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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Japan Ganzsache Stempel Shanghai IJPO



andreas-machner
15.12.2007, 21:52
Hier ein Stück, welches mir fast nicht aufgefallen wäre... Der Beleg ist garantiert echt, da ich einige Stücke aus der Korrespondenz habe. Etwas besonderes aufgrund des Stempels? Es handelt sich übrigens um eine Ansichtskarte.

Der zweite Beleg wurde zweimal in Shanghai frankiert. Warum nochmal mit Hong-Kong-Marken? Der Stempel auf dem Drachen ist sehr undeutlich, kann auch ein anderer Ort sein, jedoch ist die Ansicht von Shanghai.

Bei dem dritten Beleg kann ich mir die "68" in grün nicht erklären. Die Reco-Nummer ist wohl die 259 links oben.

Jetzt schon vielen Dank für Eure Hilfe! Habe ich auch nötig...:D

deckelmouk
16.12.2007, 14:12
@andreas machner:

1. Karte: Japan. Auslandspostamt Shanghai - auf jeden Fall interessant!
2. Karte: M.W. war diese Doppelfrankatur mit chinesischen Marken Usus, da möchte sich aber noch ein Japan-Spezialist zu äussern
3. Karte: Eventuell auch eine Einschreibenummer?

Sehr schöne Belege und bestimmt nicht häufig!

Beste Sammlergrüsse!

Lars

andreas-machner
18.12.2007, 16:22
Danke für die Infos. Helfen mir aber nicht wirklich weiter. Das Shanghai nicht in Japan liegt, dachte ich mir schon. :D Doch ist sowas vergleichbar mit unseren Kolonialausgaben? Ist solch eine Ganzsache bzw. der Stempel selten?

Bei den Hong Kong-Marken-Beleg möchte ich noch ergänzen, dass es sich um zwei verschiedene Stempel auf den Marken handelt, also wohl um zwei verschiedene Postämter. Warum soviel Mühe? Es handelt sich meines Erachtens um keine philatelistische Mache.

Zum dritten Beleg waren "grüne" Vermerke irgendwo üblich?

Freundliche Sammlergrüße an Alle!

ligneN
19.12.2007, 10:31
Hier ein Stück, welches mir fast nicht aufgefallen wäre... Der Beleg ist garantiert echt, da ich einige Stücke aus der Korrespondenz habe. Etwas besonderes aufgrund des Stempels? Es handelt sich übrigens um eine Ansichtskarte.

Der zweite Beleg wurde zweimal in Shanghai frankiert. Warum nochmal mit Hong-Kong-Marken? Der Stempel auf dem Drachen ist sehr undeutlich, kann auch ein anderer Ort sein, jedoch ist die Ansicht von Shanghai.

Bei dem dritten Beleg kann ich mir die "68" in grün nicht erklären. Die Reco-Nummer ist wohl die 259 links oben.

