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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entwertungslochungen



RainerK
01.02.2004, 13:25
Beim Einsortieren von einigen Briefmarken aus Ceylon fielen mir u. a. die in der Grafik abgebildeten Marken auf.

Sie haben sind mit einem mehr (linke Abb.) oder weniger (rechte Abb.) sauberem Loch versehen.

Im Katalog habe ich keinen Hinweis auf diese Entwertungsform gefunden.

In der MICHEL Rundschau 02/2004 findet sich unter dem Thema „Neues vom Prüferbund“ auf Seite 78 folgende Ausführung:

„Entwertungslochungen werden mit Hilfe eines Locheisens vorgenommen. Lochungen durch Firmen oder Behörden (...) sind keine Entwertungslochungen, sondern stellen Sicherheitsmaßnahmen dar.“

In diesem Zusammenhang wird auf die Bewertung solcher gebrauchten Marken nicht eingegangen.

Wie sind diese so entwerteten Briefmarken einzuordnen?
Gelten sie als gestempelt?
Haben sie überhaupt einen Wert? Schließlich sind sie richtig kaputt!

Ich werde sie in jedem Fall in meiner Sammlung belassen, denn sie sind postalisch echt gelaufen – s. zusätzliche handschriftliche Entwertung auf der rechten Marke – und erfüllen damit die Kriterien eines gebrauchten Postwertzeichens.

Ich freue mich über jede Antwort zu meinen Fragen.

RainerK

saeckingen
01.02.2004, 15:31
<i><b>...denn sie sind postalisch echt gelaufen ? s. zusätzliche handschriftliche Entwertung auf der rechten Marke ? und erfüllen damit die Kriterien eines gebrauchten Postwertzeichens.</i></b>

Hallo Rainer,

da irrst Du etwas. Die Marken sind so zwar ordentlich und vorschriftsmäßig entwertet, aber nicht postalisch sondern fiskalisch. Es sind also keine Postwertzeichen mehr sondern Stempel- bzw. Gebührenmarken. In vielen britischen Gebühren war es früher üblich, dass die Marken sowohl für postalische als auch für fiskalische Zwecke verwendet wurden, daher haben viele Marken auch die Inschrift "Postage & Revenue". Heute ist das zwar nur noch selten üblich, Sri Lanka scheint das aber noch so zu machen.

Harald

rolfnr
01.02.2004, 16:52
Großes Lexikon der Philatelie
gelochte Marken

hier einige Auszüge:
Amtliche Lochungen kommen vor z.B. Deutsche Reichspost MiNr 94 bis 97. Häger schreibt: "Bei Verwendung dieser Marken zur Freimachung von Paketkarten in das Ausland waren sie einschließlich Karte .... unter Verwendung eines Locheisens von 3 - 4 mm einmal zu durchlochen".

Markenausgaben aus Spanien (bes die hohen Wertstufen) wurden gelocht Es handelt sich dann um für Telegrammgebühren verwendete Marken.

Viele Grüße
Rolf

claus wentz
05.02.2004, 16:45
Hallo Freunde,

Guatemala stanzte in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen fünfzackigen Stern, ca. 4 mm Durchmesser, in die Marken. Dies bedeutete eine Umwandlung in eine Dienstmarke und wurde nur im Auslandsverkehr praktiziert. Aus diesem Grund gibt es die Marken auch nur gestempelt. Der tiefere Grund ist mir nicht bekannt.

Im gleichen Zeitraum versah Honduras Marken mit runden Löchern, auch ca. 4 mm, was hier aber den Status einer Muster-Marke (Specimen) darstellte.

Zu Preisen ist zu sagen, daß diese Stücke sehr selten auf dem Markt sind und daher zwangsläufig nicht gerade billig sind.

Mit freundlichen Grüßen
Claus Wentz

loki
24.03.2004, 22:53
hallo
wie hier schon gesagt wurde, handelt es sich um sogenannte "telegraphen-lochungen" - gibt es gerade im commonwealth-bereich viel. z.b. die hohen shilling und pfund-werte australien. werden im algemeinen als etwas minderwertig angesehen, sind aber duchaus sammelwürdig. andere lochungen, nennt man "perfins" die privater aber auch offizieller natur sein können.
peter