Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Randstücke
hallo Leute,was mich brennent intressiert ist die frage nach den Randstücken und was haben sie für eine Beteutung für einen Sammler ???
Hallo Urs1
das ist eine Frage die auch nicht einfach zu beantworten ist. Zunächst wohl mal grundsätzlich: ein Randstück, vor allem ein Eckrandstück, hat an mindestens an einer Seite ( respektive zwei ) eine ideale Zähnung. Sprich, bei einem Eckrandstück laufe ich nur an zwei Seiten Gefahr eine schlechte Zähnung zu haben.
Sodann gibt es natürlich gerade auf den Rändern Merkmale, die des Sammelns würdig sind. Zudrucke, Schmuckzusätze, Reihenzähler, Wertzähler, ( möglw. auch korrigierte) Druckdaten, Bogenzähler, Druckerzeichen, HAN, uvm. Da kann man aus fast jedem Sammelgebiet noch eines oder mehrere machen.
Es gibt Spezialsammler, die sich nur mir Rand oder Eckrandstücken auseinandersetzen. Auch habe ich schon wunderbare Austellungssammlungen zu diesem Thema gesehen. Z.B. Dauerserie Frauen mit korrigierten Reihenwertzählern.
Vom Wert her interessant wird es meist dann, wenn die Marke sowieso nur eine geringe Auflage hat. Ein Eckrandstück kann ja nur max. 4 mal pro Bogen dabei sein, ein Stück mit Druckdatum eben nur einmal. Das kann sehr wertsteigernt sein.
Ich sammele zwar nicht speziell auf Marken mit Rändern hin, habe ich jedoch ein Stück mit Rand oder Eckrand tausche ich es gegen die Marke ohne aus. Leider ist das bei vielen Anbietern von Vordruckalben schlecht zu realisieren oder nicht sehr ansehnlich, wenn man aber ( wie ich auch ) selbst gestaltet, sieht es ganz ok aus.
Viele Grüße
KHS
Hallo,
manche haben sich auf Randstücke spezialiesiert. Ich bin kein Spezialist für Randstücke. Ich habe aber den Eindruck, dass man grundsätzlich 2 Bereiche unterscheiden muß. Ich nenne den einen mal den "klassischen" Bereich. Dort sind auf den Randstücken amtliche Hinweise wie Reihenwertzähler, Hausauftragsnummern, Strichleisten und ähnliches.
Der andere ist für mich der "moderne" Bereich. Die deutschen Briefmarken erscheinen ja seit geraumer Zeit im Zehnerblock. Da hat jeder Marke ein Randstück, das meist in irgendeiner Forum passend zum Thema der Marke gestaltet ist. Die neuen Bundmarken sammle ich deshalb so, dass ich mir immer eine schöne gestempelte Marke mit Rand suche. Bekomme ich eine schön gestempelte Eckrandmarke ziehe ich diese vor.
Gruß
Herbert
Hallo miteinander!
Hier möchte ich anhand (Siehe Scan) mal zeigen was zum Beispiel bei den dänischen Marken interressant bei den Randstücken, hier Eckrandviereblöcke ist.
Bei den dänischen Briefmarken werden bei jeder Briefmarke der Ober- und Unterrand jeweils mit einer Marginalnummer versehen. Die älteren Marken hatten eine vierstellige Marginalnummer. Als man dann die Fluoreszierenden Marken einführte, ging man dazu über und druckte ein L vor der Nummer. Das L stand für Lumogen. Wenn die gedruckte Auflage verbraucht war wurden neue Marken nachgedruckt die dann eine neue Marginalnummer bekamen. Bei meinem Beispiel sind es die Marginalnummern L 598, L 611, L 634 und L 670. Somit kann man sehen das diese Marke in 4 Auflagen gedruckt wurde. Seit einiger Zeit wird der Briefmarkenbogen auch mit einem Strichcode versehen.
Viele Grüße
Bent
Dirk Bake
06.03.2004, 16:36
Bei Nicht-SammlerInnen erlebe ich immer wieder eine Angewohnheit, die mir zu denken gibt: Soll eine Postkarte oder ein Brief frankiert werden, nehmen sie den Briefmarken-Bogen zur Hand, trennen eine Marke heraus und befreien diese dann vorm Aufkleben vom Rand. Ich habe oft Büromenschen gefragt, warum sie letzteres tun. Die Antworten reichen von "ja, das macht man doch so" bis "wie jetzt, dranlassen, wie sieht das denn aus". Diese merkwürdige Angewohnheit ist offenbar tief verwurzelt - vor einigen Jahren habe ich folgendes erlebt:
Über 50 eilige Großbriefsendungen waren vorbereitet, Umschläge zugeklebt, Absender draufgestempelt, und es verblieben noch 10 Minuten bis zur letzten Briefkastenleerung. Ich schnappte mir einen Kollegen und bat ihn, mich beim Frankieren zu unterstützen. Das wollt er auch tun und begann sofort, von jedem Briefmarkenbogen einzeln die Ränder abzutrennen ...
