Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lehrgeld schon bezahlt??
Da wir hier http://www.bdph.de/forum/showthread.php?p=37962#post37962 übers Lehrgeld beim Briefmarkensammlen geredet haben und wir in Umfrageforum sind:D bin ich auf diese Idee gekommen;) :rolleyes:
Die Frage ist, was ist Lehrgeld. OK, meine Jugendsünden (verzeit mir bitte den Ausdruck), hatte früher auch Bund/Berlin ** von der Versandstelle bekommen, dann Blocks Westeuropa gesammelt)..., habe den Großteil davon aber vor 25 Jahren oder so noch gut vertauscht. Meine gesammelten Werke von gut 80 cm. Bund/Berlin Ersttagsblättern habe ich aber noch). Den Differenzbetrag Einkauf/Verkauf verbuch(t)e ich nicht als Verlust sondern als Investition da ich daraus gelernt habt. Auch eine Form von Lehrgeld. Man zahlt um zu lernen und von lernen kommt ja auch das Wort Lehrgeld.
@22028, ja das zählt auch!!:D Wir haben hier einen im Forum der von sich sagt:
Mit Briefmarken habe ich noch keinen Euro verbrannt. Glaub mir, das geht
Also wenn ich so an meine Jugendsünden denke.... ohhhhhh Gott!!!!*indieeckekriech*
Mein Lehrgeld: Postfrischsammlung DDR und Deutsches Reich bei Borek! Nach einem halben Jahr habe ich diese beiden Sammlungen abgebrochen, da Borek mir die Inflaware Standard postfrisch über Michelwert verkauft hat und ein Händler bei einem Gespräch ein süffisantes Lächeln im Gesicht stand:o . Zugegeben aus meiner Anfangszeit des Sammelns 1996.
Lumpus2000
25.02.2007, 14:13
... ein wunderschönes Beispiel:
"Komplett gestempelte Sammlung DDR 1960-1990"
Ich hätte mal lieber auf soetwas bieten sollen:
"Komplette gestempelte Sammlung DDR 1960-1990"
Habt ihr den Unterschied gesehen ... ich leider erst nach Erhalt der Sammlung.
Die 10 Bilder der Auktion zeigten nur komplette Sätze und Seiten ... und alle anderen Seiten des Albums (Lindner Vordrucksammlung) waren lückenhaft oder leer.
Es ist halt nur eine komplett gestempelte Sammlung und keine komplette Sammlung. :rolleyes:
... aber man lernt Täglich dazu :)
reichswolf
25.02.2007, 14:25
Ich hatte ein Jahr lang das "Deutschland plus"-Abo der Post, das mit Eckrand-Marken in postfrischer Erhaltung und mit ESST incl. Album.
Außerdem gab's natürlich auch bei mir schon "tolle eBay-Schnäppchen", mein Favorit ist ein "Vordruck" für eine Spezial-Sammlung der Hitlerkopfausdgabe incl. Marken. Der Vordruck war mehr schlecht als recht am PC gemacht worden, die Hawids windschief geschnitten und nur dort vorhanden, wo auch eine Marke vorhanden war, also bei der jeweils billigsten Sorte. Muß ich die gratis mitgelieferten Zahnfehler erwähnen?? Seitdem mag ich gute Fotos/Scans noch viel lieber...
@ Lumpus bei Deinem Beispiel habe ich etwas gebraucht:eek: , aber......
ich wäre sicherlich auch darauf reingefallen!:rolleyes:
Spezial-Sammlung der Hitlerkopfausgabe
Sag nicht der Anbieter kam aus Schwerin, und Du hast positiv gegeben.
Mike
Fehldruck
25.02.2007, 15:13
....ich habe mal ne Rückwärts-Abo Berlin postfrisch Sammlung betrieben....als dann die mittleren Stücke dran waren...habe ich ein paar preiswertere Versandhändler und im Internet Alando gefunden und die Abo Sammlung gekündigt.
Ich habe gern dieses Lehrgeld bezahlt...durch dieses Abo bin ich überhaupt nach langer Zeit wieder zu den Marken gekommen.
