Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : USA - Semiklassik
petzlaff
02.09.2008, 14:18
Leider sind die gängigen Kataloge recht ungenau und wenig brauchbar zur Klassifizierung dieser spannenden USA-Marken.
Ich beginne einfach mal mit einer Serie über die semiklassischen USA-Dauermarken des "Bureau of Engraving and Printing", kurz BEP oder auch "Bureau"s genannt.
1894 übernahm das Bureau die Briefmarkenproduktion des USPS von der "American Bank Note Co.". Die kleinformatigen Motive wurden beibehalten. Lediglich die oberen Ecken wurden um dezent ornamentale Dreiecke ergänzt. Seitdem tragen die ersten Ausgaben der BEP unter Sammlern die Bezeichnung "Triangles".
Völlig unüblich für die damalige Zeit waren die Farben der BEP-Serien sehr konstant, obwohl die Kataloge sich heutzutage in den Farbbezeichnungen geradezu überschlagen, ohne preislich zu differenzieren.
Mein philatelistisches Augenmerk gilt seit jeher den unterschiedlichen Farbtönungen, und ich möchte hier an dieser Stelle in loser Folge ein Gefühl für die Vielfalt der Ausgaben wecken.
Zur Einstimmung: es gibt drei unterschiedliche Serien der ersten BEP-Marken:
1894) ohne Wasserzeichen - traditionelle Farben
1895) mit Wasserzeichen "USPS" doppellinig - traditionelle Farben
1898) mit Wasserzeichen "USPS" doppellinig - Weltpostvereinsfarben
Die 1895er Ausgabe war nur sehr kurz in Verwendung und ist eher als Variante der 1894er Auflage zu betrachten, da mehrere Werte beider Auflagen zeitgleich ausgegeben wurden und auch von denselben Platten mit denselben Farben gedruckt wurden. Die relative Seltenheit der 1895er Auflage wird in den Katalogen sträflich unterschätzt.
Der niedrigste Wert der Serie zu 1 Cent ist neben dem 2 Cent Wert einer der interessantesten, da er als einer von ganz wenigen offiziell in 3 verschiedenen Farben gedruckt wurde:
a) blau (von hell- bis schwarzblau - im Katalog auch als indigo bezeichnet)
b) ultramarin (von matt- bis dunkelultramarin), gelegentlich mit hohem Grauanteil, was den Michel veranlasst "grauultramarin" als Farbtönung zu benennen - in Wirklichkeit sind "mattultramarin" und "grauultramarin" identisch, bestenfalls mit minimal unterschiedlichen Sättigungsgraden.
c) grün (mit mehr oder weniger ausgeprägtem Gelbanteil). Das Ultramarin ist übrigens eher stark purpurlastig - sic! - soweit zu den Katalogen.
Wie bereits gesagt, sind die geläufigen Farbangaben und ihre Assoziationen z.B. im Michel Farbführer nahezu unbrauchbar. Deswegen beginne ich hier einfach einmal mit den Farbpaletten der 1 Cent und werde mit den anderen Wertstufen fortsetzen.
In der ersten Reihe die Blautöne von hell bis dunkel, in der zweiten Reihe die Ultramarintöne von matt bis "dunkel", in der dritten Reihe grün und "gelblichgrün".
Am häufigsten sind übrigens reines "blau" und "grün" - relativ selten ist "dunkelblau" und "mattultramarin".
Die amerikanischen Auktionslisten verzichten oft völlig zu Unrecht auf die Differenzierung zwischen "blau" und "ultramarin", handelt es sich doch um zwei unterschiedliche Auflagen mit getrennten Ausgabedaten:
blau - erste nachgewiesene Verwendung 18.10.1894
ultramarin - erste nachgewiesene Verwendung 11.11.1894
Die Farbe "blau" wurde 1895 mit der Wasserzeichenausgabe erneut aufgelegt. Die Hintergründe der Farbänderung sind unbekannt.
Last but not least - einen herzlichen Dank @Jochen Wanderer, der mich nachhaltig inspiriert hat, diesen Thread aufzusetzen (in der Hoffnung, dass der Thread lange leben möge und viele Interessenten findet). Jeder interessierte Leser ist nachdrücklich aufgefordert, sich aktiv einzubringen.
Braunbear
02.09.2008, 16:48
Hallo Petzlaff, ich freue mich dass du dieses Thema gestartet hast. Ich interessiere mich auch sehr für diese 1894-98er Serie. Toll dass du die Farben besser vorstellst. Ich selber habe einen großen Haufen von diesen Marken und die Farbzuordnung war für mich jedesmal der Horror.;)
Ich wollte ein Bild von meinen Dubletten der 1c Blaue Farbe einstellen, aber das Bild ist leider zu groß zum Anzeigen. Ich habe daher einen externen Bilderdienst genommen wenn dies erlaubt ist. Ich glaube dies sind alles Varianten der A-Farbe.
http://666kb.com/i/b1rqnryq380kzx0pw.jpg
petzlaff
02.09.2008, 18:44
Danke, Bärenfreund
alles "blaue". Hast du mal nach den Wasserzeichen geschaut?
Das ist eine schöne Farbpalette mit super Tönungen - ganz beonders die Nummer 1 ist etwas Besonderes (Originalgummi ?). Toll sind auch die Nummern 5 und 7 in der zweiten Reihe :-))
Weisst du, woher die ziemlich identischen Killer Mitte der ersten Reihe und darunter herkommen. Da würde ich dir gern einen von abnehmen, wenn du ihn ent"bär"en kannst.
Aber ich sehe mit Freude, dass du Spass an der USA-Klassik hast. Ich freue mich auf viele schöne Diskussionen an dieser Stelle.
Braunbear
02.09.2008, 19:45
Danke, Bärenfreund
alles "blaue". Hast du mal nach den Wasserzeichen geschaut?
Leider habe ich die Marken noch nicht nach Wasserzeichen untersucht!:o
Das ist eine schöne Farbpalette mit super Tönungen - ganz beonders die Nummer 1 ist etwas Besonderes (Originalgummi ?).
Diese Marke hat noch ein paar Reste vom Originalgummi, daher ist die Marke nicht mehr ganz Postfrisch da die schon irgendwo geklebt war.
Weisst du, woher die ziemlich identischen Killer Mitte der ersten Reihe und darunter herkommen. Da würde ich dir gern einen von abnehmen, wenn du ihn ent"bär"en kannst.
Ich weiss noch nicht woher diese "Killerstempel" kommen. Gerne kann ich dir einen davon geben. Such dir einen aus!;)
Grüße Brauni
Wanderer
03.09.2008, 11:47
Lieber Stefan, danke Dir für die Präsentation der ersten 1c Marken Franklin aus der Triangel Serie.
Ich habe da zunächst die beiden klassischen Franklin Farben ultramarin und blau als Einzelbilder vorzustellen und im Laufe des Abends habe ich einen Tütenposten nach Wasserzeichen gesichtet.
Anzumerken ist für die 1894 Marken, Michel listet die gemeinsam als # 89 mit Subnummern ultramarin a und blau b auf, Scott hat für die regulären Ausgaben die Haupt-Nummern ultramarin 246 und 247 reserviert.
Die 1c Marke wurde auf Platten zu 400 Stück gedruckt. Das Papier hat kein Wasserzeichen, perforiert 12. In meinem Tütenposten sind zahlreiche Marken mit Falzresten, d.h. die Falzreste stören beim Analysieren - der Suche nach Wasserzeichen.
@ Braunbear - zunächst herzlich Willkommen im Forum :)
Die Wasserzeichen sind die drei Buchstaben USP (Beispielscan 1 Doppelmarke: S+P zentrisch), die sitzen aber nicht immer und unbedingt im Zentrum der Marke(n), d.h. da sind teilweise nur Buchstabenreste oben, unten, rechts oder links zu finden (Beispielscan 2 Einzelmarke: mit nach links unten verschobenen S)
Die früheste dokumentierte Verwendung liegt bei ultramarin im Scott am 17. Okt. 1894 und bei blau für 11. Nov. 1894. Bei der letzteren wird nach den Farben bright blue und dark blue unterschieden - was der Michel nicht macht.
Ich muß wie gesagt den Tütenposten erst nach Wz analysieren, dann kann ich meine Farbpalette präsentieren - bis dahin....> bitte Geduld.
Wanderer
03.09.2008, 23:02
Hallo @ all
Wie versprochen füge ich die Farbpalette der extrahierten Franklin Marken mit Wasserzeichen anno 1895 bei
Zwei hellblaue Marken in der obersten Reihe, darunter eine Reihe mit Mischtönen (nicht hell nicht dunkel) und dann ein scan mit einer Palette von dunkelblauen Franklin-Marken.
Die beiden Einzelmarken: 1x hellblau aus dem Jahre 1895 mit Wz und 1x ungebraucht ohne Gummi dunkelblau anno 1894 ohne Wz :)
petzlaff
04.09.2008, 11:47
Nr 1,2,3,5,6 auf der linken Karte fallen in die Kategorie "ultramarin".
Soweit mir bis heute bekannt ist, wurden die "ultramarin"-Farben von den BEP-Platten 2,18,24,29,33,35 gedruckt. Die "blauen" inkl. der "hellblauen" von 1895 stammen von Platte 24(?),29(?),33(?),35(?),98,101,102,177,178 (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Alles, was "grün" ist kommt von späteren Platten (>300). Hier ist meine Statistik noch nicht vollständig, weil für die 1c Marken auch relativ uninteressant.
Die von @Wanderer zitierten Mischtöne tendieren eher zu den frühen "ultramarin"- als den "blau"-Platten. Wahrscheinlich haben hier die Kataloghersteller seit jeher versucht, die Auflagen durch unterschiedliche Farbbezeichnungen voneinander abzugrenzen, was aus meiner Sicht absolut kontraproduktiv im Sinne einer wissenschaftlich forschenden Philatelie ist und bestenfalls den Katalognummersammler entgegenkommt.
Ebenso wie bei den vorausgegangenen ABN-Ausgaben (ohne Triangles) sind gut zentrierte sowie sauber gezähnte 1c Werte Mangelware.
