Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Briefe Luxemburgs in den DÖP
Im Rahmen eines lockeren Meinungsaustausches über den Postverkehr zwischen Bayern und Luxemburg vor 1875 kamen bayern klassisch und ich übereinstimmend zu der Auffassung, dass derartige Belege extrem rar sein dürften. Auf Anregung von bayern klassisch daher jetzt dieses Thema, in dem Ihr Eure Belege von Luxemburg in das Gebiet des Deutsch-Österreichischen Postvereins zeigen dürft (oder besser: zeigen sollt). Nicht nur Bayern dürfte dabei ein rare Destination darstellen.
Ich schlage vor, den Zeitraum zunächst auf die Zugehörigkeit Luxemburgs zum Deutsch-Österreichischen Postbezirk zu begrenzen (1852 – 1867). Falls nötig (mangels Material) oder gewollt, können wir den Zeitraum später ja noch ausweiten.
Ich fange dann auch gleich einmal an:
Unten seht Ihr LuxemburgMi.-Nr. 2 in zinnober (4.Auflage vom 16.04.1855) auf Brief vom 13.09.1855 nach Trier (1. Entfernungszone DÖP). Briefe aus dieser Zeit nach Preussen sind noch häufiger zu finden, wenngleich auch bei weitem keine Massenware.
Übrigens war die Mi.-Nr. 2 extra für den Deutsch-Österreichischen Postverein, dessen Mitglied Luxemburg ja war, ausgegeben worden. 1 Silbergros(chen) entsprach 12,5 Luxemburgischen Centimes.
Also dann viel Spaß beim hoffentlich zahlreichen Mitmachen oder auch Mitlesen
Ulli
Hallo Ulli,
tolles Thema, leider kann ich erst mit Belegen ab 1879 dazu beitragen. Aber vielleicht kommt das ja noch.
Dein gezeigter Beleg gefällt mir sehr gut :) .
Gruß Helmut
bayern klassisch
09.11.2007, 20:39
Dann will ich mal für Bayern loslegen:
Von Landau in der Pfalz mit 12 Kr. frankiert wurde er fehlkartiert über Forbach und Luxemburg/Stadt nach Esch am 20.11.1866. Die Aufgabepost sah die 12 Kr. Frankatur und hielt ihn für einen Brief nach Frankreich. In Forbach wurde die Fehlleitung am 21.11. erkannt und umgehend korrigiert, so dass der Empfänger ihn schon am 22.11. ausgeliefert bekam. Da vertraglich am 1.7.1858 zwischen Bayern und Frankreich festgelegt war, dass falsch instradierte Briefe keine Transitkosten nach sich ziehen sollten, wurde er ohne Nachgebühren zugestellt.
Briefe nach Luxemburg sind handverlesen. Nur dieser ist über Frankreich gelaufen.
Dieses war der erste Streich, doch der 2. folgt sogleich.
bayern klassisch
09.11.2007, 20:49
... hier der zweite Streich, eine Postkarte (von 2 bekannten) aus Kissingen vom 5.9.1875 nach Luxemburg/Stadt. Ab dem 1.7.1872 war die Gebühr für Postkarten von zuvor 3 Kr. (1.1.1872 - 30.6.1872) auf 2 Kr. reduziert worden. Dies war der günstige Reichsposttarif.
Gerade Postkarten in das Ausland sind nicht häufig und werden noch immer von vielen Sammlern unterschätzt. Aber nicht von allen!
Dieses war der zweite Streich, doch der dritte folgt sogleich.
bayern klassisch
09.11.2007, 21:05
... und last but not least mal etwas aus Luxemburg vom 30.1.1874 nach Fürth, als frankierter Brief bis 15g mit 12 1/2 Centimes frankiert (Marke ist perfekt, leider ist der Scan beschnitten).
Briefe von Luxemburg nach Bayern sind noch seltener als in Gegenrichtung.
Vielleicht zeigen noch andere Altdeutsche hier ihre Schätze von und nach Luxemburg.
Hierüber würde sich bayern klassisch sehr freuen!
...ein wenig hätte ich auch.
Da wäre zunächst ein weiterer Brief nach Preussen, allerdings in der 2.Entfernungsstufe (10 - 20 Meilen = 75-150 km). Das Porto betrug 2 Silbergroschen = 25 Centimes. Der Brief ist aufgegeben in Luxemburg-Bahnhof und nicht in Luxemburg-Stadt, erkennbar an den sehr dünnen Balken des Entwertungsstempels.
und ein Brief vom 21. Juli 1860 von Clervaux über Diekirch nach Mainz. Clervaux hatte zwar weniger als 1.000 Einwohner, aber immerhin ein Nebenpostamt (Distibution). Das thurn- und taxissche Mainz lag über 20 Meilen (150 km) entfernt, also Porto 37,5 Centimes = 3 Silbergroschen.
