Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : USA Washington 2 cent-Marken 1908-1922
Wanderer
05.07.2008, 08:13
Moin-moin @ all
Die Dauerserie 1908-1922 enthält einige Delikatessen - beim Sortieren fallen mir dreiseitig gezähnte Marken auf, die offensichtlich nicht aus einem Markenheftchen stammen, da die entweder recht oder links geschnitten sind.
Rollenmarken (coils) sind es auch nicht, die sind immer zweiseitig geschnitten
Ich habe Marken, die oben oder unten geschnitten sind - sind das Bogenrandmarken? Als scan ein Muster anbei
andreas-machner
05.07.2008, 10:50
Die Marken an den Bogenrändern sind ungezähnt, kommt auch bei vielen anderen Ausgaben dieser Zeit der USA vor. In der Regel nicht wertsteigernd, aber hilfreich zur Feldbestimmung. Es gibt auch zweiseitig ungezähnte Stücke.
Gruß,
Andreas
Wanderer
05.07.2008, 21:08
Zweiseitig gibt es als Eckrandstück bei Markenheftchen (scan anbei) und als Coils (Rollenmarke) - Da ich noch nie einen kompletten Bogen gesehen habe, habe ich lieber noch mals nachgefragt.
Die Washington Marken jener fernen Zeit sind so variantenreich, Design A & B, 3 Zähnungen + geschnittene Trennart, Druckart (Walzendruck - Plattendruck - offsettdruck, Farbtönung und 2 Wasserzeichen und ohne Wz, 4 Überdruckvarianten (Molly pitcher, Hawaii, Kansas und Nebraska usw. Da mir ein kleiner Tütenposten um die 100 - 200 Stück vorliegt, fällt mir die Zuordnung schwer - da so ca. 50 Scott # in Frage kommen - die aktuelle Michel-Katalogisiereung mit seinen reduzierten Bild- und Textmaterial ist wenig hilfreich - da habe ich seit gestern Kopfschmerzen von. Das verzettelt sich auf zig Seiten.
Die Wasserzeichen sind durch die Falze bzw. Fettreste vom Falz teilweise kaum oder nicht zu erkennen.... Jaul, jaul
Schönen Abend noch und Andreas danke für Deinen Beitrag
Wanderer
05.07.2008, 21:10
Jaul jaul ... hier ist der Scan vom Markenheft Scott 544c und Scott 583a
Wanderer
05.07.2008, 21:15
Die Marken könnten hier raus sein
petzlaff
06.07.2008, 08:38
moin, lieber Jochen,
... da hast du eines meiner Lieblingsthemen angeschnitten.
Tatsächlich bin ich gerade dabei, die "Franklin/Washingtons" sehr spezialisiert aufzuarbeiten. Vielleicht wird ja noch ein Exponat daraus. Auf alle Fälle handelt es sich bei dieser Bureau-Ausgabe um eines der spannendsten Kapitel der USA-Philatelie.
Die Marken gibt es in verschiedenen Zeichnungstypen, mit verschiedenen Wasserzeichen, verschiedenen Zähnungen, verschiedenen Papiersorten und verschiedenenen Druckmethoden. Die Farben sind innerhalb der Auflagen nahezu konstant, auch wenn die Kataloge versuchen, ein anderes Bild zu suggerieren.
Gedruckt wurde von Platten. Ungezähnte Bögen wurden zu Rollen- oder Heftchenmarken verarbeitet. Es gab waagerecht und senkrecht gezähnte Rollen, manche davon aus privater Produktion, letztere meist als waagerechte coils (s. Bildzitat).
Einzelne Heftchenmarken sind fast nie als solche identifizierbar, da sie sich nicht von Bogenrandmarken unterscheiden.
Hier ein paar Beispiele:
ungezähntes Paar, senkrechter coil, Heftchenmarken-EInheiten, Privat-coil (hier Mailometer - einen Shermack auf Brief habe ich bereits früher gezeigt))
LG
Stefan
Wanderer
06.07.2008, 14:11
Lieber Stefan, ja genau das wollte ich wissen, da war ich mir unsicher - man/frau kann die einzelnen Bogenrandmarken nicht vom Markenheftchen unterscheiden.
