Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum sind Briefmarken gezähnt?
Tellbüebli
06.04.2004, 10:51
Hallo erstmal
Vielleicht mag die Frage komisch klingen, jedoch wurde Sie mir nie beantwortet. Besser gesagt ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht.
Nun zu meiner Frage.
Wieso sind Briefmarken eigentlich gezähnt?
Als Verschönerung wäre eine Möglichkeit.
Warum waren z.B. die Black Penny oder die Baslertaube nicht gezähnt?
In der Schweiz wurden plötzlich 1862 Marken (sitzende Helvetia) mit Zackenzähung eingeführt und dies änderte sich nicht.
Von nun an gab es fast nur Marken in der Schweiz mit Zackenzähnung. (Ausnahme Probedrucke, Abarten ungezähnt, Blockausschnitte oder spezielle Sondermarken)
Wieso wurde die Zacken Zähung eigentlich eingeführt?
War da irgendein Mann dahinter?
Wie kam das?
Mit Sammlergrüssen
Tellbüebli
california
06.04.2004, 10:58
Damit man keine Schere braucht, um diese dann umständlich auszuschneiden.
Abreissen geht viel schneller.
Schöne Grüße, Ina.
Schmadder
06.04.2004, 11:56
Es geht bei der Zähung tatsächlich nur darum, dass Marken leicht voneinander getrennt werden können. Es gab ja auch ne Menge anderer Versuche, wie Durchstiche oder andere Perforationen. Die Zähnung hat sich als praktikaelste Lösung heraus gestellt.
Letztendlich wurde die Zähnung mit "Briefmarke an sich" gleich gesetzt. Daher kommt es auch, daß zB. Rollenmarken auch an den Seiten gezähnt sind, obwohl das zur Trennung gar nicht nötig wäre (wie in andern Ländern nachgewiesen) oder daß die Selbstklebenden einen Zähnungsartigen Rand erhalten haben, obwohl dort auch nicht nötig.
Hallo Tellbuebli,
ich weiss nicht, ob Du nun ein ganz junger oder "nur" junger Schüler bist. Tatsächlich haben sich die Verantwortlichen für die Herausgabe von Briefmarken schon Gedanken gemacht, wie diese denn am leichtesten zu verwenden sein sollten. Die ungezähnten Marken wurden teilweise ja noch mit eigenem Klebstoff auf den Briefen befestigt.
Nun ja, die Erklärung ist ganz einfach...das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der grossen technischen Erfindungen. So kam es, dass entsprechende Maschinen gegen Ende dieses Jahrhunderts zur Verfügung standen um die Markenbögen dann mit Zähnen zu bestanzen. So konnten die einzelnen Marken leicht herausgetrennt werden. Dieses Verfahren igbt es so ähnlich bis heute bei der Herstellung von Markenbögen (nur die Maschinen sind neuer). Informationen gibt es bei der Schweizerischen und auch der Deutschen Post.
Übrigens...ich sammle auch Schweiz-Marken und Briefe. Es macht Spass!
Grüsse in die Schweiz
Karl
Bodo A.v.Kutzleben
06.04.2004, 14:00
Ich zeige Dir hier mal drei Marken von Thurn und Taxis und da kannst Du die Entwicklung der Markentrennung sehr schön sehen:
1.) Zuerst waren alle Marken (von Thurn und Taxis) von 1852 bis zur 3. Ausgabe von 1862/3 geschnitten, das heißt: "Alle Marken mussten aus einem Bogen herausgeschnitten werden".
2.) Mit der 4. Ausgabe von 1865 waren alle Marken farblos getrennt, das heißt: "Die Marken wurden gedruckt und dann nachträglich durchstochen".
3.) Mit der 5. und letzten Ausgabe 1866 waren die Marken farbig durchstochen, das heißt: "Alle Marken wurden beim Druck mittels Stecheisen (Trenneisen), die zwischen den Druckstöcken eingelegt waren, gleichzeitig beim Druck mit durchstochen.
Das war damals ein großer Fortschritt. Dann kamen die einzelnen Trennungen mittels "Durchlochungen" auf. Das nennen wir Zähnungen. Und diese Zähnungen haben sich bis heute als sehr gut herausgestellt und deshalb gibt es diese Zähnungen noch heute.
Bodo :) :p :D :p :)
PS: Natürlich gibt es auch in einigen Ländern verschiedene Lochungsformen. Das freut deshalb auch den/die Philatelisten/in.
Bei den Marken handelt es sich um die Michel Nr. 29, 38 + 48, jeweils rosa Druck auf weißem Papier mit jedoch unterschiedlichen Trennungsarten.
Bodo A.v.Kutzleben
06.04.2004, 14:17
damit man/frau mal einen Eindruck hat, wie es heute wäre, wenn wir noch auf der Post die Marken abschneiden müsten.
Bodo :) :p :D :p :)
Es handelt sich hier um die Michel Nr. 19, 10 Silbergroschen geschnitten in einem Originalbogen zu 150 Marken, 15 Reihen zu 10 Marken. Original-Größe des Bogens ca. 25,0 x 36,5 cm.
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