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spessart
21.08.2006, 12:20
Geschäftsbedingungen Post

Hallo zusammen,

jeder, der von einem Postdienstleister eine Briefsendung befördern und somit auch zustellen lassen will, geht mit diesem Unternehmen einen Vertrag ein, d.h. er akzeptiert damit automatisch die Geschäftsbedingungen (= AGB) dieses Unternehmens. Dies ist unabhängig davon, ob er die Briefsendung anholen lässt, an einer Theke („Schalter“) abgibt oder in ein dafür aufgestelltes Behältnis („Briefkasten“) wirft.
Wie sieht es aber auf der anderen Seite dieser Beförderung d.h. bei der Zustellung aus? Geht der Postdienstleister, wenn er jemandem eine Briefsendung zustellen will, eigentlich mit diesem Empfänger auch eine Geschäftsbeziehung ein? Heißt das dann etwa, dass der Postdienstleister für die Zustellung auch die Geschäftsbedingungen des Empfänger zu akzeptieren hat?
Mit anderen Worten: wenn ich einen Einschreibebrief mit der Post versenden will, muss ich ihn ja zwangsläufig während der Öffnungszeit am Postschalter einliefern oder ihn - wo dies möglich ist - beim Zusteller genau zu der Zeit abgeben, wenn er bei mir am Haus ist. Kann ich als Empfänger eines solchen Briefes mittels meiner eigenen diesbezüglichen Geschäftsbedingungen auch von der Post verlangen, sich bei der Zustellung an gewisse Zeiten zu halten, die für mich bzw. mein Unternehmen günstig sind?
Wer kann zu dieser Problematik etwas beisteuern?

Viele Grüße

spessart

mur
21.08.2006, 12:52
@spessart: Du machst wohl gerade einen Tobsuchtsanfall durch? :)
Gugge in die Geschäftsbedingungen der DPAG, und ich bin sicher, daß da drinne steht, daß die DPAG zwischen z.B. 08.00 Uhr und 18.00 Uhr zugestellt wird. Ob Absender oder Empfänger, irgendjemand hat das wohl schon akzeptiert. :)
Wenn Du als Geschäftsmann Deine Post - aus welchen Gründen auch immer - früh und bis zu einer best. Uhrzeit brauchst, hilft nur ein Gespräch mit Deiner Zustellerin/Deinem Zusteller, ggbfls. deren Zustellstützpunktleiter und in höher in der Hierarchie, und wenn Du aufm Dorf mit einem fähigen Bürgermeister wohnst, dessen sanfte Unterstützung. :)
Mit einem Wutkopf und/oder juristischen Spitzfindigkeiten kommst Du bei der DPAG nicht durch. :)
Mit Sammlergruß mur

Phellwich
21.08.2006, 13:19
... tja, bei uns sind die Zustellzeiten auch etwas merkwürdig. Manchmal kommt die Post garnicht (obwohl ich viel Post erwarte), manchmal zu komischen Zeiten (mittlerweile auch mal Sonntags). Das verstehe wer mag!

Was ich überhaupt nicht begreife ist die Tatsache, dass Einschreiben einfach so im Briefkasten liegen, und bei Einschreiben mit Rückschein ich immer wieder mal den ganzen Tag da bin, keiner klingelt, und ich dann aber einen Benachrichtigungsschein habe, um mir das Ganze umständlich und mit zeitlicher Verzögerung abzuholen! Sind manche Mitarbeiter einfach nur zu faul, oder gar "Menschenscheu"?

Wie dem auch sei, wer seine Post früh morgens (zum Beispiel vor dem Arbeitsbeginn) braucht, dem empfehle ich ein Postfach! :rolleyes:

Viele Grüße
Peter

argedtbeswk1
21.08.2006, 13:38
Du liebe Güte! Postzustellung, wann es dem Kunden passt? Das lässt sich wohl kaum mit der Dienstleistungswüste Deutschland vereinbaren ... Bei der Deutschen Post stört nur eins: der Kunde. Obwohl ich Sammler bin lautet mein Motto: Die Post meiden wo immer es geht. :D Nur ein kleines Beispiel: Als Vereinsfuzzy verschicke ich des öfteren Büchersendungen. Innerhalb Deutschlands gehen die nur bis 1000 g. Ins Ausland aber bis 5000 g. Büchersendung bis 1000 g 1,40 €, Päckchen mehr als das Doppelte. Letzte Woche hatte eine meiner "Büchersendungen" 1220 g ... :eek:
Immer lachen, wenn's zum Heulen nicht langt
argedtbeswk1

Jens
21.08.2006, 16:39
Hallo auch

Tja, das ist ein leidiges Thema. Aber es läßt sich unter dem Begriff zusammenfassen, den man (auch) auf den Versandt eines Briefes verwendet: Man gibt seine Post auf!
Welch sinnige Wortschöpfungen die deutsche Sprache doch bietet...