Für die Eckenstücke - zwei Seiten beschnitten gilt das warscheinlich genauso - man/frau benötigt für den Nachweis Einheiten.
Bitte korrigier mich, wenn ich das falsch sehe.
petzlaff
06.07.2008, 16:03
Lieber Jochen,
die Heftchenmarken der Ausgaben 1908, 1910, 1914 lassen sich auch am liegenden Wasserzeichen identifizieren. Das ist aber relativ schwierig, da meist nur Teile einzelner Buchstaben des WZ erkennbar sind, insbesondere bei den Ausgaben 1910 und 1914. Die zahlreichen Typen der 2 Cent Washington lassen leider nicht auf die Herkunft rückschließen.
Der Scott führt dieses Erkennungsmerkmal übrigens nicht auf. Das liegt daran, dass man in USA EInzelmarken aus Heftchen nicht sammelt, sondern nur Einheiten. Allgemein gelten dort einseitig oder zweiseitig (mit Ausnahme von Rollenmarken) geschnittene Marken als minderwertig, was aus meiner Sicht absoluter Blödsinn, da normale Erhaltungsform ist - schließlich haben 36 (davon 32 einseitig und 4 zweiseitig geschnittene) von 100 Marken eines Bogens dieses Erscheinungsbild. Aber die Amerikaner ticken im "Grading" von Briefmarken (und auch Münzen) sowieso etwas anders als der Rest der Welt.
Gedruckte Linien zwischen der Marken (s. meine Beispiele) sind übrigens nicht immer Bogenschnittlinien, sondern bei den späteren Walzendrucken, die man am Bildformat erkennen kann, die Stosslinien auf der Druckwalze. Rollenmarken werden gern als Linienpaare (zwei Marken mit Stosslinie dazwischen - aus Walzendruck) gesammelt. Linienpaare in diesem Sinne aus Plattendruck gibt es nicht! Bei der von mir gezeigten Mailometer-2 Cent (ganz rechts) ist die z.B. die Linie links keine Stosslinie, sondern eine Bogenschnittlinie. Anders verhält es sich mit dem links gezeigten Beispiel der 1 Cent: hier haben wir ein Linienpaar - Stosslinien sind bei Ausgaben ab ca. 1920 meist deutlich breiter als Schnittlinien.
Sehr beliebt sind auch sog. Herzstücke aus ungezähnten Bögen = Viererblöcke, bei denen alle 4 Marken durch Schnittlinien voneinander getrennt sind.
Für das Sammeln von EInheiten gibt es einen weiteren Grund. Die Marken wurden mit unterschiedlichen Abständen zwischen den Markenreihen gedruckt. Nur in Einheiten lässt sich so ohne anhängende Plattennummer der Ausgabezeitraum eingrenzen.
Das non plus ultra sind natürlich Sechser- oder Viererblöcke mit Plattennummer. Diese werden sauteuer gehandelt (sogar bei billig-Onlineauktionären).
BTW: ich glaube nicht, dass sich die von dir gezeigten Heftchenbögen mit dem 30er Bogenteil korrelieren lassen. 30er MH-Blätter gab es nur für die Mi 223 und 224! Was meist du mit Sc. 544c? 544 ist eine 1 Cent Marke, es sei denn, meine Scotts sind überholt.
LG
Stefan
Wanderer
07.07.2008, 06:52
Moin Stefan und ebenso @ alle Frühaufsteher, das Datenfile stammt aus fehlerhafter Quelle, ich habe die Bildunterschrift nicht im Scott noch einmal überprüft. Kann das Maleur im Moment nicht rekonstruieren.
Sorry für meine Schnelligkeit, daß sich hier ein Fehler eingeschlichen hat. Ich bitte um Nachsicht - tut mir Leid.
Danke für Deine ausführlichen Erläuterungen, die werde ich mir noch mal heute Abend in Ruhe zu Gemüte führen - muß leider gleich los.
Bis denne
Jochen
petzlaff
07.07.2008, 18:24
Hier noch ein Link zu "Franklin/Washington", den ich bei "Postgeschichte" eingestellt habe.
http://www.bdph.de/forum/showthread.php?p=64755#post64755
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