Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bayern Portomarken Falschstempel
bayern klassisch
01.10.2007, 15:22
Gestempelte Portomarken Bayerns aus der Kreuzerzeit sind ohne Prüfung oder profunde Kenntnis des Erwerbers problembehaftet. Hier ein Beispiel, das einfach zu durchschauen ist:
Leider hat es in Bayern nie Ringstempel gegeben, obwohl es an Baden, Preußen und Taxis grenzte.
Der Anbieter war einsichtig und änderte seine Beschreibung.
Gestempelte Portomarken Bayerns aus der Kreuzerzeit sind ohne Prüfung oder profunde Kenntnis des Erwerbers problembehaftet. .....
Mit Prüfzeichen wird's auch nicht echter!:D
:confused: Stimmt es das Portomarken nur im Ortsverkehr benutzt wurden, sonst könnte ein badischer Stempel durchaus auf eine bayrische Marke kommen.
Es war nämlich gestattet einen Brief von Baden nach Bayern mit einer bayrischen Marke in Baden zu frankieren und dieser hätte dann einen badischen Stempel, für Portomarken trifft dieser Fall aber wohl nicht zu:)
Oder gab es zwischen Baden und der Pfalz einen Nachbarortsverkehr? Unwahrscheinlich und dann noch mit Portomarke?
Viele Grüsse
Christian
Ein Beispiel was sonst noch so alles passieren konnte:
Von Würzburg/Bayern nach Offenbach/T&T. Hier wäre also ein Mühlradstempel auf einer T&T-Marke denkbar gewesen. Aber eine badische und eine württembergische Marke und der Postbeamte in Würzburg hat das auch noch abgestempelt!
Viele Grüsse
Christian
bayern klassisch
01.10.2007, 20:29
@Abrixas
Dein Stück ist genauso falsch wie meines - aber auch ziemlich primitiv gefälscht. Eigentlich kann das jeder erkennen, der schon mal die echten in Händen gehalten hat.
Danke fürs Einstellen.
@chsch
Der Südstaatenbrief kommt ja angeblich bald zum Verkauf - ich hatte ihn auch mal in Händen, leider war das aber vor der Auktion. Schade.
Der Ringnummernstempel ist todsicher falsch; ich glaube zu wissen, woran du aber hierbei denkst:
Bayerischer Ortsbrief unfrankiert - Portomarke drauf. Der Empfänger war verzogen nach Baden - aus Ortsbrief wird Fernbrief, so dass man die 3 Kr. Porto vergessen konnte und stattdessen 7 Kr. für unfrankierte Fernbriefe der 1. Gewichtsstufe taxieren musste (11 Kr. für schwere Briefe).
Dann hätte der Empfänger in Baden wieder verzogen sein müssen. Nun hätte jemand für ihn diese 7 Kr. bezahlten und den Brief mit einer Badenmarke neu frankieren müssen, und dann der Postler die bayerische Portomarke und die badische Freimarke übergehend entwerten müssen.
Das alles gab es aber nicht, da Weiterleitungen und Retoursendungen ab dem 1.1.1868 kostenfrei waren ... Selbst theoretisch kommen wir so nicht hin.
Zu dem Einsatzgebiet der bayerischen Portomarken:
Diese kommen auf unfrankierten (Ausnahme unterfrankierten) Briefen am Ort selbst oder im zugehörigen Lokalbezirk vor, sowohl bei der Brief- als auch bei der Fahrpost. Letzteres natürlich viel seltener.
Es gibt aber auch Ausnahmen: Ich habe einen Brief aus der Schweiz, der kuvertiert nach Lindau lief, und dann unfrankiert als Ortsbrief aufgegeben wurde. So etwas gibt es dreimal.
Einmal gibt es aber den Oberhammer: Eine Porto Nr. 3 von Bayern nach Österreich! Leider ist die Fotoqualität nicht verwertbar, aber das Stück ist echt. Man hat in Bayern einen Brief nach einem österreichischen Nachbarort unfrankiert aufgegeben und neben die Marke geschrieben : Gilt für 5 Neukreuzer!
