Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bayern Retourmarken Bamberg mit Roststempel
erstlesen
15.07.2007, 17:32
Hallo,
dieser Sechserblock bayerischer Retourmarken aus Bamberg ist mit einem Roststempel versehen. Was könnte das sein?
http://stampsx.com/0/bamberg-900.jpg
http://stampsx.com/0/bamberg-r-900.jpg
bayern klassisch
15.07.2007, 17:48
Zwar kann ich den Stempel nicht eindeutig zuordnen, aber das Blockstück selbst kann unmöglich echt entwertet sein.
Gründe:
Mit diesen Klebezetteln wurden amtlich geöffnete Briefe von den besonders vereidigten Beamten der Retourbriefkommissionen verschlossen. Sie kommen einzeln oder in Streifen, jedoch nie in Blockform vor.
Sie wurden nicht abgestempelt - allenfalls gibt es Stempelfragmente von Transitstempeln bayerischer Provenienz auf ihnen.
Ein Killerstempel, der allein zu Entwertung von Freimarken dienen kann, ist auf diesen Zetteln sinnlos.
Theoretisch wäre es möglich, dass ein "forwarded letter" (kuvertierter Brief) in Bayern nicht zugestellt werden konnte und sein Absender nur über den Inhalt zu eruieren gewesen wäre. Wohnte dieser tatsächliche Absender nun im (Postvereins-) Ausland, so wäre ihm der Brief nach dorthin zurückzusenden.
Von daher könnten - theoretisch - Transitstempel/Ankunftsstempel auf einem einzelnen Zettel oder einem Streifen vorkommen.
Mir ist solch ein Fall noch nicht vorgekommen - in über 25 Jahren habe ich nur einen kurvertierten Brief mit Retourmarke (jetzt in meiner Sammlung) gesehen.
Beste Grüsse von bayern klassisch
erstlesen
15.07.2007, 22:26
Hallo,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Kann es ein Vorlagestück für eine andere Postverwaltung gewesen sein, dass von dieser mit dem Stempel die "Marken" wertlos machen wollte?
Die Verschlusszettel selbst sind doch echt?
bayern klassisch
16.07.2007, 09:46
Das Blockstück dürfte m. E. echt sein - nur der Stempel passt nicht dazu.
Da diese Retourzettel in Bayern erst 1867 belegt sind, dürfte der Gedanke, dass man einen Stempeltest machen wollte, hinfällig sein, denn alle Staaten Europas, die etwas auf sich hielten, hatten zu diesem Zeitpunkt längst Marken und die entsprechenden Entwertungsstempel.
Ein ausländisches Ersuchen um Zusendung von Marken, auf denen die eigenen Stempel abschlagsmässig überprüft wurden, ist mir nicht bekannt. Da kaum ein bayerischer Korrespondenz je einmal ein solches Zettelchen überhaupt zu Gesicht bekam, dürfte man im Ausland umso mehr gestaunt haben, hätte Bayern statt eines Bogens seiner Freimarken diese grauen Platzhalter übermittelt.
Zudem waren Anfragen stets an die Generaldirektion in München zu richten, so dass von dort nur die Wäppchen der Retourbriefkommission Münchens zum Versand gekommen wären.
Ich denke viel eher, dass hier mal wieder unsere bekannten Übeltäter/Fälscher/Kopierer vom Anfang des 20. Jahrhunderts zugeschlagen haben, als man dachte, dass diese "Marken" echt gestempelt ins Album gehören. Und diesen Bedarf galt es zu decken.
Vielleicht kann ein Prüfer die Echtheit/Fälschung attestieren, dann hätten wir wohl eher endgültige Gewissheit.
Beste Grüsse von bayern klassisch
Powered by vBulletin™ Version 4.1.1 Copyright ©2012 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.