Gruß

Harald Krieg
21.08.2006, 16:41
@argedtbeswk1

Die Post meiden wo immer es geht. Nur ein kleines Beispiel: Als Vereinsfuzzy verschicke ich des öfteren Büchersendungen.

Da hast Du aber ein gutes Beispiel gefunden! Sende Deine Büchersendungen doch einfach mit den Wettbewerbern der Post! Geht nicht? Warum - ist die Post etwa der einzige Anbieter auf dem Markt, der Bücher besonders billig versendet?

@spessart

Als Empfänger der Post brauchst Du kein Einverständnis mit den AGB, Du bist ja auch keinen Auftrag erteilt. Der Absender akzeptiert die AGBs und das bis zur Zustellung.

PW0001
21.08.2006, 18:51
@alle

Das naheliegendste ist ja, auf den Seiten der Post die AGB anzusehen.
Da die Website der Post eine der unübersichtlichsten ist, die ich kenne, ist das nicht ganz einfach.
Letztendlich findet man sie (die AGB) im Downloadbereich und es sind sage und schreibe 35 AGB für die unterschiedlichsten Leistungen:
http://www.deutschepost.de/dpag?tab=1&skin=hi&check=yes&lang=de_DE&xmlFile=13443

Es möge also jeder "seine" AGB suchen und seinen Kommentar dazu abgeben.

spessart
21.08.2006, 19:20
Hallo zusammen,

zuerst einmal:
das mit dem Termin der Zustellung einer Briefsendung sollte nur ein Beispiel sein.
Mir geht es in erster Linie darum:
wenn ich einen Brief verschicken will, dann muss ich ja die AGB des entsprechenden Unternehmens, das ich dafür auswähle, akzeptieren. So weit, so gut!
Wenn das entsprechende Unternehmen mir aber einen Brief zustellen will, hat es dann im Gegenzug nicht auch meine AGB dafür zu akzeptieren ?????
Solche AGB habe ich natürlich nicht als Privatperson.
Übrigens war dies mit dem Einschreibebrief der (Deutschen) Post nur ein Beispiel. Dies trifft auf jeden der "privaten" Unternehmen ebenso zu.
Ein Kompliment demjenigen, der beim Begriff "seinen Brief aufgeben" weitergedacht hat. Dies ist ja in der Tat eindeutig zweideutig! :) Da ist mir ja noch gar nicht aufgefallen, was diese Textpassage so alles hergibt. Toll, aber leider viel zu oft war! Dabei rede ich diesmal von der "Deutschen Post AG". :mad: Wie dies bei anderen Anbietern ist, kann ich aus Mangel an Gelegenheit nicht beurteilen.

spessart

christian40
21.08.2006, 20:16
Hallo auch

Tja, das ist ein leidiges Thema. Aber es läßt sich unter dem Begriff zusammenfassen, den man (auch) auf den Versandt eines Briefes verwendet: Man gibt seine Post auf!
Welch sinnige Wortschöpfungen die deutsche Sprache doch bietet...

Gruß

Schon der österreichische Schriftsteller und Satiriker Karl Kraus (MiNr. 1448) scheint seine Probleme mit der k.k. Post gehabt zu haben. Ihm wird folgender Aphorimus zugeschrieben:

: Einen Brief absenden, heißt einen Brief aufgeben.

Und dabei kannte er die Briefzentren und das (wenn überhaupt) nur mangelhaft augebildete heutige Postpersonal noch gar nicht.

reichswolf
21.08.2006, 21:03
Einen Brief absenden, heißt einen Brief aufgeben.
Vgl. auch: zur Wahl gehen = seine Stimme abgeben :D :D !
Beste Güße an alle
vom reichswolf

Rainer Fuchs
21.08.2006, 21:13
Oder auch "Den Führerschein abgeben"... :D :D :D

Herbert
21.08.2006, 21:37
Liebe Sammlerfreunde,

auch ich teile die Kritik an der Detuschen Post - gerade auch seit ich vor einigen Monaten mit unserem "Kundenberater" lange Verhandlungen geführt habe. Er war sehr freundlich - konnte mir allerdings nur die Produkte der Deutschen Post anbieten, die auf die Belange des Kunden leider absolut nicht gepasst haben.

