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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Saar-Madonna - Einladung zur Diskussion



Bayernphilatelie
01.09.2008, 17:59
Guten Tag. Ich habe bei Ebay eine Saar 134 mit falschem Stempel verkauft:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=370077325171

Als Lückenfüller mit "Stempel falsch"-Prüfung angeboten und dem Hinweis, dass ich Strafanzeige erstatten werde, wenn der Käufer die Marke ablösen und ohne Hinweis auf den Falschstempel bei Ebay anbieten sollte.

Nun sehe ich bei Ebay.com folgende Auktion:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=330266557904

Ich möchte hierzu eine Diskussion eröffnen und werde den Käufer/Anbieter einladen, sich daran zu beteiligen und seinen Standpunkt darzustellen.

Auf die Meinungen der übrigen Diskussionsteilnehmer bin ich ebenfalls gespannt.

22028
01.09.2008, 19:47
Das ist hart.
Der jetzige Verkäufer schreibt in seinem Angebot "cancellation without obligation" (Stempel ohne Obligo) übersetzt.
Das stinkt zum Himmel zumal er weiß dass der Stempel nicht koscher ist. Was man rechtlich da machen kann entzieht sich meiner Kenntnis und ob der Verkäufer sich hier an der Diskussion beteiligt wage ich mal zu bezweifeln.

Ein sauberes Geschäftsgebaren ist sowas aber nicht..., da zählt die schnelle Mark scheinbar mehr...

deckelmouk
01.09.2008, 21:02
@bayernphilatelie:

Du kannst solche Fälle an ebay dot watchdog ät gmail dot com melden, bitte mit einer kurzen Begründung, warum die Marke falsch ist.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Aleks
01.09.2008, 21:20
Es reicht m.E. nicht aus, die Aktion aus eBay herauszunehmen - dann taucht das Stück nur später an anderer Stelle als "echt" auf.

Der Verkäufer hat eine eindeutig falsch gestempelte und so gekennzeichnete Marke/Briefstück so verändert, dass er sie jetzt als "cancellation without obligation" verkaufen kann, da die Kennzeichnung entfernt wurde. Er weis eindeutig, dass die Marke falsch gestempelt ist. Eine Nachprüfung wird zum gleichen Ergebnis kommen.

So etwas würde ich in den Bereich betrügerische Manipulation einstufen. Mit seriösem Geschäftsgebaren hat das wohl nichts zu tun.

Aleks

22028
02.09.2008, 06:42
@bayernphilatelie,

ich würde mir auf jeden Fall auch mal eine PDF Kopie Deines Angebotes und des neuen Angebotes sichern.

Bayernphilatelie
02.09.2008, 11:13
Hallo @22028, vielen Dank. Habe bereits die Angebote ausgedruckt und gespeichert.

Bayernphilatelie
02.09.2008, 18:16
Der Anbieter hat sich bei mir gemeldet und mitgeteilt, dass er die Auktion beenden wird. Das freut die ehrlichen Philatelisten. Halten wir mal gemeinsam die Augen offen, wo die Marke wieder auftaucht.

22028
03.09.2008, 10:17
Nun ja, das ist zunächst mal positiv zu sehen, nur, wird der jetzige Besitzer/Verkäufer die Marke vernichten oder doch wieder versuchen mit schwammigen Beschreibungen diese an den Sammler zu bringen?

Es ist ja schon schade dass sich der Anbieter nicht hier in Forum traute und seine Stellungnahme abzugeben.

Aleks
03.09.2008, 10:24
@22028
Was soll er sagen?
Ich habe es versucht und bin erwischt worden?:o

Stellt sich wieder die Frage nach der Kennzeichnung (falsch-)geprüfter Marken.

Aleks

Wolf Heß
04.09.2008, 02:29
Mir stellt sich eine ganz andere Frage:" Warum biete ich Fälschungen bei
e-bay primär überhaupt an und lamentiere dann später?" Schriftlich formulierte Androhungen - da lacht doch jeder drüber, denn "Geiz ist doch geil", oder, "nimm was du kriegen kannst" ist die Devise heutzutage - "leichtes" Geld.
Ich selbst bin ebenfalls da und dort einem Fälscher aufgesessen. Die Marken/Belege werden von mir zur Dokumentation genutzt, aber ich würde nie auf die Idee kommen, diese weiter zu veräußern, um ein paar Euronen mehr in der Tasche zu haben und dafür etwaig einen Sammlerkollegen über den Tisch zu ziehen - ich ziehe sie ganz einfach aus dem Verkehr!

