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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Teuerste Briefamrke



moin
15.01.2004, 14:46
Wer kann mir sagen, ob die Tre Skilling Banco wirklich die teuerste Briefmarke der Welt ist, wie die Biefmarken damals hergestellt wurden (mit welchen Verfahren) und im welchem Jahr?

Herbert
15.01.2004, 17:01
Hallo,

die Drei-Skilling-Banco ist wohl die Marke die bei einer Versteigerung bisher den höchsten Zuschlag erzielt hat. Im Jahr 1996 für 2.855.000 Schweizer Franken.

Über den Druck kann ich Dir nichts genaues sagen - ich vermute mal es war Buchdruck (Hochdruck). Die Echtheit dieses Fehldruckes wird überwiegend anerkannt, von einzelnen aber bezweifelt.

Näheres findest Du in diesem Buch: "Echt oder falsch?" von W. Maaßen, S 193 ff.

Herbert

SvenKadettC
15.01.2004, 17:49
Stand gerade in der "Postfrisch":

1,7 Millionen Euro, ist ein Farbfehldruck gewesen der ersten Marke Schwedens 1855.
Die Marke ist gelb, sonst grün, es ist nur ein Exemplar bekannt.
Bild scanne ich falls Interesse.

katze52
22.03.2004, 16:38
Schönen guten Tag,

Auktionsergebnisse sind ja immer in solchen Grössenordnungen sehr interessant. Aber vielleicht sollte m,an fairerweise an dieser Stelle, rein informativ, erwähnen, dass es auch eine "seltenste" Briefmarke gibt, die nicht einmal im Besitz der englischen Königin ist, nämlich die lilafarbene Britisch-Guiana mit dem Signum des Postmeisters, Michel Nr. 4 oder 6 (bitte mich nicht festlegen!). Das gute , fast unscheinbare Stück gibt es tatsächlich bisher nur einmal!

Gruss Karl

deckelmouk
22.03.2004, 23:00
ist nicht die (verfälschte) Britisch Guiana. :D

Sondern, gemäss L.N und M. Williams, Seltene Briefmarken, 1967, Seite 123 die "Halbe" Briefmarke von Kotelnitsch, 3 Kopeken, schwarz auf gelbem Papier, eine Zemtswo-Lokalausgabe. Es gibt in der Briefmarkenwelt einige Unikate, die aber auf Auktionen lange nicht die Preise bringen wie Massenware, sprich Rote und Blaue Mauritius.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

katze52
23.03.2004, 11:09
Hallo Lars,

vielen Dank für diesen Hinweis. Tatsächlöich gibt es viele sehr seltene Briefmarken. Von den Ungarischen Besetzungsausgaben sind mir Stücke bekannt in Auflagen von wenigen Stück. Leider werden sie sehr niedrig bewertet (max. 10 €). Da bewahrheitet sich wieder, dass ohne entsprechende Publicity und "Nachfrage" selbst der "bunteste Hund" nicht berühmt wird. Tja, so ist es eben. Da gibt es sicher noch genügend Beispiele ähnlicher Art. Mir würde ein passabel restaurierter, bildseitig schöner Sachsendreier schon genügen, um den Hauch der "grossen weiten Welt" von anno dazumal einzuatmen.

Grüsse
Karl

deckelmouk
23.03.2004, 12:39
also ich hätte gerne einen Teilfrankobrief mit USA Mi. 1 od. 2, wahlweise die Postmeisterausgabe von New York, mit britischem Postdampfer nach Europa... :cool:

Ein weiterer Faktor, der den Preis bei seltenen Marken drückt, ist die Fälschungsgefahr. Gerade Überdruckausgaben wurden gefälscht wie die Weltmeister. Weil die Sammler so etwas nicht schätzen, werden diese Gebiete nicht gesammelt und die Preise bleiben im Vergleich zur Seltenheit der Stücke extrem niedrig.

Der Sachsendreier und der Bayerneinser sind dann wieder Beispiele für Marken, die relativ häufig sind, deren Preise aber durch die hohe Nachfrage bestimmt werden. Ähnlich sieht es bei der Penny Black oder anderen Erstausgaben aus.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

katze52
23.03.2004, 12:51
Hallo Lars,

natürlich ist alles richtig, was so gesagt wurde. Die Träume der Sammler sind so legitim wie die Fehldrucke und Kopfsteher und die ach so gepriesenen "Unikate" der Auktionatoren. Uns Sammlern und Philatelisten bleibt die Erkenntnis, dass die Relationen gewahrt bleiben, weil nicht alles was gut und teuer ist, auch gefällt und geliebt wird. So ist es übrigens auch im "richtigen Leben" und das ist gut so!

