Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dienstmarken Luxemburg
deckelmouk
10.05.2008, 20:06
Immer wenn ein paar Luxemburg-Sammler (in Essen :) ) zusammen sitzen kommt das Thema unweigerlich auf die Dienstmarken bzw. die Überdrucke. Die Überdrucke der Wappenausgabe und der Allegorieserie sind mit falschen Aufdrucken "durchseucht". Bei der Adolf-Serie gibt es auch Fälschungen, aber wenigstens bekommt man ab und zu einen echten Brief.
Dieses schöne Stück vom "Grossherzoglich Luxemburgischen Hofmarschallamt" ging nach Bebrich am Rhein. Die Marke wurde mit "S.P." überdruckt. Die Punkte hinter "S" und "P" sind kleine, hoch gestellte Rechtecke.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
19.05.2008, 22:09
Nach den Aufdrucken probierte die Luxemburger Postverwaltung offizielle Lochungen aus. Die zur Dienstmarke auserkorenen Briefmarken wurden mit dem Wort "OFFICEL" gelocht. Der Brief ging 1904 zum ermässigten Portosatz von 12 1/2 Centimes an den "Königlichen Landrath" von Saarburg.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
31.08.2008, 18:52
Auch bei den Dienstmarken kommen Abklatsche der "Officiel"-Aufdrucke vor. Der Katalog setzt diese Abart nicht sehr hoch an, trotzdem freut sich der Sammler :)
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
24.09.2008, 21:09
Ursprünglich waren die Dienstmarken für Auslandsbriefe geschaffen worden. Hier hatte der Beamte entweder das Aufkleben vergessen oder bewusst unfrei versandt. Prompt ging der Brief zurück, wahrscheinlich haben die deutschen Beamten grundsätzlich kein Porto bezahlt. Jetzt grübel ich, ob der Brief in die Retour-, Dienst- oder Nachportosammlung kommt.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
24.09.2008, 21:17
Dienstbriefe sind, abgesehen von den Stücken vor 1900, nicht wahnsinnig teuer. Das Stück mit der Einzelfrankatur der 40 Centimes Marie-Adelheid nach Esch (15 Centimes für das erhöhte Inlandsporto + 25 Centimes Gebühr für das Einschreiben) hat keine 10 Euro bei einem Händler gekostet. Aber, und das ist die krux, postgeschichtlich kann man das Gebiet nicht "packen".
Erst aber der Allegorie-Serie findet man sporadisch Briefe, die Stücke davor lassen sich an einer Hand abzählen. Bleibt die klassische Sammlung, inklusive aller Besonderheiten. Bei einer Fälschungsquote von 99% bei den ersten Ausgaben, ist das eine undankbare Aufgabe. Oder anders gesagt, momentan ist das Gebiet "mousedead".
Beste Sammlergrüsse!
Lars
claus wentz
25.09.2008, 09:27
Nach meinen jahrzehntelangen Erfahrungen mit Behörden kann ich die Meinung von Lars bestätigen , daß deutsche Behörden, damals wie heute, kein Porto zahlen und die Sendungen zurück gehen lassen.
Mächt´s gütt
Claus Wentz
deckelmouk
09.11.2008, 16:56
Bei diesem Dienstbrief von der Generalstaatsanwaltschaft Luxemburg nach Magdeburg würde mich der blaue Vermerk interessieren. Kann ihn jemand entziffern?
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Aus meiner Sammlung ein Brief mit Dienstmarke, den vermutlich die Großherzogin Charlotte geschrieben hat. Briefvorderseite mit Stempel "Service de Grande Duchesse", Briefrückseite: eingedruckter Absender.
Gruß Helmut
@deckelmouk
Erst aber der Allegorie-Serie findet man sporadisch Briefe, die Stücke davor lassen sich an einer Hand abzählen. Bleibt die klassische Sammlung, inklusive aller Besonderheiten. Bei einer Fälschungsquote von 99% bei den ersten Ausgaben, ist das eine undankbare Aufgabe. Oder anders gesagt, momentan ist das Gebiet "mousedead".
99% ist schon eine ungewöhnlich hohe Fälschungsquote. Kannst du das mit Zahlen untermauern oder ist das nur so dahingesagt?
Mfg
Ferrari
deckelmouk
10.11.2008, 11:09
@ferrari:
Die 99% sind natürlich nur so dahingesagt. In Wirklichkeit geht die Quote in Richtung 99,5%. Ich zeige Dir gerne meine tausenden von Fälschungen und meine vier echten Dienstmarkenüberdrucke.
Gegenfrage: Was veranlasst Dich, die Zahl in Frage zu stellen?
Beste Sammlergrüsse!
Lars
@heku
Lieber Helmut,
beigefügt ist ein Briefumschlag, dessen Adresse von Großherzogin Charlotte geschrieben wurde:D . Auch hier ist rückseitig eine Krone und SCHLOSS BERG, LUXEMBURG zu sehen.