Zum Glück gibt es auch Büromenschen, die - aus welchen Gründen auch immer - die Ränder dranlassen, damit Geschäftspost erhaltende SammlerInnen sich über bedarfsmäßig gestempelte Rand- und Eckstücke freuen können.
Bodo A.v.Kutzleben
06.03.2004, 18:37
Randstücke sind oft gesuchte LIEBHABERSTÜCKE. Gerade auch in der Klassik, sind Randstücke teilweise nicht bezahlbar und ausserordentlich SELTEN. Auf Brief teilweise gerade auch von Thurn und Taxis nicht bezahlbar. Dann kommen zu den "RANDSTÜCKEN" noch die "ECKRANDSTÜCKE". Das sind die Träume der Altdeutschlandsammler.
Hier ein Beispiel von Thurn und Taxis: Die 1. Silbergroschen, Schwazer Druck auf dunkelblauem Papier, Mi.-Nr. 4 bekommt man/frau lose gestempelt schon für ca. 60,00 bis 120,00 €, ein Randstück kostet etwa 120,00 bis 250,00 € je nach der Breite des Randes. Ein loses Eckrandstück ist 1985 auf einer Auktion verkauft worden für sage und schreibe 9.200,00 DM ( in Euro 4.700,00 € ) zuzügl. Gebühr.
Das vorgenannte Eckrandstück ist natürlich eine gewaltige Ausnahme in der Preisfindung. Aber wenn man/frau Randstücke bekommen kann, immer nehmen. Auch Randstücke auf Brief sind immer besser als nur die Marke ohne Rand auf Brief. Auch erzählen Ränder oft Geschichten. Sie haben Bogennummern darauf oder Druckmerkmale zur Einrichtung des Bogen usw.
Also, wenn man/frau zwischen einer losen Marke oder einer Marke mit Rand oder sogar einem Eckrandstück wählen kann, sie immer mit Rand oder Eckrand EINTAUSCHEN oder ERWERBEN.
Bodo :) :p :D :p :)
PS: Ich suche auch heute noch immer schöne Randstücke und natürlich Eckrandstücke von Thurn und Taxis. Aber diese schönen Täubchen sind leider sehr schwer zu finden und sehr scheu. Deshalb habe ich auch nur wenige.
Tja, das unterscheidet uns Sammler von den "Normalos"!
Nachdem früher meine Chefin meine ersten vorbereiteten Briefe an Kunden sah, hat sie mir die eindeutige Anweisung gegeben, keine Ränder mehr zu verkleben. "Wie sieht denn das aus?" Auch meine Kolleginnen waren alle ihrer Meinung. Auch meine Aufklärung (gesuchte Sammlerstücke usw.) half nichts.
Beste Grüße
Andre
apholzer
07.03.2004, 18:15
Ich muss hier ein Geständnis ablegen:
Auch ich befreie die Marken vom Rand, bevor ist sie auf einen Brief klebe; dies obwohl ich Sammler bin. Meines Erachtens sehen Briefe mit Bogenränder irgendwie unordentlich aus, ich kann das rational auch nicht begründen.
Ich weiss, einige Sammler (wohl aber nur eine kleine Minderheit) messen den Rändern grosse Bedeutung zu, aber trotzdem... ich weiss auch nicht warum...
crantsch
07.03.2004, 19:50
Randstücke haben auch noch einen praktischen Sinn! wo nichts gerissen wird, kann auch nichts ZERRISSEN werden (Zähnung!). Insofern sind Eckrandstücke im Viererblock die sicherste Anlage für einwandfreie Zähnung - und daher auch entsprechend teurer.
Übrigens VOR den Zehnerbogen hatte ich mich auch auf sowas spezialisiert (Bund mit Rändern) - speziell die Leipziger Druckerei war da ein beliebtes Gebiet - aber vorbei ist vorbei...
Dirk Bake
07.03.2004, 23:44
Ein weiterer Vorteil des Dranlassens von Rändern kam noch nicht zur Sprache: Wer Marken mit nach links weisendem anhängendem Rand auf Postkarten, Standard- und Kompaktbriefe klebt, vermindert die Gefahr, dass die Marke auf dem Postweg beschädigt wird. Falls die Sendung - wie nicht selten erlebt - nach Zustellung Spuren von Gewaltanwendung durch Maschinen des Briefzentrums aufweist, treten diese vorzugsweise nur auf dem Rand auf, wohingegen die nach links weisende Zahnreihe der Marke ist in der Regel noch okay ist.