In anderen Lebensbereichen habe ich viel mehr Geld bezahlt und bis heute kaum eine Lehre gezogen.....:eek: bzw. hatte ein viel schlechteres Geld:Lehre Verhältnis...
Fehldruck
Briefmarkensammler
25.02.2007, 15:18
Habe jahrelang Dauerserien in Viererblöcken Bund/Berlin postfrisch von der Versandstelle bezogen. Mein Sammlerfreund meinte schon vor 20 Jahren, dass es wohl besser sei die Viererblöcke mit einem Stempel des Postamtes meines Vertrauens abzustempeln. Hätte ich mal besser machen sollen :rolleyes:
Wenn ich heute die Michel-Notierungen z.b. für die DS Frauen/Berlin sehe, kommen mir die Tränen. Ich habe Bogenweise das Zeugs in postfrisch liegen.
crantsch
25.02.2007, 15:18
selbst bei meinem Spezialgebiet gibt es - höflich formuliert - Einfallsreichtum...ein findiger Kopf hat in den 80'er / 90'ern (und vermutlich noch später..) Briefe mit Marken beklebt, dann einen Sonderstempel besorgt und das Ganze dann mit Cachets aufgeppt (z.B. Bundeswehr Hilfsflüge nach xy) und als "Feldpost" angedeutet (nicht explizit erwähnt!) - das blöde: die Briefe dürften die deutschen Grenzen nie überschritten haben...Danach bin ich dazu übergegangen meine Feldpost selber zu beschaffen :o
reichswolf
25.02.2007, 15:40
@Aleks:
Sag nicht der Anbieter kam aus Schwerin, und Du hast positiv gegeben.
Der Verkäufer hieß damals wert-as, heute hat er einen neuen Namen. Ich Depp habe neutral bewertet, weil ich mir eine gewisse Teilschuld eingestanden habe. Zurück bekam ich eine negative Bewertung. Auch sonst war der Anbieter sehr 'freundlich' in seinen Bewertungen, und er scheint bis heute ein ganz besonderer Fall zu sein...
Den Unsinn mit Bund-Abos oder ETB-Sammlungen habe ich gottlob nie betrieben.
Aber in meinem Spezialgebiet Danzig habe ich fraglos Lehrgeld gezahlt.
Weniger bei den dort haufenweise vorhandenen Stempel- und Aufdruckfälschungen von Marken, sondern bei der Bewertung von Briefen. Bei einem so kleinen Sammelgebiet, wo manche Frankaturen nur sehr selten zu sehen sind (wenn überhaupt), hilft auch der Michel-Briefe-Katalog nicht viel.
Ich habe Jahre gebraucht, um für manche Ausgaben ein Gefühl für die Häufigkeit/Seltenheit von Briefen zu erlangen und bis heute ist es mir nicht vollständig gelungen - und, im Nachhinein gesehen, habe ich für den einen oder anderen Brief eindeutig zu viel Geld gezahlt.
Gruß
Kogge
Hallo auch,
Mein Lehrgeld: Postfrischsammlung DDR und Deutsches Reich bei Borek!
Diese Geschichte kommt mir bekannt vor. Allerdings mit einem andern (namhaften) Haus. Die gestempelten Marken einer Inselgruppe in der Ostsee waren wie immer schön - aber in der Erhaltung grauenhaft!
Gruß
Jens
Wawelgeist
25.02.2007, 17:49
und so habe ich auch abgestimmt.
Denn was die Zukunft bringt, ob ich wirklich die eine oder andere Ausgabe unter "Lehrgeld" verbuchen muss, kann ich heute noch nicht sagen.
Als ich anfing zu sammeln, hieß mein Gebiet "Polen allgemein von Anfang bis heute, lieber gestempelt als postfrisch". Deshalb empfinde ich
a) Kiloware Polen
b) gebrauchte Einsteck-Alben mit Polen-Marken
nicht unbedingt als "Lehrgeld". Die Alben habe ich immer noch im Gebrauch - man kann nie genug davon haben! Und die Marken aus diesen Alben und aus der Kiloware waren der Grundstock für mein Sammelgebiet.
Aber wie gesagt, was die Zukunft bringt ... wer weiß?