Zum Schluss (was die Zeit des deutsch-österreichischen Postvereins anbetrifft) noch ein Brief vom 8.März 1864 nach Annaberg in Sachsen, frankiert wiederum mit 37,5 Centimes für die 3. Entfernungsstufe.
Damit hätte ich nun für diesen Zeitraum komplett "die Hosen heruntergelassen". Ich hoffe immer noch, dass der eine oder andere unserer "Altpapiersammler" uns noch einen Brief von oder nach Luxemburg zeigt.
Ansonsten wäre mein Vorschlag, noch den Sonntag abzuwarten und danach die Zeit auszuweiten, beispielsweise bis Gründung UPU - ggf. auch in einem gesonderten Threat. Was meint Ihr?
Gruß
Ulli
bayern klassisch
10.11.2007, 22:29
Hallo Ulli,
schöne Briefe hast du da, vielen Dank fürs zeigen.
Ich denke, wir sollten noch etwas abwarten - vielleicht kommt noch etwas nach.
Immerhin zeigt sich, dass 7 Poststücke von und nach Luxemburg vielseitig und interessant sein können.
Viele Grüsse von bayern klassisch
Vielleicht gehört dies nicht zum Thema, aber für den mit der Luxemburger Postgeschichte beschäftigten Sammler ist es sicherlich interessant.
Das Original befindet sich nicht in meinem Besitz.
Viele Grüße
Rolf
bayern klassisch
11.11.2007, 13:24
Hallo rolfnr,
ein prima Stück Postgeschichte, das aufzeigt, dass der Postverein nicht losgelöst vom Zollverein gesehen werden kann. Die Verquickung von Warentransfer und Kommunikationstransfer kann niemand abstreiten.
Es wäre auch schön, wenn jemand vielleicht einen oder mehrere Fahrpostbriefe zeigen könnte, gerne auch aus der Vormarkenzeit.
Beste Grüsse von bayern klassisch
Da hätte ich fast doch eines meiner Lieblingsstücke noch vergessen:
Ein Postschein aus 1856 des privaten Fahrpostunternehmens Wirtgen aus Luxemburg. Wirtgen besaß in dieser Zeit die alleinige Konzession zur Abdeckung des obligatorischen Postweges von der preußischen Bundesfestung über Trier.
Es erfüllt mich mit einigem Stolz, dass selbst der "Festungspapst" Professor Carlrichard Brühl in seiner historisch-philatelistischen Studie über die Bundesfestung Luxemburg diesen Postschein nicht kennt.
Ulli
bayern klassisch
13.11.2007, 07:13
Hallo Ulli,
gibt es nicht auch Fahrpostbriefe Luxemburgs mit preußischen Marken in den DÖPV? Kannst du uns da etwas zeigen?
Der Schein ist klasse. So etwas habe ich noch nie gesehen.
Grüsse von bayern klassisch
Aus eigenen Beständen kann ich solche Briefe (leider) nicht zeigen. Ich will aber heute abend gern nachsehen, ob ich irgendwo auf eine Abbildung oder eine abgespeicherte Grafik zurückgreifen kann.
Ulli
Leider habe ich auf die Schnelle keine Farbabbildung gefunden, möchte Euch aber wenigstens (zum Zeichen meines guten Willens:D ) eine Schwarz-Weiß-Abbildung aus der besagten Studie von Professor Brühl zeigen.
Grob dargestellt können in der preußischen Markenzeit solche Belege nur von 1852 – 1863 vorkommen, davor bestanden Portofreiheiten, ab 1864 bis zum Verlassen der Festung durch die preußischen Truppen 1867 war die Luxemburgische Post zuständig (Frankatur der Festungsbriefe mit luxemburgischen Marken).
Von 1852 – 1863 mussten Briefe von Luxemburg nach Trier portofrei befördert werden. Für Fahrpostsendungen wurden damit private Fuhrunternehmen beauftragt (die Luxemburgische Post richtete erst 1873 einen Paketdienst ein). Ab Trier wurden dann die Gebühren berechnet und frankiert.
