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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Handstempel-Überdrucke Bezirk 16 Jena 1



Andreas Gminder
09.02.2008, 15:46
Hallo,

habe diesen Brief erhalten, der mir reichlich suspekt vorkommt. Schon das Porto von 59 Pfennig macht stutzig. Kein Ankunftsstempel rückseitig oder ähnliches.
Von den Marken sind mehrere mit Aufdruck, zwei aber nicht. Die Aufdrucke scheinen verschieden zu sein, einer aus Kahl ist auch noch mit dabei.

Gebastelter Sammlerbrief, bei dem wenigstens die Marken echt sind, oder eher eine Fälschung? Kann man das am Scan überhaupt beurteilen?

beste Grüße,
Andreas

Harald Krieg
09.02.2008, 16:01
@Andreas Gminder

Das frankierte Porto beträgt nicht für 59, sondern nur 50 Pfennig.

Die beiden Marken zu 2 und 8 Pfennig ohne Handstempel sind eine Zehnfachfrankatur.

10 Reichspfennig = 1 Pfennig

Sowohl von Jena 1 als auch von Kahla sind laut Michel "Fälschungen in erheblichen Mengen bekannt."

Andreas Gminder
09.02.2008, 17:03
@Andreas Gminder

Das frankierte Porto beträgt nicht für 59, sondern nur 50 Pfennig.

Die beiden Marken zu 2 und 8 Pfennig ohne Handstempel sind eine Zehnfachfrankatur.

10 Reichspfennig = 1 Pfennig


Hallo Säckingen,

besten Dank, peinlicherweise habe ich da überhaupt nicht dran gedacht.



Sowohl von Jena 1 als auch von Kahla sind laut Michel "Fälschungen in erheblichen Mengen bekannt."

Ja, das ist mir natürlich bekannt. Aber nachdem das Porto ja nun doch geklärt ist und der Brief mir (abgesehen von den Handstempelaufdrucken) rein optisch echt aussieht, werde ich mir wohl mal überlegen, ihn zum Prüfen zu schicken. Jedenfalls sehen meine zwei geprüften Handstempel Jena 1 recht ähnlich aus, während die Fälschungen die ich bisher gesehen habe alle durch gleichmäßig satten Druck abwichen.

beste Grüße,
Andreas

Lars Böttger
09.02.2008, 17:05
Hallo Andreas,

bevor Du den Beleg zum Prüfen schickst, würde ich zwei Sachen klären:

1. Ist der Brief portorichtig?
2. Ist ein amerikanischer Ankunftsstempel drauf?
3. Hätte der Brief zensiert werden müssen?

Das sind alles keine K.-O.-Kriterien, aber geben Dir u.U. bessere Anhaltspunkte.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Andreas Gminder
09.02.2008, 17:20
Hallo Andreas,

bevor Du den Beleg zum Prüfen schickst, würde ich zwei Sachen klären:

1. Ist der Brief portorichtig?
2. Ist ein amerikanischer Ankunftsstempel drauf?
3. Hätte der Brief zensiert werden müssen?

Das sind alles keine K.-O.-Kriterien, aber geben Dir u.U. bessere Anhaltspunkte.

Beste Sammlergrüsse!

Lars


Hallo Lars,

ja, ich werde das berücksichtigen. Portogerecht ist der Brief, ein Ankunftsstempel ist allerdings nicht drauf. Das stört mich aber nicht so sehr, ich habe bei den Bauten 1948 auch jede Menge (normaler, nicht eingeschriebener) Auslandsbriefe ohne Ankunftsstempel dabei gehabt.

Wie kann ich das mit den Zensurvorschriften herausbekommen? Da habe ich mich noch nie mit beschäftigt.

besten Dank,
Andreas

PW0001
09.02.2008, 19:05
Rein optisch kommt mir der Brief und die Frankatur auch echt vor.
Ob ein Ankunftsstempel USA unbedingt erforderlich wäre, kann ich nicht beurteilen.
Nachdenklicher stimmt mich, dass kein Absender draufsteht. Oder steht er auf der Rückseite?
Philatelistenbriefe kommen aber durchaus häufig ohne Absender vor.