So sind wir weiter bei einem privaten Anbieter geblieben. Allerdings haben wir eines eindeutig festgestellt:

Die sind billiger und bieten den Service den wir brauchen - nur ist die Zustellung deutlich unzuverlässiger als bei der Deutschen Post.

Zumindest bei unserem Anbieter kommen Sendungen deutlich häufiger nicht an, als bei der "Deutschen Post".

Man kann offensichtlich nicht alles haben..... *leider*

Gruß

Herbert

Michael Lenke
21.08.2006, 21:44
ich hatte für die guten Rundsendungen einen kleinen Vorrat an DHL-Marken für Pakete bis 5 Kg und weil meist über 5 Kg rauskamen, Zusatzmarken bis 10 Kg bevorratet. Jetzt kam die Postosenkung für Pakete - eingentlich ganz gut - aber was mache ich mt den alten Marken? Es gibt keine Rundsendung über 10 kg, für die man die Marken angeblich verwenden könnte.

Im Internet - wie es sich anbietet - auf die DHL-Seiten, Anfrage über Webformular, was mache ich mit den alten Marken.

Das war vor 5 Wochen - jede Woche nochmal - toller Service...

Drei Anrufe bei der Hotline brachten drei verschiedene Ergebnisse.

Starker Service.....

Mike

reichswolf
21.08.2006, 21:58
@22028:

Oder auch "Den Führerschein abgeben"...
Den versteh ich nicht. Klär mich doch auf, bitte.
Beste Grüße,
reichswolf

argedtbeswk1
22.08.2006, 10:22
Lieber Christian,
Du hast Karl Kraus zitiert. Als Karl Kraus-Fan interessiert mich, wo ich das Zitat finden kann. Kannst Du mir bitte helfen? Danke und
schöne Grüße
argedtbeswk1.de

Noeppes
22.08.2006, 20:00
Hallo,

wir versenden, wo immer möglich, nur noch mit XXX. Keine DPAG. Wenn es ginge auch nicht mehr für Briefe.
Bei Paketlaufzeiten Krefeld->München von bis zu 7 (ja SIEBEN!!) Tagen, Rückläufern wegen nicht gefundener Adresse (in dem Fall wurde bei Nibell Straße ein l vergessen) oder Beschädigungen der größeren Art durch die Post, Brieflaufzeiten innerhalb einer Stadt von bis zu 4 Tagen, Einschreiben müssen scheinbar grundsätzlich am Schalter abgeholt werden, gehen wir kein 'Risiko' mehr ein.
Der 'Private' hat seit fast 4 Jahren ALLE Pakete binnen 36 Stunden ausgeliefert, wenn ein Problem auftrat angerufen etc.

Wenn man will geht es also anders.

Und noch zur anfänglichen Frage:
Wird beim Empfang einer Sendung eine Empfangsbestätigung, egal in welcher Form, unterzeichnet oder abgestempelt so tritt bei Geschäftspost das 'stillschweigende Einverständnis' ein deren AGB wird dadurch angenommen. Das wird einem aber erst deutlich gemacht wenn man einen Rechtsstreit mit der Zustellfirma hat, wie Richter eben urteilen...
Bessergestellt ist da der Privatmann/-frau die dem BGB-Recht unterliegen.

Noeppes

Wer einen Brief aufgibt... SUPER denkt man gar nicht drann;)
Könnte man auch mit 'Versprochen ist Versprochen' machen. ->Hat er nun was versprochen oder hat er sich versprochen.. eindeutig zweideutig:D

levélbélyeg
22.08.2006, 21:53
Was mich an privaten Zustelldiensten stört: Sie kommen teilweise zu den unmöglichsten Tages- und Nachtzeiten. An und für sich sind Sonntagszustellungen irgendwie toll, dennoch bin ich nicht sonderlich begeistert, wenn der private Zusteller am Sonntag früh um viertel nach sieben an der Haustüre klingelt und quäkend fröhlich die Ankunft eines Paketes verkündigt. Ich weiss nicht, ob ich da einfach zu engstirnig denke, aber so früh am Sonntag, da bin ich nicht sonderlich erbaut und würde mich gerne nochmals im Bett umdrehen.

