Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sonderpostkarte Berlin
Habe diese Ganzsache angeboten bekommen.Kann mir jemand sagen ob sie echt ist oder eine Ganzfälschung??
Gruß
Bodo35
Also, von Berliner Ganzsachen habe ich keine Ahnung - aber von der deutschen Schrift: das Fugen-s in "AusstellungSpavillon" müsste eigentlich ein Schluss-s sein - und 1950 hat man das eigentlich auch noch gewußt. Also eher Vorsicht geboten!
Jörg
Das Schluß-S fehlt außerdem auch noch im gleichen Wort bei Aus....
Ein Schluß-S stand immer am Ende einer Silbe und/oder am Ende eines Wortes.
Außerdem kommt mir die ganze Karte so sauber vor, der Aufdruck der Frakturschrift dürfte auch nicht aus der Zeit der Kartenerstellung sein, denn zu der Zeit gab es noch keine Computer auf denen DTP möglich war.
Gruß Hesse :)
. . . und schau mal auf die Rückseite der Karte. Wenn der Eindruck der Frakturschrift "fühlbar" ist, dann war es Buchdruck! Wenn nicht, dann ist es bestimmt ein nachgemachter Druck. :)
Auch die Buchstaben im Stempel sind nicht einheitlich in der Mitte - sehr schön zu sehen bei "TT" von CHARLOTTENBURG.
Eine altbekannte Ganzfälschung, die es massenhaft liegt... hab die auch als Vergleichsstück in meiner Sammlung.
Viele Grüße
Mike
Beim stöbern im forum ist mir der so -künstlich- aussehende beleg aufgefallen.
Die anfrage liegt zwar schon eine weile zurück, aber das hier gezeigte echt gelaufene stück gefällt mir trotz des durchscheinenden rückseitentextes auf der vorderseite doch wesentlich besser.
Mfg wajdz8
Schmadder
23.11.2007, 15:54
Die Karte gefällt mir auch besser!
Aber warum wurde Nachporto erhoben?
Das Wertzeichen ist so eingerahmt, wie es normalerweise mit ungültigen Ausgaben macht. War sie denn im Oktober '50 schon ungültig?
claus wentz
23.11.2007, 16:48
Ist/war die Anschrift Berlin-Ost?
Ich vermute, dass die Karte in Ost-Berlin aufgegeben wurde (Aufgabestempel von Berlin C25), dort war sie natürlich nicht gültig.
Ein aufmerksamer postbote hat offensichtlich den nachportostempel angebracht und die 15 pf nachporto erhoben. 15 pf deswegen, weil es eine zuschlagmarke (10 + 5 ) war. Der absender war westberliner, der empfänger wohnte in ostberlin, im stadtbezirk friedrichshain. Dieser beleg ist ein gutes beispiel für die komplizierte lage im damaligen berlin.
Nun kann ich karte ins frühe berlin(west) einsortieren.
wuerttemberger
23.11.2007, 18:19
Ein aufmerksamer postbote hat offensichtlich den nachportostempel angebracht und die 15 pf nachporto erhoben. 15 pf deswegen, weil es eine zuschlagmarke (10 + 5 ) war.
15 Pfennig Nachporto, weil es eine Zuschlagsmarke war? Das verstehe ich nicht, kannst Du mir sagen wo das steht?
Gruß
wuerttemberger
@wuerttemberger: Mach`s nicht so kompliziert. :D
Das Postkartenporto betrug 10Pf im Fernverkehr. Dazu kam 5Pf "Straf-" Porto, macht 15 Pf Nachentgelt.
Wer es besser weiß, verbessere mich bitte! :D
Mit Sammlergruß mur
Kontrollratjunkie
23.11.2007, 19:49
@ mur
Es gilt heute noch die Regel, daß nicht oder unterfrankierte Poststücke mit einem Strafporto zu belegen sind, zusätztlich zum fehlenden Entgelt.
In der fraglichen Zeit in Berlin war das ein "Straf-"Aufschlag von 50 %.
Also sind 15 Pfennig korrekt nachtaxiert.
wuerttemberger
23.11.2007, 20:29
@mur Ich wollte @wajdz8 doch nur eine Brücke bauen, damit er nochmal seinen Satz überdenken kann. Natürlich blieb der Spendenzuschlag von 5 Pfennig für das Nachporto vollkommen unberücksichtigt.
