte Kasai diesen Zustand schon Anfang der Siebziger Jahre schriftlich fixiert hat.
Ehrlich gesagt hätte ich mir eine korrekte Zustandsbeschreibubng auch von dem anbietenden Auktionshaus gewünscht.

Just my two cents
KJ