Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1868 - 1875 (zwischen DÖPV und UPU)
Heute einmal ein Brief aus dieser Phase.
Der nachfolgend gezeigte R - Brief aus Grevenmacher ist frankiert mit den Michel-Nr. 18 und 20 und entwertet mit blauem Einkreisstempel vom 20. Juni 1871. Porto: 1 Silbergroschen = 12,5 Centimes für Briefe bis 15 g in das Deutsche Reich + 2 Silbergroschen = 25 Centimes Einschreibgebühr.
Viel von der Welt gesehen hat der Brief nicht. Wenn ich mich nicht irre, passierte Folgendes. Der Brief lief ca. 5 km Luftlinie über die Mosel nach Fellerich (mit Umweg über die Brücke bei Wasserbillig also ca. 10 - 15 km Landweg), wo der Adressat, ein Zimmermann namens Oswald, nicht mehr wohnte. Am Folgetag wurde der Brief wieder ca. 5 km weitergeleitet nach Conz (rückseitiger Ankunftstempel). Dort vermerkte ein Briefträger Hein am 22.Juni, er habe den Adressat nicht angetroffen und am 23.Juni, dass die Annahme verweigert worden sei. Am 24. Juni traf der Brief von seiner "Weltreise" wieder in Grevenmacher ein.
Ulli
bayern klassisch
19.11.2007, 07:17
Hallo Ulli,
prima Briefchen, aber eine Frage dazu: Warum hat der Brief keine Einschreibenummer bekommen? Weder hüben wie drüben.
Gegenüber von Grevenmacher, in Wellen, habe ich mal gearbeitet, daher kann ich deine Ortsangaben gut nachvollziehen.
Vielen Dank fürs zeigen sagt bayern klassisch
Hallo bayern klassisch,
leider von hier großes Achselzucken. Eine schlüssige Erklärung anhand luxemburgischer Dienstanweisungen habe ich leider nicht anzubieten.
Könnte es eventuell sein, dass der Absender eine Empfangs-Rezipisse verlangt hat und die Einschreib-Nummer dort vermerkt war? Aber das ist bloße Spekulation.
Ulli
bayern klassisch
19.11.2007, 20:55
Hallo Ulli,
ich bin ja kein Luxemburg Kenner, aber generell wurde bei jedem Einschreiben ein Postschein ausgefertigt, der mit derselben Nummer wie das dazugehörige Poststück zu vesehen war.
Die Beigabe eines Rückscheins war (immer) auf der Adresse zu vermerken und war kostenpflichtig (mal auf dem Brief, mal auf der Recepisse selbst verklebt).
Das denke ich bei deinem Brief nicht.
Mich wundert nur immer, wenn ich altdeutsche Einschreibebriefe sehe, dass die allermeisten Scheinnummern tragen (bei Bayern praktisch immer, nur Briefe des Königshauses bekamen keine, da sie in ein eigenes Manual eingetragen wurden und per Expreß zu befördern waren, also von Hand zu Hand gingen; da brauchte man einfach keinen Postschein für den König), es aber bei einigen Postverwaltungen mal so und mal so gehandhabt wurde.
Da mich die Manipulation (=Behandlung) von Poststücken am allermeisten interessiert, frage ich mich, wie man bei unnummerierten Briefen später den Sendungsverlauf überprüfen wollte. Ich denke, das wurde nicht einfach.
Hast du denn - egal aus welcher Zeit - Einschreibebriefe Luxemburgs mit Nummer? Was war da die Regel?
Zum Vergleich ein Chargébrief Bayerns von 1861 nach Belgien mit Nummer oben rechts (nach Luxemburg habe ich leider keinen ...).
Grüsse von bayern klassisch
Also - dieser R-Brief trägt eine Einschreibnummer ....
...und dieser auch.
Momentan habe ich leider keine Erklärung, weshalb auf dem ersten Beleg keine zu finden war. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir das überhaupt nicht aufgefallen war, so dass die Frage jetzt für mich neu ist.
Mal sehen, was ich bei meinen Unterlagen eventuell zur Beantwortung der Frage noch finden kann - aber das wird Zeit benötigen und der Erfolg ist ungewiss.