Nachzutragen sind die Auflagen:
ultramarin ca. 500 Millionen (mit und ohne Wasserzeichen)
blau ca. 750 Millionen (mit und ohne Wasserzeichen)
grün ca. 17 Milliarden
...... also: nix besonderes :-)
Die Termini "bright blue" und "dark blue" treffen am besten die Michel-Farben "lebhaftblau" und "blau" - hier wird eindeutig mit der subjektiven Empfindung für die Farbsättigung innerhalb der Palette gespielt. Unserem "dunkelblau" entspricht am ehesten die amerikanische Bezeichnung (z.B. auch bei Siegel) "blue - intense color".
Ich verspreche: mein nächster Beitrag über das "Arbeitspferd" 2c wird viel spannender.
Wanderer
04.09.2008, 21:37
Moin moin @ all und Danke für das Ergänzen der Auflagen-Höhe
Der hohen Auflage(n) wegen handeln die SU-Amerikaner auch pragmatisch und unterscheiden die Farben katalogmäßig weiter nicht nach Subnummern - erwähnen nur textlich die Farbvarianten, gestempelt ist alles so ziemlich ein gemeinsamer <niedriger> Preis.
Was mich irritiert, ist das weder im Michel noch im Scott bei den USA Marken die phys. Abmessungen Breit x Höhe abgedruckt sind, meine Messungen ergeben im Durchschnitt ca. 22 x 25 mm - wegen der abgenutzten Zähne könnte das Maß auch geringfügig anders sein, da schwanke ich von 21,5 Breite bzw bis 26 mm Höhe, was meint ihr dazu?
Wünsche im Übrigen ein schönes Wochenende, kann erst nächste Woche wieder den nächsten Beitrag starten:)
@Wanderer
wegen der abgenutzten Zähne könnte das Maß auch geringfügig anders sein
Sind solche Feinunterscheidungen bei derartigen Auflagehöhen überhaupt relevant? Wieviele Druckstöcke sind verbraucht worden, wieviele Teilauflagen mit mehr oder weniger ähnlichen/abweichenden Farben wurden gedruckt?
Aleks
petzlaff
05.09.2008, 08:05
Hallo @all,
Erst einmal ein herzliches "thanx" für die rege Resonanz auf diesen Thread.
Wir müssen hier, wie ich an anderer Stelle schon ausgeführt habe, zwischen offiziell angeordneten Farben und Nuancen unterscheiden. Bei den offiziellen Farben spielen die Nuancen für den Normalsammler m.E. sicherlich keine Rolle, wohl aber die unterschiedlichen Farben. Das ist völlig unabhängig von der Auflagenhöhe. Im Gegenteil, gerade die hochauflagigen Dauermarken (nicht nur in USA) haben ihren ganz besonderen Reiz, weil man sich hier für wenig Geld ganz prima spezialisieren kann. Andererseits: auch die blauen Franklins sind in Top-Zustand (Zentrierung, Zähnung, etc.) kaum unter 20$ (gebraucht) bzw. 200$ (postfrisch) zu bekommen.
Die offiziellen Farben, in diesem Fall ultramarin, blau und grün lassen sich sehr wohl den einzelnen Druckplatten zuordnen. Einige farbliche (extrem teuere) Ausreisser wie "indigo" oder "mattultramarin" ebenfalls. "Indigo" kommt z.B. ausschliesslich von Platte 98, "mattultramarin" ausschliesslich von den Platten 18 und 24.
Dasselbe gilt für die anderen Werte der BEP-Serien, wobei die hohen Werte von nur ganz wenigen Platten gedruckt wurden und die Plattenabnutzungen z.T. durch nachvollziehbare Farbänderungen (6c, 8c) kaschiert wurden um die Produktionskosten zu sparen.
Das ist ein unglaublich spannendes Forschungsfeld. Leider wird es hier an dieser Stelle belächelt, während ähnliches in heimischen Sammlergefilden gepflegt wird bis zum "geht nicht mehr" - s. DR-Ausgaben aus demselben Zeitraum. Ich denke, hier sollte schon das gleiche Maß angelegt werden.
@Jochen, @Aleks: Die Formatunterschiede sind wie bei allen frühen Tiefdrucken auf die Schrumpfung des angefeuchteten Papiers während des Trocknungsvorgangs nach dem erfolgten Druck zurückzuführen. Die Zähnung wurde in unterschiedlichen Verfahren entweder bogenweise oder zeilenweise angebracht, wobei die vertikale und die horizontale Zähnung nacheinander ausgeführt wurde. Die sich daraus ergebenden Differenzen sind philatelistsich zu vernachlässigen, es sei denn, sie überschreiten die statistische Streuung um ein "interessantes" Vielfaches.
Teilgezähnte Marken stammen von den Schalterbogenrändern und sind rein statistisch gesehen wesentlich seltener als allseitig gezähnte Marken (sträfliche Ignoranz der Kataloge und der Sammlerschaft). Das ist eine reine Rechenaufgabe: in einem 100er Schalterbogen gibt es 1 zweiseitig und 18 einseitig ungezähnte Marken vs. 81 vollständig gezähnten. Im Sammelgebiet USA entspricht leider unserem seit den 70er Jahren populären "Gummiwahn" der "Zähnungswahn". Dort werden die seltenen Teilgezähnten als minderwertig betrachtet.
Leider suggerieren alle Kataloge diese sachlich völlig ungerechtfertigte Borniertheit in Bezug auf Farben und Zähnungen und generieren daraus teils horrende Preise für "perfekte Stücke", die statistisch gesehen leider wirklich nur Massenware sind, während "minderwertige", wesentlich seltenere Exemplare auf dem Markt verschenkt werden.
Was für eine verrückte Welt :-(
petzlaff
05.09.2008, 16:30
Hier ein Beispiel für die früheste BEP-Platte 2 der 1c Franklin in ultramarin (Die Abbildung der Marke stammt aus der Siegel-Datenbank):
petzlaff
06.09.2008, 12:20
Während seit dem 1.10.1883 noch getrennte Portostufen für Orts- und Fernverkehr (1 bzw. 2 Cent pro Unze) galten, wurde zum 1.10.1896 ein einheitliches Porto von 2 Cent pro Unze eingeführt, welches mit einer kurzen Unterbrechung (2.11.1917 bis 30.6.1919 – hier kostete eine Unze 3 Cent) bis zum 5.7.1932 unverändert beibehalten wurde.
Der 2 Cent Wert deckte also fast ein halbes Jahrhundert das Porto für Standardbriefe, war also salopp gesprochen das „Arbeitspferd“ des USPS. Während der Triangle-Zeit wurden knapp 9 Milliarden Marken mit dem Bild George Washingtons durch die BEP gedruckt. Im Vergleich zum 1 Cent Wert mit dem Portrait Benjamin Franklins ist das eine erstaunlich niedrige Anzahl. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Franklin-Marken einerseits lange Zeit das Postkartenporto repräsentierten, andererseits häufig zwei 1 Cent Marken als 2 Cent Porto für Briefe verwendet wurde.
Die klassische Serieneinteilung 1894 (ohne WZ) – 1895 (mit WZ) – 1898 (UPU-Farben) entstammt der Kataloghistorie und ist in keiner Weise gerechtfertigt. Stattdessen sollte eine Katalogisierung nach Drucktypen erfolgen. Die meisten Werte der 2 Cent wurden innerhalb kürzester Zeit bedarfsgerecht gedruckt. Das hatte zur Folge, dass die Platten stärker abnutzten als die der anderen Werte der BEP-Serie und dementsprechend mehrfach erneuert werden mussten wobei sich die 4 verschiedenen bekannten Typen ausbildeten.
Die meisten Sammler kennen die drei Typen (I, II, III) der Ausführung der Dreiecke in den oberen Ecken (s. beigefügtes Bild). Diese finden sich alle in der 1894er und der 1895er Serie.
Die früheste Type I kommt von BEP-Platte 1 und findet sich bis Patte 125, wobei es noch mindestens einen Ausreißer gibt: z.B. Platte 144. Die erste Platte in Type II ist die 126, die früheste Type III die 138. Type II und Type III existieren gelegentlich gemeinsam auf einer Platte (z.B. 170).
Type II zeigt im S von "Cents" einen kleinen Farbpunkt, der auf den frühen Auflagen in Typ III vorhanden ist und später entfernt wurde. Frühauflagen in Type III mit Punkt in der 2 werden auch als Type IIIa referenziert. Type III ist vermutlich nichts anderes als eine Retusche der Type II.
Im November 1897 wurde (wahrscheinlich mit Platte 511) ein völlig neu gestochener Typ IV eingeführt, welcher heute innerhalb der Serie in Weltpostvereinsfarben katalogisiert ist, obwohl die Farbunterschiede zu den Vorgängern bis auf wenige Ausnahmen eher marginal sind. Type IV unterscheidet sich von Typ III durch zahlreiche Zeichnungsänderungen, deren markanteste auf dem beigefügten Vergleichscan hervorgehoben sind. Zu beachten ist, dass es Zwischentypen gibt - insbesondere Marken, die die Verstärkung der Schattierung auf dem Ärmel (rechts unten hervorgehoben) nicht zeigen.
Meine Katalogisierung sieht danach wie folgt aus:
a) Type I: ohne Wasserzeichen (1894)
b) Type I: mit Wasserzeichen (Anfang 1895)
b) Type II-III: ohne/mit Wasserzeichen (Mitte 1895)
c) Type IV: mit Wasserzeichen (1897)
Wanderer
07.09.2008, 00:53
Moin moin @ Aleks and @ all
Die Markenabmessungen Breite x Höhe sind für mich Basisdaten bei der Erfassung & Sortierkriterien sowohl bei der Untersuchung von Kiloware und wilden Sammlungen (erst Land, dann Nominale, dann Format zur Bildung von überschaubaren Untermengen) und Identifikation in meiner Datenbank zur maschinellen Sortierung. Bei größeren Stückzahlen der gleichen Nominale mit verschiedenen Design ist der strukturierte Aufbau von Ordnern und Subordnern sinnvoll. Wenn ich eine Marke vor mir liegen habe, kann ich am Bildschirm sehr schnell den Identifizierungs-Abgleich machen. Die Methode hat sich bei mir bewährt. Über kombinierte Access-Abfragen Land, Nominale und Format bilde ich auch in meiner Datenbank überschaubare Untermengen, die blitzschnell analysiert sind.