Der nächste Punkt ist der Service. Trifft mich der Postzusteller nicht an, so liegt eine Karte im Briefkasten und ich kann das Paket taggleich im Post-Shop abholen, zehn Gehminuten entfernt oder zwei Autominuten. Kaufe ich dort zufällig ein und habe die Abholkarte noch nicht entdeckt, da ich auf dem Heimweg vom Büro bin, wird einem das Paket meistens schon entgegengestreckt "Für sie kam da heute was...". - Bei den diversen anderen Zustelldiensten liegt dann ein Zettel im Briefkasten, waren heute um 11.00 Uhr da, war aber niemand zuhause, kommen morgen nochmals um 11.00 Uhr, wenn wir sie da wieder nicht antreffen, müssen sie uns anrufen. Klar, macht man dann, kommt nach dem zehnten Versuch endlich durch. Prima! Ach, sie können nur vormittags ausliefern? Ja, schön, ich gehe einem ehrlichen Beruf nach und bin tagsüber nicht zuhause. Können Sie das nicht mal abends ausliefern? Nein, Nachbarn geht nicht, ich kann keinem Nachbarn zumuten, ein 20 kg-Paket in dem Flur seiner 1-Zimmer-Wohnung zu deponieren und ich muss den anschliessend evtl. nachts um 23.00 Uhr aus dem Bett klingeln. Ach? Ich kann das Paket auch persönlich im Frachtlager holen? Gut! Ach? 80 km entfernt. Ähhh... nein, danke.

Da muss ich, so oft ich auch unzufrieden bin mit dem heutigen Leistungsangebot der Deutschen Post, auch mal eine Lanze für die Leute dort brechen: Ich bekomme häufig sehr schwere Büchersendungen. Diese bringt unser Zusteller anstandslos bis an die Haustüre hoch, obwohl das einige Dutzend Stufen sind. Trotz verschwitztem Gesicht und Stöhnen hat er ein freundliches Wort auf den Lippen und einen schönen Tag bekommt man auch gewünscht. Vor allem seit Paket- und Briefzusteller in eine Person übergegangen ist, stieg die Freundlichkeit enorm. Ich beziehe ebenso eine sehr teure Spezialzeitung, die unregelmässig mehrfach die Woche erscheint und sammele diese auch. Der Zusteller weiss dies und behandelt die Zeitungen sehr schonend, nachdem ich ihn darauf hingewiesen hatte, dass diese spezielle Zeitung kein "Wegwerfprodukt" ist. Kann man nicht erwarten, Zeitungen sind zweitrangiges Postgut (ist das noch so? :confused: ) - trotzdem, er passt auf, dass sie ordentlich im Briefkasten landet und komplett eingesteckt ist.

Dass es auch freundliche, serviceorientierte und hilfsbereite Angestellte gibt, scheint nicht nur in Deutschland der Fall zu sein. Ich bekomme desöfteren Post aus England und auf der dortigen Poststelle packt der Postmitarbeiter immer Informationsmaterial (wir teilen das gleiche Nicht-Briefmarken-Hobby) mit ins Kuvert, welches mein dortiger Bekannter extra unverschlossen aufliefert. - Schade, dass ich GB nicht sammele, wahrscheinlich hätte ich sonst noch interessantere Frankaturen. Falls jemand die Elizabeth-2-Pfund-Marke ohne Pfundzeichen sucht, bitte melden :D

Ich denke, es ist wie in jedem Unternehmen, überall gibt es gute Geister, nur leider zieht ein schlechter Schnitt das Ansehen des Unternehmens ingesamt in Keller.

Stan
22.08.2006, 23:49
Bravo @levélbélyeg vollkokmmen Deiner Meinung!