Übrigens möchte ich bezweifeln, dass nur eine kleine Minderheit der SammlerInnen Stücke mit anhängendem Bogenrand bevorzugt. Wenn ich mich recht entsinne, stand im Michel vor einigen Jahren mal der Hinweis, dass Randstücke ca. 25 Prozent höher zu werten seine, Ecken sogar ca. 50 Prozent. Falls es sich dabei um am Markt orientierte Angaben handelte, muss die Anzahl von SammlerInnen mit entsprechenden Vorlieben schon durchaus bedeutend sein.
Wer legt eigentlich die Preise für Marken mit Eckrandstücken oder Randstücken fest?
Ist dies ein Trend auf den Sammler aufspringen und deshalb sind die Marken teurer bewertet?
Gibt es einen speziellen Katalog der die Bewertung mit solchen Marken vornimmt oder ist der Preis generell höher?
Erich
Hallo Schuhe,
für Bund und Berlin gibt es für die Eckrandstücke Spezialkataloge von Herrn Schwarz und Herrn Törk. Auch im Michel-Spezial gibt es bei den Dauerserien Preise für die Paare und hier einen Hinweis wie Marken mit Rand zu werten sind.
Hauptsächlich sammeln die Spezialsammler hier nach den Katalogen von Herrn Schwarz. Persönlich bevorzuge ich die Kataloge von Herrn Törk (für mich ist die Angabe der Zähnung hier einfacher nachzuvollziehen). Die Kataloge von diesen zwei Spezialisten sind nur noch antiquarisch erhältlich. Hier empfehle ich auf der Messe Sindelfingen einen Besuch bei den dortigen Literaturanbietern.
Viele Grüße
Juergen
Danke Jürgen für die ausführliche Antwort.
Ich hätte nicht erwartet,dass es für derartige Besonderheiten sogar Kataloge gibt.
Erich
petzlaff
12.08.2010, 11:18
Ich hätte nicht erwartet,dass es für derartige Besonderheiten sogar Kataloge gibt.
Hallo Erich,
ich würde so etwas grundsätzlich nicht als "Besonderheiten" bezeichnen, denn jeder Markenbogen hat seine Rand- und Eckstücke, und jede Bogenmarke stammt aus einem Bogen. Rein statistisch sind natürlich erhaltene Rand- und Eckrandstücke seltener als Einzelmarken oder Paare aus dem inneren Bogen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass man bei der Versandstelle solche Objekte im Abonnement beziehen konnte/kann. Meines Erachtens haben die meisten erhaltenen derartigen Randbogenteile einen philatelistischen Hintergrund und sind wohl eher NICHT als Seltenheiten einzustufen.
Vielmehr wird der Preis sicherlich durch Spezialsammler oder philatelistische Zocker bestimmt. Letzteres bestimmt dann den "Trend, auf den die Sammler aufspringen" und zeitlich begrenzt höhere Preise forcieren. Die Erfahrung mit der Katalogpreisentwicklung der letzten 100 Jahre hat gezeigt, dass solche Trends eher kurzlebig sind. Typischstes Beispiel: die 50Pfg Heinemann (BRD 1970) in postfrisch, selbst als Einzelmarke, wurde seinerzeit künstlich (auch durch die philatelistischen Medien getrieben) zur modernen "Rarität" hochstilisiert. Heute hat sie sich still und leise brav in das normale unspektakuläre Preisgefüge eingereiht.
Preise werden immer nur durch das Verhältnis von Nachfrage zu Angebot bestimmt - egal, was sich die Katalogmacher da sonst noch auszudenken vermögen. Kein Wunder, dass die Katalogpreise stets fernab jeglicher realistischen Bewertung gestanden haben und immer noch stehen. Anders ausgedrückt: Katalogpreise sind nichts anderes als Schall und Rauch.
Der Sinn eines Spezialkatalogs oder eines Handbuchs ist es weniger, Raritäten zu zaubern, sondern philatelistische (Post)Geschichte und Herstellungsmethoden zu dokumentieren. Was jeder einzelne daraus macht, ist dann eingentlich nur sein ganz persönliches Bier.
claus wentz
12.08.2010, 11:28
Hier sollte man bedenken, daß der Handel Großeinkäufe getätigt hatte und damit das Stück nach allen Regeln des Marketings unter das Volk brachte.
Und das gilt auch für die 50 Pf. Unfallverhütung. Da ist das gleiche passiert.
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