Mit schönen Grüßen von
DiDi
@ Didi:
Sagen wir mal der Brief wurde vom Stab zu Diensten der Grossherzogin geschrieben. Die grossherzogliche Familie wird sowohl im grossherzoglichen Palast als auch auf dem Wohnsitz Colmar-Berg (oder Fischbach) von einem Stab umgeben, an deren Spritze der Hofmarschall steht. In diesem Stab sind eine Reihe von Verwalter, "Aides de camp" (der deutsche Name fällt mir im Moment nicht ein), Vasallen, Sekretären, ...
Jegliche Post die an den Grossherzog adressiert wird, wird vom Stab geöffnet, gefiltert und eventuell weitergeleitet.
Ausgehende Post wird in der Regel ebenso vom Stab geschrieben - oder aber zumindest abgefertigt (heisst in einen Umschlag gesteckt und frankiert).
Die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich die Handschrift der Grossherzogin ist ist verschwindend gering!
@an den ungläubigen Pascal
Zitat:
Die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich die Handschrift der Grossherzogin ist ist verschwindend gering![/QUOTE]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Gehört zwar nicht zur Philatelie, ist aber eine Grußkarte mit persönlicher Widmung und Unterschrift von Großherzogin Charlotte.
Gruß
DiDi
@ Didi:
Das ist dann wirklich eine echte Seltenheit! Ich schätze dass unter den im Namen der grossherzoglichen Familie geschriebenen Briefe und Grusskarten ca. 249 von 250 nicht von der Familie selbst geschrieben werden!
@DiDi,
Glückwunsch, ein sehr schöner Beleg den Du uns da zeigst.
Gruß Helmut
Mit Dienstmarken frankierter R-Brief des großherzoglichen Hofes mit violettem Einzeiler
Service de la Grande Duchesse, R-Zettel in rot/schwarz
und Kreisgitterstempel COLMAR-BERG vom 26.4.33 nach Leipzig.
Ein klarer Abschlag dieses nicht alltäglichen Stempels.
Der Einzeiler hätte im Inland Portofreiheit bedeutet. Nach Deutschland war der Brief mit 3 Fr. (Porto 1,25 + R-Taxe 1,75) portogerecht frankiert.
Schönen Gruß
DiDi
deckelmouk
06.04.2009, 22:48
Mit Belgien bestand ein Sondertarif für einfache Briefe mit 20 Centimes statt 25 Centimes. Interessant an dem Brief ist einerseits der Absender (Bains de Mondorf), andererseits der Aufgabeort (Diekirch). Da hätte ich als Aufgabeort Mondorf erwartet. Der Stempel "Diekirch B" war im Winter/Frühjahr 1902 keine fünf Monate im Einsatz - ein kleiner "Bonus".
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
12.05.2009, 20:36
Der einfache Brief mit 25 Centimes-Marke (UPU-Auslandstarif) passt in zwei meiner Sammelgebiete: Dienstbriefe und Weiterleitungspost. Auch wenn die IBRA in Essen nicht das allerergiebigste Pflaster war, bin ich froh, den Brief günstig bekommen zu haben.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
12.05.2010, 13:02
@didi:
Wurde der abgebildete Brief auch von Grossherzogin Charlotte geschrieben?
Beste Sammlergrüsse!
Lars
@ Lars
Ein sehr schöner Beleg (auch wenn der Aufdruck verschoben ist:rolleyes:).
Auch in Essen "erwischt"?
Zwischen den beiden Umschlägen liegen 10 Jahre. Trotzdem glaube ich nicht, dass Charlotte diesen Brief geschrieben hat. Eine Anzahl der Buchstaben sind völlig anders.
Gruß
DiDi
deckelmouk
14.06.2010, 09:22
Bei Delcampe wird gerade dieses "Unikat" angeboten. Diese "einzigartige" Fälschung hab ich in der Tat noch nie gesehen. Die Punkte nach dem S und P sind rund anstatt eckig und die Buchstaben weichen deutlich von dem Original ab.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
@Deckelmouk
In der Annahme, dass Du eine Diskussion lostreten möchtest:
Sind die "runden" Punkte wirklich das Wichtige bei dieser Fälschung?
Oder ist es nicht viel interessanter, dass es einen S.P.-Aufdruck in
dieser breiten Schrifttype auf den Marken mit Bildnis des Großherzogs Wilhelm nie gab?
Dem Fälscher sei Dank - jetzt gibt es einen:p.