Andreas
@reichswolf
Eigentlich wollten wir Wert-As alias Postkartenlager während des DASV-Treffens in Schwerin mal besuchen. Er war aber m.W. schon vorher mit beiden Accounts NRM. Die Dreistigkeit war wohl auch eBay zu heiß geworden. Habe auch seitdem keine Spezialsammlungen ala Schwerin mehr gesehen. Vielleicht arbeitet er ja an seinem Bauprojekt weiter.
Mike
Helmut2006
25.02.2007, 18:04
Habe zu spät vom für mich langweiligen postfrisch (DR, Bund, Zonen) sammeln
auf Belege und Ganzsachen umgestellt. Der Bund dürfte nur noch einen
Bruchteil wert sein.
Dann habe ich leider am Anfang zu oft überfrankierte Sammlerbelege
erworben, die ich nun auf e-bay verkaufen muss.
Zu guter letzt habe ich bei neuen Sammelgebieten zu erst gesammelt
und dann die Literatur gelesen. Überflüssiges und zu teures war deshalb
leider auch dabei.
Jetzt vergleiche ich die Preise bei e-bay, bei den Aukionshäusern, den
Festpreislisten bzw. auf den Messen. Wobei ich sehr auf Qualität achte.
Die Frage ist, wie definiere ich Lehrgeld. WIKI sagt: "Eine teure Erfahrung machen".
Sind teure Erfahrungen schlechte und billige Erfahrungen gute? Vieles, was andere als Lehrgeld verstehen, ist für mich der manchmal unbezahlbare Gewinn an Erfahrung - und meist habe ich es genau so gewollt, egal was es gekostet hat.
Mancher Erfahrungsgewinn wurde dann auch mal zu Jungsammlerunterstützungsmaterial, was Lehrgeld im nachhinein ausschließt, weil es dann zu einem anderen Gewinn führt.
Ich sehe für mich die Definition von Lehrgeld etwas anders. Lehrgeld ist die Strafe für das Ausschalten des Gehirns.
Ich kann einen auf Philosophie oder so.:D
Hein würde sagen: Dussel hat "Ich weis was" besiegt.
Mike
Kontrollratjunkie
25.02.2007, 19:39
Also nun seid `mal ehrlich. OHNE Lehrgeld zu zahlen kommt man als Briefmarkensammler doch gar nicht hin.
Egal, von wem man sich abzocken lässt, Si...., Bo..., Kr.... oder der Deutschen Post. Irgendwann haben wir alle einmal daneben gelangt. Aber das gehört dazu.
Mein größtes Ei ? Also gut, ich oute mich :o
Habe vor etlichen Jahren einmal idiotischerweise "blind" etwa 30 Lose Altdeutschland Baden bei einem süddeutschen, inzwischen nicht mehr existierenden Auktionshaus gekauft. Immer als Lot von 15 - 20 Werten.
Und...... Alles zugeschlagen bekommen !!!!!! :eek: :eek: :eek:
Und warum wohl ? 8 Lose waren falsch beschrieben, 2 weitere enthielten nur Knochen. Da war natürlich die Freude groß und die investierten XXX DM (det is`mir denn nu doch zu peinsam :rolleyes: ) waren nicht wirklich klug angelegt.
Habe dann die Müll-Lose reklamiert, war kein Problem, aber der Rest entsprach auch nicht wirklich meinen Vorstellungen. Klar, das war dämlich, aber so ist das Leben.
Ach ja, ehe ich es vergesse: Die ehemalige Deutsche Bundespost hat mein (Taschen-) Geld in den Jahren 1982 - 1989 natürlich auch für Bund/Berlin postfrisch und auf ETB erhalten :mad: :mad: . TOLLE Investition.
DAS ist nun schon länger vorbei und inzwischen lasse ich mich nur noch von den Fälschern betrügen, AM-Post und Berlin mit Falschstempel, Nach- und Neudrucke von älteren Marken und ähnliche witzige Auswüchse inklusive.
Trotzdem: Das Leben geht weiter und inzwischen ist der Blick schon etwas geschärft, hoffe ich....:rolleyes:
Also meine Intention für diese Umfrage war folgende Aussage:
Mit Briefmarken habe ich noch keinen Euro verbrannt. Glaub mir, das geht
und war eher spassig gemeint. ;)
Nun entwickelt es sich aber sehr rege.
