Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Werbung im Michel
apholzer
03.02.2004, 17:38
Die Redaktion der Michel-Kataloge plant, in der Zukunft mehr Werbung in die Kataloge einzurücken. Damit soll nicht zu letzt der Verkaufspreis tiefer gehalten werden, als er es ohne Werbung wäre. Meine Frage: Hättet Ihr lieber einen werbefreien Michel oder einen möglichst preisgünstigen?
Mir kommt's drauf an, von wem die Werbung stammt. Wenn Alben kaufen soll, finde ich das okay. Und Postverwaltungen sind auch noch okay, aber bitte keine Händler!
Kjell
apholzer
03.02.2004, 19:58
Darf man fragen, wieso Du Inserate von Händlern ablehnst?
saeckingen
03.02.2004, 20:16
Im Stanley Gibbons gibt es schon seit vielen Jahren Werbung, auch für Händler. Was spricht dagegen?
Solange die Werbung nicht überhand nimmt und die Kataloge trotzdem übersichtlich bleiben ist mir das egal.
Harald
:confused: :confused: :confused:
@Michael:
Weil diese Inserenten über kurz oder lang Einfluss auf den Inhalt des Kataloges nehmen werden. Ohne (Händler-)Insereate ist die Redaktion unabhängiger und fühlt sich mehr mir, dem Sammler, verpflichtet.
CU
Kjell
Bodo A.v.Kutzleben
03.02.2004, 20:22
Solange die Werbung nicht überhand nimmt und die Kataloge trotzdem übersichtlich bleiben ist mir das egal
Diesem Satz kann ich so zustimmen
Bodo :) :p :D :p :)
PS: Der Kauf-Preis des Michel wird entscheidend sein, mit oder ohne Werbung.
apholzer
03.02.2004, 20:31
@Kjell:
Mhmm...ja...Aber wenn man Deinen Gedanken weiterspinnt, dann müsste man davon ausgehen, dass auch die Briefmarkenzeitungen nicht mehr neutral sind, weil darin viel Werbung enthalten ist... (?)
:confused: :confused: :confused:
@apholzer:
Das sehe ich genau so! Unangenehm aufgefall ist mir da die DBZ. Die hatten schon ein paar mal Artikel über exotische Sammelgebiete, an deren Ende genau noch eine halbe Seite Platz für die Anzeige eines Versandhändlers für eben dieses Gebiet blieb. Da fühle ich mich verärmelt. :-(
CU
Kjell
iceland10
03.02.2004, 22:19
Werbung finde ich OK, wenn dadurch die Preise der Kataloge wirklich sinken!
Händler nehmen sowieso, in einem gewissen Maße, Einfluss auf die Michel Notierungen, wieso sollen sie nicht werben dürfen?
Dass der Schwaneberger Verlag sich dem Sammler "verpflichtet" fühlt, das halte ich für eine Illusion, der Verlag ist ein wirtschaftliches Unternehmen und nicht mehr und auch nicht weniger...
Von meiner Seite aus kann werben wer will, ich kaufe ja auch nicht alles was im TV beworben wird! Und nochmal zu den Händlern, es gibt solche und solche, wie es auch zweierlei Sammler gibt, man muss eben den/die richtige finden.
Guten Abend zusammen!
@kjell: warum findest Du Werbung für Alben in Ordnung? Die werden doch auch von Händlern verkauft!?
Die Briefmarkenzeitungen teilen Ihren Anzeigenkunden im Übrigen im Vorlauf mit welche Schwerpunktthemen in den kommenden Ausgaben behandelt werden. Da ist es doch logisch, das in den entsprechenden Heften auch die Werbethemen von den Anzeigenkunden diesem Schwerpunkt angepasst werden. Ich glaube, da braucht man sich nicht vera..zu fühlen ;-)
Meiner Meinung nach wird sich die Werbung in den Katalogen nicht auf Dauer verhindern lassen und wenn die Katalogpreise dadurch sinken, wird vielleicht der ein oder andere Sammler sich auch noch nach anderer Literatur zu seinem Sammelgebiet umschauen und feststellen, das der Michel zwar eine gute Basis ist aber mehr auch nicht.
Schmadder
04.02.2004, 08:18
Werbung gehört nun mal zu unserem Alltag. Ein jeder lernt von Kleinkindbeinen an damit umzugehen.
Wenn die Werbung mir nützt, dann begrüße ich sie. Und sie nützt mir, wenn dadurch der Katalog billiger wird!
Ich glaube, dass der Schwaneberger Verlag genug Format besitzt, um mit den Händlern richtig umzugehen. Schließlich sind die Sammler die Kunden und die sind sehr kritisch!
