Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sind Michel Kataloge konvertibel ?
phil-maddin
05.03.2007, 19:04
Hi,
schon länger deckt der Michel nicht nur den Briefmarkenmarkt mit Katalogen ab, sondern auch zum Beispiel auch den Münzen- bzw. den Telefonkartenmarkt.
Sind diese Katalogwerte über die unterschiedlichen Sammelgebiete vergleichbar ?
Bei Briefmarken ist man ja beim Einkauf meistens mit maximal 20 % - 25 % vom Katalogwert dabei. Wie sieht es aber für die anderen Sammelgebiete Münzen und Telefonkarten aus ?
Es macht ja keinen Sinn eine Münze mit 100 EUR Michelwert gegen eine Briefmarke mit ebenfalls 100 EUR Michelwert zu tauschen, wenn bei Münzen zum Beispiel 50 % vom Katalogwert beim Kaufen fällig werden.
Wer kennt Durchschnittsprozentwerte beim Einkauf für Münzen und Telefonkarten ?
Danke fein.
Max und Moritz
05.03.2007, 19:49
Also zu Münzen kann ich eine Kleinigkeit beisteuern, da ich in meinem zweiten Leben nebenbei deutsche Münzen sammel (Jedoch bei weitem nicht so intensiv wie Briefmarken). Ich habe den Michel-Münzen-Katalog 2005 und kenne insofern die neueren Notierungen nicht, jedoch ist folgendes garantiert anzumerken:
-Du hast vollkommen recht, ein Briefmarken-Münzen-Tausch auf Michel-Basis verbietet sich. Münzen werden viel näher am Katalogwert gehandelt als Briefmarken.
-Gerade bei deutschen Goldmünzen ist der Sammelwert nur ein Teil des Spaßes. Der Wert dieser Münzen, vor allem der modernen EURO-Stücke, orientiert sich auch am aktuellen Goldpreis. Dies kannst du auch bei den gängigen 20 Mark-Kaiser-Wilhelm-Münzen beobachten. Vor ca. einem Jahr gingen die Stücke (solche ohne Besonderheiten) für ca. 90 EUR bei Ebay weg. Ich habe gerade mal bei Ebay nachgesehen. Deutlich teurer, da spielt der Goldpreis mit.
-Bei dem modernen PP-Münzen aus Silber und den Umlaufsätzen ist es etwas anders. Da kannst du bei Ebay deutlich günstiger wegkommen als in Weiden (früher Bad Homburg). Hier spielt der Materialwert nicht solch eine große Rolle. Bei diesen Münzen könnte man fast einen Tausch auf Michel-Basis anraten.
-Das mieseste bei Münzen ist jedoch der Erhaltungsgrad. Dieser ist von Laien im Gegensatz zu Briefmarken so gut wie nicht einschätzbar. Sobald Münzen nach ss, vz oder stg eingeschätzt werden müssen, tun sich Abgründe auf, auch weil es sowas wie einen BPP nicht gibt (Es gibt durchaus Sachverständige, die Atteste erstellen).
-Daher: Den aktuellen Wert von Münzen kann man am besten wirklich bei Ebay feststellen. Man sollte aber immer nur den schäbigsten Erhaltungsgrad annehmen.
Im Münz-Bereich sind akzeptable Atteste bei weitem nicht so gängig und verbreitet wie im Briefmarkensektor.
Max und Moritz
05.03.2007, 23:02
Daher: Den aktuellen Wert von Münzen kann man am besten wirklich bei Ebay feststellen. Man sollte aber immer nur den schäbigsten Erhaltungsgrad annehmen.
Das bezieht sich natürlich nur auf Münzen aus dem Umlauf, nicht auf Sammelstücke aus dem Abo.
Max und Moritz
05.03.2007, 23:48
Noch ein paar Anmerkungen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit
auch weil es sowas wie einen BPP nicht gibt (Es gibt durchaus Sachverständige, die Atteste erstellen).
In den USA z. B. ist es komplett anders. Da gibt es inzwischen eine ganze Industrie, die sich mit der Bewertung der Erhaltungsgrade von Münzen beschäftigt.
Da werden die Teile in Blister eingepackt, versiegelt und in einem kompliziertem System bewertet. Ohne diese
Bewertung sind die (teureren) Münzen dort kaum mehr handelbar.
Interessant in diesem Zusammenhang ist noch, daß die deutschen Münzstätten (ich glaube sogar gesetzlich verpflichtet sind) Expertisen über aktuell kursgültige Münzen abgeben. Also z. B. über aktuell gültige deutsche Münzen (z. B. Verprägungen) aber auch über jede ausländisch Münze, die aktuell gültig ist, also z. B. auch über eine USA-St.-Gaudens-20-Dollar-Goldmünze, die in den 20er-Jahren erschienen ist, aber nominell noch kursgültig ist.
Im Münz-Bereich sind akzeptable Atteste bei weitem nicht so gängig und verbreitet wie im Briefmarkensektor
Im Münzbereich wird heftigst darüber diskutiert, sowas ähnliches wie einen BPP einzurichten. Das Hauptproblem dabei scheint zu sein, daß Münzen nicht wie Briefmarken kennzeichenbar sind, also kein Signum anbringbar ist.