Ich bin übrigens genau der gleichen Meinung wie @Kontrollratjunkie!
Es wird doch nicht wirklich einen Sammler geben, der sich als erstes überlegt hat: ich sammle Briefmarken, dann sich ein Gebiet ausgesucht hat, als nächstes sich die dazugehörige Literatur gekauft hat, ich meine nicht Michel, und erst nach einem langem Studium von Literatur und Markt die erste Marke gekauft hat, oder?
Das ist Psychologisch schon beinahe ein Wunder! Es ist doch so, und ich denke ich war da nicht eine Ausnahme, dass wenn man mit dem Briefmarkensammeln, es ist ja noch nicht Philatelie, anfängt, als erstes unbedingt Marken haben will! In diesem Anfangsstadium der "Sucht" Briefmarke ist es doch so, dass das Gehirn ausschaltet und man nur neues für seine Sammlung haben will! In diesem Stadium ist es doch egal, was andere sagen/raten. Hauptsache es gibt neuen Stoff!
@ Lumpus das ja fies ...
1867 ist mal auf einen Zähnungsmesser für 100 DM reingefallen, was sich als
nichts anderes herausstellte, als eine billige Plastikschablone für max. 5 DM.
Ein renomiertes Auktionshaus in Köln hat sich diesen Spaß mit mir erlaubt.
Aber das war nur Kleingeld im Gegensatz zum Lehrgeld welches ich schon
bezahlt habe.
"Es wird doch nicht wirklich einen Sammler geben, der sich als erstes überlegt hat: ich sammle Briefmarken, dann sich ein Gebiet ausgesucht hat, als nächstes sich die dazugehörige Literatur gekauft hat, ich meine nicht Michel, und erst nach einem langem Studium von Literatur und Markt die erste Marke gekauft hat, oder?"
Ich sammle seit über 30 Jahren, angefangen zu spezialisieren habe ich aber erst vor 16.
Und genau so habe ich angefangen. Bin ins Postmuseum gerannt und habe mir alles zum Thema kopieren lassen. Habe mir
weitere Literatur gekauft und dann erst meine erste Marke zu meinem neuen Sammelgebiet erstanden. Da war schon einiges
Geld dahin aber alles andere war mir ganz einfach zu heiß und es war gut, dass ich es so gemacht habe.
@1867 also hast Du nicht so angefangen, wie ich es gemeint habe, da Du vorher 14 Jahre lang schon gesammelt hast. Ich habe mich unter Umständen zweideutig ausgedrückt, aber ich meinte einen Menschen, der vorher noch nichts mit Briefmarkensammeln am Hut hatte, und der dann in dieser Reihenfolge vorgeht!
Bernd HL
26.02.2007, 11:45
Mein Kreuzchen kommt ganz klar bei "habe schon gezahlt" hin. Egal, ob das nun Jugendsünden wie Bund 50´er Jahre mit Frankatur überteuert bezahlt, Reinfälle bei ebay oder auf Tauschtagen waren, reingefallen bin ich auch schon x-mal. Jüngstes Beispiel: Tauschtag kurz von Schluss, schnell sehen, das man auseinander kommt, beim Gegenüber fix ein paar ältere Marken gezogen und zu Hause dann gemerkt: Eine etwas bessere war nachgezähnt. Gut, war nun keine (Super-)Spitze, trotzdem ärgerlich. Aber daran sieht man, auch nach über 30 Jahren Sammlerdasein pennt man noch manchmal, gerade wenn es mal zack zack gehen soll.
Als meine Frau und ich vor 8 Jahren mit einer Tüte Briefmarken aus der eigenen Korrespondenz angefangen haben, war Fachliteratur (einfacher Michel, Händlerprospekte, alle BM-Zeitungen) und BDPh-Vereinsmitgliedschaft natürlich sofort angesagt.
Das Lehrgeld haben wir nicht im Verein bezahlt, da war guter Rat nicht teuer. Obwohl wir es hätten besser wissen müssen, haben wir unser Lehrgeld zuerst wegen unserer Gutgläubigkeit bezahlt.