Anbei ein Scan meiner Datenbank-Maske zur Diskussion der aktuellen Triangel-Serie "BEP" und ein Scan zum Vergleich - ein Blick in die Ordnerstruktur der Festplatte. Innerhalb eines Ordners bildet die Jahreszahl eine maschinelle Sortierung und die Datensatznummer eine eindeutige Querreferenz
Wanderer
07.09.2008, 01:05
Moin Moin - hier habe ich in meinem Fundus eine Überdruckmarke vom 1898er Franklin - finde in erster Näherung keine Info darüber
@ Stefan oder Heinz - ist das eventuell eine Briefmarke, die zur Besteuerung umfunktioniert wurde? I.R. = Inter-Revenue?????? mit Handsignatur - schade daß die fleißigen Sammler unsere Altvorderen immer die Marken vom Trägermaterial abgelöst haben.
petzlaff
07.09.2008, 06:56
Hallo Jochen,
das ist ein offizieller Überdruck, der aus dem Original eine Steuermarke macht. I.R. bedeutet tatsächlich "Internal Revenue". Diesen Überdruck gibt es in 4 Varianten.
Katalogisiert ist diese Marke im Scott Spezial als Nummer R154 unter "Revenue Stamps". Ausgegeben wurde die Marke in 1898. Die Provisorien wurden noch im selben Jahr durch die bekannte "Battleship"-Serie im Querformat abgelöst.
Interessantes Stück - habe ich noch nie vorher gesehen. Wunderschön auch der Plattenfehler (?) im Aufdruck.
Vermutlich sind diese Überdrucke in den weiter oben zitierten Auflagenhöhen enthalten, wobei das sehr viele gewesen sein müssen, wenn man den Katalogpreis für diese Revenues (Scott 2000: 0,15 Cent) betrachtet. In USA werden Revenues sehr intensiv gesammelt, deswegen zieht das Argument "kaum Nachfrage" eher nicht.
Wanderer
07.09.2008, 23:07
Lieber Stefan, danke für Deine Hilfe :)
Weder im Michel noch im Scott sind Querverweise zu den umfunktionierten Franklins gegeben, jetzt wo Du es sagst bzw. schreibst, habe ich dies mit R154 Aufdruckvariante b im Scott zumindest gefunden und nachvollziehen können. Michel-# finde ich keine bei den Dienstmarken.
Dieser Teil des Scott Kataloges: "Documentary Stamps" ist besonders abstoßend, da kaum bebildert und ein wildes Umblättergesuche nach Design A87.
Es gibt im Scott zwei Überdruckvarianten a und b. Meine ist b, d.h. nach den schematischen Zeichnungen wie auch im angehängten scan (R154 ebay.com: 2,- US-$ Sofortkauf - der Anbieter hat sieben Stück!) ist der Buchstabe I. durchgehend - also ist dies auch gleichzeitig bei dem Muster von mir ein Plattenfehler oder Farbabplatzer, der nicht im Katalog Scott registriert ist.
Die Marke hebe ich mir als Referenzstück auf, habe leider keine Dubletten davon.
@ all - Kommt gut in die neue Woche .... c.u.
petzlaff
09.09.2008, 07:24
Michel-# finde ich keine bei den Dienstmarken.
Das ist auch völlig klar: es ist keine Dienstmarke die zur Frankatur von Amtes wegen diente, sondern eine Steuermarke. Steuermarken werden bei Michel nur dann gelistet, wenn zusätzlich zur normalen fiskalischen auch eine postalische Verwendung nachgewiesen werden kann. Die amerikanischen I.R.-Marken wurden offenbar niemals als Briefmarken benutzt.
Wanderer
09.09.2008, 09:14
Lieber Stefan, danke für die Erläuterung, das erklärt einiges in Bezug auf den Michel, der diesen Zusammenhang mit einer kleinen Notiz bei den 1898 Franklins einmal hätte festhalten können....
Wollte dich nicht lange mit der Steuer-Marke aufhalten - sorry wenn ich Deine Ausführungen unterbrochen habe, also lass uns die interessante Analyse der anderen Marken weitermachen - ich lerne gerne dazu & hoffe, dies gefällt auch den anderen Lesern (USA stamp collectors)
LG Jochen
petzlaff
09.09.2008, 10:23
Überhaupt nicht unspannend - es gibt ja auch hier im Forum begeisterte Sammler von Fiskalmarken.
Anbei als Kopie aus dem Scott die vier verschiedenen Typen des BEP-I.R. Überdrucks:
Wanderer
09.09.2008, 23:14
Hi Stefan, das sieht ja nach fleißig 6 IN VARIANTEN gedruckten Steuermarken aus. Wenn Sie das hier und jetzt wieder einführen, dann hätten wir neue Sammelgebiet - ein joke :)
Braunbear
12.09.2008, 11:47
Nachdem ich endlich meine Blauen nach Wasserzeichen durchsucht hatte, kamen am Ende gar keine Wasserzeichen zum Vorschein. Also müssten dies alle von 1894 stammen. Danach habe ich die Marken nach Farben sortiert und meine Augen sahen 5 verschiedene Farbreihen. Im Computer eingescannt sehen die Farben etwas anders aus. Ich habe es dennoch versucht diese so gut wie es geht darzustellen. Was ist eure Meinung dazu?
PS: Nur 100 kb für Bilder finde ich extrem Klein, da muss ich die Bilder ziemlich komprimieren und es sieht nicht so toll aus.
Wanderer
12.09.2008, 21:07
Lieber Braunbär, die zweite Reihe sieht mir auf dem Scan sehr gut nach hellblau bzw. ultramarin aus.
Mischfarben sortiere ich zur dunklen Seite der Markenausgabe hin.
Meinen Tütenposten blaue 1c Franklin 40-50 Stück habe ich nach Wasserzeichen durchgesehen und auch da im Zweifelsfall (Falzreste störten, bzw. Wasserzeichen nur am Rand bzw sonstwie nicht gut sichtbar persönlich lieber zu den billigen 1895ern sortiert.
Da "wanderte" der Rest also nach 1895 bis auf 2 Stück nach 1894, die reichen mir definitiv als Belegexemplar.
USA Marken aus diesem Zeitraum sind wahrscheinlich schon durch viele Hände gewandert und systematisch abgefischt worden. Vielleicht hast Du ja die Erbmasse des Fischers angetreten, dann hatte der die 1894er gebunkert.
Im Auktionshaus Veuskens http://www.veuskens.de/ in Hildesheim stehen wieder wunderschöne USA Klassik Einzel-Marken, Klassiksätze und Sammlungen zum Verkauf im Oktober an.
petzlaff
13.09.2008, 07:43
moin Braunbaer,
die von dir gewählte Ordnung deiner Farbpalette deckt sich fast 100%ig mit meinem Farbempfinden. Es gibt sicher eine Menge Menschen, die anders sortieren würden. Mir geht es auch oft so, dass ich meine, eine Farbe identifiziert zu haben, in Nachbarschaft zu anderen Marken erscheint dann die Farbe in einem "völlig neuen Licht". Genau das ist der Grund, warum sich auch die Kataloge so schwer tun, Farben objektiv zu benennen und die Bezeichnungen unterschiedlicher Katalogwerke oft nicht zur Deckung zu bringen sind. Selbst Farbführer sind i.A. unbrauchbar, da sie Farbbezeichnungen suggerieren, die sich das innere Auge ganz anders vorstellt - was Augenpaar A vielleicht als "blaugrün" wahrnimmt, sieht Augenpaar B möglicherweise nicht als Grün-, sondern als Blauton. C "kennt" die Farbe etwa als "Türkis", und der Besitzer eine Farbführers sieht "preußischblau". Farbempfindungen sind immer durch die subjektive Umwelt eines jeden Einzelnen diktiert. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass z.B. Südeuropäer, vermutlich sogar genetisch bedingt, ein anderes Farbempfinden als Nordeuropäer haben, da die umgebenden Lichtverhältnisse an der Nordsee andere sind als z.B. am Mittelmeer - sprich: der Bezugspunkt ist unterschiedlich. Ich habe einen Freund, welcher farbenblind ist, aber aufgrund der Grauwerte, die er erkennt, ziemlich genau Farben "sehen" kann. Sein Bezugspunkt ist "grau", wobei er sehr viel mehr Graunuancen wahrnimmt als wir "Farbsehenden". Letztere nutzt er, um effektiv Farben zu erkennen und richtig zu benennen.
Sehr markant ist für mich die Zeile 4, bei der ich einen deutlichen Grünstich erkenne, obwohl diese Marken alle in den Katalogen der "Blau-Fraktion" zugerechnet werden. Im Scott wird genau diese Variante als "bright blue", also "leuchtendblau" bezeichnet. Bei uns sagt man wohl eher "lebhaftblau" dazu. Warum eigentlich "lebaft"-<farbe> und nicht z.B., völlig fiktiv "satt"-<farbe>? Wieso nehmen sich die Katalogmacher heraus, pseudowissenschaftlich das menschliche Farbempfinden zu gängeln? Anderes Beispiel: ich kann mir sehr gut etwas unter "apfel"- oder "see"grün vorstellen und von den Farbführerfarben unterscheiden.
Zurück zur Serie. Im Laufe des Tages werde ich das scheinbar schwierige Kapitel der 2Cent Triangle-Farben aufschlagen. Dort wird das geschilderte Phänomen noch viel deutlicher als bei den blauen Franklins.
Zur Einstimmung eine der selteneren Farben ("carmine lake"! = lilakarmin?, rosakarmin?, magenta?, lilarot?, rötlichkarmin?) der 1894er-Ausgabe ohne Wasserzeichen, wegen der starken Karmintendenz vermutlich von BEP-Platte 20 auf Streifband nach Deutschland. Für mich eine der Ausgaben, die das Farbführer-Dilemma so deutlich wie kaum eine andere vor Augen führt.
petzlaff
14.09.2008, 09:56
moin zusammen,
hier jetzt wie versprochen die grundlegende Farbpalette für die BEP Triangles 2Cent Washington.