Die bisherige Linie von MICHEL war, keine ANzeigen von Händlern aufzunehmen, da diese dann zu viel Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen könnten. MICHEL hätte die Preissenkung bei der EURO-Umstellung sicherlich nicht durchgekriegt. Es ist aber eben wichtig, dass der Katalog die Realität abzubilden versucht. Hätte MICHEL bei den Lokalausgaben wirklich so objektiv aufräumen können, wenn darin fünf Anzeigen von Spezialhändlern verstreut gewesen wären? Würden die BDPh-Jahresgaben im normalen MICHEL katalogisiert werden, wenn ein Händler einer Doppelseite bucht?
@iceland10:
Da hast du mich missverstanden. "Verpflichtet" meinte ich in dem Sinne, dass die Sammler es sind, die die Kataloge kaufen, niemand anderes bezahlt MICHEL dafür. Deswegen müssen die es <em>uns</EM> Recht machen.
@kurtel:
Weil die Gefahr der Einflussnahme auf den Kataloginhalt bei Albenherstellern gering ist. Die Hoffnung, dass die Breite Masse das gesparte Geld in Literatur investieren wird, teile ich nicht. Dafür kauft man lieber Schnäppchen! ;) Auch werden die Verkaufspreise der Kataloge dadurch nur langsamer steigen, aber nicht sinken,
Noch ein Argument: Denkt mal an die Briefmarkenhändler, die Bücher mit Werbung für die Konkurrenz verkaufen sollen. Wenn die dann verstärkt andere Kataloge (die eh billiger sind!) anbieten, könnte es sein, dass die Vieltauscher unter uns zwei Kataloge brauchen. :(
CU
Kjell
Wenn es dann so ist wie in der Fernsehzeitung, dass man nach jedem Tag erst 5 Seiten Werbung umblättern muss um zum nächsten zu kommen, lehne ich es ab.
Wenn es in der Form geschieht wie es Michel mit seiner Eigenwerbung auf einzelnen Seiten in Form von kleinen Kästchen jetzt schon macht, könnte ich mich damit abfinden.
Im Grunde lehne ich aber trotzdem Werbung auf und zwischen den Katalogseiten ab. Sie stört.
Letztendlich läuft es doch dann darauf hinaus, dass die Kataloge noch umfangreicher werden und vielleicht sogar zusätzliche Bände die Folge sind, die am Ende in der Summe auch nicht billiger sind.
Gruß Peter
ATM-Fuzzi
04.02.2004, 13:09
Hallo Leute!
Da ich Briefmarken sammel und keine Michel-Kataloge, arbeite ich grundsätzlich mit gebraucht gekauften, mitunter jahrealten Michel-Katalogen. Aktuelle Informatonen ziehe ich aus den vereinseigenen Exemplaren. Der aktuelle Preis interessiert mich deswegen nur äußerst nebenbei. Das eingesparte Geld investiere ich lieber in die Sammlung oder weiterführende Literatur.
In den Disskussionsbeiträgen wird leider nicht berücksichtigt, daß die Werbeetats der Firmen, die die Anzeigen schalten sollen, keine unbegrenzt sprudelden Geldquellen sind, mit deren Hilfe ein Katalogpreis auf Dauer bezahlbar gehalten werden kann. Es wird höchstens zu einer Umschichtung der Gelder von einem Haufen auf den nächsten kommen. Es stellt sich die Frage, wo die Haufen liegen, von denen genommen werden soll? Vielleicht will ich, das es gerade dieser Haufen nicht sein soll?
Und wer bezahlt letztendlich die Werbung? Der Kunde eben dieser inserierenden Firmen.
Ob alltägliches Leben oder Philatelie - bevor ich (teuer) beworbene Produkte kaufe, prüfe ich die Alternativen.
Und dazu gehört auch die Alternative des Nichtkaufens, weil die Werbung den Pseudo-Bedarf erst geweckt hat.
Die von mir bevorzugten BM-Händler werden jedenfalls nicht im Michel-Katalog annoncieren. Es sind die, deren zumeist philatelistisch bearbeiteten, informativen Listen, ich mir mir häufig unter Zusendung eines Kostenbeitrags
erst erbitten muß! Diese Händler sind mich auch nicht auf ganzseitigen Anzeigen angesprungen, sondern ich mußte sie auf den Anzeigenseiten förmlich suchen, und die gesparten Werbegelder wirken sich oft genug wohltuend auf die Preise aus.
Im übrigen unterstütze ich den user kjell mit seinen Argumenten!
Mit Sammlergruß Ralf
:) ;) :p
@ATM-Fuzzi:
Stimmt, dass sollten alle Funktionäre und aktive Vereinsmitglieder berücksichtigen: Die Anzeigen im MICHEL verringern die für Ausstellungskataloginserate verfügbaren Gelder. Die Finanzierung von Veranstaltungen wird also noch schwieriger.