Jetzt schon vielen Dank für Eure Hilfe! Habe ich auch nötig...:D

Hallo Andreas,
1) Japan 4 sen: es handelt sich um die amtliche UPU-Ganzsache von 1898, die bis 1912 im Verkehr war. Das Papier (sog. Torinoko) war von höchster Qualität, so daß sich die meisten dieser Karten noch heute 1A präsentieren. Die Qualität hatte aber auch ihren Preis, so daß man mit der neuen Zeichnung von 1912 wieder zum üblichen gelblichen und knickanfälligeren Durchschnittspapier zurückkehrte;)
Rückseitige Zudrucke waren gestattet, sind aber immer privater Herkunft. "Privatganzsachen" wie gerne behauptet (wg. $$$-Träumen:rolleyes: ) sind es nicht, hat es in Japan vor 1984 auch nicht gegeben.
Diese verkleinerten* rückseitigen Aufdrucke von bereits vorhandenen Photoplatten hat man gemacht, weil es in Japan vor dem 1.10.1900 kein ermäßigtes Postkartenporto für AK gab. Es war also quasi "AK-Ersatz".
Katalogwerte übliche Stempel JSCA 27ooyen (100y x 0.63 = euro). Mit Stempel Shanghai IJPO Kw 3500yen, andere japanische Ämter in China (Tientsin usw. ab 6000yen).
Warum "so wenig":( ? Shanghai und Dairen waren nach Tokyo die beiden japanischen Postämter mit dem größten Auslandsverkehr, weit vor Yokohama, den Millionenstädten Osaka, Kyoto usw.
2) +3) China: war erst ab 1.1.1914 UPU-Mitglied (steht NB im Michel ;) ). Vorher mußte man die Transitleistung der ausländischen Postämter in China in Anspruch nehmen. Bis ca. 1902 gab es also diese Kombinationsfrankaturen (die Porti der ausländischen Marken waren schlicht die UPU-Auslandsporti der ausländischen Ämter). Von 1902-06 schloß die chinesische Post dann Verträge mit Rußland, Japan, England, Frankreich und Deutschland, und diese zeitraubende Praxis wurde eingestellt.
Erste Karte, der Abs. hat die Karte mit 4 C. frankiert und irgendwo in Shanghai eingeworfen, Die chin. Post hat HK 4 C. nachfrankiert und sie dem HK-Postamt in Shanghai übergeben. Wäre der Abs. im Fremdenviertel gewesen und hätte gewußt wo das HK-Postamt ist, hätte er die AK auch selbst am Schalter aufgeben (oder, falls HK Marken zur Hand, im Kasten vor der Eingangstür des HK-Postamtes einwerfen...) können.
Zweite Karte, der grüne Vermerk ist vermutlich beim Eingang in Frankfurt gemacht worden und bezieht sich auf ?Zustellbezirk oder was auch immer. Farbe: was gerade zur Hand war ;) Blau war nur für Nachporto vorgeschrieben.
Gruß
ligneN

*(größere Abzüge, ab 1900 dann AK, hat man per 10 oder 50 in Alben geklebt und an Touristen verkauft - diese Alben sollen heute allesamt angeblich dreistellige Euronenbeträge wert sein, egal ob von 1877 oder 1907:D )

lehrling
19.12.2007, 12:25
Hier findet sich wirklich sachkundiger Rat für Alles - großartig !
Die angehängte Karte ist dann wohl aus der Zeit, als es einen Vertrag mit Frankreich gab, das Porto ist auch deutlich günstiger.
Warum aber japanische Stempel auf der Karte, wär es nicht logischer gewesen, sie der Franz. Post zu übergeben?

deckelmouk
19.12.2007, 13:15
@lehrling:

Es gab in China deutsche, französische, russische, englische, amerikanische und japanische Auslandspostämter. Je nach Umrechnungskurs war mal die eine, mal die andere Anstalt günstiger, wahrscheinlich spielte auch die Nähe eine Rolle. Nationale Präferenzen mag es auch gegeben haben. Bzw., wann der nächste Postdampfer abfuhr.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

doktorstamp
19.12.2007, 16:31
Die Karte mit der Doppelfranktur ist wohl angebracht weil die Karte hatte dann auf einem Englischen Schiff mitfahren durfen.

Auf solchen Karten findet man oft "per SS (Schiffsname), aber nicht immer.

mfG

Nigel

andreas-machner
19.12.2007, 19:34
Ein interessantes Sammelgebiet. Ich glaube hier werde ich dranbleiben.:rolleyes:

Fröhliche Feiertage und viele philatelistische Weihnachtsgeschenke!:D

ligneN
28.12.2007, 22:22
Hier findet sich wirklich sachkundiger Rat für Alles - großartig !
Die angehängte Karte ist dann wohl aus der Zeit, als es einen Vertrag mit Frankreich gab, das Porto ist auch deutlich günstiger.
Warum aber japanische Stempel auf der Karte, wär es nicht logischer gewesen, sie der Franz. Post zu übergeben?