Falls jemand eine bessere Abbildung für ein entsprechendes Beispiel hat, ist er herzlich eingeladen, diese zu präsentieren.
Ich hoffe gleichwohl, dass der besondere postgeschichtliche Reiz auch durch die Schwarz-Weiß-Abbildung deutlich wird.
Ulli
bayern klassisch
13.11.2007, 18:38
Toller Brief, der auch sw sehr gut aussieht.
Schade, dass dein Schein nicht zu diesem Brief passt, das wäre natürlich der Hammer! Der Einkreisstempel von Schein und Brief ist aber dergleiche, oder?
Danke fürs Zeigen und Grüsse von bayern klassisch
Eine Augenweide Eure Belege und phantastisch die klärenden Aussagen dazu.
Gruß Helmut
Vielen Dank für die Blumen und ... ja, die Einkreisstempel von Postschein und Fahrpostbrief sind identisch.
Gruß
Ulli
deckelmouk
29.12.2007, 12:27
Ein unscheinbarer markenloser Brief: Von Trier nach Luxemburg gelaufen, 1 Silbergroschen Franko bar bezahlt.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
29.12.2007, 12:32
Hallo Lars,
nachdem Luxemburg ja nicht völlig losgelöst von Preußen betrachtet werden kann, frage ich mich, ob auch da die Möglichkeit bestand, bar zu frankieren, wie es dein Brief von Preußen nach Luxemburg ja schön zeigt.
Grüsse von bayern klassisch
Gerade gekauft,
schönes Stück!!!
deckelmouk
31.05.2008, 18:27
@olilux:
Herzlichen Glückwunsch! Frankoerklärung: 20 Centimes Einschreiben + 3. Entfernung nach Deutschland = 3 Sgr. = 37 1/2 Centimes?
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hallo,
Einschreiben: 2sg (=25 centimes)
3. Portostufe über 20 Meilen: 3sg (=37,5 centimes)
--> also portogerecht
Philagrüsse
Olilux
Damit Sachsen nicht unbeteiligt bleibt...
bayern klassisch
31.05.2008, 23:15
Hallo Altsax,
feines Paar hast du hier - alle Achtung.
Welche Stempel befinden sich denn hinten auf den Briefen? Mich würde mal der Transit interessieren, da man dergleichen ja nur alle Jubeljahre zu Gesicht bekommt. Gerne auch per PN.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo bayern klassisch,
der Brief aus Sachsen hat siegelseitig den Streckenstempel Leipzig - Magdeburg sowie den Eingangsstempel von Luxemburg.
Der Brief aus Luxemburg hat den preußischen Rechteck-Rahmenstempel von Trier.
Liebe Grüße
Altsax
bayern klassisch
02.06.2008, 09:19
Hallo Altsax,
genau das hatte ich befürchtet.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hier meine jüngste Errungenschaft:
Auslandsbrief vom 17.Oktober 1866 von Diekirch nach Saarbrücken, frankiert mit der Michel-Nr. 8 zur Abdeckung des 25 Centimes-Portos (= 2 Silbergroschen) für Entfernungen zwischen 10 - 20 Meilen.
Der bereits aus vorphilatelistischer Zeit stammende ovale "Franco"-Nebenstempel von Diekirch taucht als Entwertungsstempel eigentlich nur ab und zu auf der 12,5 Centimes-Marke der nachfolgenden farblich durchstochenen Wappenausgabe auf, auf anderen Werten eher selten.
Herzliche Grüße
Ulli
Dieser Brief war mir auch aufgefallen, hatte leider die Auktion verpasst
eis aber nun, dass er in guten Händen ist :)
Olilux
deckelmouk
01.09.2008, 21:46
Die geschnittene Wappenausgabe ist ungebraucht selten, selbst kleine Einheiten wie Paare erzielen z.T. schon deutliche Aufschläge, Viererblöcke sind fast unbezahlbar.
Die Prifix Nr. 6 ist noch vergleichweise günstig, die Ausgabe wurde für den einfachen Brief innerhalb Luxemburgs benötigt. Leider sind die Marken etwas angeschnitten, haben aber noch die Originalgummierung.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
.... weil davon noch nichts gezeigt wurde?
Die Taxis-Nr. 10 auf Faltbrief vom 10. Februar 1855 ab FRANKFURT nach Luxemburg. Der Brief trägt rückseitig einen Durchgangstempel von KREUZNACH und den pet.français LUXEMBURG vom 13. Februar.