Bin auch für die gelben, auch wenn ich mich manchmal über sie ärgern muss.

mur
23.08.2006, 08:28
Eine Diskussion über die DPAG contra Privaten Postdienstleister ist für mich relativ uninteressant. Ich wohne auf dem platten Land in einem Dreiländereck,sowohl politisch auf Landkreisebene, als auch postalisch. Drei Briefzentren sind jeweils ca. 70-80km entfernt. Zu uns verirrt sich kein Konsolidierer und private Einmannbetriebe haben Konsessionen, die ihnen absolute Rosinenpickerei ermöglichen. Sie brauchen nur Massenbriefe, wie es zum Beispiel die Rechnungen der Energieversorger sind, zuverteilen, fast Haus bei Haus und ohne strenge Auflagen a la E+? etc. Unter solchen Bedingungen ist es natürlich ein leichtes, Kampfpreise zu machen und die DPAG zu unterbieten.
Die DPAG muß hier für ihre Kunden aber ein aufwendiges Verteilernetz für die 6mal pro Woche Zustellung unterhalten. Daneben hat sie ein Netz von Annahmestellen (Filialen) in akzeptabler Dichte und mit einem umfangreichen Serviceangebot für den Postkunden.
Nach einer zugegeben schmerzhaften Schlankheitskur ist es dem vielgeschmähten Monopolisten gelungen, Strukturen aufzubauen, mit denen es sich leben läßt. Diese Leistung hätte hier niemand der DPAG zugetraut!
Eben dieses Serviceangebot wird in absehbarer Zeit keine Privat-Post leisten können. Diese beschränken sich auf die Auslieferung von Paketen, das Netz der Paketannahmestellen ist dünn.
Fazit: Die DPAG sehe ich weiterhin als den Postdienstleister für mich. Ob und wann der Private Postdienstleister sich mit welchen Angeboten in diese Region verirren wird, ist offen. Die DPAG, und mit ihr auch mich als Kunden, möchte ich daher auch geschützt sehen.

Mich interessiert vielmehr eine sachliche Diskussion über die DPAG und ihr Verhältnis zu uns als Briefmarkensammler. Unbestritten werden wir als Briefmarkensammler stark zur Kasse gebeten und tragen mehr als nur Krümel zur positiven Gesamtbilanz des Glolbaplayers bei. Dem steht mitunter ein total sammlerfeindlicher Dienstbetrieb gegenüber, der über seine "Philatelie-Versandstellen-Geschäftspolitik" oberdrein noch massiv versucht, die Philatelie unterzubuttern. Ich finde es reizvoll, eine Diskussion anzuzetteln, deren Ziel es ist, wieder mehr Sammlerfreundlichkeit in den Dienstbetrieb der DPAG zu bringen. Dieses Ziel muß die DPAG nicht einmal wirtschaftlich belasten, wenn nämlich versucht wird, sich in der Diskussion in den Dienstbetrieb hineinzudenken, und nicht in eine stumpfsinnige Forderungsmentalität verfallen wird.
Ich erlaube mir deswegen einen Thread zu diesem Thema aufzumachen.
Mit Sammlergruß mur

christian40
23.08.2006, 10:28
Lieber Christian,
Du hast Karl Kraus zitiert. Als Karl Kraus-Fan interessiert mich, wo ich das Zitat finden kann. Kannst Du mir bitte helfen? Danke und
schöne Grüße
argedtbeswk1.de

Dieser Aphorismus wird in den mit zugänglichen Quellen immer nur als von Karl Kraus stammend, aber ohne nähere Quellenangabe, zitiert.

Leider kann ich Dir daher hier nicht weiterhelfen.

Liebe Grüße!

Fehldruck
23.08.2006, 10:43
Für mich hat genau dieser Schutz der DPAG in einigen Bereichen zur Serviceträgheit geführt.
Was ist für mich Service?
Angemessene Preise mit Kundenfreundlichkeit.

Der Paketbereich ist ja bereits offen. In Berlin hat die Annahmestellendichte der Privaten eine Dichte erreicht, die es ermöglicht fast an jeder Ecke sein Paket abzugeben. Die Preise sind im Vergleich zum ehemaligen Monopolisten deutlich niedriger und übersichtlicher. Nun hat die Post die Preise gesenkt z.B. Päckchen und die Öffnungszeiten meiner nächsten Agentur ist nun Mo-Sa 8-20.00Uhr. Die Mitarbeiterinnen in der Agentur sind freundlich und sind sehr daran interessiert, schnell und gut meine Wünsche zu erledigen. Selbst die Paketpreise wurden etwas übersichtlicher.

Warum wohl? Wegen dem sachlichen Dialog, den ich und andere jahrelang mit der Hauptpost geführt habe?