Ist doch zumindest überdenkenswert. Oder?

Bayernphilatelie
04.09.2008, 07:11
Guten Tag Herr Heß,

da unterscheiden sich Hobbysammler von Briefmarkenhändlern, welche vom Briefmarkenverkauf leben:

Die Saar-Madonna ist gestempelt die teuerste Marke vom Saargebiet und damit für viele Sammler eine Lücke, die mit beschränktem Budget oft niemals zu schließen ist. Da verstehe ich durchaus, dass es Kunden gibt, die lieber eine echte Marke mit mißbräuchlich verwendetem Stempel als Lückenfüller verwenden, als das Vordruckblatt niemals voll zu bekommen. Noch dazu, wo der Stempel vor einigen Jahren als echt vom BPP-Prüfer Hoffmann signiert wurde.

Als Briefmarkenhändler versuche ich, möglichst günstig auf Auktionen einzukaufen und hoffe auf einen möglichst hohen Erlös bei Ebay. Je mehr Geld ich verdiene, umso schöner finde ich es. Ist das schlimm? Ist Geld verdienen eine Schande? Ich würde nie eine seltene Originalmarke mit Falschstempel in den Papierkorb werfen, solange es einen Markt dafür gibt. Aber ich biete sie mit der entsprechenden wahrheitsgemäßen Beschreibung an und erwarte vom Käufer, das Gleiche beim eventuellen Weiterverkauf zu tun.

Wenn Sie als Sammler seltene Originalmarken mit Falschstempel vernichten, so finde ich das gut, denn es verknappt das Angebot. Ich selbst möchte das meiner Familie und meinem Geldbeutel gegenüber nicht verantworten.

Freundliche Grüße

Bayernphilatelie

mur
04.09.2008, 07:27
@Bayernphilatelie: Das war die passende Antwort! :D
Es fehlte eigentlich nur die Frage, wie @Wolf Heß denn wohl sichergestellt hat, daß, wenn er, was ich ihm natürlich nicht wünsche, ganz überraschend und unvorbereitet nicht mehr in der Lage ist seine philatelistischen Schätze zu verwalten, sein Giftalbum nicht wieder über einen Händler in den Sammelkreislauf zurückfließt. :rolleyes:
Mit Sammlergruß mur

drmoeller_neuss
04.09.2008, 08:18
Guten Tag. Ich habe bei Ebay eine Saar 134 mit falschem Stempel verkauft:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=370077325171

Als Lückenfüller mit "Stempel falsch"-Prüfung angeboten und dem Hinweis, dass ich Strafanzeige erstatten werde, wenn der Käufer die Marke ablösen und ohne Hinweis auf den Falschstempel bei Ebay anbieten sollte.

Nun sehe ich bei Ebay.com folgende Auktion:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=330266557904

Ich möchte hierzu eine Diskussion eröffnen und werde den Käufer/Anbieter einladen, sich daran zu beteiligen und seinen Standpunkt darzustellen.

Auf die Meinungen der übrigen Diskussionsteilnehmer bin ich ebenfalls gespannt.

Ein fader Beigeschmack bleibt bei dieser Aktion, und zwar für beide Anbieter:

"briefmarken-shop24" bietet Marken in Deutsch und Englisch an, eigentlich keine schlechte Idee, auch die Käufer jenseits des Atlantiks anzusprechen. Während das deutschsprachige Angebot erstklassige Luxusstücke umfasst, häuft sich bei den Auktionen für den amerikanischen Markt der Begriff "without obligation", z.B.:

http://cgi.ebay.de/BERLIN-1949-Souvenir-sheet-Mi-1-Waehrungsgeschaedigte_W0QQitemZ330264396630QQcmdZV iewItem?hash=item330264396630&_trkparms=72%3A1128%7C39%3A1%7C66%3A2%7C65%3A12%7C 240%3A1308&_trksid=p3911.c0.m14

Oder setzt "briefmarken-shop24" gar auf deutsche Sammler, die des Englischen nicht mächtig sind, und daher den Text nicht verstehen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Zwar hat "bayernphilatelie" die Marke richtig beschrieben, doch man hätte schon in die Überschrift hereinschreiben können: Stempel falsch.
Letztlich ist jeder für das was er kauft, selbst verantwortlich, aber als Lückenfüller würde ich eine postfrische Marke mit sauberem Erstfalz bevorzugen. Auch "bayernphilatelie" jongliert mit Katalogwerten, die auf die zum Verkauf stehende Marke nicht zutreffen: "hätte gekostet", "Ungebraucht steht die Marke gerade mal 460 Euro." --> richtig, aber mit Orginalgummi und ohne Falschstempel !
Saubere Händler beschreiben Fakten, und kommen ohne Konjunktiv aus.

