Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fälschungserkennung (Block Nr. 1)
deckelmouk
01.02.2008, 07:10
Der erste Block der Welt stammt aus Luxemburg. Gestempelt gehört er zu den Schlüsselausgaben der Vorkriegsmarken. Bei dieser Fälschung kannte sich der "Produzent" nicht gut in Luxemburger Postgeschichte aus. Die Einschreibezettel wurden 1926 eingeführt und hatten ein ganz anderes Design. Der Stempel auf der Marke ist ebenfalls falsch, es gab ihn so nicht. Die Bezeichnung lautet immer auf -Gare oder -Ville. Die Zahlen der Datumszeile ist auch zu klein. Man kann davon ausgehen, dass der Block ebenfalls falsch ist.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
claus wentz
01.02.2008, 08:15
Hallo Lars,
sind diese Stücke denn in größerer Anzahl auf dem Markt? Sonst lohnt der Aufwand doch nicht.
Viele Grüße
Claus
deckelmouk
01.02.2008, 09:34
Hallo Claus,
ein echter Brief dürfte m.E. € 1000 bringen. Deshalb ist der Aufwand für einen Fälscher schon lohnend.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Einen Block 1 auf Brief für 1.000 EURO bekommen zu können, wäre wohl doch ein ausgesprochenes Schnäppchen. Hier der letzte echt gelaufene Brief, der mir unter die Augen gekommen ist (2003 für 4.500 EURO verkauft).
Ulli
intellisammler
01.02.2008, 23:15
Wenn ich mir den Block und die Stempel auf dem Brief ansehe:
Auf dem Block ist es der 19.12. und auf dem angeblichen Einschreibzettel der 24.12.?
Da paßt doch was nicht. Wer als Fälscher tätig war, war hier sehr oberflächlich.
Intellisammler
wuerttemberger
01.02.2008, 23:20
@intellisammler
Die meisten Fälscher sind sehr oberflächlich... die Mehrzahl ihrer Kunden aber auch!
Gruß
wuerttemberger
Hallo,
Im Moment gibt es mal wieder eine Reihe von Blocks Nr 1 als Fälschung auf dem Markt.
Die Fälschungen sind exzellent und sehr schwer zu erkennen.
Einige dieser Fälschungen tragen unten links den Vermerk "FAUX". Ich habe aber auch schon eine Fälschung gesehen, wo genau an der Stelle eine "Abschürfung" war ... jemand hatte also versucht, das "FAUX" wegzuradieren (ist ihm eigentlich auch ganz gut gelungen).
Hier ein Bild eines falschen Blocks mit Vermerk "FAUX":
Hier sind einige der Unterschiede, die ich ausgemacht habe (leider nur ein Vergleich zwischen zwei falschen grünen 142 und der schwarzen 143 - ich besitze die 142 nicht - die Platten waren aber anscheinend dieselben):
- der runde Teil des r verliert beim Original an Breite (läuft spitz aus) - bei der Fälschung bleibt er breit)
- der erste kleine dreieckige Turm ist bei der Fälschung beschädigt
- der horizontale Balken des H (von DUCHE) wird bei der Fälschung zur Mitte hin dünner
Diese Fälschung ist viel besser als jene von der René Müller in seinem Buch spricht!
deckelmouk
06.11.2009, 17:55
http://www.philasearch.de/de/i_9081_6117/Luxemburg/michel_Block+1B.html - Einschreibezettel wurden erst 1926 eingeführt, können also auf einem Brief von 1923 nicht vorkommen.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Ach ja, Gärtner..., das könnte Bände füllen...
http://www.philasearch.de/de/i_9081_6117/Luxemburg/michel_Block+1B.html - Einschreibezettel wurden erst 1926 eingeführt, können also auf einem Brief von 1923 nicht vorkommen.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Wer Lux Bl. 1 ohne:eek: kompetenten* Befund/Attest (oder ohne entsprechenden Vorbehalt) kauft, ist, äh, unvohrsichdigk :D
Oder hat "ich sach mah" (ex-Kanzler Gerhard S. aus H.) wirklich Ahnung.;)
Dürfte sich aber um eine kleine Minderheit handeln...
Wer Lux Bl. 1 ohne kompetenten* Befund/Attest (oder ohne entsprechenden Vorbehalt) in seine Auktion aufnimmt usw. s. o.
Aufgrund von supergeheimen Spezialinformationen jedoch scenario:
"Die Kosten für Attestbeutelschneiders BPP-usw-"§$%&/( möcht ich mir sparen - sonst kann ich auch zu ner anneren Firma jehn, vastehnse!"
"Ich höre und gehorche, ew. Einlieferer Sultan, Massa und Herr!"
Obiges Scenario gibts natürlich nur bei Fa. G., ist im übrigen BDB-Reich komplett unbekannt.;)
Ave
LigneN
*ausschließlich BrmfBrfstlBsl, S*sm*ndo, Peinelt, u. ä.
deckelmouk
09.11.2009, 13:22
Ach ja, Gärtner..., das könnte Bände füllen...
