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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachzaehnung DR 17a?



Advari
05.12.2007, 23:37
Hallo

Schnell 'ne Frage an die Spezies.
Mir erscheint der Oberrand dieser Marke nachgezaehnt. Ist dem so? Ist die Aufloesung (600dpi) ausreichend? Sonst stelle ich noch einen besseren Scan ein.
Danke.

lehrling
06.12.2007, 02:07
Auf jeden Fall beschreiben die Zahnlöcher ebenso wie die sicher beschnittenen Zähne einen Bogen,
Gruß lehrling

Udo Korte
06.12.2007, 02:16
Auf den ersten Blick hat die oben eine etwas flache Zähnung.
Ich habe dein Bild benutzt und die obere Zähne mal locker "gegen" die unteren gelegt - der Verlauf der Zähnungslöcher an Deiner Marke sieht meiner Meinung nach unmanipuliert aus.

olikli
06.12.2007, 06:23
Ich denke auch, daß man alleine von einer bogenförmigen Anordnung nicht gleich auf eine Nachzähnung schließen kann, Die Zähnungriese damals waren ja auch nicht so perfekt wie heute. Vielleicht waren durch kleine Unregelmäßigkeiten die dünnsten Stellen der Zähne etwas verschoben, was sich dann beim Trennen in einem Bogen geäußert hat. Das könnte man aber wohl nur belegen, indem man Einheiten auseinander trennt und den Zähnungsverlauf beobachtet. :rolleyes:

Viele Grüße,
Oliver

Briefmarkensammler
06.12.2007, 15:30
Das könnte man aber wohl nur belegen, indem man Einheiten auseinander trennt und den Zähnungsverlauf beobachtet. :rolleyes:

Viele Grüße,
Oliver

Ich denke mal diese Art der forensischen Beweisführung sollten wir uns besser ersparen :eek: ;)

A-phil
07.12.2007, 09:00
Die Marke ist oben ca 1/2+ mm nachgezähnt.

Am besten zu erkennen, dass die beiden obersten Zähne links und rechts sehr spitz sind.
Diese sollten etwa gleich aussehen wie die untersten links und rechts.

Kleine Abweichungen gibt's immer, diese ist eindeutig zu gross

Briefmarkensammler
07.12.2007, 09:43
Die Brustschildmarke beschäftigt auch andere Foren:

http://stampsx.de/forum/topic.php?id=76&page=1&#615

Die Marke scheint offensichtlich nicht nachgezähnt zu sein.

lehrling
07.12.2007, 11:50
Der Nachweis bei stampsx wirkt erstmal gut....überzeugt bin ich aber nicht.
Jürgen hat gerade die Teile der Marke abgeschnitten, die mich skeptisch machen.
Ich meine, bei den äußeren Zähnen Parallelen zu sehen, die es bei Halbkreisen nicht geben dürfte, sie entstehen, wenn Zähnungslöcher nachgestochen werden.
Vielleicht können wir doch einen noch größeren scan der oberen Zahnreihe bekommen?
Gruß lehrling

A-phil
07.12.2007, 14:45
Die Argumentation es handelt sich oben um Ausgleichszähne funktioniert nicht.

Ausgleichszähne wurden erst später möglich. Ausgleichszähne wie bei neuern Marken waren technisch noch nicht möglich. Das hätte ein Arbeitsvorgang erfordert der damals nicht möglich war. Das Zähnungsries wurde nicht nur für diese Marke verwendet.

Ausgleiszähne wurden nie am Ecken eingefügt, ausgeführt. (3.ter, 4.ter Zahn)

Ich nehme an dass es sich bei dieser Marke um ein 100er Zähnungsries handelt.
Jedes Zähnungsfeld hat eine eindeutigen Zähnungsstande. Das heisst jede 100ste Marke müsste genau diesen Zähnungzustand haben.

In der Schweiz hat Herr Lötscher mit einem einfachen Programm bei den Stehenden Helvetia die Zähnungsfelder ermittelt und so einen Teil der Druckplatten rekonstruiert.

Soviel ich weiss gibt es von dieser Ausgabe-Serie noch Bogen, Bogenteile.

wuerttemberger
07.12.2007, 15:18
Hallo A-phil,

Du meinst mit dem 100er Zähnungsries sicherlich die Kastenzähnung, bei der ein Bogen mit einem Hub der Zähnungsmaschine gezähnt wurde.
Das war bei den Brustschilden definitiv nicht der Fall. Da wurde die Kammzähnung eingesetzt. Das kann man zum Beispiel an den ausgefallenen Zähnungslöchern sehen, die sich regelmäßig in jeder Reihe des Markenbogens an der gleichen Position wiederfinden lassen. Das geht nur bei einer Kammzähnung.