Von den Gültigkeiten her ist alles richtig. Die Mischfrankatur ist auch i.O.
Dass da auch eine Marke mit Stempel 16 Kahla dabei ist darf nicht verwundern. Kahla liegt und lag im Einzugsbereich von jena (Schott, Zeiß) aber auch andersherum (Porzellanwerke Kahla).

Ohne von vornherein behaupten zu wollen die Bezirksstempel wären echt oder falsch, nenne ich zunächst mal nur meine Zweifel:


Alle Stempel haben ein beschädigtes "e" in Jena, das es so nicht unbedingt geben dürfte. Oder doch? Komischerweise aber bei allen Jena Stempeln obwohl es sich um mindestens 2, wenn nicht gar 3, Typen des Stempels 16 Jena 1 von rund 10 vorkommenden handelt
Das beschädigte "h" von Kahla macht mich auch stutzig. Nicht primär weil die obere Hälfte fehlt, sondern weil sich der linke Abstrich des h am unteren Ende nach innen zu biegen und mit dem rechten abstrich zu vereinen scheint. Das dürfte er m.E. nicht. Es sieht fast so aus als wäre das kein h sondern ein o. Die etwas tiefere Stellung des h , so es ein h ist, wäre wiederum i.O.

Andreas Gminder
09.02.2008, 21:53
Hallo,

vielen Dank für Eure Einschätzung.
Der Brief hat einen Absender, die Adresse (Hermann-Löns-Str.) gibt es auch heute noch in Jena. Wirkt auf mich alles eigentlich authentisch, wenn auch vielleicht in der Zusammenstellung der Marken etwas philatelistisch beeinflusst. Aber insgesamt nicht so sehr, dass es schon von weitem "gemacht" aussieht.

Das "h" von Kahla wirkt deshalb so gebogen, weil der Stempelbogen genau an den unteren Enden vorbeiläuft.

Ich werde also das gute Stück doch mal zum Prüfen schicken, auch wenn so ein Einzelteil durch den Mindestbetrag wohl eine höhere Prüfgebühr erreicht als ein eventueller Verkaufserlös sein würde.

beste Grüße,
Andreas

PW0001
09.02.2008, 22:47
Ich bin dann nun auch unverbindlich überzeugt, dass der echt sein könnte. Habe aber auch "Fabrikate" in der Hand gehabt, da war bis auf den nackten Briefumschlag alles falsch.

Vielleicht wirst Du vom Erlös eines geprüften Beleges garnicht so enttäuscht sein. Denn ungeprüft kann man sowas nur billigst oder nicht kaufen.

Das Prüfergebnis würde mich interessieren.

Kontrollratjunkie
10.02.2008, 03:13
Das Ergebnis würde mich auch interessieren.
Mein Tip geht auch dahin, daß der Beleg echt ist, aber philatelistisch beeinflusst, siehe Stellung der Marken pp.
Aber dafür portorichtig und der Ankunftsstempel fehlt oft, auch bei meinen Kontrollratbelegen nach USA.

Gruß
KJ

Andreas Gminder
10.02.2008, 03:52
Hallo,

ich werde mich melden wenn ich ein Ergebnis vorliegen habe.

beste Grüße,
Andreas

Rookie
10.02.2008, 17:55
... rein optisch echt aussieht, werde ich mir wohl mal überlegen, ihn zum Prüfen zu schicken. Jedenfalls sehen meine zwei geprüften Handstempel Jena 1 recht ähnlich aus, während die Fälschungen die ich bisher gesehen habe alle durch gleichmäßig satten Druck abwichen.

dem kann ich nur eine kleine Übersicht beifügen:
" Handbuch der Bezirkshandstempel" 2. Auflage, transpress 1976, S. 136ff.
Jena und Kahla - demnach sieht das gar nicht so "unecht" aus...
Rookie
p.s. hoffe jetzt kriegt der laie nicht gleich in die Fre...:p

so nu isses wech !