Grüsse
Karl

Bodo A.v.Kutzleben
23.03.2004, 15:51
Selten in Form von TEUER gibt es viele, aber für mich ist immer die seltenste Marke gerade die, die mir noch fehlt oder mit derer Hilfe ich ein neues und schönes Albumblatt zum Ausstellen machen könnte.

Bodo :) :p :D :p :)

PS: Bei Thurn und Taxis gibt es Stücke mit Stempeln, die man vielleicht nur einmal im Leben zu GESICHT bekommt, geschweige denn, daß man/frau sie ERWERBEN könnte.

Deshalb ist SELTEN RELATIV für mich.

katze52
23.03.2004, 17:08
Hallo Bodo,

es ist schon phantastisch welchen Facettenreichtum die Philatelie bietet. So haben wir inerhalb kürzester Zeit verschiedene Kommentare lesen können und doch - alle haben auf ihre Weise recht! Ernsthafte Sammler haben alle ihre "Raritäten", einen einmaligen Stempel, eine "Einheit" die es vom Bogenrand so vielleicht nicht mehr gibt. Gerade auch im Klassischen Bereich gibt es unzähliges Neue zu entdecken, denn die Marken des 19.Jahrhunderts waren beileibe nicht alle "selten". So finden sich dann neue Stempel, wie von Thurn und Taxis erwähnt, Briefe und besonders "schöne", wenn auch nicht immer teure Stücke neu. Man versuche mal einen "normalerweise" nicht teuren gestempelten Satz des Posthornsatzes der BRD mit idealen Stempeln zusammenzutragen! Eine weit spannendere Geschichte als das Zusammenkaufen ganzer Jahrgänge fürs Vordruckalbum. Und die Geschichten am Rande sind (fast) jedes Geld "wert". Apropos Wert....
Ich beurteile den "Wert" einer Sammlung immer ganz gerne auch nach dem "persönlichen Eindruck", der Optik und der erstmals erkannbaren Systematik und freue mich, wenn ich eine(n) Ästheten(in) vorfinde und weniger einen gut beratenen Investor.

Viele Grüsse
Karl

Bodo A.v.Kutzleben
23.03.2004, 17:20
Ich beurteile den "Wert" einer Sammlung immer ganz gerne auch nach dem "persönlichen Eindruck", der Optik und der erstmals erkannbaren Systematik und freue mich, wenn ich eine(n) Ästheten(in) vorfinde und weniger einen gut beratenen InvestorDiesen Satz kann ich auch voll und ganz UNTERSCHREIBEN.

Bodo :) :p :D :p :)

reini
24.03.2004, 14:38
Original geschrieben von katze52
Man versuche mal einen "normalerweise" nicht teuren gestempelten Satz des Posthornsatzes der BRD mit idealen Stempeln zusammenzutragen! Eine weit spannendere Geschichte als das Zusammenkaufen ganzer Jahrgänge fürs Vordruckalbum.
Da gibt es auch andere Beispiele: Zuschlagsmarken 60er Jahre: Billig aber mit idealem Bedarfsstempel (was auch immer man darunter versteht) richtig schwierig. Ganz und gar nicht unproblematisch sind auch viele Dauermarken der 70er/80er Jahre: Man glaubt es kaum: unter hunderten 80ern Industrie und Technik findet man nur ganz wenige völlig überzeugende Marken. (Grauer Stempel auf dunkelgrün ist nun einmal sehr schwer zu lesen!) Ebenso: 150, 160, 180, 210, 230... Und dann wäre da noch Olympia-Blöcke, ZD usw. mit <i>Tagesstempel</i> aus 1972/73 oder die rote 60er B&S C/D als senkrechtes Paar oder Zusammendruck: Gibt's mit Sonderstempeln oder mit den typischen 2-Stempel-pro-Heftchenblatt-Entwertungen. Aber mit idealem Stempel? Fehlanzeige.