Ulli
deckelmouk
17.03.2008, 20:06
Am 01.09.1870 führte Luxemburg als eines der ersten Länder Postkarten ein. Das gezeigte Stück ist ein "Fund" aus München, da war es bei Harlos unter "Luxemburg" einsortiert. Ich mache mir keine Illusion, dass es sich um einen unbekannten Vorläufer handeln könnte, aber mich interessiert, ob jemand das Stück "eintüten" kann.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
P.S. Zwei Vorläufer Ic waren in der gleichen Kiste
P.P.S. Ulli - Scans kommen am Freitag
An einen Vorläufer der frühen Correspondenzkarten aus 1870 glaube ich auch nicht. Auch die ersten in Mengen privat gedruckten Postkarten aus dem Hause Bruck sehen völlig anders aus und weisen alle die Landesbezeichnung in deutsch oder französisch auf. Falls die gezeigte Karte tatsächlich luxemburgischen Ursprungs sein sollte, würde ich sie vom optischen Eindruck - rein gefühlsmäßig - eher den 80er Jahren zuordnen.
Gruß
Ulli
P.S. Im voraus schon mal vielen Dank für die Scans.
bayern klassisch
18.03.2008, 08:51
Vielleicht stehe ich auf dem Schlauch, aber warum sollte das eine luxemburger Karte sein?
Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
18.03.2008, 09:49
@bayern klassisch:
Gute Frage! Möglicherweise ist das sogar eine privat hergestellte luxemburger Karte, aber ohne ein gelaufenes Exemplar könnte das genauso gut eine private französische Blankokarte sein. Wie gesagt, Harlos hatte sie so eingetütet, ich habe sie auf Verdacht mitgenommen.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
18.03.2008, 11:05
Hallo Lars,
ich habe mich nur gewundert, weil von Luxemburg nichts zu lesen ist und m. E. die frühen Postkarten oder Correspondenzkarten praktisch immer das Emissionsland aufweisen.
Wenn es eine Luxemburger Karte wäre, dann müsste doch die Zweisprachigkeit auf der Karte zum Ausruck kommen, oder täusche ich mich da?
Auch belgische oder schweizerische Karten sind ja mehrsprachig und bei Luxemburg sollte das eigentlich nicht anders gewesen sein.
Warum Meister Harlos sie in Luxemburg gesteckt hat? Vielleicht hat es auch ein gestresster Schatzsucher gemacht, es wird auf den Messen ja viel falsch zurückgesteckt.
Eine gebrauchte wäre da natürlich viel besser, weil man dann Aussagen machen könnte, die einem die ungebrauchte Karte vorenthalten muss.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
18.03.2008, 11:18
@bayern klassisch:
Die ersten luxemburger Korrespondenzkarten waren entweder deutsch oder französisch. Der fehlende Landesname ist der "Show Stopper". Der erste Vorläufer hatte eine ausführliche Gebrauchsanweisung auf deutsch, das wurde nach und nach reduziert.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
12.04.2008, 23:45
Die Luxemburger Post hat sich gerne an ihren Nachbarn orientiert. Bei den kleinen französischen Zweikreisstempeln ("Petit Francais") kamen ab 1872 über den Weg einer Zweikreiszwischentype, die in Luxemburg zum Einsatz kam, sich aber nicht bewährte, zum Einsatz von Stempeln, die den deutschen Normstempeln des NDP bzw. der Reichspost nachempfungen waren.
Der abgebildete Brief lief von Luxemburg nach Bonn. Abschlagen ist der Einkreisstempel von Luxemburg aus dem ersten Verwendungsmonat (erster bekannter Abschlag vom 30.01.1873). Den Brief habe ich heute in Koblenz gekauft, zu einem relativ moderaten Preis - bei eBay wäre der teurer geworden. Der farbige Durchstich ist sehr schön erkennbar.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
19.04.2008, 09:41
Diese Postanweisung aus dem Zeitraum zw. 1860 und 1870 hätte ich gerne frankiert und gelaufen. Aber wahrscheinlich wurde der grösste Teil vernichtet, da es ein postinternes Formular war, analog zu den Paketkarten, die bei Luxemburg auch selten sind (eine Ausnahme bilden die Paketkarten der deutschen Besatzungszeit).