PW0001
10.02.2008, 18:19
@ Rookie

Mit der Veröffentlichung von Kopieen aus Büchern solltest Du etwas vorsichtiger sein.

Lars Böttger
10.02.2008, 18:35
@pw0001:

Warum? Die Quelle wurde doch eindeutig identifiziert. Da sehe ich jetzt kein Problem.

PW0001
10.02.2008, 18:46
@deckelmouk

Man kann mit Quellenangabe zitieren aber nicht kopieren bzw. scannen und veröffentlichen. Diese Darstellungen der Bezirkshandstempel in diesem Buch sind zudem Bilder. Das berührt die Bildrechte.

Es war nur ein gut gemeinter Rat von mir. Eine Grundsatzdiskussion zu Urheber- und Bildrechten wollte ich hier nicht wieder anfangen. Das haben wir durch.

Rookie
10.02.2008, 19:45
@deckelmouk

Man kann mit Quellenangabe zitieren aber nicht kopieren bzw. scannen und veröffentlichen. Diese Darstellungen der Bezirkshandstempel in diesem Buch sind zudem Bilder. Das berührt die Bildrechte.

Es war nur ein gut gemeinter Rat von mir. Eine Grundsatzdiskussion zu Urheber- und Bildrechten wollte ich hier nicht wieder anfangen. Das haben wir durch.

@deckelmouk
da hat er absolut recht, da ich nur im Rahmen einer wiss. Arbeit zitieren darf, nicht jedoch Bilder veröffentlichen, zumal die Rechte bei jemandem liegen, den es noch gibt usw. usf.

- da wollte ich auch mal was beitragen und schon gibt es Probleme:eek:

@ PW0001
wie oben schon erwähnt, hast du (leider) Recht!

hoffentlich rettet mich, das ich keine finanziellen Interessen damit verbunden habe und der Justitiar des Rechtsnachfolgers keine ordentliche Suchmaschinen hat:D

viele Grüße Rookie, der vorsichtiger sein wird!

Jörg
11.02.2008, 00:10
Warum bist Du nicht sofort vorsichtig und löschst die Abbildung wieder?

Andreas Gminder
11.02.2008, 01:40
Hallo Rookie,

besten Dank für die Hinweise. Es passt in der Tat nicht so schlecht.

Vielleicht solltest Du tatsächlich sicherheitshalber die Grafik löschen um keinen Ärger zu riskieren - auch wenn ich das Risiko relativ klein einschätze.

beste Grüße,
Andreas

Müllschlucker
11.02.2008, 01:48
In diesem Zusammenhang noch eine allgemeine Frage an unsere Freunde im "ehemaligen Osten":

Besteht der Transpress-Verlag noch?

Wenn nicht: wer hat jetzt - mit Ausnahme des "Sammler-Expreß", der ja in der DBZ aufgegangen ist - die Rechte für dessen Publikationen übernommen?

Rookie
11.02.2008, 10:39
[QUOTE=Müllschlucker;56799]
Besteht der Transpress-Verlag noch?
/QUOTE]

Ja: guckst du hier:
Paul Pietsch Verlage GmbH und Co. KG
Olgastr. 86
70180 Stuttgart
Telefon: +49 711 210 80-0
Telefax: +49 711 236 04 15
E-Mail: ppv@motorbuch.de
Internet: www.paul-pietsch-verlage.de

Nikolaus
26.03.2008, 15:52
Die Abbildungen im Handbuch sind etwas kleiner und mit kleinen Veränderungen versehen um keine originalen Vorlegen zu schaffen.

Der Brief sieht aber doch gut aus, würde ihn zu Petzold schicken, der arbeitet ohne lange Wartezeiten.

Beste Grüße
Nikolaus

www.sbz-handstempel.de