Die Kataloge überschlagen sich in der Vielfalt der Nuancen und verbreiten damit ein unglaublich umfangreiches, kurioses Sammelsurium von Phantasiefarben, das die Farbzuordnung der einzelnen Auflagen nahezu unmöglich macht, da es zu sehr an das subjektive Farbempfinden appeliert.
Andererseits werden fast alle vorkommenden Farben gleich bewertet, was nicht das effektive Vorkommen, sondern eher die Hilflosigkeit der Farbführer widerspiegelt.
Tatsache ist folgendes:
1) folgende Farben (nicht Töne) sind zu unterscheiden: rosa bis rot, lilarosa über karmin bis lilakarmin ("lake"), scharlach, orangerot
2) am seltensten sind extrem matte lilarosa- ("pink") und dunkle lilakarmin-Töne ("lake"). Diese stemmen von der ersten Platten aus 1894 und kommen ausschließlich mit Trangle Typ I vor.
3) Alle Hauptfarben haben zahlreiche Nuancen mit unterschiedlichen Rotanteilen, sowie eine breite Streuung von Sättigungsgraden. Dunkles Orangerot wird im Scott als "orange brown" bezeichnet.
4) Alle Farben, außer die unter 2) genannten kommen in allen Auflagen vor. Es ist ein Ammenmärchen, dass die Marken in Type IV (1897) durch die Farben zu unterscheiden sind. Allerdings ist für diese Auflage eine gewisse Tendenz zu hohen Rotanteilen vorhanden. Wahrscheinlich hat man die Spätauflagen genau deswegen zur Ausgabe in Weltpostvereinsfarben zugeordnet.
5) die 2Cent Marken der 1897er Ausgabe können nur sicher über die Zeichnung und niemals über die Farbe bestimmt werden.
Interessant ist, dass z.B. der Überseemichel von 1938 die UPU-Farben von 1897/98 unter den damaligen Nummern 132-137 nur für die Werte 1, 4, 5, 10 und 15 Cent katalogisiert und die 2 Cent außen vor lässt. Damals kannte man allerdings auch den Unterschied zwischen den Bildtypen III und IV noch nicht. Das hat aber nichts mit den Farben zu tun.
Schönen Sonntag und viel Spaß beim Durchforsten der Bestände.
Wanderer
14.09.2008, 19:53
Lieber Stefan, da hast du ein farbiges Meisterwerk der online Gemeinde zur Verfügung gestellt! Ich danke Dir für die spendierte Zeit und sorgfältige Recherche!:)
Mit LG
Jochen
Braunbear
17.09.2008, 17:07
OK, das ist ziemlich viel Information fürs Erste. Da musste ich gut aufpassen beim Lesen. Ich verwende hier mal die englischen Farbnamen, da komme ich im Moment besser zurecht als die Eindeutschung. Soweit wie ich verstanden habe existieren folgende 2c Arten:
1894, ohne Wasserzeichen
Typ I Nr. 248 pink, 249 carmin lake, 250 carmine
Typ II Nr. 251 carmine
Typ III Nr. 252 carmine
1895, mit Wasserzeichen USPS
Typ I Nr. 265 carmine
Typ II Nr. 266 carmine
Typ III Nr. 267 carmine
1897, mit Wasserzeichen USPS
Typ IV Nr. 279 red
Alle Typen haben div. Unterfarben (hell, dunkel, satte Farben) die ich hier aber nicht erwähne.
Ich habe hier 2 Steckkarten von der Typ III 1894 ohne Wz. und 1985 mit Wz.
Diese habe ich versucht nach den Farben zu ordnen. War garnicht so einfach aber ich denke das müsste so stimmen.
Grüße Brauni
petzlaff
17.09.2008, 18:51
Howdy Brownie,
schön, dass du uns mit deiner Farbpalette die Unzulänglichkeit von Farbbezeichnungen (und das ogar polyglott) vor Augen führst.
Am problematischsten sind tatsächlich, wie bereits vorher ausgeführt, die rosa und die rot-Töne. "pink" (z.B. aus dem Stanley-Gibbons Farbführer)entspricht unserem Michel-rosa und "rose" userem mattlilarosa.
Die "pink"s gibt es nur von den frühen Platten (mir bekannt sind 5,16,19,20,22,25, wobei 25 schon eher ins gesättigte "lilarosa" tendiert).
Dieselben Platten wurden auch für die Farbe "carmine lake" benutzt und kommen NUR in Typ I vor. In Type III gibt es auch matte karmin-Töne, die aber eher als "rose" und nicht als "pink" zu bezeichnen sind. Die früheste mir bekannte Platte ist BEP 319.
Über die Farben scharlach, scarlet, vermillion, orangerot demnächst mehr - das ist ein eigenes Kapitel. Vorab nur ein Eindruck aus der ersten flüchtigen Begutachtung deiner Karte: in der unteren Reihe scheinen sich mir einige Type IV eingeschlichen zu haben. Schau dir noch einmal genau folgendes an:
1) Punktlinien im Ohrläppchen
2) zerfließende Schattierung auf dem Schulterabschnitt
3) deutlich verstärkte Haarlocke rechts neben der Stirn
(vgl. hierzu meinen Vergleichsscan)
... es bleibt spannend ...
petzlaff
21.09.2008, 09:29
Hier ein schöner Beleg (wegen der Attraktivität zeige ich auch die Vorderseite der Postkarte) einer 2Cent Washington in Typ IV. von St.Louis nach Berlin vom 17.11.1903. Beachtenswert ist zunächst einmal, dass es sich um eine Spätverwendung handelt - im November 1903 wurde bereits die "Shield"-Washinton als Nachfolger des 2Cent Wertes der zweiten Bureau-Ausgabe ("Series 1902") verkauft.
Entwertet ist die Marke mit einem (übrigens im Scott Spezial abgebildeten) Werbestempel für die Weltausstellung vom 30.04. bis 01.12.1904 in St.Louis, Missouri. Diese "World's Fair" stand unter dem Motto der Hundertjahrfeier des "Louisiana Purchase", der den USA die territoriale Macht über die Gebiete westlich des Mississippi sicherte, aber auch das endgültige Schicksal der Ureinwohner einleitete.
Hier eine schöne Website über das damalige Großereignis:
http://washingtonmo.com/1904/
Das Ausstellungsgelände (Forest Park) ist mit vielen der seinerzeit spektakulären Pavillons (z.B. das größte Vogelhaus, welches weltweit bis heute jemals erbaut wurde) erhalten. 22 Jahre nach der Ausstellung wurde die ursprüngliche Trasse der legendären Route66 durch den Forest Park gelegt um den Zusammenhang zwischen territorialer und automobiler "Eroberung" des Westens zu dokumentieren. Ihr seid gern eingeladen, näheres auf meiner unten angegebenen Route66-Website einzusehen. St.Louis ist dort ein eigenes Kapitel gewidmet.
Schönen Sonntag
petzlaff
03.10.2008, 08:44
Weiter geht es in dieser Serie mit einem recht unspektakulären Wert: Die 3Cent Marke mit dem Bild des 7. Präsidenten, Andrew Jackson (1767-1845, Präsident von 1829-37).
Die Marke wurde in einer Auflage von ca. 225 Millionen Exemplaren gedruckt und diente vor allem als "Lift up", um als Zusatzfrankatur zur 2 Cent Nominale das Auslandsporto abzudecken. Dementsprechend sind Einzelfrankaturen sehr selten, auch wenn die Kataloge etwas anderes suggerieren.
Der Wert wurde für kurze Zeit (1894-1895) auf Papier ohne Wasserzeichen, danach bis ca. 1902 mit doppellinigem USPS-Wasserzeichen gedruckt, welches in verschiedenen Stellungen anzutreffen ist. Marken mit stehendem Wasserzeichen stammen fast ausschließlich aus der 1894er Auflage. Die späteren Marken wurden auf liegendem Wasserzeichen gedruckt.
Die früheste BEP-Platte der 3 Cent ist vermutlich #37, welche ebenso wie die Platten 47 und 48 nur für die wasserzeichenlose Ausgabe verwendet wurde. Drucke von den Platten BEP #91 und #95 gibt es in beiden Papiervarianten, während die späteren Platten (ab #103) ausschließlich mit Wasserzeichenpapier aufgelegt wurden.
Die Farbe ist im Normalfall ein mehr oder weniger gesättigtes Violett. Der Farbton Purpur mit hohem Rotanteil ist (ebenfalls entgegen der landläufigen Katalogmeinung) recht selten und kann leicht mit blassen Violetttönen verwechselt werden. Offenbar handelt es sich bei der purpurnen Variante (s. zitierten Brief) nicht um eine offizielle Farbänderung sondern eher um eine fehlerhafte Mischung der Druckfarbe, aus meiner Sicht also einen Farbfehler. Letzteres ist sehr wahrscheinlich, da die normale Erscheinung der 3 Cent über viele Jahre hinweg, anders als bei den übrigen Werten der Triangle-Serie farblich ungemein konstant erscheint. Extrem dunkle Violetttöne (s. Scan) sind ausgesprochen selten.
petzlaff
05.10.2008, 09:01
Schade, dass noch niemand darauf angesprungen ist.
Hier die vollständige Farbpalette.
Wieder einmal mehr sieht man, dass die Katalogfarbbezeichnungen trotz ständiger Beteuerung der Publizisten völlig daneben liegen.
Man beachte die im Katalog als "purpur" bezeichneten Farben, die aus dem 3 Cent Wert nun doch eine spannende Angelegenheit machen :-))
helgophil
05.10.2008, 09:33
@Petzlaff
Schade, dass noch niemand darauf angesprungen ist.
Aber bitte den Frust nicht in anderen Threads ablassen ... :(
Übrigens: 225 Mio Auflage scheint mir sehr hoch zu sein, wer soll sich da im Ernst für minimale Farbunterschiede interessieren.
Zum Studium empfohlen: Helgoland. Auflagen zumeist zwischen 5.000 und 20.000. Auch viele schöne Farben !!
helgophil
petzlaff
05.10.2008, 09:41
Wieso mein Frust? Den gibt es nicht.
Umso trauriger stimmt mich, dass du DEINEN Frust hier in einem ernsthaften Thread ablässt.
