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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Deutsches Reich Nummer 96 AII ?



Ollipaule
05.04.2008, 18:16
Hallo zusammen bin beim stöbern in Ebay über folgenden Artikel gestolpert. Möchte mal Eure Meinung dazu hören.
Gruß Ollipaule

deckelmouk
05.04.2008, 18:25
@ollipaule:

Da prangt das Zeichen für "Gefälligkeitsstempel" auf der Rückseite.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Ollipaule
05.04.2008, 18:28
Ich frage nicht nur deswegen, sondern der Stempel datiert vom 31.3.1919. Die früheste Verwendung der Marke ist aber laut Katalog der 4.5.1919. Ferner scheint mir das Prüfzeichen falsch positioniert und etwas groß.

Andreas Gminder
06.04.2008, 01:00
Ich frage nicht nur deswegen, sondern der Stempel datiert vom 31.3.1919. Die früheste Verwendung der Marke ist aber laut Katalog der 4.5.1919. Ferner scheint mir das Prüfzeichen falsch positioniert und etwas groß.

Hallo,

ich kann kein Prüfzeichen sehen.
Die Typenbezeichnung "AII" ist meiner Ansicht nach von "irgendjemand" draufgestempelt worden, aber kaum von einem BPP.

beste Grüße,
Andreas

Phila
06.04.2008, 20:38
Durch Zufall darüber gestolpert. Ich finde es nicht nett, wenn neben dem Bild noch eine ergänzende Beschreibung vorhanden ist, hier aber danach gefragt wird. Es gibt einige die möchten Fragen beantworten/ weiterhelfen und lesen dafür Literatur/ opfern Zeit um hier zu antworten.

http://cgi.ebay.de/Dt-Reich-MiNr-94AII-mit-Feldpoststempel-KW-650_W0QQitemZ320232605762QQihZ011QQcategoryZ7831QQ ssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem

Phila

deckelmouk
06.04.2008, 22:53
Ist das nicht der "ominöse" Stempel, der im Michel-Spezial bei den Libau-Marken erwähnt wird?

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Ollipaule
07.04.2008, 12:03
Durch Zufall darüber gestolpert. Ich finde es nicht nett, wenn neben dem Bild noch eine ergänzende Beschreibung vorhanden ist, hier aber danach gefragt wird. Es gibt einige die möchten Fragen beantworten/ weiterhelfen und lesen dafür Literatur/ opfern Zeit um hier zu antworten.

http://cgi.ebay.de/Dt-Reich-MiNr-94AII-mit-Feldpoststempel-KW-650_W0QQitemZ320232605762QQihZ011QQcategoryZ7831QQ ssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem

Phila

Hallo,
es ging mir nicht darum Eure Zeit zu stehlen. Ich wollte lediglich wissen, was Ihr von der abgebildeten Marke haltet, bzw. ob Ihr sie für eine 96AII haltet.
Die angegebene Beschreibung bzw. das Attest beantwortet meine Frage nicht.
@deckelmouk Deine Theorie zum Stempel halte ich für durchaus richtig.
Grüsse Ollipaule

Udo Korte
22.05.2008, 16:21
Das Eingangsposting ist ja nun schon eine Weile her und ich weis nicht ob es für den Beitragsersteller noch von Interesse ist ...

Die Zähnung der Germaniamarke ist 26:17 womit bei dem erkennbaren Wasserzeichen nur noch 96 A I und II in Frage kommen.

Druckbild, Druckfarbe, Zähnungsverlauf, Papierfarbe, Wasserzeichenstruktur und durchscheinendes Druckbild lassen soweit es die Abbildung der Marke hergibt auf die Kriegsmarke schließen. Ich halte die Marke also dem Bild nach für eine 96 A II.

Germaniaspezialist
27.07.2008, 13:37
Ich denke das hinlänglich beantworten zu können:

Mi 94 bis 97 tauchen oft, auch in der besseren A Zähnung mit Stempel "Deutsche Feldpost, Nr.168" auf. Man geht davon aus, dass das Souvenir-/Gefälligkeitsabstempelungen sind, da auch grössere Einheiten bekannt sind.;)
In 1919 wurden oft auch noch Friedensdrucke der Markwerte(insbesondere 3 und 5 Mark) verwendet, da der Absatz der grossen Werte durch den Krieg stagnierte. Hauptverwender für die grossen Werte waren Firmen/Speditionen, die diese Marken für Paketkarten(meist Ausland) verwendeten. Dieser Postverkehr war aber stark reglementiert/eingeschränkt oder ganz verboten. Eine bedarfsgerechte Abstempelung von Markwerten auf Feldpostbriefen ist auch in der Arbeitsgemenischaft Germania nicht bekannt. Den Stempel Deutsche Feldpost Nr. 168 kenne ich nur ohne Marken oder mit kleinen Pfennig-Werten wie damals üblich. Bei Durchsicht meiner Vergleichsmarken der 96 II A fiel mir auf, dass ich auch eine 96 A II gestempelt vom 30.04.1919 besitze, (alle meine anderen 96 A II sind aus Ende 1919/Anfang 1920) welche sogar von Michael Jäschke-Lantelme geprüft ist. Also sind auch die Erstverwendungdaten des Michel-Kataloges für diese Zeit als nicht exakt zu bezeichnen. Ich schliesse mich der Meinung von Herrn Korte an,
dass es sich um eine 96 A II handeln könnte, wobei, durch diese Abstempelung eigentlich wertlos....