Wie sieht es im Briefbereich aus? Die PIN AG hat sich berlinweit ausgebreitet. In jedem Bezirk gibt es Annahmestellen. Auf Grund der Monopolbedingungen konzentriert sich die Zustellung auf Behörden- und Geschäftspost. So habe ich häufig mehr PIN AG Post als DPAG Post im Briefkasten. Die PIN AG breitet sich rasant über das gesamte Bundesgebiet aus. Es werden Verbünde geknüpft, neue Standorte eröffnet und Zustellgebiete erweitert. (Klickt z.B. mal PIN AG Leipzig an und seht Euch den Zustellbereich an.) Die Preise liegen ca. 20% unter der DPAG ....dazu kommt die MWSt als verrechenbarer Wert bei Firmen!!! Die PIN AG und meiner Meinung nach Hermes/TNT machen sich bereit für den bundesweiten Annahme- und Zustellbetrieb. Ich bin mir sicher, daß auch der ländliche Bereich nach und nach voll erschlossen wird.


Philatelie?

Das kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Vielleicht so?
Das Finanzministerium gibt weiterhin die Marken raus und Unternehmen können sich für den Vertrieb und die Verwendung der Marken bewerben. Sind bestimmte Kriterien (bundesweite Zustellung, Versicherungsleistungen, gewährleistete Öffnungszeiten usw.) erfüllt, können auch andere Firmen die Deutschland Marken verwenden und unter die Philatelisten bringen.
Wenn ich sehe, wie die PIN AG Ihre Fans betreut, könnte ich mir gut vorstellen, daß so eine Verbesserung für die Philatelisten (auch ohne sachlichen Dialog mit der DPAG) zu erzielen ist.


Fehldruck

mur
26.08.2006, 23:15
Hier ein interessanter Artikel zum "Thema":
http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:Zustelldienste-Gr%FCn-Gelb/567364.html?nv=ct_cb
@fehldruck. Bei uns auf dem platten Land wird die Pin so schnell nicht ankommen! Ich kann mir gut vorstellen, daß im Gegenzug die DPAG, genauso wie die Pin auf eine Zustellung von 5x pro Woche zurückfährt. Das (Euer) Geheul höre ich jetzt schon - den Vorteil für den Verbraucher suche ich noch!
Mit Sammlergruß mur

Fehldruck
27.08.2006, 01:24
PIN 5 mal Zustellung? Hast Du da einen link? Habe gerade heute meinen grünen PIN Mann am Briefkasten getroffen.

Heulen werde ich wahrscheinlich über den Buchversand und Warenversand. Da stelle ich mir Preiserhöhungen vor.

Im Briefbereich und bei Paketen wird es preislich nach unten gehen. Mal sehen wie die Europa Paketpreise ab September bei Hermes aussehen. weiß da schon jemand mehr?

Die PIN AG kommt auch zu Dir :) oder wird bei Euch keine Zeitung ausgetragen? PIN AG nun= Springer...da kannst Du dann Deine Bildzeitung und Deine Wahlbenachrichtigung vom selben Mitarbeiter bekommen:D
(Ist ein Witz und keine Beleidigung!)
Aber man kann deutlich erkennen warum Stern so argumentiert ...oder?

In Berlin ist die PIN AG u.a. bei einer Kette "Paketeria" mit im Angebot. Ich glaube Paketeria gibts auch (bald?) bundesweit. Ich könnte mir gut vorstellen, daß Springer vielleicht auch in die Zeitungsläden mit der PIN AG zieht... ähnlich Toto Lotto, Hermes ...

Hermes gibts hier z.B. im nächsten Realmarkt und die Post ist in die Reichelt/Edeka Märkte eingezogen. Es sieht wie ein Postschalter aus...nur ist jeden Tag bis 20.00 Uhr geöffnet + kostenfreier Parkplatz und die Mitarbeiter sind bei Reichelt/Edeka angestellt.

Na mal sehen....

Fehldruck

Stan
27.08.2006, 10:40
Ja, ja die Privaten (sind preiswerter) suchen sich aber auch die "Rosinen" aus und die Gelbe Post (ist teutrer) muss auch da present sein, wo es sich eigentlich nicht rentiert! Also ich bleibe der Gelben treu!