Da waren die 10 Kilo Kiloware GB-DS vom Platingockel oder das nicht genau kontrollierte Los eines renomierten Auktionshauses, in dem die Nominale eigentlich den Berlin,postfrisch Anteil bezahlen sollte, der B-Anteil aber nicht mehr postfrisch und der Nominalteil viel zu klein war.
Dieses Lehrgeld wurde aber wieder gutgemacht.
Da war ein Los im hohen 4-stelligen DM-Bereich, bei dem die Nominale auf den Pfennig genau stimmte und natürlich viele andere reell beschriebene und ausgerufene Lose.
Und dann war da ja noch die gigantische Wühlkiste, in die meine Frau sich verkuckt hatte und die von mir nicht "gegengesichtet", mit dem 5-fachen Ausruf viel Geld kostete und insgesamt nur wertlos war.:rolleyes:
Heute nenne ich die Reinfälle bei z.B. eBay nicht mehr Lehrgeld, sondern nicht belohnte Risikobereitschaft, weil eigentlich hätte man es sehen/ahnen müssen, daß da etwas faul ist.:D
Die üblichen Bund- und Berlinsünden haben wir nicht wirklich bezahlt. Entweder war das Beiwerk zu Nominalposten oder der Unterhaltungswert hat die Kosten übertroffen.:)
Mit Sammlergruß mur
Erdinger
26.02.2007, 13:39
Als ich wieder mit der Sammelei anfing, ging ich zuerst in die Philatelistische Bibliothek in München (wozu hat man studiert, noch dazu Geschichte).
Dummerweise ist die Fülle der Literatur für Heimatsammler ohne ausgesprochene Zeitbeschränkung, ähem, nicht ganz einfach überschaubar.
Auf meiner ersten Briefmarkenmesse habe ich ordentlich eingekauft, am Anfang hat man keinen Vergleich: jeder Beleg könnte der einzige sein!
Bereut habe ich diese Käufe eigentlich nicht. Eher andere, bei einem bestimmten Ladengeschäft. Wie gesagt, am Anfang fehlt einem der Vergleich, und der Mann hat zügig Material beschafft. Es war nicht schlecht - nur überteuert. Als er mir eine bestimmte Einschreiben-Bayernfrankatur auf Briefvorderseite für 1500.- Mark anbot ("Teilzahlung kein Problem") hat er mich zum letzten Mal gesehen. Die blieb, das wusste ich mittlerweile aus Auktionskatalogen, auch für weniger als die Hälfte dieses Preises meist liegen. Und sehr viel hatte ich ihm zum Glück nicht abgekauft.
Für's Lehrgeld reichte es locker.
Dirk Bake
26.02.2007, 19:27
Ja, zweimal:
Bei einem Tauschtag wurde mir ein Bund-Block von 1969 mit fehlendem Zähnungsloch unten rechts angeboten. Leider war weder dem Anbieter noch mir klar, was er wert ist. Ich habe dem Anbieter gestattet, sich aus meinem Berlin-Postfrisch-Einsteckbuch zu bedienen. Das tat er dann auch bei denjenigen Dauerserien, die schon recht hoch standen. Meine Einschränkung, er möge von jeder Ausgabe mindestens 1 Exemplar im Einsteckbuch belassen, ignorierte er, und ich wagte als Neuling nicht zu intervenieren, sodass ich noch heute einige empfindliche Lücken beklagen muss.
In einem anderen Forum lernte ich vor Ablauf der Umtauschfrist einen Händler kennen, der Interesse an Bund-Marken und -Blocks in Pfennig-Währung äußerte, bei denen einzelne Druckfarben mehr oder weniger deutliche doppelte Konturen aufwiesen. Also ihm per Einschreiben hingeschickt und auf Antwort gewartet. Per Mail und per Telefon (schwer erreichbar) nachgefragt. Ihm gefiel das Material nicht, er hatte Doppeldrucke erwartet, hielt das Zugesandte aber maximal für Schmitzdrucke. Telefonisch vereinbart: Umgehend zurückschicken per Einschreiben. Nichts kam an, mehrmals nachgefasst. Angeblich hatte die Post das Einschreiben verschlampt. Zumindest die dafür vorgesehene Entschädigung (also weit weniger als der Umtauschwert der Marken und Blocks) wollte er mir verabredungsgemäß zukommen lassen, aber auch da: Pustekuchen.
