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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bayern/Bahnpoststempel: Marke auf Brief nachträglich angebracht?



Ludwig
17.06.2007, 13:47
Das schöne an Internetauktionen ist, dass man Dinge zu sehen bekommt, die sonst nur durch Zufall einmal zu sehen sind ("Wühlkiste"). Im Internet kannt man eben gezielt und rund um die Uhr suchen und wird meistens fündig.
So auch bei diesem Brief, der unbeachtet blieb*. Zu Recht?:confused:

http://img168.imageshack.us/img168/7492/ebaybahnpost598fr8.jpg

Es gibt zwar nicht so häufig Briefe, auf denen die Marke nur mit Mühlradstempel entwertet wurde und der Ortsaufgabe-Stempel fehlt.
Aber, wie kommt der Bahnpoststempel dahin?

Warum ich eigentlich frage: Wer kann die Streckenangabe im Bahnpoststempel entziffern? Das könnte doch nur die Strecke Frankfurt/Würzburg/Nürnberg/München sein?

Vielleicht ist der eine Bayern-Spezialist so freundlich, mir hier weiterzuhelfen.
Vielen Dank vorab,


mit besten Gruß
und noch einen schönen Tag.


Ludwig

* Im übrigen wurde der Brief nicht gekauft, vielleicht wußten die 21 anderen Besucher mehr als ich.

1867
17.06.2007, 13:50
mir fehlen da irgendwie 2 Stempelteile ... :D
selbst als Fälscher ... so dreist willste erstmal sein ...

deckelmouk
17.06.2007, 14:46
Hallo Ludwig,

für mich sieht das auch wie eine nachträglich angebrachte 9 KR-Marke aus. Die Stempelübergänge passen nicht, der Brief war aber "franco", also komplett vorausbezahlt, eine Nachsendung fand auch nicht statt (die hätte eine zweite Marke auf dem Brief erklären können).

Beste Sammlergrüsse!

Lars

bayern klassisch
17.06.2007, 19:13
Hallo Ludwig,

du hast den Brief zurecht nicht gekauft - ich hätte es auch nicht getan.

Gründe:

Der Brief ist nicht mehr ursprünglich. Es war ein frankierter Brief bis 1 Loth über 20 Meilen nach Österreich nach dem Vertrag Bayerns mit Österreich ab dem 1.7.1850. Es klebten urspünglich 9 Kr. oder ein vielfaches davon drauf.

Die Originalmarke wurde von einem Altsammler abgenommen und ins Album gesteckt. Es blieb ein Briefkrüppel. Wertlos.

Nicht wertlos jedoch für einen Tuner. Der klebte eine 9 Kr. mit zentrischem offenen Mühlradstempel 598 = Würzburg über den Halbkreisstempel der bayerischen Bahnpost ??? - Nürnberg und fertig war das Meisterstück, das keiner wollte...

Da die bayer. Bahnpost keine "Markenverschleißstelle" war, durfte sie keine Briefmarken verkaufen. Sie hatte auch nie welche!

Ich kenne zwei Fälle, in denen Briefe mit unentwertet gebliebenen Marken von der Bahnpost (BP) nachentwertet wurden. Dies ist hier auszuschliessen, denn der Bahnpoststempel ist unter der Marke, und nicht darauf.

Wie deckemouk schon korrekt erkannte, ist es kein Abzugsbrief/Retourbrief, so dass auch diese Spielart ausgeschlossen werden kann.

Eine simple Mache also, die völlig zurecht liegen blieb.

Beste Grüsse von bayern klassisch