Wie @Kontrollratjunkie schon sagte wurde zu der Zeit die Nachgebühr für alle Postsendungen mit dem 1,5fachen des Fehlbetrags angesetzt.
Gruß
wuerttemberger
Liebe sammlerfreunde.
Danke für eure erläuterungen. Da ich bis heute noch kein porto nachzahlen mußte, war mir dieser ~50% strafzuschlag~ nicht bekannt. Wird der heutzutage wirklich noch erhoben und was passiert, wenn ich dann die annahme verweigere?
Ich finde ja einen beleg schon interessant, wenn er mit einem stempel ~nachträglich entwertet~ versehen ist.
Jedenfalls kann die postkarte nun mit einer korrekten bescheibung eingeordnet werden.
Mfg wajdz8
@wajdz8: Heute gilt: Ist eine Sendung nicht oder nicht vollständig freigemacht... wird dafür ein Nachentgeltberechnet(=fehlendes Porto + Einziehungsentgelt). Der Empfänger kann das Nachentgelt bezahlen, ansonsten bleibt der Absender zur Zahlung verpflichtet.
Einziehungsentgelt(je Einzelsendung) +0,51€ und bei Fälschung/Manipulation +30,00€. Anmerkung: Die krumme Zahl 0,51 ist ein Relikt aus der DM-Zeit (=1,00DM).
Zitiert aus der Broschüre: Leistungen und Preise die Du in jedem Postamt der DPAG kostenlos erhälst. Pflichtliteratur für jeden Briefmarkensammler. :)
Mit Sammlergruß mur
Diese Karte ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine Fälschung im Offsetdruck.
Kann man leicht von der echten Karte im Buchdruck unterscheiden ( wie Sehenswürdigkeiten Bdr. -> Letterset ).
Habe auch so eine falsche Karte mit Stempel "Furtwängler Konzert" , Empfänger
"Freunde der Berliner Philharmoniker" (Schrift: Altdeutsch/Schwaben)
@jothar: Von welcher Karte sprichst Du?
von der mit Sondergestempel "Autoschau 1950" von BODO35 . Tut mir leid für das Mißverständnis.
Ralph hat recht. C25 war Ost. Der Wertstempel war dort ungültig. Nachgebühr immer mit 50% Zuschlag zur fehlenden Gebühr, also 10 plus 5.
Der Wohltätigkeits-Zuschlag hat damit nichts zu tun.
Dr. Winfried Leist
04.03.2008, 18:37
Die Karte von Bodo 35 ist eine Ganzfälschung. Wie eine echte Karte aussieht, zeigt die weiter unten abgebildete Karte. Die Fälschung ist besonders leicht an der abweichenden Buchstabenform von K und R in POSTKARTE zu erkennen, bitte vergleichen! Es gibt noch weitere Unterschiede. Solche Karten mit gedruckter Anschrift in Frakturschrift sind allesamt falsch. Sie sind massenhaft im Handel, besonders bei Ebay. Ich habe es längst aufgegeben, die Verkäufer zu warnen.
zackigerPitter
15.09.2009, 08:02
Ein Schluß-S stand immer am Ende einer Silbe und/oder am Ende eines Wortes.
Das ist richtig, aber wenn der Drucker nicht über das "Schluß-S" verfügt, dann passiert sowas schon einmal.
Es ringt mir ein Lächeln ab, ist sicher eine Frage wert, also warum es nicht korrekt gedruckt wurde, aber sowas kommt auch im Original vor.
Ich kenne ein Museum, die haben das auch so gemacht;
also in "Schiffahrtsmuseum".
In meiner Heimatstadt "Erkrath" gibt es in öffentlichen Gebäuden Hinweistafeln, wo der Stadtname falsch ("Erkraht") geschrieben ist; das ist noch peinlicher, aber original.
Der Aufdruck gehört ja auch nicht direkt zur Karte, ...
Als erstes War mir der Stempel aufgefallen,
der besprochene Aufdruck zu sauber, ...
da war nur noch die Frage nach der Karte selbst.
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