Der Gerechtigkeit halber sei hinzugefügt, dass manche glückliche Fügung und manche Großzügigkeit den bei den beiden beschriebenen Dummheiten erlittenen Frust im Laufe der Jahre mehr als kompensierten.
Auch ich gestehe meine Unfähigkeit *lol*.
Anfang der Neunziger bei einem bekannten, im nachhinein dafür öfters mal gerügten, Händler, nicht Goldhand/Blum, aber ihn gibt es immer noch, mit der gleichen Masche, versteht sich, DDR Spitzen, natürlich als sie am teuersten waren, gekauft. Die über 1000 DM überwiesen und Jahre später hat sich herausgestellt, daß das ganze Zeug nachgummiert war, juhu, was zum wegschmeissen.
Mein erstes Lehrgeld habe ich vor nunmehr fast 43 Jahren an einen gewissen Marken Paul aus Freilassing gezahlt.
Damals gab es in den verschiedensten Zeitschriften immer das Lockangebot von z.B. 1000 Marken aus Deutschland oder 5000 Marken aus aller Welt kostenlos.
Natürlich kamen dann mit den Marken verschiedenste Auswahlhefte mit Marken.
der Kaufpreis dieser Marken war immer der volle Michelpreis.
Die Erhaltung dieser Marken; naja .
Was habe ich damals für diese Marken ein Geld hingeblättert, wenn man bedenkt dass ich
noch zur Schule ging und später im ersten Lehrjahr ein Lehrlingsgehalt von 35,00 DM hatte.
Aber irgend wann wird man ja schlauer.
Ich habe diese "teuren Marken" teilweise immer noch bei meinem Dubletten.
claus wentz
28.02.2007, 08:16
Während der gestrigen Jahreshauptversammlung unseres Briefmarkenvereins, anwesend 26 Leute (von 75), stellte ich die Frage nach dem Lehrgeld. Ergebnis: JEDER hatte Lehrgeld bezahlt!
Zimmermann Wolfgang
28.02.2007, 11:10
Lehrgeld hab ich auch gezahlt.
Habe etwa 1974 angefangen zu sammeln.
Die Marken kamen (ist ja so bequem) von der Versandstelle aus Frankfurt.
D.h., die gestempelten hatten den Ersttagsonderstempel:eek: .
Geht ja evt. noch, aber ich habe mir auch die Berliner Marken von dort schicken lassen, auch mit dem Frankfurter Ersttagsonderstempel.Werde sie trotzdem aufheben.
Wer weiß;)
Bernd HL
28.02.2007, 18:44
Mein heutiges Lehrgeld habe ich sehr gerne bezahlt, davon haben wir hier im Forum alle etwas. (Siehe Thread Fälschungen bei ebay Seite 84 Nummer 839.) Dieses Lehrgeld sehe ich daher nicht als "umsonst" oder "rausgeworfen" an, da man hiermit lernen konnte.:) Das war auch das erste Mal, dass ich bewusst was falsches gekauft habe, zumal er Händler mir da sehr entgegengekommen ist. :)
Lehrgeld das wir bezahlten, hilft heute denen sich davor zu bewahren,
welche Fragen zu stellen bereit sind. Ansonsten gibts wieder Lehrgeld und
dieselbe Kaste hat wieder verdient ... ... ...
Max und Moritz
03.03.2007, 01:28
Dann will ich mich mal auch outen.
Mein Lehrgeld habe ich bezahlt, als ich als unbedarfter 28jähriger wieder mit dem Sammeln angefangen habe (Vorher die übliche Karriere: mit 10 angefangen, mit 16 aufgehört).
Ich hatte mit 28 mein altes Album im Keller wiedergefunden und der Virus war wieder da. Inzwischen war auch das Geld da, weswegen ich mit 16 wegen Mangels aufgehört hatte.