reini

katze52
24.03.2004, 15:10
Hallo Reini,

die zuletzt genannten Beispiele sind alle richtig! Besonders Zuschlagsmarken der 60-Jahre sind extrem schwer als super-gestempelt zu finden. Ich habe nach einer Michel 163 von Bund mit idealem Stempel jahrelang gesucht..
Fairerweise muss man aber auch sagen, dass sich die Sammel-Gewohnheiten in den letzten Jahren verändert haben. Nicht nur, dass diese "Postfrisch-Hysterie" abgeklungen ist - nein, auch gestempelete Ware muss bitteschön deutlich lesbare Stempel tragen, am be3sten einen Vollstempel, was früher undenkbar war. In den 50-ern und 60ern durfte der Stempel das Markebild nicht beeinträchtigen und daraus resultieren heute die ganz geringen "Super-Stempel-Bestände" mit teils horrenden Preisen. Bei Ebay werden solche Idealstempel längst mit 100-150% Michel in der Regel bedacht - ein unglaublicher Vorgang! Berücksichtigt man aber die "Menge" die so geartet wirklich zur Verfügung steht, so sind die hohen Preise für beste Ware allemal gerechtfertigt und eine sichere Anlage, auch unter finanziellen Aspekten!

Grüsse
Karl

OlliG
25.03.2004, 09:46
Original geschrieben von katze52
(...) dass sich die Sammel-Gewohnheiten in den letzten Jahren verändert haben.
(...) auch gestempelete Ware muss bitteschön deutlich lesbare Stempel tragen, am be3sten einen Vollstempel, was früher undenkbar war.
(...) sind die hohen Preise für beste Ware (...) eine sichere Anlage, auch unter finanziellen Aspekten!
Hallo Karl,
ich glaube, da widersprichst du dir ein bisschen. Gerade weil sich die Sammelgewohnheiten ständig ändern, kann "Massenware" keine sichere Anlage sein. Die Vollstempel von heute locken in zehn Jahren vielleicht niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, weil dann vielleicht wieder die Eckstempel "hip" sind.

Oliver

knuedel
25.03.2004, 12:11
Hallo zusammen,

Also doch ein Sammelgebiet wählen,
was noch nicht überlaufen ist.
Ich suche jetzt Ganzsachen oder Belege
von den Aland-Inseln vor der Posthoheit.

Gruß Knuedel (Einhard)

katze52
25.03.2004, 12:31
Hallo Oliver,

natürlich ändern sich in den letzten Jahren ständig die Sammelgewohnheiten. Ertappst Du dich vielleicht auch bei dem Gedanken: Ach könnte ich doch etwas sammeln, was mir mit Sicherheit eines Tages auch finanziell weiterhilft?
Gut, das sollte für einen "wahren" Philatelisten nicht im Vordergrund stehen - aber mal ehrlich! Unsere schnelllebige Zeit bringt es mit sich, dass irgendwann einmal ein Ziel von jemanden vorgegeben wird. Seit einigen Jahren heisst eben bei gestempelt: Deutlich lesbare Stempel, möglichst klar. Ich habe die Vermutung, dass sich der Markt einfach an dem massenhaft in schlechter Stempelqualität vorhandenem Material sattgesehen hat und ähnlich wie bei klassischer Ware eine für mich berechtigte neue Maxime sucht.
Alle Welt schreit nach Leistung, nach Qualität. So tut es auch die Philatelie. Das ist gut so. Nichts gegen 2. Wahl und reparierte Stücke (bei Klassik lässt sich eine reparierte hochwertige Marke immer verkaufen), so lange die Relationen stimmen und nicht jeder von vorneherein mit der Vorstellung einkaufen möchte, nur 10% vom Michel bezahlen zu wollen. Erstklassige Ware kostet immer einen guten Preis.

Irgendwie bewundere ich die Unbefangenheit der beginnenden Motivsammler! Da werden Stücke zu einem Thema einfach zusammengetragen, die Thematik, die Schönheit und die Freude stehen im Mittelpunkt. Sobald die erste Ordnung (wie typisch deutsch....) hinzukommt, wird es kommerziell, die Regeln stehen im Blickpunkt, der Spass hat seinen "Bilderrahmen" bekommen.

Uns allen wünsche ich viele philatelistische Mussestunden!

Grüsse
Karl

OlliG
25.03.2004, 15:23
Ich denke, so wird ein Schuh draus. Das kann ich dann auch unterschreiben.