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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachportobelege



olikli
02.12.2007, 13:29
Hallo zusammen,

Nachportobelege sind ja ein postgeschichtlich sehr reizvolles Thema. Vielleicht können wir hier ja einige schöne Stücke aus der Schweiz zusammentragen.

Ich fange mal mit einer interessanten Antwortkarte von 1949 an. Es handelt sich um eine Inlands-Antwortkarte zu 10 Rappen, die in Freiburg nach Mürren aufgegeben wurde. Der Absender hat sie mit einer schweizer Marke zu 15 Rappen auffrankiert, was dem korrekten schweizer Porto für eine Auslandspostkarte entsprach. Offenbar wurde diese Praxis zwar von der deutschen Post anerkannt, da sie die Marke in Freiburg abgestempelt und keinen Taxvemerk angebracht hat. Die schweizer Post war da wohl anderer Meinung und verlangte 10 Rappen Nachporto. Die Karte wurde dann auch noch von Mürren nach Basel weitergeleitet. Da das Nachporto in Mürren nicht eingezogen werden konnte, wurde die Portomarke vorschriftsmäßig "ungültig" gestempelt und in Basel eine neue Marke aufgeklebt.

Was mir nicht ganz klar ist, ist die Höhe des Nachportos. Die 10 Rappen würden eigentlich darauf hindeuten, daß die Karte wie eine unfrankierte Inlandskarte behandelt wurde. Wäre die im Ausland verwendete Zusatzfrankatur nicht anerkannt worden, wäre das Nachporto ja 15 Rappen gewesen. Wahrscheinlicher ist aber, daß man vom deutschen Portosatz ausging. Hier kostete die Karte im Inland 10 Pf, ins Ausland 20 Pf. Der schweizer Post fehlten also 10 Pfennig, was ungefähr 10 Rappen entsprach. Leider habe ich den historsichen Wechselkurs nicht gefunden, um diese Theorie zu untermauern.

Viele Grüße,
Oliver

Cantus
06.12.2007, 01:23
Hallo zusammen,
es schadet nie, schöne Belege zusammenzutragen, auch wenn ich zugeben muss, dass ich bei Schweizer Nachportobelegen bisher nur ein "Zusammentrager" bin, ohne eine Ahnung davon zu haben, ob die Porto- und Nachportostufen korrekt sind. Ich werde daher nach und nach einige solche Belege hier zur Ansicht zur Verfügung stellen, mögen dann andere das beschreiben, was zu sehen ist.

Gruß
Cantus

Cantus
06.12.2007, 01:29
Hallo,
hier ist noch ein besonders reizvolles Stück.

Gruß
Cantus

deckelmouk
06.12.2007, 06:31
Hallo Cantus,

sehr schöne Stücke! Aber nicht wirklich kompliziert. Schau Dir einfach mal das Porto von Deutschland in die Schweiz an. Das ist der erste Schritt, danach musst Du nur noch die Berechnungsmodalität des Nachportos kennen bzw. die Umrechnungskurse (Doppelter Fehlbetrag, Franken-Reichsmark).

Beste Sammlergrüsse!

Lars

olikli
06.12.2007, 07:46
Hallo Cantus!

schöne Belege zeigst Du. Wie Deckelmouck schon andeutet, handelt es sich hier um den "Normalfall" einer Postkarte, die nur mit Inlandsporto frankiert war, also mit 5 statt 10 Pf. Die fehlenden 5 Pf entsprachen 6 1/4 Rappen (Damaliger Kurs: 1 Mark=1,25 Franken). Damals wurde der doppelte Fehlbetrag als Nachporto verlangt, aufgerundet auf 5 Rappen, was 15 Rappen ergibt. Die Karten sind insofern interessant, als daß der Empänger wegen des Nachportos die Annahme verweigert hat. Deshalb wurden die Portomarken ungültg gestempelt und vom Absender 10 Pfennig eingezogen.

Ich habe die genauen Daten im Augenblick nicht parat, aber es gab eine kurze Zeit, in der das Nachporto nicht auf 5 sondern auf 1 Rappen aufgerundet wurde. Hier ist eine solche Karte von 1892, die demnach mit 13 Rappen taxiert wurde.

olikli
06.12.2007, 07:51
Diese Karte von 1905 ist aus mir unbekannten Gründen nur mit 10 Rappen taxiert. Eine Inlandskarte nach Stuttgart wurde nach Zürich und dann nach Oberägeri weitergeleitet. Eigentlich hätte die Portomarke schon in Zürich verklebt werden müssen.

Viele Grüße,
Oliver