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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Brief aus Württemberg



ksve
30.06.2007, 20:24
Guten Abend,

von einem Bekannten habe ich die Ganzsache Württemberg mit Mi.Nr. 37 erhalten. Da ich mich mit Württemberg nicht auskenne, würde mich interessieren , ob dieser Beleg sammelwürdig, oder ob es sich einfach um eine Fälschung handelt?
Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Viele Grüße
KSVE

Jörg
30.06.2007, 21:09
Hallo,

Ganzsache ist hier der falsche Begriff. Auf einer Ganzsache wäre die "Briefmarke" fest aufgedruckt - hier aber sehen die beiden Marken doch sehr aufgeklebt aus.

Auch wenn es der falsche Begriff ist - der Beleg sieht mir als R-Brief mit Wohnungsbaumarke doch postgeschichtlich sehr interessant aus. Nun bin ich weder Württemberg-Experte noch kann ich den Stempel genau entziffern - insofern kann ich zur Echtheit und zum Handelswert dieses Beleges nichts schreiben. Abre jedenfalls so viel: Bis zum Beweis, dass es eindeutig eine Fälschung ist, würde ich den Beleg als solchen aufheben und da keine Marken runterlösen.

Jörg

Dirk Bake
30.06.2007, 22:38
Zu den zwei von Jörg aufgeworfenen Hinweisen:

Der richtige Begriff lautet Ganzstück, oder?

Der Stempel lautet Riedlingen (Württ), 31.12.48 (oder 49?), Uhrzeit: 1. Ziffer 1, zweite Ziffer dunkler Block. Falls die Jahreszahl sich als 49 erweist, könnte der Brief sofern echt als Letzttagsbeleg durchgehen.

erstlesen
01.07.2007, 00:18
Hallo,

einen Brief nennt man einen Brief. Das ist der philatelistische Fachausdruck. Dieser heißt Sammlerbrief. Absender und Empfänger wohnen im gleichen Ort und haben die gleichen Nachnamen.

Briefporto war 20 Pf. oder 40 Pf. je nachdem, ob über oder unter 20 Gr., Einschreiben war 40 Pf., also 60 Pf. oder 80 Pf. gesamtes Porto. Die nächste Gewichtsstufe hätte 1,- gekostet. Auch mit Ortsporto, max. 40 Pf. für über 500 Gramm, wird es nicht portorichtig. Man kann noch etwas konstruieren, wenn mehr als 250 Gramm Gewicht waren und der Versand als "Geschäftspapiere" (würde je hier Sinn machen, dem Buchhalter die Bilanz vom 31. 12. 1949 zu schicken), vorgenommen wurde, dann wären es 50 Pf. + 40 Pf. = 90 Pf. und wir haben eine moderne Rarität. Vermutlich wird es aber nicht gelingen über 250 Gr. Papier in den Umschlag zu stopfen. Dann sieht es schlecht für 1.300,- Michel aus.

Als portorichtige Einzelfrankatur hätte der Brief 1.300,- im Katalog notiert. Die lose 90 Pf. steht mit 240,- und der Brief wertet sicher mehr als die lose Marke. Beide Marken, R-Zettel und Stempel sind echt.

Zu den anderen Begriffen:

Ganzsache = Postkarte, Brief, Streifband oder ähnliches mit eingeducktem Wertstempel

Beleg = Oberbegriff für Ganzsachen, Briefe, Postkarten, Formulare usw.

Ganzstück = Beleg

ksve
01.07.2007, 10:15
Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten. Meine falsche Bezeichnung bitte ich zu entschuldigen.
Aus den Antworten entnehme ich, dass dieser Beleg (auch ohne das es ein besonderer "Highflyer" ist) zumindest sammelwürdig ist. Meine erste Befürchtung war ja, dass es sich komplett um irgendein "Machwerk" handelt.

Viele Grüße und einen schönen Sonntag

KSVE

ksve
06.07.2007, 19:26
Hallo,

ich habe nochmal einen Brief aus Württemberg erhalten mit Mi.Nr. 11 der Allgemeinen Ausgabe. Der Stempelabschlag ist sehr deutlich und leserlich.
(Kommt mir komisch vor) Daher eine Vermutung, dass dieser Beleg wahr-
scheinlich falsch ist.
Allerdings habe ich ebenfalls schon mal einen Beleg aus Riedlingen ins Forum gestellt (der Stempel sah allerdings anders aus) der sicherlich echt ist.

Vielleicht kann mich ja jemand aufklären.

Vielen Dank und einen schönen Abend.

Gruß KSVE

erstlesen
06.07.2007, 21:01
Hallo,

zunächst zu diesem Brief. Das Porto wäre 92 Pf. gewesen und nicht 1 M. Ob die Briefe zusätzlich philatelistisch angehaucht waren oder ob es aus Bequemlichkeit mit einer Marke erledigt wurde, kann ich nicht klären. Ein Indiz könnte sein, ob der Brief einen Ankunftsstempel hat oder nicht. Könntest du für meine neue Stempeldatenbank einen 600 DPI oder besser, Scan nur vom Stempel mailen (kontakt@stampsx.com)? Vielen Dank.

Marke, Stempel und R-Zettel sind jedenfalls echt. Man kann schon vermuten, dass der Absender um einen sauberen Stempel gebeten hat.

Falls du noch mehr Stücke aus der Geschäftskorrespondenz dieser Firma hast, kannst du davon ausgehen, dass jedes Stück echt ist. Das kann sich natürlich ändern, wenn ein Fälscher diesen Beitrag zum Anlass nimmt, die Firmenumschläge zu fälschen oder gar echte Blankoumschläge im Umlauf wären.

ksve
06.07.2007, 21:33
Hallo,

hier noch mal ein (ich hoffe) besserer Scan.

Ein Ankunftsstempel ist nicht vorhanden.


Viele Grüße

KSVE

wi.kr
09.07.2007, 08:48
In Württemberg gab es viele "nachverwendete" Stempel, die die vor Kriegsende verwendeten ersetzten. Ähnliches gab es in Bayern. In Ebay wurde vor etwa einem Jahr eine Sammlung mit württ. Nachverwendungen aufgelöst. Soweit ich mich erinnere, war dort auch der Riedlingen-Stempel dabei.