Die Thurn & Taxissche Post besorgte zu Beginn der Markenzeit den Postdienst in Hessen, in Thüringen, in Lippe, in Hohenzollern und in den Hansestädten. Wie Luxemburg gehörte die Th.& T.-Post dem Deutsch-Österreichischen Postverein an. Nur eine etwas verstempelte EF – aber! (andere altdeutsche Staaten fehlen noch.:mad: )
DiDi
deckelmouk
23.09.2008, 15:31
Der Brief wurde am 17.10.1865 in Saarbrücken aufgegeben und mit 2 Silbergroschen frankiert (2. Entfernungszone zw. 10 und 20 Meilen). Der Empfänger war am 19.10. nicht mehr in Echternach, der Brief wurde nach Grevenmacher weitergeleitet. Das lässt sich schön anhand der Ankunftsstempel nachweisen.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
30.09.2008, 14:56
Der Dienstbrief lief ohne Porto/Franko nach Luxemburg. Marienberg ist ein Thurn & Taxis-Postort. Leider kann ich den Einkreiser auf der Rückseite nicht entziffern, ein preussischer Durchgangsstempel von Altenkirchen kam ebenfalls dazu.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
30.09.2008, 15:03
Hallo Lars,
das hinten sollte der Zweikreisstempel von Hachenburg sein. Schönes Stück! :)
Liebe Grüsse von bayern klassisch, der auch gerne einen Dienstbrief von Bayern nach Luxemburg hätte ...
Hallo Lars,
das müßte das heutige Bad Marienberg im Westerwald sein. Dazu paßt auch Hachenburg, wie @bayern klassisch anmerkt. Liegt im Großraum Nassau Weilburg.
War da nicht auch mal was mit Luxemburg ???:D :D
Gruß Helmut
deckelmouk
30.09.2008, 18:37
@bk und @heku:
Vielen Dank für Eure Hinweise! Bezüglich der Verbindung, das kam ein paar Jahre danach :)
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hallo Lars,
vielleicht sind mit diesem Brief die ersten zarten Banden geknüpft worden.:)
Gruß Helmut
Mit einer (streng geheimen natürlich) Dienstsache wurden über den Bürgermeister von Sandweiler schon 1860 die ersten zarten Bande geknüpft.:)
Warum nicht: Der spätere Großherzog Adolphe von Luxemburg (von Nassau-Weilburg)war damals immerhin schon 43 und hatte drei Kinder und war bei seiner 1890 stattgefundenen Thronbesteigung auch schon 73.:p
Das schaffen wir nie.
DiDi
deckelmouk
22.02.2009, 12:51
Bei dem markenlosen Brief aus Burtscheid (bei Aachen) hadere ich mit der Taxe. Der Brief wog mehr als 1 Loth, Burtscheid ist mehr als 20 Postmeilen von Luxemburg entfernt. Hätte der Brief nicht 6 Silbergroschen kosten müssen?
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
21.04.2009, 23:07
Postscheine für Pakete nach Luxemburg sind mir bisher nicht unter gekommen. Zu den 2 Kreuzern Scheingeld musste der Absender 32 Kreuzer für das Paket bezahlen. Ein alter Vorphila-Stempel von Spaichingen ist im Innendienst für das Formular verwendet worden.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
22.04.2009, 07:32
Hallo Lars,
klasse Postschein - man sieht, wenn man die Augen aufmacht, auch mal solche Rosinen.:) Davon düfte es nur ganz wenige Stücke überhaupt geben, weil ja schon Pakete nach Luxemburg damals sehr selten waren.
Zu deinem vorherigen Brief aus Burtscheid: Die damaligen Meilenzahlen waren nicht GPS gestützt ermittelt worden. Daher gibt es immer wieder Abweichungen von bis zu 10% zu Gunsten der Korrespondenten.
Den Poststellen lagen ja Listen vor, in denen die Orte der Entfernungsstufen 1 (bis 10 Meilen) und 2 (über 10 bis 20 Meilen) aufgeführt waren. Alle darin nicht genannten Orte fielen somit automatisch in die 3. Entfernungsstufe (über 20 Meilen).
Im Klartext: Der Burtscheider Postler muss den Luxemburger Zielort in seinem Entfernungsverzeichnis unter der Rubrik II gefunden haben. Entfernungsmäßige Unterfrankaturen durch Postbedienstete innerhalb des Postvereins sind noch seltener als Expreßbriefe von Luxemburg.:D
Toller Brief und als 2. Gewichtsstufe (Aufkommen etwa 6% aller Briefe im inneren Verkehr des DÖPV) schon eine kleine Seltenheit.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
22.04.2009, 12:47
Hallo Ralph,
jetzt fehlt mir noch ein passender Paketbegleitbrief. Wobei Luxemburg zu der Zeit keine Fahrpost hatte, d.h. der Paketdienst wurde von privaten Spediteuren besorgt.