In meiner Sammlung habe ich auch einen Fernbrief mit einem Paar der Porto Nr. 1, was so nicht vorgesehen war. Aber in Bayern gab es halt nichts, was es nicht gab.
Wenn es gewünscht wird, stelle ich es mal hier ein.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
bayern klassisch
01.10.2007, 21:08
Sorry Christian, das hatte ich glatt überlesen.
Ja, es war möglich in Baden einen Brief nach Bayern mit einer bayerischen Marke zu bekleben. Gestattet war es aber nicht.
Er wurde wie ein unfrankierter Brief taxiert, da die Aufgabepost in Baden ja eine Forderung von soundsoviel Kreuzern an Bayern hatte.
Beim Empfang hatte der Adressat in Bayern diese Gebühr zu entrichten, konnte aber den verklebten Markenwert gegen Abgabe des Kuverts oder der Vorderseite des Faltbriefes zurückerstattet bekommen. Auf dem Strafporto von 3 Kr. je Loth blieb er aber immer sitzen.
Manchmal hat man auch einfach drüber hinweggesehen. Diese Rückvergütungen sind aber denkbar selten und mir ad hoc nur aus der Primärliteratur bekannt.
Die Marke(n) sollte(n) aber eben nicht abgestempelt werden. Die Aufgabepost sollte neben der Marke den Vermerk anbringen: Ungiltig in .....
Manchmal wurde(n) die Marke(n) auch per Federzug annulliert. Es gibt also viele Spielarten.
Bayern - Baden kannte in der gemeinsamen Markenzeit, also ab dem 1.5.1851, keine Lokaltarife mehr, das wurde mit dem Eintritt in den DÖPV alles abgeschafft. Zuvor unter dem Vertrag Badens mit Bayern vom 1.8.1843, sah das anders aus. Mit Württemberg ging es ebenso. Da gab es nur die Standardtarife von 3 Kr. oder einem Vielfachen davon.
Beste Grüsse von bayern klassisch
@bayern klassisch,
bitte einstellen, sowas sieht man ja nicht alle Tage.
Das der Ringnummernstempel falsch ist, glaube ich Dir, wollt nur mal darstellen was alles passieren konnte.
Nochmal zu Baden-Bayern: Jemand aus Bayern gibt einen unfrankierten Orts-oder Nahbereichsbrief in Baden nach Bayern auf (Grenzgebiet Baden-Pfalz). Also 2 Ortschaften in diesem Grenzbereich. Auf dem Brief ist eine bay.Portomarke, weil ja der Bayer den Brief in Bayern geschrieben hat, aber in Baden zur Post brachte. Das badische Postamt stempelte mit einem Ringnummernstempel, ist das möglich?
Christian
Hallo bayern klassisch,
da haben sich unsere Beiträge wohl überschnitten.
Du schreibst dass es nicht gestattet war, auf einen Brief nach Bayern eine bayrische Marke zu kleben.
Als Württemberg-Sammler habe ich im Württemberg-Handbuch von Brühl/Thoma folgendes gelesen:
Der Nachtragsvertrag vom 3.9.1855 zum Postvereins-Vertrag vom 6.4.1850 gestattete die Frankatur mit Marken der Mitgliedstaaten des Postvereins, falls der Brief in das Herkunftsland dieser Freimarken gerichtet war. Eine entsprechende Praxis scheint schon länger bestanden zu haben, so dass dieser Vertrag wohl lediglich eine schon längst praktizierte Kulanz auch rechtlich fixiert hat.
Ich hab diesen Nachtragsvertrag nicht zu Hand, bedeutet dies trotzdem das er wie unfrankiert behandelt wurde.
zur Portomarke: Wenn kein Lokaltarif mehr bestand, kann ja auch keine Portomarke mehr auf so einem Brief sein, das ist mir jetzt klar.