Schönen Gruß
DiDi
deckelmouk
14.06.2010, 18:18
@didi:
Natürlich hast Du recht, die Marke mit dem Aufdruck gab es so nie. Aber ich argumentiere lieber, dass der Aufdruck falsch ist, als damit, dass die Marke so nicht im Katalog notiert ist. Der Fälscher wollte eine Rarität kreieren, in dem er eine (mögliche) Besonderheit schafft.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
21.06.2010, 22:31
Diese Einladung zu einem Vortrag über die Leber wurde 1937 von der medizinischen Gesellschaft in Luxemburg an einen Arzt versandt. Die gedruckten Karten waren mit dem Aufdruck "S.P." versehen, damit und mit dem Stempel der Gesellschaft wurde die Portofreiheit dokumentiert. Persönlich gefällt mir auch der Maschinenstempel sehr gut, den man nicht so oft findet.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
@deckelmouk
als Ergänzung:D
Portobefreiungen sind prinzipiell nur fürs Inland bestimmt.
Portofreiheiten waren für die Post immer ein leidiges Kapitel, das weniger Einnahmen versprach. Erste Reglemente dazu gab es schon unter dem Postregime der Thurn & Taxis ab 1719. Nutznießer unter anderen waren die Postbediensteten der Fürstlichen Post, die für ihre Privatsendungen (Franko Null), genauso wie die Mitglieder der verschiedenen königlichen, großherzoglichen, fürstlichen oder gräflichen Höfe (Franko Taxis) , Portofreiheit genossen.
Eine bis 1872 gültige Liste enthält die Namen des Ackerbau-Vereins, der Gartenbau-Gesellschaft, der Gesellschaft für Altertumskunde, der Gesellschaft für Naturwissenschaften und der für medizinische Wissenschaften, des Willibrordus-Bauvereins und der Staatssparkasse (für Postanweisungen).
Ein Königlich-Großherzoglicher Beschluß vom 1. Oktober 1879 (mit Bezug auf Artikel 13 des Gesetzes vom 12. Januar 1855) bestimmte ein allgemeines Reglement über Portofreiheiten. Verschiedene Bestimmungen daraus haben noch heute Gültigkeit.
• Die Sendungen müssen die Bezeichnung des Absenders sowie Stempel und Unterschrift tragen.
• Auch ist die Aufschrift Service public oder S.P. (gedruckt, handschriftlich oder mittels Stempel) vorgeschrieben.
• Sendungen, welche von Behörden an Privatleute (in deren Interesse) gehen, sind mit dem Vermerk
Port à payer par le destinataire zu versehen; sie unterliegen der einfachen Taxe eines Briefes (die
vom Zusteller erhoben wurde).
Im Jahre 1910 zählte man nun schon etwa 1.500 Inhaber von Portofreiheiten. Ein Tableau des Franchises de Port ou de Taxe , von der Postverwaltung im Jahre 1923 ausgegeben, enthält 78 zweispaltige Seiten mit etwa 4.000 Einträgen von Porto- und Taxebefreiungen im Telegraphen- und Telefonbetrieb. Alphabetisch folgt hier eine kleine Auswahl der Institutionen und Vereine, die Portobefreiung genossen: vom Entbindungsdienst über die Landwirtschaftskommission, die Zollverwaltung, ein Waisenhaus, die Fleischwareninspektion, das bakteriologische Laboratorium, die Sozialhilfe, die Gesellschaft der Naturfreunde bis zur Union Luxemburger Frauen gegen den Alkohol. Für viele davon waren noch besondere Bestimmungen zu beachten, und alle waren auf Richtigkeit zu kontrollieren.
Bestrebungen, diese Vergünstigungen auf ein überschaubares Maß zu beschränken, gab es viele. Ab 1904 hat sich die Verwaltung der P.T.T. immer wieder um Abschaffung oder mindestens um Reduzierung dieser überhand nehmenden Porto- und Taxenbefreiung bemüht. Leider ohne Erfolg.
Erst nach dem 2. Weltkrieg gelang "der große Wurf" . Mit großherzoglichem Beschluss vom 16. Juli 1945 und mit Wirkung zum 1. Oktober 1945 wurde die überwiegende Mehrzahl der Portofreiheiten abgeschafft.
Die Mitglieder der Luxemburger Besatzungstruppen in Deutschland (November 1945 – Juli 1955) besaßen Portofreiheit.
Für die Luxemburger Freiwilligen des Koreakrieges (1950-1953) bestand (auf den von der belgischen Armee vorgeschriebenen Formularen) Portofreiheit .
Zurzeit bestehen noch folgende Portofreiheiten:
nur Inland 2010 Sendungen des großherzoglichen Hofes
Sendungen an den großherzoglichen Hof
Sendungen der Krankenkassen
Sendungen an verschiedene Krankenkassen
Sendungen an das Postscheckamt
alle Länder (seit 1.7.1971) Blindenschriftsendungen
Schönen Gruß:)
DiDi
deckelmouk
23.06.2010, 12:58
@didi:
Herzlichen Dank für die ausführliche Ergänzung! Anders gesagt dürften die Portofreiheiten Luxemburgs für den forschenden Sammler ein tolles Feld sein, auf dem er sich austoben kann. Ich kann mir vorstellen, dass das Material nicht sehr teuer ist, wenn auch relativ selten.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
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