Wenn du dich etwas näher mit der Thematik beschäftigen würdest könntest du erkennen, dass es sich hier nicht um Nuancen einer Millionenauflage handelt, sondern um Forschungsergebnisse, die weitab von einer diskriminierenden Tendenz bzgl. "Massenware" angesiedelt sind.
Ich gebe wenigstens zu, dass ich von Altdeutschland nichts verstehe, du dagegen meinst, hier mitreden zu können, obwohl du von dieser Materie (die übrigens weltweit höhere Handelspreise, selbst bei "Massenware" erzielt, als das, was du bevorzugst) wohl relativ wenig verstehst.
Ich halte deine Einlassung in diesen Thread, mit Verlaub für SPAM innerhalb des Forums und keinen sachlichen Diskussionsbeitrag.
Trotzdem wünsche ich einen schönen Sonntag.
Screensize
05.10.2008, 10:59
Hallo Petzlaff,
bitte hör hier nicht auf. Ich habe bisher hier nichts dazu geschrieben, weil ich noch am Anfang stehe mit meiner USA Sammlung. Aber ich bin begeisterter Mitleser und möchte mich hier auch gleich bedanken, für die Arbeit die du dir gemacht hast, um uns diesen Thread zu präsentieren.
Gruß Rico
Wanderer
05.10.2008, 14:03
Lieber Stefan, auf meinem Schreibtisch ist momentan ein Wirrwarr an Arbeit und ich komme nicht zum Analysieren meiner Marken, bin daher im Moment auch nur "Mitleser".
Bitte lass dich nicht von Helgophil beeindrucken, die paar Insel-Marken als Nummernkreis sind nicht zu vergleichen mit den gigantischen Nummern-Feld USA, Auflagenzusammenhängen und dem großen Variantenreichtum, das nur peu a peu bearbeitet werden kann.
Helgoland als Gebiet ist für mich "Schmalspur-Philatelie" - um nicht mißverstanden zu werden, Schmal = zu wenig Marken, ein luxuriöses Nischenprodukt für die Histogermania-Philatelie.
USA ist Breitspur - Mainstream in diesem Sinne aus der Anfangszeit bis in die Gegenwart.
Und welche Rolle die historische Entwicklung von den Pfennigpfuchsern (cent-savers) bis in die aktuelle Billionen-Schleuder-Politik à la Wall-Street of today spielt, das flimmert über den Bildschirm - von Helgoland - dem alten Piratennest - geht keine Bedeutung aus.
Wünsche gute Laune @ all trotz Orkanböen vor der Haustür
petzlaff
05.10.2008, 18:55
Zwischendurch mal etwas Anderes (allerdings auch BEP, aber 1902-Series)
@Jochen - habe doch etwas in einer Grabbelkiste auf dem heutigen Sammlermarkt in Hameln gefunden - war mir bis eben dessen aber nicht so recht bewusst, was ich da ausgegraben habe.
Für mich sieht das Teil echt aus - die Ränder sind breit genug, um als Scott #315 durchzugehen. Mal abwarten, wie die wahren USA-Profis das sehen :-) Ich bin wirklich gespannt. Schließlich handelt es sich um eine stark fälschungsgefährdete Ausgabe.
deckelmouk
06.10.2008, 12:57
Hallo Stefan,
echte Marke, aber... Eine echte Scott #315 zertifiziert zu bekommen ist schwierig, da es aufgrund der relativ schlechten Zähnungsqualität gerne zu "Jumbo"-Marken kommt.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
petzlaff
06.10.2008, 14:57
Danke Lars.
Deine Meinung deckt sich auch mit meiner Vermutung. Die Seltenheit der geschnittenen 5 Cent ist mir wohl bewußt.
Was mich halt irritiert ist, dass nahezu allseitig ein überbreiter Rand vorliegt, und das obwohl keine Reste von Zähnungslöchern auszumachen sind. Die bekannten manipulierten Stücke sind normalerweise auf mindestens zwei Seiten, meist gegenüberliegend, sehr eng beschnitten. Ich habe mal mit einer echten geschnittenen 2 Cent "Shield" verglichen - die nimmt sich nichts in der Größe.
Ebenfalls gehe ich davon aus, dass ein loses Stück wohl kaum prüfbar ist - schade :-(
deckelmouk
06.10.2008, 15:52
Hallo Stefan,
ein Jumbo-Eckstück würde sich m.E. für so eine Manipulation anbieten. Bei Richard Frajola wurde die Marke vor Jahren ausführlich diskutiert, die meissten ungeschnittenen Stücke sind manipuliert. Wenn man einen Rest der Nachbarmarke sehen würde, hätte man einen besseren Anhaltspunkt.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Wanderer
10.10.2008, 15:13
Hallöchen liebe Korona, ich habe mal gesucht & hier ist ein als # 315 deklariertes Vergleichstück anno 1908 - das mir aber nicht auf dem Pult zur weiteren Analyse vorliegt ...
Nach meiner Kenntnis sind die unperforierten Bögen zur Shermack-Lochung vorgesehen gewesen. Die sollen restlos aufgebraucht gewesen sein. Also Pärchen oder einzeln gestempelt auf Brief mit zeitgemäßen Stempel, ansonsten schwer zu beurteilen.
Ich habe perforierte seitlich verschobene Marken & Randstücke, die haben zwei breite Ränder. Also kriegt man keine zentrischen allseitig breitrandige raus.
Wanderer
10.10.2008, 17:17
Also ich habe nochmals recherchiert, falls Material zur Manipulation geeignet ist bzw. wäre, dann ist die Rollenmarke Scott 317 eventuell die Ausgangsbasis für die Manipulation - Muster der Rollenmarke anbei. Da läßt sich eventuell eine Schere geschickt ansetzen.
Deshalb auch die Forderung zur definitiven Begutachtung zwei zusammenhängende neben- oder untereinander zu haben.
Wanderer
10.10.2008, 17:26
Hier ist ein Vergleichstück, das punktet in der Qualität von Petzlaff, zu einem Preis, der für Stefans Laune "sicha sehr jut" ist, wenn er in der Rattenfänger-Halle die für einen Appel+ei erworben hat.
http://www.stamps2go.com/Item.aspx?SellerID=DYEISLEY3&Ref=315u
Wünsch Dir beim Liquidieren viel Spaß
petzlaff
10.10.2008, 17:27
Kaum, lieber Jochen,
die horizontalen Abstände sind zu schmal für einen Manipulationsschnitt ohne Zähnungslochreste
Sorry, ich bin bei deinem Post mit dem vertikalen Streifen geblieben.
Die Marke aus der Auktion erscheint mir echt zu sein - den Kastenstempel in dieser Form gab es meines Wissens nicht vor 1910.
Wanderer
10.10.2008, 19:54
Howdy Stefan, das amerikanische Online-Angebot kommt völlig ohne Prüfung und Zertifikat aus - als wenn das alles so selbstverständlich ist....
Also in der "upper class" in Deutschland wird das ohne Prüfung & Zertifikat wohl nicht in dieser Preislage bei dieser Sachlage laufen.
petzlaff
12.10.2008, 16:05
Zurück zu den Triangles:
Der 4 Cent Wert zeigt das Portrait Abraham Lincolns und wurde primär für die Verwendung auf Inlandsbriefen der zweiten Gewichtsstufe (2 Unzen) ausgegeben.
Die braune Lincoln wurde durchgängig von 1894 bis 1902 gedruckt, zunächst auf Papier ohne , später auf Papier mit Wasserzeichen, wobei ab1895 das Wasserzeichen in liegender Stellung eingebracht ist. Stehende Wasserzeichen gehören immer zur 1894er Auflage. Die Spätauflagen zeigen lebhaft braunrote bzw. karmine Farben (nicht Tönungen) statt des sonst vorherrschenden dunkelbraun, welches in zahlreichen, schwer zu unterscheidenden Nuancen daherkommt. Sämtliche Kataloge tun sich mit den Farbbezeichnungen extrem schwer. Eine eindeutige Zuordnung der unterschiedlichen Töne zu den Serien von 1895 und 1898 ist willkürlich und ohne jeglichen historischen Hintergrund. Marken auf portogerecht frankierten Briefen sind selten.
Holzland-Sammler
13.10.2008, 21:18
@Braunbear hat in seinem Beitrag #26 ganz unten diesen Stempel 1894/1895, ich auf einer wesentlich späteren Marke.
Meine Frage: Wer kann "Hintergrundinformationen" zu diesem Stempel geben und ist der zeitliche Abstand so o. k.?
Danke im voraus.
Holzland-Sammler
deckelmouk
14.10.2008, 07:02
@holzland-sammler:
Ab 1861 durften die Marken nicht mehr mit dem Tagesstempel entwertet werden. Die ersten Duplexstempel kamen zum Einsatz: Der Stempel bestand aus einem Datumsteil und einem "Killer". Die von Dir gezeigten Marken sind von einem Duplexstempel entwertet worden. Ohne den vorderen Teil ist die Bestimmung schwierig. Zeitgerecht sind beide, m.W. wurde dieser spezielle Stempeltyp ab etwa 1880 in den USA und England eingesetzt (nagel mich nicht auf das Jahr fest, kann auch früher gewesen sein).
Beste Sammlergrüsse!
Lars
petzlaff
16.10.2008, 18:08
@holzland
Duplex-Stempel dieser Art waren offiziell bis in die 50er Jahre in Gebrauch, wobei nicht auszuschließen ist, dass auch spätere Verwendungen in kleinen Postämtern vorkamen.
Screensize
16.10.2008, 20:25
Hallo,
leider vermischen sich hier gerade böse die Themen, trotzdem eine Nachfrage: Die Nummer in dem Duplex-Stempel, hatte die eine Bedeutung?
Viele Grüße
Rico
Wanderer
16.10.2008, 21:45
Hallo Rico, es gibt Leute, die sammeln die Nummern - der Zusammenhang geht aber nur mit beiden Stempeln (auf Briefen zu finden) leicht zu interpretieren. Ich habe fast "nur" Marken, die Ziffern im Stempel können sowohl ein- als auch zweistellig sein.