Vielen Dank auch für Deine Ausführungen zu dem Burtscheid-Brief!
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
22.04.2009, 13:29
Hallo Lars,
dann war Luxemburg, wie sein großer Nachbar Frankreich auch, anders als der Postverein strukturiert. Die vereidigten Privaten waren wohl die "Messagiers".
Es gibt aber auch frankierte Fahrpostbriefe aus der Festung Luxemburg mit Preußenmarken. Ich kenne sogar 3 Briefe nach Bayern in dieser Art.
Wäre einer von denen als Pendant nicht auch geeignet?
Einen Laufzettel der Fahrpost könnte es auch nach Luxemburg gegeben haben - das wäre mal ein Hammer! (Kuriosum der Geschichte: Laufzettel nach Luxemburg waren teuerer als Laufzettel nach Frankreich; wenn du mal einen bayerischen nach Frankreich und einen von dort nach Bayern sehen möchtest, kannst du das in Essen tun ...:)).
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Endlich kann ich auch hier mal einen Brief zeigen (Dank der Messe in Essen).
Brief aus Luxemburg vom 3. Nov 1869 nach St. Johann (wenn ich das richtig lese), aber welches kann gemeint sein?? Vielleicht hat da jemand eine Idee. Hilft vielleicht die Anrede Madame??
Portogerecht frankiert mit der 12 1/2 Centimes Marke = 1 Silbergroschen.
Rückseitig Kastenstempel von Conz.
Gruß Helmut
VorphilaBayern
15.05.2009, 22:29
Hallo heku49,
es wird sich um St. Johann bei Saarbrücken (Preußen) handeln.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
deckelmouk
16.05.2009, 00:03
Hallo Helmut,
anstatt "Madame" lese ich "Veuve" (Witwe). Ansonsten schliesse ich mit @vorphilabayern an.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hallo VorphilaBayern, hallo Lars,
Danke für die Hilfe.
Gruß Helmut
deckelmouk
12.06.2009, 13:41
Bei diesem Brief bin ich mir nicht ganz sicher, ob er unterfrankiert. M.E. hätte er mindestens zwei Silbergroschen kosten müssen. Heisst der Text im Blaustift "Briefkasten" + Namen? Wurden zwei Sgr nachgefordert?
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
12.06.2009, 14:16
Hallo Lars,
da steht "Briefkasten" und die Unterschrift des Postbeamten der Aufgabepost.
Er wäre mit 2 Sgr. korrekt frankiert gewesen (über 10 bis 20 Meilen); weil er mit 1 Sgr. unterfrankiert war, wurde gerechnet:
Über 10 - 20 Meilen 2 Sgr. plus 1 Sgr. Portozuschlag abzüglich des frankierten Groschens = "noch 2" Sgr. vom Empfänger.
Einen unterfrankierten Brief nach Luxemburg sieht man weltweit wohl nur 1 mal im Jahr, oder? :)
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
12.06.2009, 16:18
Hallo Ralph,
herzlichen Dank für Deine Hilfe! Unterfrankierte Briefe sind in der Tat aus der klassischen Zeit selten. Wobei Auslandsbriefe generell selten sind - Preussen ist noch vergleichsweise häufig.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
12.06.2009, 16:45
Hallo Lars,
vlt. war es nur ein Fauxpas - aber Preußen war zu Luxemburg postalisch nicht Ausland, so wenig wie Bayern oder Liechtenstein.
Es war also ein unterfrankierter Postvereinsbrief.