Gerade bei deutschen Goldmünzen ist der Sammelwert nur ein Teil des Spaßes
Um es etwas zu präzisieren. Goldmünze ist nicht gleich Goldmünze. Es gibt da eigentlich drei Kategorien, insofern ist der Katalogwert sowieso vernachlässigbar.
-Zunächst gibt es die sogenannte Anlegermünze, wie der Name schon sagt, nur was für Goldpreisspekulanten. Die berühmteste, die jeder kennt, ist wohl der Krügerrand, es gibt aber insbesondere seit den letzten Jahren, eine Menge mehr. Nur Deutschland hat an diesem Boom, trotz immenser Goldreserven, noch nicht teilgenommen.
Diese Münzen werden jedes Jahr mit gleicher Prägung aufgelegt, unterscheiden sich nur durch das Prägejahr und die Auflage richtet sich fast minütlich (:D) am Goldkurs aus. Diese Münzen haben nur den Materialwert.
-Dann gibt es die Goldmünzen, die durch ihre Seltenheit den Materialwert weit übersteigen. Insofern reiner Sammelwert. Klar, zum Beispiel Goldmünzen Roms.
-Dann gibt es Goldmünzen, bei denen beide Faktoren eine Rolle spielen. War sehr schön beobachtbar an den EUR-Goldmünzen Deutschlands. Die 200 EUR-Stücke sind zum Beispiel in eine Spekulationsblase gekommen. Der Unterschied zwischen Material- und Sammler oder -Spekulationswert war enorm. Auch die 100 EUR-Stücke werden immer noch mit kräftigem Aufschlag auf den Goldwert gehandelt, auch wenn sie nicht gerade selten sind.
-Ach ja, vierte Kategorie, die es heute in dem Sinne nicht mehr gibt. Goldmünzen ( zu einer Zeit, als es noch Goldwährung gab), die vom Staat als Umlaufmünzen mit einem bestimmten Nennwert herausgegeben wurden, der Goldpreis diesen aber mit der Zeit überstieg. Zum Bspl. in den USA passiert, dort war ab den 30er Jahren bis in die 70er-Jahre der Besitz von Goldmünzen illegal.
Es gäbe noch viel mehr zu schreiben, aber das soll genügen. Der Katalogwert von Münzen ist zumindest, daß kann man festhalten, nicht einfach übertragbar.
Aber, phil-maddin, man sollte auch bedenken, daß Briefmarken nicht immer nur zu 20 bis 25 % des Katalogwertes gehandelt werden. Das ist bei Münzen wie bei Briefmarken nicht anders. Es ist eben alles relativ.
Im Edelmetallbereich werden die Kataloge wohl kaum konvertibel sein. Vor 35 Jahren hat man auf den Postämtern 5 DM-Münzen (Silber) gegen 2 Olympia-Blocks in Zahlung genommen. Das seit 2002 ungültige, bedruckte Papier befindet sich noch in meinem Album. :rolleyes:
Gruß: Bill
Ich BINS NUR
15.04.2007, 09:10
Hallo und einen schönen Sonntagmorgen alle zusammen
Eine kleine bescheidene Frage:
Kann man im Netz Michelkatalogiesierungen finden ?
Mein Problem habe ein Steckbuch voll Briefmarken erworben überwiegend postfrische Marken Schweiz Lichtenstein Luxenburg u.s.w.
nun habe ich ein Problem; da keine entsprechende Kataloge zur Hand, meine Frage. Kann man im Netz ähnlich wie bei das örtliche nach Michelnummern suchen ?
Wer kann mir Tipps geben !
Schönen Tach noch
Franz
phil-maddin
15.04.2007, 09:12
http://michel.de/datenbank/index.php
Ich BINS NUR
15.04.2007, 14:44
http://michel.de/datenbank/index.php
Danke für den Tipp
Doch gleich ein Jahresabo zu buchen um nur mal reinzuschauen z.B. welche Marken von Fürstentum Lichtenstein im Steckbuch sind, das ist zu teuer.
Gibt es keine anderen Möglichkeiten ??
Schönen Tach noch
Franz
Gibt es keine anderen Möglichkeiten ??
Zum Beispiel ein Bild mit den Marken ins Forum laden und schon wird die geholfen. :eek:
Gruß: Bill
Fehldruck
15.04.2007, 15:38
Mi Nr. Schweiz ab 1999:
http://freenet-homepage.de/blitzschwob/ch_kat.htm
Auf der page findet man noch einige andere Länder...
http://www.briefmarken-tauschen.de/ (etwas runter scrollen)
Ansonsten Katalog kaufen- bzw. wenn oft ähnliche Probleme auftauchen, lohnt vielleicht mal der Gang in die örtliche Bibliothek, um das dortige Michelangebot zu erkunden.
(In meiner Bibliothek lassen sich für 10Euro Jahresbeitrag(für Arbeitslose und Kinder sogar kostenfrei) alle Deutschland, Europa und Übersee +viele Spezialkataloge finden..die Standardkataloge liegen in der neuesten Version und meist 1-3 älteren Versionen vor. Man kann alle Kataloge über das Internet verlängern und muß so nur alle 3 Monate vorstellig werden. Mo-Sa bis 19.00Uhr geöffnet und Service ohne Ende-Vorbestellen, Nach Hause liefern usw. fast alles ist zu geringen Aufpreisen möglich.)
Fehldruck
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