Ich hatte keine Ahnung, aber eine Menge Leidenschaft und Geld, welches ich für Briefmarken ausgeben wollte. Eine unselige Partnerschaft.
Ein Arbeitskollege, welcher nach eigener Aussage Ahnung von Marken hatte, hatte mich in Verbindung zu einem Händler in Dortmund gebracht. Diesem alten Schmierlapp habe ich mit der Zeit (ungefähr ein Jahr habe ich gebraucht um schlauer zu werden) ca. 4000 DM in den Rachen für Fälschungen oder nachgummiertes Zeug geschoben. Nach meiner ersten Prüfsendung Schlegel (Ich wußte damals gar nicht, das es einen BPP gab), welche mir dieser Arbeitskollege vermittelte, war es mit der Gutgläubigkeit vorbei.
Ich habe den Händler genötigt (mit Zeugen unter Androhung von Betrugsklagen), mir den Schaden peu a peu zu ersetzen. Insgesamt bin ich bei dem Schmierlapp aber bestimmt auf 1000 DM sitzen geblieben, weil ich irgendwann keine Lust mehr hatte, alle zwei Wochen den Mann mit seinen Schmierladen zu besuchen.
Vielleicht verkauft er ja noch heute.
Schmadder
02.05.2007, 18:03
Einige Beiträge beschreiben das frühere Sammeln von Bund/Berlin postfrisch oder ETBs als Lehrgeld, weil sie heute nichts mehr wert sind.
Auch ich habe ein paar Jahre ETBs und Postfrisch-Marken Bund über die Versandstelle bezogen. Seinerzeit fand ich die ETBs schön. Wertaspekte haben für mich nicht wirklich eine Rolle gespielt. Heute sammle ich so etwas nicht mehr und das Material habe ich nur weit unter Einstandspreis verscherbeln können. Dennoch hatte ich eine Zeit lang meinen Spaß, also bezeichne ich das nicht wirklich als Fehlgriff.
Ich würde daher jemanden, der heute ETBs oder Bund postfrisch sammelt nicht als jemanden bezeichnen, der gerade jLehrgeld bezahlt, vorausgestzt natürlich er macht es wirklich zu seiner Freude an der Sache.
Briefmarkensammler
03.05.2007, 16:38
Ich würde daher jemanden, der heute ETBs oder Bund postfrisch sammelt nicht als jemanden bezeichnen, der gerade jLehrgeld bezahlt, vorausgestzt natürlich er macht es wirklich zu seiner Freude an der Sache.
DAs sehe ich genauso. Wer heute ETBs oder Bund postfrisch kauft macht sicher nichts falsch. Tiefer kann dieses Material kaum mehr fallen.
Ehrlicherweise muss ich jedoch einräumen, dass mich ETBs auch zu null Euro das Stück nicht interessieren würden - es ist und bleibt philatelistische Mache.
mggrossi
05.07.2007, 13:01
Tja mein großer Fehler liegt wohl schon Jahr zurück. Als ich Jung war, und in Geldnöten hab ich einem Händler zwei Vordruckalben verkauft. Die waren noch von meiner Oma. Heut ärgert ich mich darüber. Jetzt wo ich grad mein altes Hobby wiederentdeckt habe. Hab als Kind ein bisschen gesammelt. Und jetzt sammel ich eigentlich erst mal alles ein, was mir vor die Flinte kommt. Bin erst mal dabei eine Berlinsammlung zusammenzustellen. Eine gestempelt, eine Postfrisch. Das gestempelte ist noch im Vordruckalbum meiner Oma. Ich bin sehr Froh, das ich das nicht auch damals verkauft habe. Aber wenn ich mich recht erinnere, dann wollte es der Händler wahrscheinlich nicht.
Und nun zum Thema ETB. Ich hab auch viele ETB bei Ebay ersteigert. Ich finde der Wert einer Briefmarke lässt sich nicht unbedingt in einem Katalog ermitteln, da jeder nun mal eigene vorlieben hat. Meine Lieblingsmarke ist nur ein Paar cent wert. Aber ich würd sie nie hergeben. Ich denke das der Idelle Wert der Marken, zumindest für einen Sammler, höher ist wie der Materielle.
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