Das Prüfzeichen ist gemäss Signierordnung für diese Zeit ok, da die Marke so gestempelt, geringwertig ist. Aus diesem Grund darf das Prüfzeichen nicht wie bei ordnungsgemäss gestempelten Marken positioniert sein und wird durch das Gefälligkeitsstempelsymbol ergänzt, denn weder Marke noch Stempel sind falsch, nur der Stempel passt überhaupt nicht zur Marke, stammt aber aus der Verwendungszeit und eine theoretische Möglichkeit auf Verwendung hat bestanden.... Eine echt gelaufene 96 A II trägt zweimal den Namenszug des Prüfers und davor das A II. Mich hätte einfach mal interessiert, ob das jemand für relativ viel Geld dann ersteigert hat...

Germaniaspezialist
27.07.2008, 13:37
Sicherlich tauchen auch noch mehr "Exemplare" zukünftig mit diesen Abstempelungen auf...

axel
05.08.2008, 00:20
Der 1. Weltkrieg endete am 11.11.1918 um 11 Uhr. Warum sollte es dann mehr als 4 Monate später noch eine Deutsche Feldpost gegeben haben?

Herbert
05.08.2008, 01:58
Das ist in dieser Form nicht ganz korrekt. Am 11.11.1918 trat der Waffenstillstand in Kraft. Am 28. Juni1 1919 wurde der Friedensvertrag unterzeichnet. In der Zwischenzeit gab es durchaus noch Reste der Deutschen Armee.

Z.B. war da das Flottenkommando von ca. 1.800 Mann unter Konteradmiral von Reuter, das die Hochseeflotte nach Scapa Flow gefahren hat und dort im Juni 1919 versenkte.

Demzufolge wäre es nur logisch, dass es in dieser Zeit auch noch Feldpost gegeben hat.

Germaniaspezialist
05.08.2008, 11:49
Das ist in dieser Form nicht ganz korrekt. Am 11.11.1918 trat der Waffenstillstand in Kraft. Am 28. Juni1 1919 wurde der Friedensvertrag unterzeichnet. In der Zwischenzeit gab es durchaus noch Reste der Deutschen Armee.

Z.B. war da das Flottenkommando von ca. 1.800 Mann unter Konteradmiral von Reuter, das die Hochseeflotte nach Scapa Flow gefahren hat und dort im Juni 1919 versenkte.

Demzufolge wäre es nur logisch, dass es in dieser Zeit auch noch Feldpost gegeben hat.

Das ist ein ziemlich interessanter Aspekt, der mir so bisher auch nicht bewusst war. Kennt jemand Feldpostbelege des WK I nach dem 11.11.1918 ? und unterlagen diese Belege evtl. einer Zensur der Siegermächte ?

deckelmouk
05.08.2008, 14:32
@germaniaspezialist:

Nach meinem Wissen kontrollierten die Alliierten vornehmlich die Auslandspost. Damit fällt Feldpost zu 99,9% weg, weil sie in den seltensten Fällen ins Ausland ging bzw. nicht erkennbar ist, da vollfrankiert. Die deutschen Truppen mussten sich nach dem Waffenstillstand innerhalb von 10 Tagen ins Reichsgebiet begeben, die Feldpostämter sind z.T. um den 10./11. November geschlossen worden.

Wenn überhaupt, dann könnten Feldpostbelege mit alliierter Zensur nur aus dem Osten stammen. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren!

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Germaniaspezialist
12.09.2008, 16:17
@germaniaspezialist:

Nach meinem Wissen kontrollierten die Alliierten vornehmlich die Auslandspost. Damit fällt Feldpost zu 99,9% weg, weil sie in den seltensten Fällen ins Ausland ging bzw. nicht erkennbar ist, da vollfrankiert. Die deutschen Truppen mussten sich nach dem Waffenstillstand innerhalb von 10 Tagen ins Reichsgebiet begeben, die Feldpostämter sind z.T. um den 10./11. November geschlossen worden.

Wenn überhaupt, dann könnten Feldpostbelege mit alliierter Zensur nur aus dem Osten stammen. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren!

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Wir haben jetzt bei uns im Briefmarkenverein in der Heeres-Dienstverordnung Ausgabe 1920 recherchiert, was die Schliessung der letzten Feldpostämter angeht:
In dieser Verordnung wird die Schliessung der letzten Feldpostämter zum 31.03.1920 angeordnet. Im wesentlichen waren das Grenzschutztruppen im Osten und im Baltikum, die erst Februar/März 1920 besetzte Gebiete zurückgaben. Was die Annahme der Feldpost aus 1919 angeht, ist die Vermutung richtig, dass diese Belege nur aus dem Osten, sprich Polen, Weissrussland und Baltikum stammen können. Solche Belege liegen bei uns im Verein bei einem WK I Feldpostsammler auch vor, sogar ohne Zensurvermerk.
In Russland muss laut dessen Aussage es damals so ziemlich "drunter und drüber" gegangen sein, da die Revolutionsnachfolgen 1919 noch längst nicht ausgestanden waren und noch erbitterte Kämpfe um die Macht unter rivalisierenden Aufständigen an der Tagesordnung waren. Da kam oft die Zensur der noch in Rückzugsräumen stehenden Deutschen Grenzsicherungstruppen, die aber oft noch weit auf fremdem Territorium standen, zu kurz.