Hallo,
die beiden Stempel sollen chinesische und japanische sein, sind aber Phantasiestempel (Falschstempel) des AK-Versenders. Den chinesischen gibt es nicht "in echt", der japanische sieht anders aus (wie, muß ich für mich behalten wg. ins Grab nehmen und so, hallo Jurek:D ). 1/2 C. war die niedrigste Nominale (Drucksache Inland). Auslands-AK mindestens 2 C. als Auslandsdrucksache oder normal 4 C. als Auslandskarte. Hier stimmt also nichts. Die AK ist aber i. O.

ligneN
28.12.2007, 22:27
@lehrling:

Es gab in China deutsche, französische, russische, englische, amerikanische und japanische Auslandspostämter. Je nach Umrechnungskurs war mal die eine, mal die andere Anstalt günstiger, wahrscheinlich spielte auch die Nähe eine Rolle. Nationale Präferenzen mag es auch gegeben haben. Bzw., wann der nächste Postdampfer abfuhr.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Die Währungsunterschiede waren i. S. Auslandsporto UPU gering und vernachlässigbar.
Postämter: beim Touristen das nächstgelegene, daß sie fanden (oder un-be-dingt das heimatliche wg. Patriotismus und so).
Die ansässigen Geschäftsleute wußten immer, welches Schiff als nächstes ging bzw. welches den Bestimmungsort am schnellsten beliefern konnte.
Postschlüsse liefen auch mit Postdampfern anderer Nationalität als der vom Auslandspostamt der Frankatur, dh auf einer Karte vom KDPA Shanghai hat der kundige Absender dann eben "per french mail" draufgeschrieben, weil der nächste erwartete Postdampfer nach Europa von der MM war.
Und zwar meschtendeles von der Ligne N ;)

lehrling
29.12.2007, 10:14
Hallo,
die beiden Stempel sollen chinesische und japanische sein, sind aber Phantasiestempel (Falschstempel) des AK-Versenders. Den chinesischen gibt es nicht "in echt", der japanische sieht anders aus (wie, muß ich für mich behalten wg. ins Grab nehmen und so, hallo Jurek:D ). 1/2 C. war die niedrigste Nominale (Drucksache Inland). Auslands-AK mindestens 2 C. als Auslandsdrucksache oder normal 4 C. als Auslandskarte. Hier stimmt also nichts. Die AK ist aber i. O.

So schöne Stempel- und alles falsch- schade.
Eine Frage allerdings beschäftigt mich nun noch:
Herr Bollinger hat anfang des Jahrhunderts über mehrere Jahre Ostasien bereist, und regelmäßig von verschiedenen Stationen seiner Reise Karten mit Gruß an seine Schwester Berthe in Paris geschickt.
Ich habe mehrere Karten aus dieser Korrespondenz, anbei eine aus Saigon..
Die Karte aus Peking, unterfrankiert und falsch gestempelt, dürfte so den Postweg wohl nicht beschritten haben, aber wie ist sie dann nach Paris gekommen?

ligneN
31.12.2007, 14:06
So schöne Stempel- und alles falsch- schade.
Eine Frage allerdings beschäftigt mich nun noch:
Herr Bollinger hat anfang des Jahrhunderts über mehrere Jahre Ostasien bereist, und regelmäßig von verschiedenen Stationen seiner Reise Karten mit Gruß an seine Schwester Berthe in Paris geschickt.
Ich habe mehrere Karten aus dieser Korrespondenz, anbei eine aus Saigon..
Die Karte aus Peking, unterfrankiert und falsch gestempelt, dürfte so den Postweg wohl nicht beschritten haben, aber wie ist sie dann nach Paris gekommen?

Na, im korrekt frankierten Umschlag mit vielen Schwestern;)