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hallo Lars,
es gibt so etwas .... nur leider nicht in meiner Sammlung :o
Wenn ich nur noch wüsste, wo ich mir die Abbildung aus dem Internet "gesogen" habe).
Gruß
Ulli
deckelmouk
22.04.2008, 22:24
Hallo Ulli,
sehr schönes Stück! Allerdings ein abweichendes Formular in Druck und Farbe. Das würde mir auch gut zu Gesicht stehen :D - Anders formuliert: Gibt es, ist aber sehr selten.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
31.05.2008, 12:59
Aus der herrlichen Sammlung "Echternach" von Ady Christoffel: Eine frankierte Postanweisung von Echternach nach Luxemburg. Sieht man wirklich nicht alle Tage...
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
03.12.2009, 15:16
Momentan schau ich mir die durchstochene Wappenausgabe an. Folgendes ist mir aufgefallen:
Prifix 12 - 1 Centime braun:
Format gross, oft dezentriert, Ausgabe 10/1865
Die folgenden Nummern 13 - 15 sind deutlich kleiner, allerdings auch oft dezentriert. Die Ausgabe erfolgte z.T. erst Jahre später, als auch bei den farbig durchstochenen Marken kleine Formate üblich waren.
Warum hat Naumann die kleinen Werte nicht ebenfalls mit farbigem Durchstich vesehen? Bei der Prifix 16 wurde es ja gemacht.
Wurden die farblos durchstochenen Marken in zwei Gängen hergestellt? Die farbig durchstochenen in einem?
Ich würde mich über Antworten oder Literaturhinweise sehr freuen!
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hallo Lars,
mein alter Rudolphi vermerkt dazu:
die niedrigen Werte von 1 bis 4 Centimes erhalten einen farblosen Durchstich, nur die 1 Centimes erhielt später einen farbigen Durchstich, die 4 Centimes einen Farbwechsel. Ab der 3.Auflage erfolgt der farbige Durchstich.
Gruß Helmut
deckelmouk
04.12.2009, 11:50
Hallo Helmut,
leider sind alle mir bisher bekannten Angaben so unpräzise. Fragen zu Formaten, farbiger/farbloser Durchstich und Reihenfolge Druck/Durchstich werden ausgeblendet.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
07.12.2009, 15:38
"Bei den farblos durchstochenen Marken erfolgte der Durchstich in einem zweiten Arbeitsschritt. Die Marken sind oft dezentriert." "Beim farbigen Durchstich erfolgte der Druck und der Durchstich in einem Arbeitsgang. Die Marken sind gut zentriert." - Der Michel-Deutschland-Spezial hat mir am Wochenende auf die Sprünge geholfen. Der Text stammt aus dem Teil zu den Thurn- und Taxismarken - ebenfalls von Naumann in Frankfurt gedruckt.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hallo Lars,
da warst Du mal wieder schneller. Ich habe mir heute mal das Buch Monographie des Timbres aux Armoiries du Grand Duche de Luxemburg vorgenommen. Dort steht sinngemäß das gleiche mit den 2 Arbeitsgängen und der Dezentrierung (Seite 73 ff).
Gruß Helmut
deckelmouk
31.10.2010, 16:47
Keine Regel ohne Ausnahme - beim Tauschtag in Schifflingen habe ich die beiden deutlich zentrierten Wappenmarken (Prifix 17b) bekommen. Ist schon verrückt, normalerweise sucht man die schön zentrierten und gestempelten Marken, aber ich freu mich über die beiden "Gurken", die jetzt die Frage aufdrängen, wie sie zustande gekommen sind.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
31.10.2010, 18:30
Ich habe ja echt ein Herz für krumpeliges Material, aber 1500 Euro möchte Herr Gärtner für diese Karte (Formularverwendung DR P1) mit dem normalen 6 Centimes-Porto für das Deutsche Reich. Mir persönlich wäre das Ganzstück höchstens ein Zehntel des Ausrufes wert.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
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