CU
Kjell
TripleST
05.02.2004, 12:27
Hallo liebe Sammlerkollegen,
ich stimme vollkommen überein mit Iceland10 (hallo, was macht die Obersegment-Datenbank).
Bei dieser Katalogpreisinflation bin ich schon vor vielen Jahren „ausgestiegen“. Ich leiste mir nicht mehr ständig neue Katalogversionen. Zur textlichen Information reichen über EBAY gekaufte ältere Varianten völlig aus. Und wenn ich mal Infos zu einem europäischen oder überseeischen Land brauche, dann wird halt kopiert.
Wenn durch Werbung die Katalogpreise also erheblich reduziert werden könnten, wäre ich voll dafür. Am günstigsten wäre in diesem Fall die Werbung am Anfang en Block, dann könnte man die Werbe-Seiten herausreißen.
Die Meinung von Kjell verstehe ich überhaupt nicht.
Daß Michel sich vorrangig an den Sammlerinteressen orientiert halte ich für einen Witz. Wir sind nur als Melkkuh und umsatzbringende Käufer der Kataloge gefragt. In meinem Posting über die Michel-Notierungen (bitte die Argumentation dort bei Interesse nachlesen, um mich hier nicht wiederholen zu müssen), das leider nicht die nötige Resonanz gefunden hat, habe ich versucht zu erläutern, dass die Michel-Notierungen absolut rufschädigend sind für unser Hobby.
Jeder Sammler, dem durch zu hohe Michel-Notierungen im Laufe seines Sammlerlebens ein hoher Sammlungswert vorgegauckelt wurde und im Realisierungsfall nur 5-10% auf Auktionen realisieren kann (insofern sind die Notierungen eben nicht realistisch), wird das Thema Briefmarkensammeln in seinem sozialen Umfeld als Fehlinvestition und Schuß in den Ofen verbreiten (und den Gesichtspunkt der sinnvollen Freizeitbeschäftigung in den Hintergrund schieben). Das trägt nicht dazu bei, unser schönes Hobby beliebter zu machen.
Warum sollen da ein paar Werbeflächen noch etwas ausmachen, die Michel-Preise sind doch jetzt schon händlerbestimmt und damit kompletter Käse.
Thorsten Siemer
07.02.2004, 11:26
Liebe Sammlerfreunde!
Die hier losgetrenene Diskussion und Abstimmung "Werbung"
ist sehr facettenreich.
Da gibt es wohl kein einfaches "ja" oder "nein".
Auch ich habe den Druck erkannt, unter dem die Verlage
stehen.
Andererseits besteht wohl wirklich die Gefahr, die Unabhängig-
keit zu verlieren.
Denn: Welcher Inserent läßt es sich auf Dauer gefallen, daß
über ihn in derselben Zeitschrift hergezogen wird, in der er
inseriert?
Dennoch: Händler, die allgemein als unseriös gelten, dürften
keine Inserate abgeben.
Mal ehrlich: Euch fallen doch auch sofort die ein, die ich hier
meine!
Außerdem: Ich zahle grundsätzlich kein Geld für Preislisten,
Kataloge etc., da ich der Auffassung bin, daß dieses
das Geschäftsrisiko des jeweiligen Händlers ist.
Mit diesen wenigen Gedanken
verbleibt wie immer mit freundl. Sammlergrüßen
Thorsten Siemer
Stimmt, dass sollten alle Funktionäre und aktive Vereinsmitglieder berücksichtigen: Die Anzeigen im MICHEL verringern die für Ausstellungskataloginserate verfügbaren Gelder. Die Finanzierung von Veranstaltungen wird also noch schwieriger.
Schwachsinn! Wenn unser Verein alle paar Jahre eine Rang 3 Ausstellung veranstaltet, dann annoncieren ortsansässige Briefmarkenhändler ganzseitig und der Rest der Anzeigen kommt durch Vitamin B(eziehung) zu lokalen Unternehmen zustande.
Werbung im MICHEL würde ich begrüßen, wenn sich der Verkaufspreis dadurch drastisch reduzieren würde. Seit Teilung des Europa-Kataloges bin ich dazu übergegangen Länderkataloge in den Ländern meiner Sammelgebiete zu kaufen; aber auch nicht alljährlich. Dass der MICHEL-Deutschland-Spezial geteilt wurde und nun jeder einzelne Band zum Preis eines kompletten Altkataloges verkauft wird, ist schon heftig. Wenn man das Preis-Leistungsverhältnis zu anderer Fachliteratur (z.B. PC) in Relation setzt, erhält man den Eindruck, als bekomme man immer weniger fürs Geld.
Kennt eigentlich jemand die Auflagezahlen von MICHEL, DBZ, Briefmarkenspiegel & Co.?