Viele Grüsse
Christian
bayern klassisch
02.10.2007, 08:23
Hier der Standardfall:
Das Bezirksamt in Berneck sandte an die Gemeindeverwaltung Nommersdorf eine Parteisache (= portopflichtig) am 16.5.1863. Man behandelte sie wie einen gewöhnlichen Brief, indem man den Aufgabestempel anbrachte und die Marke mit dem Mühlradstempel entwertete. Die Entwertung war zwar nicht Vorschrift, erfreut aber das Auge bei guter Qualität umso mehr.
Der Expeditor übergab ihn seinem Landbriefträger, der ihn dann gegen 3 Kr. Bezahlung dem Empfänger zustellte.
Dieser Modus war im linksrheinischen Bayern so ab dem 1.10.1858, in dem rechtsrheinischen Bayern ab dem 1.10.1860 möglich, wobei die Porto Nr. 1 erst am 1.10.1862 erschien. Zuvor also immer mit Taxierung des Portos.
bayern klassisch
02.10.2007, 08:41
In der Hoffnung, dass die Fälscher hier nicht mitlesen:
Man findet nur bei Portomarkenbriefen die Besonderheit, dass auf der Vorderseite zwei verschiedene Ortsstempel abgeschlagen wurden (ich rede also nicht von Orts- und Mühlradstempelkombinationen!).
Was dann wie getürkt aussieht, ist aber echt, denn man hat, wie hier in Reichenhall am 16.6.1869, den Portobrief zuerst am Schalter mit dem ersten Stempel versehen (Winkler Type 14 II, Reichenhall 16.6. VIII Uhr morgens) und auf den Haufen der unfrankierten Lokalkorrespondenz geworfen.
Trat nun um z. B. 10 Uhr der Landpostbote seinen Rundgang an, so nahm man kurz vorher diese Briefe, beklebte sie mit einer Portomarke und stempelte diese nun mit dem Stempel ab, der gerade greifbar war. Bei Stempeln mit Stundenangabe ist der Entwertungsstempel also immer später als der Aufgabestempel zu datieren.
Hier hat man mit einem Halbkreisstempel der Type 12 ohne Stundenangabe die Marke entwertet, was für den Laien ein deutliches Zeichen einer Manipulation darstellt, aber keine ist.
Bei Stempeln grösserer Ämter mit Stundenangaben kann man dies noch einfacher nachvollziehen. Römische Stunden = Vormittags, Arabische Stunden = Nachmittags.
Einen schöneren als den hier wird man lange suchen müssen, schrieb damals der selige Franz Pfenninger. Und damit hätte er auch heute noch recht.
bayern klassisch
02.10.2007, 08:53
... gab es natürlich auch.
Am Bahnhof in Augsburg sandte man am 23.5.1866 einen Brief nach Mörgen p(ar) Kirchheim, also einen Fernbrief, ab. Weil er in den dortigen Briefkasten eingeworfen wurde, blieb er versehentlich ohne Taxeansatz. Als portopflichtige Parteisache (unten links PS) hätten 6 Kr. in blau vorderseitig notiert werden müssen.
Über Buchloe gelangte er nach Kirchheim, wo man hinten "6xr porto" vermerkte und - das war so nicht vorgesehen - ein Paar der Porto Nr. 1 aufklebte, damit der Landbriefträger diese beim Pfarramt in Mörgen kassieren sollte.
Fernportobriefe waren zu taxieren und niemals mit Portomarken zu bekleben. Hier also wieder mal die Ausnahme von der Regel.
bayern klassisch
02.10.2007, 09:05
...gibt es eigentlich gar nicht, oder etwa doch?
Brief aus St. Gallen nach Lindau vom 22.4.1865. Der Brief war in einem Paket aus der Schweiz über die Grenze gekommen und wurde von der KGE (Königliche Güter Expedition) Lindau entdeckt.
Der Brief zeigt noch unten links den schwachen Abschlag des KGE - Stempels.
Diese übergab ihn der Lindauer Post, die zuerst den Halbkreisstempel abschlug.
Nachher klebte man die Porto Nr. 1 auf und entwertete sie mit einem Federzug. Sehr akkurat gemacht und ein spätes Lob dafür.
Nur das Zusammenspiel mehrerer Faktoren konnte dergleichen zustande bringen. Und die Tatsache, dass man die Martin Spengelin Korrespondenz nicht zum Altpapier gab.
Bisher sind nur 3 Briefe dieser Art von Bayern bekannt geworden. Viel mehr werden es wohl auch kaum werden.
bayern klassisch
02.10.2007, 09:17
... ein veritables Unikat: Der einzig bekannte Postbetrug mit einer Portomarke in Bayern.
Ein Brief über 1 Loth von Vohenstrauss nach Oberlind in den Lokalbezirk wurde korrekt mit 6 Kr. für die 2. Gewichtsstufe vortaxiert (damit der Expeditor später nicht nochmals nachwiegen musste).
Später, als die Kundschaft das Postlokal verlassen hatte, klebte er links eine bereits von ihm gebrauchte Marke mit Stempel Vohenstrauss neben eine ungebrauchte auf und vertuschte diesen Betrug, indem er möglichst kräftig diese beiden überstempelte.
Der Landbote kassierte später 6 Kr. und lieferte sie beim Expeditor ab. Dieser freute sich, hatte er doch 3 Kr. mit dieser Massnahme in die eigene Tasche gewirtschaftet. Auch ne Art, zu Geld zu kommen ...
Damit schliesse ich den kleinen Exkurs über die 1. Portomarke Bayerns;
vielleicht führt ein anderer diesen mit der gezähnten Aausgabe fort?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
claus wentz
02.10.2007, 10:02
@bayern klassisch
Herzlichen Dank für den Exkurs in die "alte" Philatelie. Hier sieht man einmal, wie interessant und spannend Postgeschichte sein kann.
bayern klassisch
02.10.2007, 10:04
Hallo Claus,
danke für das Lob, und wie ich immer sage: Augen auf im Straßenverkehr.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
bayernsammler
02.10.2007, 17:08
Nachher klebte man die Porto Nr. 1 auf und entwertete sie mit einem Federzug. Sehr akkurat gemacht und ein spätes Lob dafür.
Sieht sehr schwer nach Vorentwertung aus.
Gibt es bekannte Vorentwertungen oder
neue Erkenntnisse von Lindau?
Bis jetzt war nur Günzburg und Tirschenreuth
bekannt.
viele Grüße
Bayernsammler
bayern klassisch
02.10.2007, 18:03
Die beiden bekannten Vorentwerter haben aber keine Portomarken benutzt.
Ob es eine Vorentwertung ist, kann ich nicht definitiv sagen. Aus dem Attest geht dies auch nicht hervor (was Wunder).
Die 3 mir bekannten Briefe aus der Schweiz resp. von Lindau sehen sich alle sehr ähnlich; nur meiner hat den KGE - Stempel zusätzlich, was postgeschichtlich wertvoll ist. Die Portomarken dieser CH/Lindau Briefe wurden alle mit liegendem X entwertet.
Dr. J. Helbig hatte auch mal einen - er hat aber bei der Vorstellung seines Briefes nichts von einer VE erwähnt.
Vielleicht könnten die Lindauer Spezies mal nachschauen, ob es auch normale Portobriefe mit dieser Marke gibt. Dann könnte man ja vergleichen. Ich kenne aus dem Gedächtnis nur einen einzigen Brief, und auf dem ist die Marke mit dem regulären Halbkreisstempel entwertet.
Allzuviele Briefe mit diesen Marken gibt es aber eh nicht, zumal man sich mit diesen Märkchen damals regelmässig wenig Mühe gegeben hat.
Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
02.10.2007, 18:55
@bayern klassisch:
Waren VE´s nicht sowieso verboten? Welchen Sinn hätte das auch gemacht?
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
02.10.2007, 19:10
Hallo Lars,
VE waren in den bayerischen Manipulationsverordnungen nicht angedacht und auch nicht angesprochen worden. Da hatte man andere Gedanken.
Grundsätzlich war es so, dass der Hauptvorteil in der Zeitersparnis lag.
Wer in einer ruhigen Stunde - die Expeditoren, die das gemacht haben, dürften nicht den stressigsten Job gehabt haben - den ein oder anderen Bogen vorentwertet hatte, der brauchte keine Angst mehr zu haben, etwas zu vergessen.
Die VE - Zeit ist ja mit der Einführung der Mühlräder am 1.8.1850 zu Ende gegangen. Grundsätzlich sollte jede Marke bei der Aufgabe zur Hälfte mit dem Aufgabestempel bedruckt und mit dem Federkreuz anulliert werden.
Wenn man den 2. Arbeitsgang vor dem ersten machen konnte, und dort konnte man das ja, dann hat es bei der späteren Abfertigung der Briefpakete (stempeln, eintragen, kartieren, wiegen usw. usw.) schon etwas Zeitgewinn gebracht.
Andere Expeditoren haben z. B. den Federzug erst gar nicht nachvollzogen.
Die wurden dann gerüffelt. Einem VE - Arbeiter konnte das nicht passieren.
Es gibt aber auch tatsächlich VE mit Mühlradstempeln - der Grund liegt auf der Hand: Man hatte schon Bögen vorentwertet, sie aber dann erst nach dem 1.8.1850 unters Volk bringen können.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
@bayern klassisch: Wahnsinn! Tolle Belege und kompetente Erklärungen. So macht Postgeschichte Spass. Sind das alles Deine Belege und wie lange braucht man bis man so einen Bestand hat? Da kann man ja neidisch werden.:)
Nochmal zu meiner Frage von gestern:
Der Nachtragsvertrag vom 3.9.1855 zum Postvereins-Vertrag vom 6.4.1850 gestattete die Frankatur mit Marken der Mitgliedstaaten des Postvereins, falls der Brief in das Herkunftsland dieser Freimarken gerichtet war. Eine entsprechende Praxis scheint schon länger bestanden zu haben, so dass dieser Vertrag wohl lediglich eine schon längst praktizierte Kulanz auch rechtlich fixiert hat.
Ich hab diesen Nachtragsvertrag nicht zu Hand, bedeutet dies trotzdem das ein Brief von Baden nach Bayern mit einer bayrischen Marke wie unfrankiert behandelt wurde?
Viele Grüsse
Christian
deckelmouk
02.10.2007, 19:19
Hallo Bayern Klassisch,
jetzt sah ich mich doch genötigt, die Broschüre "Die Vor- und Vorausentwertungen von Bayern" von Dr. Oskar Menzinger rauszusuchen. In der Tat steht dort nichts von einem Verbot, nur von "irregulärem Verhalten". Das hab ich dann wohl etwas streng interpretiert :)
Beste Sammlergrüsse!
Lars1
bayern klassisch
02.10.2007, 19:50
Lieber Lars, es sei dir verziehen!
bayern klassisch
05.10.2007, 13:05
Frisch hereingekommen ein feine Fälschung, indem man einfach den Halbkreisstempel "weiterführt". Auch ne Art.
deckelmouk
05.10.2007, 13:13
@bayern klassisch:
Ich hätte eher auf eine Stempelfälschung aus einem Drucker oder Kopierer getippt. Die Farbe ist sehr schwarz und ich meine auf dem Bild Tonerkrümel zu erkennen. Ist aber ob des kleinen Bildes sehr schwer zu sagen, da würde mich Deine Meinung bzw. ein grösserer Scan interessieren.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
05.10.2007, 13:31
Hallo Lars,
ich denke, der Trick ist ganz einfacht:
Du nimmst ein billiges Briefstück mit der Nr. 23 für 20 Cents, das einen schönen Halbkreisstempel hat, aus der Krabbelkiste. Dann entfernst du die Marke und klebst eine gleich grosse Porto 2 oder 3 auf das Briefstück.
Unser Pappkamerad hat den Farbton des Stempels gut getroffen und ist nur bei den Serifen der Antiqua etwas gescheitert. Von hinten ist die Fälschung auch zu erkennen, da 130 Jahre alte Stempelfarbe anders als Filzstift oder Tusche auf einer Marke aussieht. Wer das aber nicht weiss, oder in schlecht beleuchteten Räumen kauft oder tauscht ...
Ein besserer Scan geht nicht, da das Stück natürlich nicht mit gehört.
Hier glaube ich gerne, was der Prüfer schreibt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
@deckelmouk + @bayern klassisch:
Wenn Ihr auch nur dauernd meckern müsst!:D :D :D
Hier der Stempel ist doch allerfeinste Ausführung! Sozusagen ein Luxusstück!:rolleyes:
bayern klassisch
05.10.2007, 13:52
Lieber abrixas,
nein: ein bislang unbekannter Bahnpoststempel auf dem einzig bekannten Kehrdruckpaar der Porto Nr. 1 - ich fliesse dahin ...
Allerfeinst, würde Frau Brettl jetzt sagen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
deckelmouk
05.10.2007, 13:56
@bayern klassisch:
Mich haben nur die "Verwischungen" interessiert, das sieht bei Laserdruckern bzw. Kopierern ähnlich aus.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
bayern klassisch
05.10.2007, 14:01
Hallo Lars,
da habe ich leider keine Ahnung/Erfahrung. Ich denke, es ist so, wie es Herr Stegmüller beschrieben hat.
Grüsse von bayern klassisch
wuerttemberger
05.10.2007, 14:33
Lieber abrixas,
nein: ein bislang unbekannter Bahnpoststempel auf dem einzig bekannten Kehrdruckpaar der Porto Nr. 1 - ich fliesse dahin ...
Allerfeinst, würde Frau Brettl jetzt sagen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Also ich lese da FELDPOST :) Das macht den Kehrdruck aber auch nicht echter...
Gruß
wuerttemberger
bayern klassisch
05.10.2007, 18:32
@wuerttemberger
Du hast Recht - Feldpost. Ich war so angetan von einem neuen und unbekannten Bahnpoststempel, dass ich das Naheliegende übersehen habe - logisch, die Feldpost, da wurde der einzige Bogen mit einen Kehrdruck aufgebraucht.
Der Fälscher war schon ein ganz großer Kenner, denn die Feldpost 1870/71 hatte gar keine Portomarken, und Poststücke dort waren portofrei.
Danke für den Hinweis sagt bayern klassisch
bayern klassisch
22.12.2007, 20:28
Die älteren werden sich noch an diesen Thread erinnern. Ich zeige mal hier einen Brief mit der Porto Nr. 1, der ungewöhnlich ist. Er stammt aus Verona und wurde, wie oben links zu lesen ist, "zur Güte" nach München befördert.
Durch Güte heisst, dass ein Freund oder Geschäftspartner ihn von dort nach München mitbrachte und erst bei der Ankunft in München in den Briefkasten einwarf. So wurde er mit dem Zweizeiler am 28.11.1869 als Aufgabestempel abgestempelt und erst dann mit der Portomarke versehen, die mit dem kleinen 24mm Einkreiser als Sondertyp um 12 Uhr mittags entwertet wurde.
Nicht häufig und nicht hässlich, meint bayern klassisch
Ich schrieb dem VK:
"Diese Marke war bereits im Januar 2006 bei ebay eingestellt. Sie ist seitdem nicht echter geworden. Lt. ebay Richtlinien, müssen Fälschungen als solche beschrieben sein. Holen Sie das bitte nach oder diese Auktion wird gelöscht."
Seine Antwort:
"Machen sie was sie nicht lassen können, denn diese Marke ist schon lange bei mir in Besitz aber beweisen sie mal,dass dies eine Fälschung ist bevor sie sich so wichtig machen, für mich ist die Echt!"
Na dann wollen wir mal sehen.:p
Immer wieder aufschlussreich, wie sich die Sprüche gleichen.
Aleks
bayern klassisch
30.12.2007, 13:07
@abrixas
Stell doch mal den Link zu dem eBay - Angebot mit dieser Gurke hier ein.
Er bekommt dann von mir auch eine Mail. Mal sehen, ob er das Ding nicht doch zurückzieht, oder besass er die Marke schon zur Zeit ihrer Postgültigkeit?
Grüsse von bayern klassisch
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=160194250479&ssPageName=STRK:MEWA:IT&ih=006
BTW: Allen Forumlern die besten Wünsche für 2008 :)
Gruß
Klaus
bayern klassisch
30.12.2007, 13:45
Hallo Abrixas,
vielen Dank für den Link - superschnell wie immer bei dir!
Ich habe dem Anbieter unter Nennung meines Namens und meiner Stellung mitgeteilt, dass der geschlossene 28 der Hauptbriefpostexpedition am Augsburger Bahnhof im Jahr 1861 wegen Mangelhaftigkeit ausgesondert wurde - zu einem Zeitpunkt also, da es diese Marke noch gar nicht gab.
Wir werden die Reaktion abwarten.
Liebe Grüsse und auch von mir aus alles Gute für 2008 sagt bayern klassisch
Wir werden die Reaktion abwarten.
Hier ist sie:
Am 30.12.07 hat der Verkäufer die folgenden Angaben hinzugefügt:
Ausdrückliche wird diese Marke als Falsch versteigert:
dass die Portomarke selber zwar echt, der Stempel auf ihr aber falsch ist. Der Mühlradstempel geschlossen 28 der Hauptbriefpostexpedition Ausburg wurde 1861 wegen Mangelhaftigkeit ausgesondert. Erst 9 Jahre später kam diese Marke heraus. Besitzerzeichen statt Altprüfung!
bayern klassisch
30.12.2007, 16:14
Hallo Mozart,
danke für die schnelle Info - ich habe es gerade selbst nachgelesen, dass der Anbieter meine Beschreibung fast komplett abgedruckt hat. Gut so.
Es gibt auch schon einen Bieter, der hat einen Namen ...
Aber wer jetzt noch bietet, ist über 18 und muss wissen, was er tut ...
Suum cuique, sag ich da nur ...
Vielen Dank und Grüsse von bayern klassisch
Es gibt auch schon einen Bieter, der hat einen Namen ...
Hallo bayern klassisch
ja, den Bieter-Namen hab ich auch gelesen, prima Idee!!!
Beste Grüsse aus Salzburg!
bayern klassisch
30.12.2007, 16:40
Hallo Mozart,
besser könnte man in der Philatelie den Spruch: Nomen est omen nicht anwenden...
Grüsse nach Salzburg
bayern klassisch
05.01.2008, 07:47
Ich möchte mal einen Portomarken - Beleg zeigen, der einer Interpretation bedarf. Die Frage ist auch hier: echt oder nicht?
Er hat einen Teilinhalt von Feuchtwangen aus dem Jahr 1871, keinen Ankunftsstempel und war ursprünglich versiegelt.
Was würdet Ihr von dem Stück halten?
Beste Grüsse von bayern klassisch
andreas-machner
20.02.2009, 17:55
zu interessieren scheint, versuche ich trotzdem mein Glück.
Die Stempel sind beide identisch, innen Briefkopf M. Auslagen 3 Kr ; Landsberg, den 22.apr.1869
gelaufen ist der Beleg an das Pfarramt Gessershausen.
Echt oder falsch?
Was meint Ihr?
Gruß,
Andreas
bayern klassisch
20.02.2009, 18:24
Hallo Andreas,
der Lokalbezirksbrief aus Landsberg ist mit Sicherheit echt.
Es war eine Parteisache, die zu versenden immer kostenpflichtig war.
Da Geretshausen im Zustellbezirk von Landsberg lag, wäre er vor dem 1.10.1862 mit der Lokaltaxe von 3 Kr. zu belegen gewesen (in blau), da er, wie du schreibst, aus 1869 stammt, war die Portomarke aufzukleben und der Brief per Landpostboten für 3 Kr. vom Empfänger zuzustellen.
Schönes Stück!
Liebe Grüsse von bayern klassisch
andreas-machner
20.02.2009, 18:29
:D
Gott sei Dank, war nämlich fast zu billig... (15% Michel).
Danke schön!
Andreas
bayern klassisch
15.04.2009, 09:54
Liebe Sammlerfreunde,
ein zur Beratungsresistenz tendierender Anbieter bei einer großen Internetplattform bietet folgende Bayern Portomarke 2Y als echt an:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&ssPageName=STRK:MEWAX:IT&item=220395553377
Dass es im Bayern der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts keine Automaten- oder Strichstempel gab, müsste jeder wissen, der hier das große Geld wittert.
Leider war mein netter Hinweis, das Los zurück zu ziehen, offnsichtlich zu nett formuliert. Wer diese Stempelfälschung kauft und auf Erfüllung klagen will, hat gute Chancen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
bayern klassisch
23.09.2009, 12:46
Nachdem wir nun wissen, dass portopflichtige Briefe, also Parteisachen (P.S.) im Orts- und Lokalbezirk ab dem 1.10.1862 immer Portomarken tragen mussten, zeige ich mal dieses Stück aus Wörth von 1869, bei dem (fast) alles hinterfragt werden kann ...
Wer wagt sich an eine Interpretation des Briefes?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
VorphilaBayern
23.09.2009, 14:09
Hallo bayern klassisch,
der Brief wurde als Regierungssache "R.S." von Wörth an der Donau
im Landbestellbezirk ins 2,5 km entfernte Wiesent gesandt.
Bei der Aufgabepostexpedition wurde "Betreff ? " vermerkt und
"R.S." durchgestrichen. Desweiteren "3" Kreuzer Porto vermerkt
(unfrankierter Ortsbrief). Dann wurde die Portomarke aufgeklebt
und mit dem Aufgabestempel von Wörth an der Donau entwertet.
Das Porto von 3 Kreuzer wurde beim Empfänger kassiert.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
bayern klassisch
23.09.2009, 18:05
Lieber VorphilaBayern,
100% richtig - da merkt man eben, welcher Sammler seine Hausaufgaben gemacht hat. :)
Selten ist die Nicht - Anerkennung einer an sich portofreien Regierungssache aber in Bayern immer. Nur die Porto Nr. 1 findet sich üblicherweise nicht auf solchen Briefen ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch
bayern klassisch
18.05.2010, 18:30
Hallo,
ein Anbieter zeigt uns ein wunderbares Briefstück, an dem alles echt ist, bis auf den Stempel "Ringnummer ohne Nummer". Auch der Ausgabestempel spricht eher für eine seltene Verwendung im Ausland - leider zu einer Zeit, als es keine Ringnummernstempel bei AD mehr gab ...
Der Anbieter wurde angeschrieben. Wenn er nicht löscht, wäre Lars der richtige Ansprechpartner.
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=390196402527&ssPageName=STRK:MEWAX:IT
Liebe Grüsse von bayern klassisch
claus wentz
19.05.2010, 08:41
Er hat das Angebot beendet: 18. Mai - 18.45 h
bayern klassisch
19.05.2010, 09:21
Hallo Claus,
so ist es. Der Verkäufer mit fast 10.000 Bewertungen kennt sich nicht so recht mit Entwertungen aus, schrieb er mir. Nur das Ablesen von Katalogpreisen aus dem Michel klappt immer besser. Für eBay reicht das ja auch, wie man sieht. :rolleyes:
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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