P.s. wenigstens hat "bayernphilatelie" eine saubere Widerrufsbelehrung.

drmoeller_neuss
04.09.2008, 08:30
Die Saar-Madonna ist gestempelt die teuerste Marke vom Saargebiet und damit für viele Sammler eine Lücke, die mit beschränktem Budget oft niemals zu schließen ist. Da verstehe ich durchaus, dass es Kunden gibt, die lieber eine echte Marke mit mißbräuchlich verwendetem Stempel als Lückenfüller verwenden, als das Vordruckblatt niemals voll zu bekommen.

In diesem Fall hinkt der Vergleich: Als Lückenfüller tut es ein postfrischer Satz mit Falz, der kaum teuerer als ein Satz mit Falschstempel ist.



Noch dazu, wo der Stempel vor einigen Jahren als echt vom BPP-Prüfer Hoffmann signiert wurde.

Tut mir persönlich leid für Dich und Deiner Familie, aber auf ein anderes Beispiel übertragen: Würdest Du für einen Unfallwagen mehr bezahlen, nur weil der vor zwei Jahren noch unfallfrei war?


Als Briefmarkenhändler versuche ich, möglichst günstig auf Auktionen einzukaufen und hoffe auf einen möglichst hohen Erlös bei Ebay. Je mehr Geld ich verdiene, umso schöner finde ich es. Ist das schlimm? Ist Geld verdienen eine Schande? Ich würde nie eine seltene Originalmarke mit Falschstempel in den Papierkorb werfen, solange es einen Markt dafür gibt.

Das ist für mich vollkommen in Ordnung, wenn Du Dich der mit aufkommenden Kritik stellst (was Du ja auch machst). Schliesslich handeln bei Ebay erwachsene Menschen, und ich bin nicht gezwungen, Deine Falschstempel zu kaufen.

wuerttemberger
04.09.2008, 10:20
Wenn Sie als Sammler seltene Originalmarken mit Falschstempel vernichten, so finde ich das gut, denn es verknappt das Angebot.

Freundliche Grüße

Bayernphilatelie

@Bayernphilatelie

Das bedeutet dann im Umkehrschluß, wenn ich Fälschungen auf den Markt werfe, dann entziehe ich doch das Geld dem Markt für echte Stücke und führe es dem Fälschungsmarkt zu. Eine hohe Zahl von Fälschungen führt zwangsläufig zu sinkenden Preisen für echtes Material. Du sägst an dem Ast auf dem Du sitzt!
Wenn es dann mal allgemein üblich ist, die teuren Lücken mit Fälschungen zu schließen, dann sammeln wir nur noch beliebig bunt bedrucktes (Alt-)Papier und die Preise werden irgendwann pro kg gerechnet!
Wer falsche Stücke aus dem Verkehr zieht stützt den Markt für echtes Material und pflegt die Philatelie.

Ich halte es wie Wolf Heß: Falsches Material wird von mir aus Sammlungen rigoros aussortiert und wandert größtenteils in den Müll. Ein kleiner Teil wandert in den Giftschrank und wird später in zuverlässige Hände weiter gegeben oder wenn nicht möglich, dann eben auch vernichtet.

Gruß

wuerttemberger

Andreas Gminder
04.09.2008, 14:52
Hallo,

meine Meinung ist, dass sich @bayernphilatelie aber auch gar nichts hat zuschulden kommen lassen durch das völlig ordnungsgemäße Angebot einer Marke mit gefälschtem Stempel. Die ist so klar bezeichnet worden, dass es daran für mich nichts auszusetzen gilt. Und noch entsprechend abgebildet, dass auch jeder der nicht lesen kann das Prüfzeichen sieht!
Was soll der Vorwurf, es hätte bereits in der Überschrift stehen müssen "Stempel falsch"? Das entbehrt doch jeder marktwirtschaftlichen Realität. Steht auf jeder Süßigkeitenpackung groß drauf "Vorsicht, macht dick!"?