Katalogmäßig ist mir nicht bekannt, daß die wertvoller in der Notierung sind.
Petzlaff hat ne jute Briefesammlung, vielleicht hat er aber im Moment beruflich zu viel auswärts um die Ohren, als hier sich & seine Belege zu präsentieren.
Also mich stören die Einschübe nicht, aber für jemanden der nicht regelmäßig oder neu den Thread liest kann es schon verwirrend sein.
Das Gebiet der Semi-Klassik ist ja riesig und so variantenreich, da habe ich schon mit Stefan (Petzlaff) drüber telefoniert, ob man nicht doch öfters einen neuen Thread mit treffenderen Titel, inkl. Jahreszahlen Serienbezeichnung aufmachen und zielgenauer analysieren sollte.
Ich hoffe doch, man kann den "roten Faden" erkennen.
Screensize
16.10.2008, 21:47
Hallo Wanderer, Danke für die rasche Antwort.
Auch ich hatte schon den Gedanken, dass man hieraus mehrere Threads machen könnte, dann könnte man zu einer Ausgabe noch etwas schreiben, wenn Petzlaff schon "weiter" ist.
petzlaff
18.10.2008, 09:12
@screensize
Die Zifferneinsätze in den amerikanischen "Killern" hatten regional unterschiedliche Bedeutung. Grundsätzlich gibt es zwei Kriterien:
1) Nummer des Postamts in der USPS-Hierarchie (meist in grossen Städten)
2) Nummer des Stempelklischees
Leider lässt sich das, wie @wanderer schon bemerkt bestenfalls mit dem dazugehörigen CDS (circled date stamp) auseinanderhalten. Anders als in Großbritannien ist die Ziffer kein Verweis auf die Stadt, in der entwertet wurde.
Neben Ziffern gibt es auch Buchstaben im Duplex. Manche davon sind selten, z.B.
RMS oder RPO - Bahnpost
APO - Feldpost
HPO - "Highway Post Office" (entspricht unserer früheren Bahnbus-Post) - jeden HPO-Beleg (selbst Einzelmarken) nehme ich gern dankend entgegen :-)))
Häufigere Buchstabenkombinationen im Duplex sind Kennzeichnungen des Postamts, z.B.
ANN oder ANX - Postamt im Bereich eines öffentlichen Gebäudes ("Annex")
Speziell in größeren Städten wurden in den "Annex"-Postämtern der Bahnhöfe Duplex-Stempel verwendet, die den Bahnhof angeben, z.B.:
CS - Church Street
HRS - Hudson River Station
petzlaff
19.10.2008, 08:43
Heute kommen wir zu dem 5 Cent Wert.
Diese Marke mit dem Portrait des 18. Präsidenten Ulysses S. Grant (reg. 1869-1877) deckte das Auslandsporto für einen einfachen Brief ab. Trotz einer Gesamtauflage von ca. 400 Millionen Marken finden sich eher Mischfrankaturen aus 1 und 2 Cent Werten als portogerechte Einzelverwendungen auf Auslandsbriefen.
Wieder gibt es die Marke mit und ohne Wasserzeichen, wobei das Wasserzeichen (doppelliniges USPS) stets liegend anzutreffen ist. Die Auflagen von 1894 und 1895 wurden in braun gedruckt, wobei die hellen gelbbraunen Töne meist eindeutig der 1894er Serie ohne Wasserzeichen zuzuordnen sind. die späteren dunklen Brauntöne sind nur sehr schwer auseinanderzuhalten und werden in den Katalogen eher willkürlich mit unterschiedlichen Bezeichnungen versehen. Besonders dunkle braune Marken sind selten.
Ab 1898 wurde in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Weltpostvereins der 5 Cent Wert in blau gedruckt. Hier sind die hellen Töne recht selten.
Wanderer
20.10.2008, 08:02
Moin und Dank an Stefan für die Präsentation der Farbvarianten der 5c Marke U. Grant.
Bei meinem Tütenposten sind alle mit Wasserzeichen oder so mit Briefpapier- & Falzresten übersät, daß ich sie der billigen Variante 1895 zurechne. Das Farbsprektum dieser Marken reicht nicht an das von Petzlaff heran - seine Beobachtung bezüglich der Seltenheit von dunkelbraunen Tönungen kann ich daher an dieser Stichprobe bestätigen - siehe Übersichtsscan mit 50 dpi.
Die beiden oberen Marken habe ich noch mal separat gescannt, die eine ist nur zart gestempelt und die andere hat einen der seltenen zentral gesetzten Rundstempel aus Chicago 1897.
Wanderer
20.10.2008, 08:31
Schaut man sich die beiden Grant-marken nochmals im 600 dpi Detailscan an, sieht man feine kleine Differenzen in der GRAVUR und Farbtönungen.
petzlaff
20.10.2008, 09:36
@Jochen
Danke für die Detailscans. Die scheinbaren Unterschiede in den feinen Schattierungen unterhalb des Ovals und unter der Wertangabe sehen mir nach abgenutzter Platte aus.
Man muss dazu wissen, dass auch bei der 5 Cent ebenso wie bei den anderen Triangles für die Ausgaben mit und ohne Wasserzeichen teilweise dieselben Platten benutzt wurden. Diesbezüglich bekannt sind die Platten 161 bis 164. Möglicherweise gibt es auch die 130 auf beiden Papiersorten. Alle älteren 5 Cent Platten (z.B. die 49) gibt es nur auf Papier ohne Wasserzeichen. Die frühesten Platten, von der ausschließlich auf Wasserzeichenpapier gedruckt wurden sind die 189 und 190. Diese und die folgenden Platten wurden teilweise auch für Drucke der 1889er Ausgabe benutzt. Die früheste, mir bekannte reine blaue Platte ist die 351. Wahrscheinlich gibt es aber auch schon rein blaue Platten im unteren 300er Bereich.
Wanderer
20.10.2008, 15:01
@ all
Schaut man sich die Fliege unter dem Kinn und die Buchstaben von "FIVE CENTS" - z.B. die Dreiecke im F und E an, dann sieht man die Abnutzungserscheinungen.
Natürlich auch an anderen Stellen.
petzlaff
26.10.2008, 10:19
.. die 6 Cent folgt noch heute
Wanderer
26.10.2008, 17:37
Lieber Stefan, denn man tau :) - mak hinne - bin jleich wech
Wanderer
26.10.2008, 17:41
Habe hier drei 6c Muster
petzlaff
26.10.2008, 17:49
Zur 6 Cent Triangle - eigentlich ein historischer Wert, da er einzeln nur für 3-Unzen Briefsendungen, ansonsten nur als Lift-up verwendet werden konnte. Die Gesamtauflage betrug ca. 75 Millionen Stück.
Entsprechend selten sind Frankaturen und selbst Einzelstücke (meist mit ovalen Registry/Einschreibstempeln, welche auf Lift-up schließen lassen), insbesondere in guter Erhaltung.
Wie bereits bei anderen Ausgaben der Serie bekannt, gibt es auch hier verschiedene Farben und Wasserzeichen:
1894: lilabraune Farbtöne - ohne Wasserzeichen
1895: lilabraune bis purpurbraune Töne - mit liegendem Wasserzeichen
1898: Farbänderung in karmine Töne - mit liegendem Wasserzeichen
Der Farbton "lilapurpur" stammt aus der Übergangszeit von der 1895er zur 1898er Ausgabe. Warum im Zusammenhang mnit der Anpassung der Farben an UPU-Vorgaben auch die 6 Cent Marke eine neue Farbe erhielt ist unbekannt, zumal mit der Änderung der 5 cent Farbe von braun auf blau keine Verwechslungsgefahr mehr bestand. Möglicherweise wollte man Verechslungen mit der 4 Cent ausschließen - aber warum erst so spät?
Die braunen Farbtöne sind vielfältig und auch teilweise flüchtig. Entsprechend schwer tun sich einmal mehr die Kataloge, indem sie sich mit Farbbenennungen teilweise grotesk überschlagen.
Für den Druck wurden relativ wenig verschiedene Platten benutzt, wobei die 1894er und 1895er Ausgaben zum größten Teil von denselben Platten gedruckt wurden.
Wanderer
26.10.2008, 18:43
Lieber Stefan, ein wunderbarer Anblick für Deine für uns präsentierte & sortierte & kommentierte Farbenreihe!
Es gilt weiterhin das Motto: USA - so spannend
petzlaff
08.11.2008, 16:59
Weiter geht's mit dem 8 Cent Triangle Wert.
Relativ unspektakulär, wenn nicht die Farben wären.
Wie bei allen Violett-Tönungen der USA Ausgaben gibt es unzählige Nuancen.
Ich zeige hier nur drei davon, und diese drei stehen für die übliche Katalogzuordnung.
Die Marke ist recht einfach zur entsprechenden Katalognummer zuzuordnen.
Marken ohne Wasserzeichen stammen aus der 1894er Auflage, solche mit Wasserzeichen aus der 1895er Serie. Gedruckt wurden beide Auflagen von denselben Platten.
Der 8 Cent Wert deckte primär die Zusatzfrankatur für Inlandseinschreiben. Einzelfrankaturen (4 Unzen) sind extrem selten. Zusatzfrankaturen zu 2 Cent Marken sind selten, da es auch eine 10 Cent Marke gab, die wesentlich häufiger für Einschreiben benutzt wurde. Dazu jedoch näheres am nächsten Wochenende.
So - jetzt kommen diejenigen, die gut aufgepasst haben: die linke Marke ist ein "Banknote", keine "Triangle" (achtet auf die oberen Ecken). Der gezeigte Farbton ist auch auf den Triangles nachweisbar, aber ganz ganz ganz ganz selten.
Holzland-Sammler
09.11.2008, 12:59
Warum/Woher stammt der Name "Banknote" (was bedeutet er philatelistisch) für die linke Marke?
Entschuldigung für meine evtl. laienhafte Frage und Dank für die (bestimmt) ausführliche Antwort.