@22028:
Beim Thema "Luxemburg" hat Gärtner dieses Mal keine schlechte Arbeit abgeliefert. Der überwiegende Teil ist fachlich gut aufgearbeitet. Wenn man will, kann man spätestens beim Thema "Dienstmarken" auf jedes Auktionshaus zeigen. Da lesen die Sachbearbeiter oft nicht einmal den Katalog in dem steht, dass die Dienstmarken erst am 01.07.1875 zur Verwendung kamen. Stempeldaten (und Stempeltypen), die davor liegen, braucht man nicht ernsthaft betrachten.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Heute war mal wieder für kurze Zeit Block 1 mit Ersttagsstempel (3.1.1923) auf Ebf-Brief im Angebot. Der Brief trug einen Einschreibzettel der erst am 5. Mai 1926 eingeführt wurden.
Ein Hinweis an den Anbieter und ca. 1 Stunde später war das Angebot gelöscht.
Auch das kommt bei ebay vor. Über den Verkäufer ist auch schon wiederholt hier positiv geschrieben worden.
Gibt es eine Verfügung über die Einführung der E-Zettel 1926?
Gruß Helmut
Hier noch das Bild für die Statistiker und Archivare.
Gruß Helmut
Christian E. Geigle
04.06.2010, 09:43
@22028:
Beim Thema "Luxemburg" hat Gärtner dieses Mal keine schlechte Arbeit abgeliefert.
Das mag sein. Aber was ihn geritten hat, massenhaft teure Lose mit Attesten der "Briefmarkenprüfstelle Basel" aufzunehmen, ist mir schleierhaft.
Der gestempelte Urdrucksatz des Saarlandes ist ein Paradebeispiel. Die Stempel auf den Marken sind falsch. Außerdem kann es keine Vorsttagsverwendungen bei diesen Marken geben, ebenso kann es aus den ersten Tagen der Gültigkeit keine Satzabstempelungen geben. Das Attest von Herrn Eichele ist völlig falsch (Versehen, Unwissenheit, Dummheit? Wer kann das schon wissen...). Der Satz wurde schon vor Jahren bei der Fa. Hobbyphilatelie in Umkirch angeboten, jetzt sucht die Fa. Gärtner für den Einlieferer einen Dummen, der ein paar tausend Euro zu Fenster rauswirft. Traurig. Ich habe darum gebeten, das Los zurückzuziehen.
Christian Geigle, der bei Baseler Attesten zur BPP-Nachprüfung rät.
deckelmouk
07.06.2010, 09:02
Gibt es eine Verfügung über die Einführung der E-Zettel 1926?
Hallo Helmut,
ja, im weitesten Sinne: http://www.legilux.public.lu/leg/a/archives/1925/0049/a049.pdf#page=1 - auf Seite 69/70 wird es der Post anheim gestellt, Einschreibezettel nach dem Muster des Weltpostvereins einzuführen.
Beste Sammlergrüsse1
Lars
Hallo Lars,
Klasse!! Vielen Dank.
Gruß Helmut
deckelmouk
12.07.2010, 22:14
Der Block mag echt sein, der Stempel ist es nicht. Er ist ein Fantasieprodukt, angelehnt an die Ersttagsstempel der Nachkriegszeit. Der Ausruf von 3.600 Euro für die Sammlung ist daher viel zu teuer: http://www.schulz-auktionen.de/
Beste Sammlergrüsse!
Lars
P.S. Das sind nicht die einzigen (Ver-) Fälschungen: Mi. 3, 4, 9, 10 sind spätere Ausgaben mit entfernter Zähnung, Ausschnitt aus der Postauftragsganzsache und Ganz-/Stempelfälschung. Dazu noch überwiegend falsche Dienstmarkenaufdrucke. Wer für so eine Sammlung Geld ausgeben will, ist gut beraten, viel Erfahrung beim unbedingt notwendigen Besichtigen mitzubringen.
Christian E. Geigle
13.07.2010, 09:41
Noch besser ist es, den Katalog der genannten Firma ungelesen in die runde Ablage zu legen. Die Dichte an Tretminen ist einfach zu hoch. Ich ärgere mich jedes Mal beim Durchblättern, weil zahlreiche (Ver-)Fälschungen sogar noch in Farbe abgebildet werden.
CEG, der mit dieser Firma überwiegend schlechte Erfahrungen gemacht hat.
deckelmouk
13.07.2010, 12:11
Die besagte Firma ist auch nicht Mitglied im BDB (www.bdb.net). Das muss grundsätzlich nichts schlechtes bedeuten, aber damit unterwirft sich die Firma auch keinem freiwilligen Ehrenkodex und es kann verbandsseitig kein Druck auf sie ausgeübt werden.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Fehldruck
13.07.2010, 12:51
Spannend finde ich, dass nachdem bestimmte Angebote hier im Forum angesprochen wurden, genau diese Angebote bei philasearch nicht mehr auftauchen aber im gedruckten Katalog und im online-Katalog der Firma abgebildet sind.
Der ganze Bereich Lokalausgaben ist über philasearch bei dieser Firma nicht verfügbar.
Vielleicht sind auch luxemburgische Fehlleistungen demnächst nicht mehr bei philasearch zu bewundern.
Bei Löbau Los 9190 bis Los 9199 würde ich z.b. mal den Anbieter in Richtung Neudruck befragen bzw. würde ich mal ganz genau mit Originalen vergleichen und mich wundern warum solche Sahneschnitten in einem schwierigen Gebiet ohne aktuelle Prüfung angeboten werden. Aber ich kaufe ja eh nix dort.
Fehldruck
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