Fehldruck
27.08.2006, 12:23
@stan ab 2008 kommst Du zum Treuetest:)

Natürlich picken sich die Privaten die Rosinen bei der Briefpost raus. Was bleibt Ihnen auch übrig? Das Monopol bremst noch gewaltig. Es gibt da doch noch einige Reglementierungen.
Die anderen Privaten stellen aber bereits jetzt Zeitschriften, Werbung und Paketpost ohne große Einschränkungen bundesweit zu. Es wird auch mit der Briefpost klappen.

In der Telekommunikation hat es meiner Meinung nach doch auch funktioniet. Für 45Euro Flatrat Internet und bundesweites Telefon! Das habe ich (90DM) nur fürs Telefon bezahlt....vom Internet möchte ich lieber schweigen. Die Qualität/Service ist stetig gewachsen (Geschwindigkeit, Software...) Nach meiner Startphase im BTX bin ich ziemlich bald zu den anderen gewechselt und wechsele ab und an mal...aus Kostengründen.

Wie in der Telekommunikation wünsche ich es mir auch bei Strom und Gas. Da ist wohl nochmal der Gesetzgeber gefordert bzw. wir Bürger.

Selbst in der Bahn zeigen Beispiele in der Welt, daß z.B. in Japan 3 konkurierende Unternehmen mit wesentlich besseren Service zu 20% vergleichsweise günstigeren Konditionen als in Deutschland arbeiten. Auch da kommt in Deutschland Fahrt auf. So bin ich letztens für 20% weniger Fahrtpreis von Berlin mit einem DB Konkurenzunternehmen Connex zu einem klitzekleinen Ort bei Leipzig gefahren. Service war sehr gut. Connex übernimmt auch komplette Bahnstrecken in den neuen Bundesländern z.B. Harz/Sachsen Anhalt.

Laßt uns bis 2008 warten.
Bis dahin bin ich der Meinung, sollten wir uns(BDPh und Sammler) ernsthaft mit dem Minister unterhalten, was mit den Deutschland Marken wird. Da erscheint mir vieles unklar und unsicher.
Also in kleiner Abänderung zu @murs Anliegen sollte der Dialog nicht mit der DPAG sondern mit dem Ministerium erfolgen.

Fehldruck

Stan
27.08.2006, 12:35
@ Fehldruck wir können den Treuetest auch 2020 machen, kein problem!
Bei manchen sachen sollte man nicht nur an jetzt und heute denken, sondern auch an morgen! Folgende Überlegung:

Die nicht gelben sind sehr günstig => immer mehr Kunden gehen zu ihnen.
Die gelben geben irgendwann die nicht mehr konkurenzfehige Sparte auf. Folge: Ich und ein paar andere Bundesbürger müssen ein paar Kilometer bis zum nechsten privaten fahren, um ihre Post abzuhohlen bzw. abzugeben.

Wenn unsere Vorfahren auch so gedacht hätten, was habe ich jetzt und heute persönlich davon, so würden wir immer noch vierzehn Stunden am Tag arbeiten, ohne Urlaub, ohne Krankenversicherung usw.

Ne, ne billig ist auf die Dauer nicht immer günstig!

Fehldruck
27.08.2006, 13:11
In meinem Herkunftsland hatte man keine Wahl und Service war ein Fremdwort. (Fast)Alles war staatlich und auch sozial geregelt...Urlaub, Krankenkasse usw.

Ich will dies nicht mehr.

Aber ich kann auch Deine Befürchtungen verstehen. Der Staat muß mit Gesetzen bestimmte Dinge regeln... aber meiner Meinung nach intelligenter und weniger als bisher.
So könnte ich mir eben vorstellen, daß private Anbieter auch Deutschland Postwertzeichen verkaufen dürfen, wenn u.a. bundesweite Aufgabe und Zustellung gewährleistet ist. Nur dann gibts das Bonbon.

(Wenn wir Asiaten, Afrikanern und Südamerikanern gerechte Preise für Rohstoffe und Arbeit zahlen würden, wieviel Urlaub...wieviel Arbeitszeit...wieviel Krankenkasse hätten wir? Ich weiß nicht, warum ich mehr Geld für die Sicherung von Ansprüchen deutscher Beamter ausgeben soll... für mich gibt es andere Brennpunkte. Aber jeder hat da die Wahl und ich akzeptiere dies.)