Holzland-Sammler
deckelmouk
09.11.2008, 13:36
@holzland-sammler:
Die Marken wurden u.a. von der "National Banknote Co." gedruckt, daher der Name. Wobei der Kontrakt inkl. Druckplatten während der Laufzeit der Serie an eine andere Druckerei ging. Da suchst Du Dich bei vielen Marken dumm und dusselig, um die jeweilige Druckerei zu identifizeren. Geheimzeichen hin oder her.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
petzlaff
09.11.2008, 13:39
Lieber Holzland,
Im Sprachgebrauch haben sich für die amerikanischen Dauerserien gewisse Begriffe eingebürgert, die teils durch die herstellenden Druckereien als auch durch die Markendesigns bedingt sind.
Der Reihe nach ab 1869 sind das:
1) "Pictorals" (Serie 1869) - benannt nach dem Design
2) "large Banknotes" (Serien 1870-88) - benannt nach den herstellenden Druckereien (National Banknote Company, Continental Banknote Company, American Banknote Company - Abkürzungen NBN, CBN, ABN)
3) "small Banknotes" (Serie 1890-93) gedruckt bei ABN (das ist die Ausgabe, die ich zitiert habe)
4) "Triangles" (Serien 1894-1903) - gedruckt bei BEP (Bureau of Engraving & Printing) - auch "Bureau Serie 1" genannt - hier finden sich im Gegensatz zu den sonst bildgleichen "small Banknotes" Dreiecke in den oberen Ecken.
5) "Bureau Serie 2" - 1902-03
6) "Bureau Serie 3" - 1908-21 (auch "FW" = Franklin/Washington genannt)
7) "Bureau Serie 4" - 1922-32
8) "Bureau Serie 5" - 1938-54 (wegen der Präsidentenportaits auch verballhornend "Prexies" genannt)
9) "Bureau Serie 6" - 1954-73 ("Liberty" - dazu gehört auch die 8c/Pershing von 1961)
10) "Prominent Americans" - 1965-81
11) "Flags" - 1968-heute
12) "Americana" - 1975-81
13) "Great Americans" - 1980-98
14) "Transportation" - 1981-95 (Rollenmarken)
15) "Flora & Fauna" - 1990-heute
16) "Landscapes & National Symbols" - 1995-heute
Alle weiteren Freimarken-Ausgaben, insbesondere der neuesten Zeit stellen sich nicht als Serie dar.
Holzland-Sammler
09.11.2008, 13:46
@ deckelmouk
Danke für die Antwort. Die Sortier-Problematik "mit den vielen gleich/ähnlich aussehenden Marken" :) hatte ich für einsame Wintertage zurück gelegt und deshalb diese Seiten im Michel auch immer überblättert. Alles gefunden!
Holzland-Sammler
Holzland-Sammler
09.11.2008, 13:51
@ petzlaff
Ich hoffe ich verletze keine Urheberrechte. Deine ausführlichen Erläuterungen (wie auch schon einige andere) erlaube ich mir auszudrucken. Solche Informationen haben ja schon "Katalogcharakter"!!!
Danke
Holzland-Sammler
petzlaff
09.11.2008, 14:13
@holzland
... kein Problem mit dem Ausdrucken.
Lars hat recht: beim Sortieren kann man sich manchmal wirklich die Haare raufen, den Wolf holen oder sonst was, aber ein gutes Stück Erfahrung macht die Sache etwas einfacher.
ich habe die letzte Nacht auch damit verbracht, einen schönen neuerstandenen Tütenposten "large Banknotes" zu sortieren. Pro Marke, insbesondere bei den Werten zu 2, 3, 6 und 10 Cent benötige ich manches Mal bis zu 10 Minuten pro Marke. Die anderen Werte sind einfacher einzuordnen - leider auch seltener. Am schwierigsten sind die 15c und 30c der "large Banknotes".
petzlaff
22.11.2008, 10:35
"moin" aus dem tief verschneiten Norden :(
Der 10c Wert der "Triangle"-Serie (wir erinnern uns: Bureau-Serie 1) war eine Vielzweckmarke, umso erstaunlicher, dass sie nicht einmal die Auflgenhöhe von 200 Millionen erreichte.
Die häufigsten Verwendungen waren:
a) 2 Unzen Brief Ausland
b) 1 Unze Einschreiben Inland (inkl. Einschreibgebühr von 8c)
c) Zusatzfrankatur (10c) für Einschreiben Ausland
Ursprünglich gabe es den Wert in verschiedenen, teilweise fließend ineinander übergehenden Grün-Nuancen, wobei das deutliche Gelbgrün sehr selten ist. Mit der Umstellung auf Postvereinsfarben im Jahr 1898 wurden Verwechslungen mit der neuen 1c Franklin in Grün durch eine Farbänderung zu Braun verhindert. Hätte man diese Änderung nicht durchgeführt, wäre der USPS ein hoher Schaden durch unbeabsichtigte oder betrügerische Verwechslungen ins Haus gestanden.
Bei den 1898er Marken gibt es drei sehr deutlich voneinander zu unterscheidende Farben: braun, gelbbraun und orangebraun (s. Scan).
Auf den Druckplatten, Zeichnungsvarianten und Wasserzeichenstellungen komme ich im nächsten Beitrag zu sprechen.
Bis dahin: Schnee schaufeln !
Wanderer
22.11.2008, 12:23
lieber Stefan für Deine ausführliche Hintergrundinformationen, die so in keinem Katalog zu finden sind. Es ist eine wirkliche Hilfe :), die hoffentlich auch die nachfolgenden Leser zu schätzen wissen
LG Jochen
petzlaff
22.11.2008, 17:26
Lieber Jochen, Danke für die Blumen - schön dass hier bei uns USA-Fans so eine nette und verständnisvolle Sprache Gepflogenheit ist - sollte überall so sein ;)
Wie versprochen, hier die Ergänzung zum 10c Posting.
Den 10c Triangle Wert gibt es in 2 Typen:
Type 1) grün und braun: hier hier geht die Rocaillen-Verzierung um die linke Wertziffer nicht in die Kopfmedaillonverzierung hinein (Scan 1 und 2 von links)
Typ 2) gelb/orangebraune Töne: hier überlagert das Oval um die Wertziffer das Medaillon (Scan 3)
Type 1 wurde von denselben Platten (soweit ich bisher feststellen konnte) von denselben Platten gedruckt.
Type 2 wurde von neuen Platten gedruckt, wobei diese Ausgabe die bei weitem häufigste und leider meist am schlechtesten erhaltene ist.
Alle grünen 10c Marken haben ein kopfstehendes Wasserzeichen, die braunen kommen mit stehendem und liegendem Wasserzeichen vor. Eine genaue Auflagenverteilung zwischen liegenden und stehenden WZ ist mir leider nicht bekannt - die mit liegendem Wasserzeichen sind aber wohl "extrem selten", wenn man den -.- Bewertungen in den Katalogen glauben will.
Ich vermute einfach nur, dass die liegenden WZ bisher nicht statistisch erfasst wurden und deshalb keine Bewertung möglich ist (dem Scott ist die Wasserzeichenstellung eh egal, obwohl sie ein Hinweis auf das Druckbogenformat, nicht das Schalterbogenformat ist). Zehn Prozent meiner eigenen 1898er 10c Bestände sind mit liegendem Wasserzeichen.
ES TAUT" !!!!!!
petzlaff
23.11.2008, 08:52
... auch (sozusagen als Wort zum Sonntag) der 15 Cent Wert.
Auch diese Marke mit dem Konterfei des Politikers Henry Clay (1777-1852) ist ein Wert mit mehrenen Vewendungsmöglichkeiten:
a) 3 Unzen Auslandsbrief
b) 1 Unze Auslandseinschreiben (inkl. Einschreibgebühr 10c)
Die Gesamtauflage betrug ca. 25 Millionen Stück, die von nur wenigen Platten gedruckt wurden, wobei die Druckplatten für alle Varianten benutzt wurden. Die früheste mir bekannte Platte ist die BEP #52, von der auch der Wert in der indigo-Farbvariante stammt.
Auf Briefen kommt die Marke fast nur als Einzelfrankatur vor. Die Verwendungsart b) ist dabei am häufigsten. Meines Erachtens sind die Katalogbewertungen für Briefe total überhöht.
Die Marke gibt es wieder mit oder ohne Wasserzeichen, letzteres immer liegend. Mit der Ausgabe von 1898 wurde die Farbe von blau in olivgrün gewechselt, was ebenso wie bem 10c Daniel Webster-Wert nur indirekt mit den Farbbestimmungen des Weltpostvereins zu tun hatte: Durch die Farbänderung der 5c Marke auf UPU-Standard (blau für normalen Auslandsbrief) bestand die Gefahr, dass Briefe gemäß Verwendungszweck a) eine blaue 5c statt 15c Frankatur erhielten, was pro Brief einen Verlust für die USPS von 10c bedeutet hätte. Häufig kann man lesen, dass die Farbänderung "betrügerische Verwechslungen" mit dem ebenfalls blauen 2 Dollar Wert "Madison" verhindern sollte. Dies ist aber in den Bereich der Verschwörungstheorien zu verweisen: die 2$ Madison durfte niemals an Privatperonen verkauft werden, sondern wurde immer nur direkt am Postschalter vom vereidigten Beamten verklebt. Privatbesitz von ungebrauchten Marken ab 1 Dollar Nennwert stand sogar unter Strafe (ähnlich wie bei den zeitgleichen Zeitungsmarken).
Sehr clever wählte man für die Farbänderung einen völlig neuen Grünton, der auch eine Verwechslung mit dem in Grün geänderten 1c Wert von vornherein ausschloß.
Wanderer
23.11.2008, 14:22
Lieber Stefan, habe Deine Hintergrund-Informationen wieder mit großer Aufmerksamkeit gelesen.
Die Blautöne sind zum Verwechseln ähnlich - zumindest auf den kleinen größenreduzierten Scans
petzlaff
23.11.2008, 18:09
Lieber Jochen,
du hast recht - die normale Farbe ist das "dunkelblau".
Das "blau" ist fast identisch mit der Farbe der 5c, also ein leuchtender Farbton mit einem leichten Graustich, während das "indigo" eher ein "blauschwarz" ist. Leider haben sich die Farbbezeichnungen in den Katalogen eingebürgert.
Die beiden letztgenannten Farben der 1894/1895er Ausgaben sind sehr selten, aber gerade deswegen erwähnenswert.