Nebenbei ist noch interessant zu wissen, dass zuerst die bayerische Postverwaltung und wenig später die württembergische Postverwaltung ihre Zähnungsmaschinen aus der Schweiz bezogen haben. Es wurden also nicht nur die Strubeli und stehende Hevetia, sondern auch eine ganze Reihe von bayerischen und fast alle württembergischen Marken mit der Kastenzähnung gezähnt. Das steht zwar anders im Michel, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Gruß

wuerttemberger

A-phil
07.12.2007, 15:40
Bei Kammzähnung ist die Feldbestimmung nicht möglich.
Das würde ja aber heissen, dass mindestens jede zehnte Marke oben so Spitze Zähne (Ausgleichszahn) hätte.

Alle Schweizermarken ab 1862 haben Kastenzähnung, ausser 2 Teilausgaben UPU.
Ich wusste, dass die Reichspost schon früh Zähnungsrisse von der Schweiz bestellte.

wuerttemberger
07.12.2007, 15:47
@A-Phil,

von der Reichspost ist mir das nicht bekannt, aber die bayerische Postverwaltung fand die schweizer Marken so schön, dass sie die gleiche Zähnungsmaschine verwendete (bis 1888). Auf Empfehlung der Bayern haben sich dann die Württemberger auch so eine Maschine angeschafft und mindestens von 1875 bis 1925 verwendet. An der Forschungsarbeit von Herrn Lötscher bin ich sehr interessiert. Hast Du nähere Angaben dazu?

Gruß

wuerttemberger

Advari
07.12.2007, 16:09
Guten Morgen

Ganz schnell noch wie angefordert groessere Scans der betreffenden Zaehnung.
Vielen Dank an alle Beteiligten

erstlesen
07.12.2007, 16:53
Hallo @Lehrling,

schade, dass ich dich nicht überzeugen kann. Ich möchte hier auch nicht weit ausholen. Nur eine kurze Ergänzung, es kommt auf die Löcher an und nicht auf das Papier das von der oberen Nachbarmarke zusätzlich vorhanden ist. An jedem einzelnen Loch lässt sich prüfen, ob es nachgestochen ist oder vom Originalwerkzeug stammt. Die Löcher in der Nr. 17 stammen alle vom Originalwerkzeug. Du schreibst, die Löcher würden auch einen Bogen nach unten machen. Sehr richtig! In der oberen Zahnreihe stehen, <b>genau wie in der unteren Zahnreihe</b> einige Löcher in der Mitte der Marke etwas tiefer. Meine Montage, die du sicher gesehen hast, zeigt ja genau, dass die Löcher rund sind, wenn man die vorhandenen Löcher von oben, unten anmontiert. Ein einziges, ins Fleisch der Marke gestochenes Loch würde zu einem verschobenen Gebilde an dieser Stelle führen.

Hallo @A-phil,

schön, dass du über die Zähnung von Schweizer Briefmarken nachgelesen hast. Leider hat das nichts damit zu tun, wie Brustschildmarken gezähnt wurden. Deine Schlussfolgerungen sind alle schlicht falsch. In diesem Forum ist ausführlich erklärt, was Kammzähnung ist. Ansonsten steht auch noch hier etwas dazu: http://stampswiki.de/index.php?title=Trennungsarten

A-phil
08.12.2007, 09:43
Hallo erstlesen

Du hast recht.

Vielen Dank für die konkreten Hinweise.
Die Abbildungen auf dem Link sind eindeutig.
Abbildung 4-er-Block alle ersten Zähne spitz.

Die Marke ist nicht nachgezähnt.

Das ist auch an der Vergrösserung die nachgeliefert wurde zu sehen.

Ps. Die in der Schweiz verwendeten Kämme waren Doppelkämme. Das heisst oben mindestens 2 Zähne unten die restlichen. (Vorallem bei Fiskalmarken)
Solche Zähnungsbilder bei Schweizermarken sind immer nachgezähnt.

Habe etwas wesentliches gelernt.
Aus Unwissenheit habe ich solche Stücke gemieden.