Gruß: Bill
claus wentz
07.02.2004, 17:01
Ich beziehe die von Bill genannten Zeitschriften (und einige mehr), doch Angaben über die Auflagenhöhe sind nicht zu finden.
Einzige Ausnahme ist unsere Verbandszeitschrift, die philatelie, die regelmäßig die Druckauflage bekannt gibt:
Für Februar 2004 exakt 63.273 Exemplare.
MfG
CW
Original geschrieben von Bill
Schwachsinn! Wenn unser Verein alle paar Jahre eine Rang 3 Ausstellung veranstaltet, dann annoncieren ortsansässige Briefmarkenhändler ganzseitig und der Rest der Anzeigen kommt durch Vitamin B(eziehung) zu lokalen Unternehmen zustande.
Den Ausdruck finde ich gänzlich unangemessen, Bill! In den meisten Katalogen, die ich hier aus unserer Region kenne, wird ein großer Teil der Anzeigen von größeren Phila-Unternehmen geschaltet, die potentielle Anziegenkunden von MICHEL geschaltet. Die Werbe-Etats dieser Unternehmen sind endlich, was man auch an den Diskussionen um die Zahl der Briefmarkenmessen in Deutschland sieht.
CU
Kjell
Ich komme gerade von unserer JHV des örtlichen Bfm Vereins.
Bislang wurde das Werbeplakat für unseren Philatelietag durch einen Sponsor (örtliche Bank) bezahlt. In diesem Jahr muß der Verein es selbst bezahlen. Der Sponsor ist nicht mehr dazu bereit, ein neuer wurde nicht gefunden. Wir als Verein (ca 130 Mitglieder) und unsere Veranstaltung (ca 1000 Besucher) sind wohl für das Sponsoring zu klein und zu unbedeutend.
Von Seiten der Post AG werden den Vereinen auch nur noch Knüppel zwischen die Beine geworfen. Kosten für einen Sonderstempel und die Regularien zur Abstempelung von Belegen zeigen uns unseren Stellenwert.
Die Bfm Freunde von Birstein haben im letzten Jahr eine gute Alternative mit ihren beiden Stempeln zur Bfm Ausstellung gefunden.
Es wird für uns "Kleine" zunehmend kälter in Deutschland.
Auf Werbung im Michel Katalog kann ich persönlich gut verzichten, da sich am Anschaffungspreis eines Kataloges sicher nichts ändern wird. Erfahrungen lehren uns täglich - Nichts wird preiswerter!
Viele Grüße
Rolf
iceland10
08.02.2004, 12:56
Hallo TripleST,
die Kreis-Obersegment-Stempel Datenbank wächst ständig :-))
Nochmal ein Gedankengang zur Werbung im Michel, kauft jemand in Zukunft keine Michel Kataloge mehr, wenn diese mit Werbung bestückt sind?
Gruss iceland10
Den Ausdruck finde ich gänzlich unangemessen, Bill! In den meisten Katalogen, die ich hier aus unserer Region kenne, wird ein großer Teil der Anzeigen von größeren Phila-Unternehmen geschaltet, die potentielle Anziegenkunden von MICHEL geschaltet. Die Werbe-Etats dieser Unternehmen sind endlich, was man auch an den Diskussionen um die Zahl der Briefmarkenmessen in Deutschland sieht.
Was große, überregionale Veranstaltungen betrifft, magst Du vielleicht recht haben. Aber die Sorgen der Überregionalität hat der kleine Verein nicht, der Sponsoren für seine in ehrenamtlicher Arbeit organisierte Rang 3 Ausstellung sucht. Wenn ich allein bedenke, wie einem von kommunaler Seite immer mehr Knüppel in den Weg gelegt werden, kann einem der Spaß vergehen.
Wieso muss denn eigentlich stets fachspezifisch geworben werden? Ist die Werbung im "Spiegel" oder "Focus" rein politischer Natur? Es muss doch Schnittmengen geben, die nicht nur den Briefmarkensammler sondern auch den Briefmarkensammler als Verbraucher ansprechen.
Vielleicht könnte ja die Auflagenhöhe der Fachliteratur Licht ins Dunkel bringen, ob wir uns auf einem sinkenden Schiff befinden. Wenn man die Stapel von DBZ-Jahrgängen der letzten Jahre nebeneinander legt, stellt man volumenmäßig fest: Von nun an ging's bergab.
Es wird für uns "Kleine" zunehmend kälter in Deutschland.
Wenn ich auf der Hauptseite die aktuelle Umfrage "Kennen Sie die 10-Euro-cash Aktion?" lese, muss ich schmunzeln. Wer kennt die 10-Euro-cash Aktion seit Inkrafttreten der Gesundheitsreform nicht? :D :D :D
Gruß: Bill
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