Bei der olivgrünen Marke ist der helle Farbton am häufigsten. Die dunklen Farben sind ebenfalls als selten einzustufen.
petzlaff
05.12.2008, 14:40
... sogar bei eBay Sternstunden:
(der Aufdruckwinkel der 2c erscheint mir besonders interessant zu sein)
petzlaff
05.12.2008, 16:47
... natürlich auch immer besonders gut (insbesonders dann, wenn es aus einem kaum beachteten eBay-Lot stammt):
petzlaff
06.12.2008, 16:38
... sind die auch nicht :)
Ich würde gern mal wissen, ob diese Besatzungsausgabe inzwischen den Weg in den Michel Normalkatalog gefunden hat. Ich persönlich leiste mir die Wälzer traditionell nur alle 20 Jahre. Im USA-Spezial waren die Cuba Besatzungsausgaben schon immer verzeichnet, leider aber nicht im Normalkatalog.
Passt gut zur laufenden "Triangle"-Serie oder wie?
saeckingen
06.12.2008, 16:52
... sind die auch nicht :)
Ich würde gern mal wissen, ob diese Besatzungsausgabe inzwischen den Weg in den Michel Normalkatalog gefunden hat. Ich persönlich leiste mir die Wälzer traditionell nur alle 20 Jahre. Im USA-Spezial waren die Cuba Besatzungsausgaben schon immer verzeichnet, leider aber nicht im Normalkatalog.
Passt gut zur laufenden "Triangle"-Serie oder wie?
Hallo,
diese Ausgaben sind auch im Normalkatalog verzeichnet - aber nicht unter USA, sondern wie auch britische, franzözische .... Kolonialausgaben unter den jweweilgen Ländern. Die von Dir #77 gezeigten Marken sind z.B. unter Puerto-Principe im Anhang von Kuba im Michel Übersee Band 2 mit Nr. 17-21 katalogisiert.
Grüße
Harald
Holzland-Sammler
06.12.2008, 16:53
@petzlaff
Bei mir im 19988er nicht (nur China als Auslandspostamt). Auch nicht in meinen (lückenhaften) Ergänzungskopien.
Mittelamerika besitze ich (leider) nicht um dort evtl. unter Kuba nach zu schauen.
Holzland-Sammler
Nachtrag: @saeckingen war 1 Minute schneller:)
petzlaff
06.12.2008, 16:54
Danke - Harald :)
Wanderer
07.12.2008, 04:10
reicht mit dem Spezial von 2003 auch bei mir, denn den habe ich noch lange nicht "durchgearbeitet" und Preisbewegungen in den Katalogen sind eh egal, das spiegelt sich in Echtzeit besser auf den Internet-Plattformen ab.
Solange das Bildmaterial in den Michel-Katalogen ist, wie es ist - nämlich dass es praktisch unverändert über Jahrzehnte immer wieder klitzeklein s/w abgebildet partiell mit Mikroschrift als Infotext als Augenbrenner verkauft wurde, sehe ich keine Notwendigkeit zum Kauf der diesjährigen Neuauflage.
Die Emissionspolitik mit explodierenden Hauptnummern der jüngsten Neuzeit hat in allen Ländern abschreckende Wirkung. Die Amis weisen hier mit dem "World Classic" Katalog m.E. gedruckt und noch besser mit zoombaren Farbmaterial als CD-ROM den Weg. Letzteres kann man sich per Luftpost kommen lassen. Wenn man/frau sich da eine Seite ausdruckt, hast du in einem überschaubaren Teilgebiet je nach Vorkenntnis stunden- oder tagelang zu tun....
Moin-moin und schönen zweiten Adventssonntag für die Frühaufsteher.
petzlaff
07.12.2008, 08:50
Auch bei den Eilmarken haben manche USA-Freunde ihre Schwierigkeiten mit der Bestimmung. Manche Marken sind auch gar nicht so einfach zu bekommen. Ein Glücksfall, wenn man die selteneren dann auch noch in einem unbeachteten Online-Lot findet.
1) Scott #E2 (Mi 60) - ABN-Druck - unschraffierte Wertziffer - gehört logisch zur "small banknotes" Serie - Legende in 5 Zeilen
2) Scott #E3 (Mi 72) - ABN-Druck wie #E1, aber in orange - gehört zur Kolumbus-Serie
3) Scott #E4-5 (Mi 102 und 116) - BEP-Druck ohne oder mit Wasserzeichen - schraffierte Wertziffer - gehört zur "Triangle"-Serie
Leider, leider fehlt mir immer noch die Scott #E1 (Mi 52), welche zur letzten "large Banknotes" Serie zählt - erkennbar an der 6-zeiligen Legende.
Zu der von mir zitierten Cuba-Ausgabe (übrigens keine Kolonial- sondern Besetzungsausgabe aus dem amerikanisch-spanischen Krieg) gibt es aus meiner Sicht ein Fragezeichen. Wie ist der große Abstand zwischen 2 und C.(entimos) zu interpretieren. Im Vergleich zu den anderen Werten sieht es so aus, als ob für diesen Wert dasselbe Klischee wie für die 2 1/2 c. (halt eben ohne "1/2") verwendet wurde. Dafür würde auch sprechen, dass sowohl in der Michel- als auch der Scott-Katalogisierung der 2 c. Wert mit einer A... Nummer nachgeschoben wurde. Die Marken mit engem "spacing" stammen von Anfang Januar 1899, während die 2 c. nachweislich erstmals im Februar 1899 verwendet wurde. Leider habe ich keine Portotabelle, die das Rätsel möglicherweise klären könnte.
Wanderer
10.12.2008, 08:25
Moin Stefan - ist es dies gute Stück hier von 1885, was dir fehlt?
petzlaff
12.12.2008, 17:58
Hi Jochen - genau das ist es!
Wanderer
12.12.2008, 18:21
@ Petzlaff
Schau bitte mal in Dein Postfach
petzlaff
22.03.2009, 14:52
Hier das Wort zum Sonntag:
was haltet ihr von dieser Marke?
... ist mehr eine Fingerübung als ein echtes Rätsel ...
Ich bin mal auf die Antworten gespannt (die korrekte Antwort kenne ich natürlich :D) - aber der Hintergrund dieser Marke ist alles andere als uninteressant :cool:
Wanderer
23.03.2009, 08:33
and @all
Schöner geschichtlicher Hintergrund für den James Madison 1751-1836 - also dem vierten Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Während seiner Amtszeit als Präsident führte er die Vereinigten Staaten im Britisch-Amerikanischen krieg.
Er und Thomas Jefferson und Alexander hamilton waren wichte Führer in der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung.
Parallelen zur historischen Entwicklung gibt es, denn es verschlechterte sich die finanzielle Lage des Landes aufgrund der hohen Kriegskosten - die von den privaten banken ausgelöste Inflation war kaum noch zu kontrollieren.
Der Vergleich mit der Aktualität hinkt etwas, die Amerikaner sind definitiv unabhängig - die Kriegskosten der Administration Bush kannst Du nicht auf einen Befreiungskrieg buchen, aber die Inflation ist unabhängig vom Kriegsgrund einfach da.
Auch im dreißigjährigen Krieg haben die kriegsführenden Parteien dieses Phänomen in Europa schon lange davor kennen gelernt, im siebenjährigen Krieg nix dazu gelernt, Napoleon hat die Kassen geplündert usw. usf. - das gegenseitige Totrüsten wird jetzt aber nicht Threadthema - da sind wir von den Briefmarken zu weit entfernt.
Ende meiner Fingerübung
Holzland-Sammler
23.03.2009, 10:45
@wanderer
Sicherlich ist das der geschichtliche Hintergrund für die Person "J. Madison". Ich vermute aber das @petzlaff - auf diesem Hintergrund aufbauend - eine Geschichte zur Herstellung/Herausgabe dieser Marke meint, habe aber keine Erkenntnisse dazu. Es könnte aber auch mit seinen Aktivitäten zur Bankgeschichte/-Gründung zu tun haben. Da hat er ja ganz schön gebremst.
petzlaff
23.03.2009, 11:35
Es geht schon um die Marke!
petzlaff
23.03.2009, 17:06
Nun, ich will euch nicht auf die Folter spannen.
Es handelt sich um eine EInzelmarke aus dem Block Scott #2875, ausgegeben 1994 zum 100-jährigen Jubiläum des Buereau of Engraving & Printing (BEP).
Dass es sich nicht um die klassische Madison 2$ Marke von 1894 bzw. 1895 handelt ist einfach an dem reinweissen Papier und dem Fragment eines modernen roten Circular Date Stamp zu erkennen.
Das Besondere an dieser Neuauflage der seltenen Klassiker ist, dass sie vom originalen Urstempel ("Die") der 1894/95er Auflage stammt. Die Scott #262 (1894) und #277 (1895 mit Wasserzeichen) wurden seinerzeit in Schalterbögen gedruckt. Dabei wurde nur eine einzige Platte von dem "Ur-Die" gefertigt, nämlich die BEP Platte #84. Ausser dem Papier, dem Gummi und der Konfektionierung gibt es keinerlei drucktechnische Unterschiede zwischen den 100 Jahre auseinanderliegenden Ausgaben, stammen sie doch von exakt demselben Stich. Lediglich die Druckfarbe wurde aus anderen Ingredienzien zusammengemischt (die moderne Auflage enthält kein Indigo) - der Farbton blieb jedoch fast identisch zum Original.
Zur Triangel-Serie möchte ich den 5$-Wert Mi.115, Sc.278 (WZ1, trotz schlechtem Bild noch zu sehen) zeigen, selten genug.
Kennt jemand die Prüfsignatur?
LG
Robert
Kontrollratjunkie
12.01.2010, 23:08
Vielleicht Gebrüder Senf, Leipzig ?
Gruß
KJ
deckelmouk
12.01.2010, 23:17
@avatus:
Die Gebrüder Senf in Leipzig waren im 19. Jhdt. der bedeutenste Händler für Briefmarken inklusive Magazin und Katalog. Das ist per se keine Prüfsignatur, wurde aber als Garantiezeichen verstanden.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hallo Lars,
vielen Dank für die schnelle Antwort !
LG
Robert
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