Was mich etwas wundert - warum wurden die 2 Sgr. nicht in die Luxemburger Währung (Centimes) reduziert? Konnte man dort mit preußischer Kurrantgeld bezahlen?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
12.06.2009, 16:51
Hallo Ralph,
Preussen ist immer Ausland :D "Mir wolle kee Preissen ginn" - kuck Dir mal die Währung auf Mi. 2 an... Da steht nix von Centimes.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
12.06.2009, 16:53
... weiß ich doch, aber der Brief stammt aus den sechziger Jahren, also Michel Nr. 3 - 23, und da gab es nur Centimes.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
12.06.2009, 17:27
Hallo Ralph,
für den Verkehr mit dem DÖPV wurden die Wertstufen 12 1/2, 25 und 37 1/2 Centimes eingeführt. Später erfolgte die Umstellung auf die Postvereinsfarben rot, blau, braun.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
13.07.2009, 22:43
Den Brief hab ich von einer kleinen Berliner Auktion. Beschrieben als "Vorphila Aachen - Wiltz von 1835". In der Tat ist die handschriftliche Datumsangabe von 1835, ich hab mich schon über die sensationellen Frühdaten der Stempel "Wiltz" und "Weiswampach" gefreut. Dann hat leider die Recherchefunktion eingesetzt und mir war schnell klar, dass es sich um einen Verschreiber handelt.
Wer kann mir sagen, warum es sich nicht um einen Altbrief von 1835 handeln kann?
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
13.07.2009, 23:08
Hallo Lars,
37,5 C. entsprachen 3 Sgr. für einfache Briefe bis 1 Loth exkl. und über 20 Meilen im Postverein - daher war es ein Postvereinsbrief ab dem 1.1.1852 bis zum 31.12.1867.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
14.07.2009, 07:03
Hallo Ralph,
ganz genau, von der Taxierung her muss es ein Postvereinsbrief sein. Es gibt noch einen anderen Grund, warum 1835 nicht in Frage kommt.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
14.07.2009, 07:47
Hallo Lars,
die Stempeltypen sind preußisch aus den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts und das dürfte auch für die Lux - Stempel gelten.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
14.07.2009, 09:30
Hallo Ralph,
ganz genau, im Stempelkatalog Aachen von Bruns ist der Typ ab 1850 verzeichnet. Es lohnt sich also, über den Tellerrand hinaus zu sehen und sich mit den Nachbarländern zu beschäftigen.
Die luxemburger Stempeltypen kommen schon vor 1840 vor, das hätte theoretisch hinhauen können.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
14.07.2009, 11:26
Hallo Lars,
vor Jahren hatte ich auch mal Briefe aus den AD - Staaten nach Lux an diesen Empfänger - er war glaube ich Eisenhändler (später ARBED - Saarstahl?).
Diese Briefe waren aus den 30er und 40er Jahren des 19. Jahrhunderts. Aber einen blauen Zweikreiser von Wiltz habe ich nicht hinten gesehen.
Aber ich bin weiß Gott kein Lux - Stempelexperte und habe natürlich nicht den Einblick von dir und den anderen Lux - Spezialisten.
Über den Tellerrand hinaus zu blicken ist überall wichtig - in der Postgeschichte aber ganz besonders. Dein Beispiel zeigt es ja in perfekter Weise.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
14.07.2009, 12:16
Hallo Ralph,
meine Briefe aus den 30er und 40er-Jahren weisen in der Regel keine Ankunftsstempel auf. Allerdings ist die Gesamtmenge meiner Altbriefe zu gering, um eine allgemeingültige Regel abzuleiten. Die blaue Stempelfarbe gehört durchaus zum üblichen Erscheinungsbild, auch wenn schwarz die Regel war.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
14.07.2009, 13:08
Hallo Lars,
die siegelseitigen Stempel waren, soweit mir erinnerlich, alle schwarz gewesen (wenn es hinten Stempel gab). Aber wenn es blau damals schon vorne gab, gab es das auch i. d. R. hinten. Ob man sich bei den kleinen Postorten den Luxus von 2 Stempelkissen zur gleichen Zeit geleistet hat, kann ich mir kaum vorstellen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
06.08.2009, 22:13
Der Brief aus Luxemburg nach Dinslaken ist mit einer geschnittenen Wappenmarke zu 37 1/2 Centimes (= 3 Silbergroschen/9 Kreuzer) frankiert. Wie im Postverein zur damaligen Zeit üblich, ist die 37 1/2 Centimes-Marke grün (die 12 1/2 Centimes rosa und die 25 Centimes braun). Erst mit der durchstochenen Wappenausgabe passt sich Luxemburg dem geänderten Schema an.
Rückseitig wurde der Ausgabestempel und ein preussischer Bahnpoststempel "Trier - Bingerbrück" abgeschlagen. Der Brief lief also mit der Bahnpost - nicht umsonst feiert Luxemburg dieses Jahr 150 Jahre "Feierwon".
Leider lässt die Qualität des Briefes und der Marke sehr zu wünschen übrig. Aber für die Stempelvergleichssammlung taucht er allemal.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
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