Fehldruck

argedtbeswk1
27.08.2006, 13:17
Lieber stan,
was für Dich erst in der Zukunft liegt, ist für mich schon seit ein paar Jahren Realität. Ich hole meine Pakete in 3 km Entfernung ab. Dafür brauche ich zwanzig Minuten mit dem Auto, wegen Stau, um dann keinen Parkplatz zu finden oder einen halben Kilometer zu Fuss zu laufen usw. usw.
Versende ich Pakete mit der Firma H. spare ich doppelt, am Geld und an der Zeit. Denn bei H. gibt es kein viertelstündiges Anstehen mit dem Paket unter dem Arm.
Da lob ich mir doch die alten Zeiten nach dem Motto: früher, als die alten Zeiten besser waren ...
Möge Dein Postamt recht lange erhalten bleiben,
wünscht Dir
argedtbeswk1

Stan
27.08.2006, 13:29
@ Fehldruck, was, Du willst keinen Urlaub und keine Krankenkasse??:D ;)
Also im Ernst, kann ich schon verstehen, aber siehst Du was ich meine, das ist schon @argedtbeswk1 bei Packeten passiert. Ih die in einer Stadt lebt, habt ja keine Probleme damit, ein paar meter weiter ist ja der nächste Anbieter da. Aber wir auf dem flachem Land??

Bei mir im Dorf haben wir auch ein Packetshop, wie es auf Neudeutsch heisst, der Fa. H. Dieser ist aber nur zwei mal die Woche offen, und die Packete werden nur einmal in der Woche abgehohlt.

Da sind die gelben besser Packete werden einmal am Tag abgehohlt!

Harald Krieg
27.08.2006, 13:38
Wieso glauben wir Sammler eigentlich immer, dass wir die wichtigsten Kunden für die Deutsche Post AG sind?

Die Deutsche Post World Net hatte im Jahr 2005 einen Umsatz von 44,6 Milliarden Euro und einen Konzerngewinn von 2,2 Milliarden Euro. Ich schätze, dass die Philatelie maximal ca. 1 Promille vom Umsatz ausmacht! Natürlich versucht die Sparte Philatelie trotzdem so viel wie möglich an Sammlern zu verdienen, aber ich bezweifle, dass die Sparte Philatelie in der Konzernführung als Kerngeschäft gesehen wird.

Wir sind lediglich eine Randgruppe, auf die die Post von einem Tag zum anderen verzichten könnte - ohne nennenswerte Umsatz- oder Gewinnrückgang!

reichswolf
27.08.2006, 13:44
@saeckingen:
Und ich dachte immer, meine Postfiliale wäre geschlossen worden, weil ich mein "Deutschland plus"-Abo gekündigt habe. ;)
Das tut weh, wenn man erfährt, wie unwichtig man ist :D .
Grüße vom geknickten
reichswolf

Fehldruck
27.08.2006, 13:47
@stan nur das "Alles" will ich nicht mehr. :)

Der Götterbote holt bei uns 5mal die Woche immer 9.00Uhr ab. Nun mal ein Nachteil von H.: Briefmarken und Münzen sind nicht versichert bei H. !!!! Habe sogar mal mit der Zentrale telefoniert.


Jedenfalls rücken wir mal hier ein bißchen zusammen, bevor die große Landflucht wegen der Entmonopolisierung in Deutschland einsetzt.:)
stan Du bist herzlich willkommen! Hoffentlich gibt es für Dich bis dahin noch das Postmuseum (Kommunikationsmuseum heißt es ja jetzt schon)!:)

@saeckingen ...sehe ich auch so. Gerade deshalb sind wir eben meiner Meinung nach mit unseren philatelistischen Anliegen beim Ministerium an der richtigeren Adresse.

Fehldruck

Erdinger
26.04.2007, 13:31
... wegen des Karl-Kraus-Zitats aus den Postings #9 & 15:

Das Zitat heißt wörtlich: "Einen Brief absenden heißt in Österreich einen Brief aufgeben." Es stammt aus Kraus' 1924 erschienener Aphorismen-Sammlung "Nachts" (Kap. 4, "Wien"). Ich habe es in dem 1986 aufgelegten Sammelband "Aphorismen" aus dem Suhrkamp-Taschenbuch-Verlag gefunden, der durch ein hervorragendes Register erschlossen ist.

Dachte, das könnte vielleicht noch den einen oder anderen interessieren