Wieso meinen hier so viele, es müssen alle Menschen vor ihrer eigenen Dummheit beschützt werden? Wenn ich Briefmarken kaufe (oder was auch immer, das gilt schließlich für alles), dann informiere ich mich vorher. Wenn ich etwas kaufe, ohne informiert zu sein, dann kann ich halt auch mal auf die Schnauze fliegen. Wieso darf das nicht so sein? Wer sich nicht mit Briefmarken beschäftigen will, der soll es halt lassen. Oder Federn lassen, dann aber bitte ohne Geplärre hinterher. Wenn jemand meint, Pilze sammeln zu müssen, ohne dass er sich auskennt, dann hat er halt entweder Glück oder auch nicht. Muss ich mir deswegen als Pilzkenner die Aufgabe stellen, durch die Wälder zu wetzen und alle giftigen Pilze zu entfernen, damit sie nicht versehentlich ein Unkundiger, der trotzdem Pilze sammelt, mitnimmt und sich und/oder andere vergiftet? Ganz sicher nicht, und ein solches Vorgehen wäre noch nicht mal legal!

Also lasst uns doch hier nicht die Übermenschen spielen, die meinen, das Wohl und Wehe des Briefmarkenhobbies wird von hier aus gesteuert.
Fälschungen oder Angebote mit Fälschungen, vor allem nicht als solche gekennzeichneten hier vorzustellen und bei ebay löschen zu lassen, das ist doch wirklich völlig genug und auch gut. Wer Informationen haben will, der findet welche. Wer nicht sucht, der hat halt Pech, ganz einfach. Juckt mich nicht die Bohne und tut meiner Meinung nach auch dem Briefmarkenhobby keinen Abbruch.

Aber das jetzt dieser Thread beginnt sich umzukehren, und plötzlich der Anbieter, der diese Marke völlig korrekt angeboten hat, zum (Mit-)Buhmann wird, und nicht der Händler, der wider besseres Wissen versucht, eine Marke mit Falschstempel als echt darzustellen und entsprechend teuer loszuwerden, dass ist wohl normal?? Ich habe dafür nur das böse Wort mit dem "B" am Anfang übrig und bin ziemlich angefressen über die Sichtweise die hier zum Teil herrscht.

beste Grüße,
Andreas

Wolf Heß
04.09.2008, 23:02
Woher soll ich wissen, dass Sie Händler sind? Ich freue mich für Sie, wenn Sie Geld verdienen. Trotzdem gilt es zu überdenken, ob Sie da nicht doch zu kurz springen. Sie haben doch selbst erkannt, wie Ihr Verkauf genutzt worden ist, und, geprellte Sammler werden, zumindest auf die Dauer gesehen, ihr Steckenpferd aufgeben, wenn sie sich betrogen fühlen. Dann haben Sie Kunden verloren und das hilft Ihnen nicht gerade weiter. Ein wenig mehr Weitsicht würde manchmal unserem Hobby gut zu Gesicht stehen, denke ich.

Sterntaler
05.09.2008, 10:17
Bei uns ist dieser User auch angemeldet.:eek: Ich werde diesen im Auge behalten.
Mfg
Sterntaler

petzlaff
05.09.2008, 11:22
Bevor dieser Thread eine eigene Dimension angenommen hat, habe ich mir die beiden Offerten völlig vorurteilslos zu Gemüte geführt.

Ich kam zu dem Schluss, dass bei dem Originalangebot zwar die textliche Beschreibung i.O. war, aber die Überschrift, die ja bei der iBäääh- Suche primär ins Auge springt, total aufreisserisch war und in keinster Weise auf eine mögliche Manipulation schliessen ließ.

Darüber darf man ebenso diskutieren, wie über den "strafrechtliche Verfolgung"s Hinweis im Originalangebot. Hier ist doch (zumindest aus meiner Sicht) deutlich zu erkennen, dass der ursprüngliche Anbieter sich völlig im Klaren darüber war, was im Nachhinein mit seinem angebotenen Objekt passieren würde.

Sorry, aber irgendwo und irgendwann fange ich an, am gesunden Menschenverstand zu zweifeln

mike111
02.11.2008, 19:01
mal wieder was Neues zum Thema Madonne bei ebay:
http://cgi.ebay.de/Saargebiet-Volkshilfe-10Fr-gest-sehr-selten-5000-KW_W0QQitemZ170273832634QQihZ007QQcategoryZ78551QQ ssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItemhttp://cgi.ebay.de/Saargebiet-Volkshilfe-10Fr-gest-sehr-selten-5000-KW_W0QQitemZ170273832634QQihZ007QQcategoryZ78551QQ ssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem