Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Falsches Farbsignum auf Krone/Adler
deckelmouk
27.09.2007, 20:02
Ein paar kleine Buchstaben machen preislich doch so einen grossen Unterschied: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=140161871349&ssPageName=STRK:MEWA:IT&ih=004 - Hier hat sich der Fälscher eine DR Mi. 49 ausgesucht und zweimal "a" draufgestempelt bzw. draufkopiert. Im Handumdrehen entstand so eine Marke mit dreistelligem Katalogwert.
Mit etwas Nachdenken kann man schnell sehen, dass es sich hier nicht um die teuere Variante handeln kann:
1. Die aa-Farben kommen alle aus der Frühzeit der Verwendung, in der Regel aus 1889. 1895 wäre schon ein extrem später und bisher nicht registrierter Verwendungstermin.
2. Bei derart seltenen Farben hätte der Prüfer sein Signum mindestens zweimal aufgebracht bzw. sowieso einen Kurzbefund angefertigt. Dass der Farbstempel insgesamt zu gross erscheint, sei hier nur am Rande erwähnt.
Der Verkäufer hat aber noch mehr davon im Angebot, hier auf einer angeblichen DR 106c Germania: http://cgi.ebay.de/DR-Nr-106-c-gest-Mi-360_W0QQitemZ140161851032QQihZ004QQcategoryZ78551Q QssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
27.09.2007, 20:10
Besonders krass ist der Fall bei der angeblichen DR 21c Brustschildmarke: http://cgi.ebay.de/DR-Nr-21-c-Brustschild-gest-gepr-Mi-1600_W0QQitemZ140161878146QQihZ004QQcategoryZ38810 QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem - auch eine DR 37 hat es erwischt: http://cgi.ebay.de/DR-Nr-37-c-Handentwert-Mi-400-gepr_W0QQitemZ140161859823QQihZ004QQcategoryZ78548 QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem
Also bei seltenen Farben lieber noch einmal die Signaturvorschriften auf www.bpp.de durchlesen, bevor man sich zu einem Kauf hinreissen lässt.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
deckelmouk
27.09.2007, 20:13
Wir sind noch nicht am Schluss angelangt: http://cgi.ebay.de/DR-Nr-87-Ib-gepr-Mi-1000_W0QQitemZ140161831462QQihZ004QQcategoryZ7831Q QssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem#ebayphotohost ing - hier fällt auf, dass die "Prüfung" auf der Seite für gestempelte Marken vorgenommen wurde.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Wawelgeist
27.09.2007, 21:43
Seit wann reicht der Buchstabe für eine Farbvariante als "Prüfsiegel"aus?
Meines bescheidenen Wissens (was Prüfzeichen angeht), steht doch immer der Name des Prüfers, ggf. mit Zusatz "BPP" an der entsprechenden Stelle. Vielleicht wird bei Farbunterschieden auch der Farb-Buchstabe angegeben, oder?
Gibt es wirkliche, echte Prüfungen, die nur den Farb-Unterscheidungsbuchstaben auf der Rückseite tragen? Zusätzliche (Foto-)Atteste will ich jetzt hier mal ausklammern.
Gruß
Andreas
@ Wawelgeist:
billigere Farbnuancen werden meines Wissens nach nur mit dem Buchstaben der Farbe (siehe Michelkatalog) signiert, ohne weitere Namenskennzeichnung des BBP-Prüfers; u.a. auch deswegen, damit man nicht prompt aus einer billigeren Farbvariante eine teurere machen könnte, wenn man es wollte.
Gruß
Pete
Wawelgeist
27.09.2007, 21:53
Also verstehe ich das so richtig?
Fall 1:
- Prüfer XYZ bekommt eine Marke, von der es mehrere Farbvarianten gibt zur Prüfung vorgelegt.
- Er stellt fest, es ist die billige (oder billigste) Variante und stempelt nur den entstprechenden Unterscheidungsbuchstaben hinten drauf, ohne Namen. Der Stempel befindet sich aber je nachdem auf der entsprechenden Seite für postfrisch oder gestempelt.
Fall 2:
- Prüfer XYZ bekommt eine Marke, von der es mehrere Farbvarianten gibt zur Prüfung vorgelegt.
- Er stellt fest, es ist eine teurere (oder die teuerste) Farbvariante. Jetzt stempelt er mit Namensstempel. Auch hier wieder je nachdem ob postfrisch oder gestempelt.
Wird hier jetzt üblicherweise auch noch die Farbvariante aufgestempelt oder gibt es hier eher ein (Foto-)Attest mit näheren Angaben?
Gruß
Andreas
@ Wawelgeist:
Fall 1: m.E. genau richtig
Fall 2: nicht ganz zutreffend. Je nach Wert u./o. Seltenheit erfolgt die Ausstellung eines Kurzbefundes, Befundes oder Attests. Das liegt auch im Ermessen des Prüfers. Irgendwo hatte ich einmal die Faustregel dazugelesen. Da muss ich nachschlagen...
Eine zusätzliche Signierung der Marke ist meines Wissens nicht mehr üblich, da für gewöhnlich die Marke/ Beleg anhand des Fotos auf dem Attest o.ä. eindeutig idendifizierbar ist. Bis vor einigen Jahren war bei seltenen Stücken eine Doppelsignierung (2x Abschlag des Namens + BPP) üblich, auch eine einzelne Signierung bei Marken die zeitgleich attestiert wurden.
Theoretisch kann ein Prüfer eine Marke mehrmals prüfen: im ersten Fall erfolgte "nur" eine Signatur, Jahre später gab es ein Attest ö.ä. vom gleichen Prüfer dazu.
Generell: wenn ein Signum des BPP-Prüfers mit Namen erfolgt und die Katalognummer Farbvarianten aufweist, wird die Farbe auch entweder auf der Marke selbst oder auf Attesten o.ä. vermerkt. Nur so wird die Ansicht des Prüfers deutlich, dass es sich um eine/ die bessere Farbvariante handelt.
Bei neueren Attesten taucht meines Wissens nach auch häufiger der Satz auf "Ich habe nicht signiert".
Gruß
Pete
claus wentz
28.09.2007, 08:01
@ Wawelgeist - Pete hat die Praktiken der Prüfer genau geschildert.
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