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vielleicht kann jemand helfen?
ein Fernbrief (warscheinlich in den Briefkasten am 30.11.23 eingeworfen) und abgestempelt am
1.12.23 mit PortoWert 4fach 80 Mia (20 Mia. X 4) aus der letzten Inflaperiode, hätte, um als Dezemberbrief
zu gelten, ein Inflaporto von 100 x 10 Mia.bzw. entsprechendes Zusatzporto haben müssen. Auf meinem
Brief ist nur ein blauer Farbstiftvermerk: 20 Pf. Ich könnte mir vorstellen, daß es sich hier um eine Nachgebühr
handelt. Da ich leider nicht weiß, wie ich die Portoberechnung einstufen soll, bitte ich um Auskunft von jemandem, der sich etwas besser auskennt. Handelt es sich auch hier um einen Dezemberbrief?
Vielen Dank, Rassy http://
Rassy, gute Frage, aber ein paar mehr Details mußt Du schon rausrücken, wenn man Dir helfen soll. Z.B. wäre die Uhrzeit wichtig, um zu sehen, ob der Brief aus der ersten Briefkastenleerung stammt. Von wo nach wo lief der Brief ( manche- Nachbarortverkehr- laufen zum Ortstarif ), Drucksachen erkennt man teilweise lediglich an der offenen Briefklappe... Am besten ist immer ein Bild, vielleicht kannst Du mal den Brief zeigen.
Ansonsten: Porto bei Inflabriefen ausrechnen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen
Hallo Rassy,
nochmal ich. Da Du noch nicht reagiert hast, von mir erst mal noch soviel:
Angenommen Dein Brief hat einen Stempel von 1.12. nachmittags. Der Fernbrief ist also mit 20 Milliarden oder 2 Pfennigen frankiert- die x4- Rechnung ging nur noch bei "toleranten" Postbeamten durch. Der Brief war also um 8 Pfennig unterfrankiert. Die Nachportoregelung zu dieser Zeit besagte, dass der 1 1/2 Fehlbetrag, also 12 Pfennig in Deinem Fall, a b e r aufgerundet auf volle 100 Milliarden oder 10 Pfennig zu berechnen war. Das wären dann die 20 in blau auf Deinem Brief.
Aber wie gesagt, ohne einen Blick auf das gute Stück ist es schwierig...
Gruß
Micha
Micha, erst mal vielen Dank für die beiden Antworten. Sicher wäre es am besten, wenn ich ein Foto rüberschicken
würde, muß aber zu meiner Schande gestehen, daß ich trotz Digicam keinen blassen Schimmer habe, wie man das über e-mail macht. Werde also in Kürze hart daran arbeiten.....
Die Abstempelung: Karlsruhe (Baden) am 1.12.23, 11 - 12 V, angekommen in HH 3 Tage später. Die Uhrzeit - sagt sie was aus?
So, jetzt muß ich erst mal Fußball gucken
Mit freundlichen Grüßen, Rassy
Rassy, Bild machen mit Kamera- Scanner wäre besser, aber wenn Du keinen hast... - in Datei speichern, email schreiben und diese Datei anhängen ( jpeg- Format ).
Das Datum bestätigt meine Vermutung im 2. Beitrag, falls es kein Dienstbrief ist. bei denen brauchte nur das fehlende Porto vom Empfänger entrichtet werden.
Gruss Micha
Hallo Micha,
ich habe es mit dem Foto i nzwischen versucht; klappt aber noch nicht, da Datei zu groß ist. Muß weiter
lesen, um herauszufinden, wie man es etwas kleiner macht.
mit freundlichen Grüßen, Rassy
Bitteschön ;-) (Wenn Du das Original noch in größer hast, melde Dich nochmal, ich füge es Dir dann entsprechend ein.)
Hallo Curtis,
ich glaube, daß ich nun endlich mal meinen Scanner kennengelernt habe und hoffe, daß das mit der Größe
des Fotos hoffentlich richtig klappt....
mit freundlichen Grüßen
Hallo Rassy,
prima, dass es noch geklappt hat. Wie ich schon schrieb, sind die 20 Pfennig Nachporto korrekt- ohne die zwei 10-Milliarden-Marken wäre es übrigens genauso teuer für den Empfänger geworden. Ein schöner Dezemberbeleg ist es allemal :-)
Gruß Micha
Hallo,Forumsteilnehmer.
Ich habe mal diesen Infla Thread ausgegraben, weil ich meine er passt gut zu meinem Infla Brief
Diesen Infla Brief aus dem Jahre 1923 hat neben der Marke 4 Zeichen in Schrägschrift. Sind das Prüfzeichen und ist dieser Brief nun minderwertig wegen diesen Zeichen?
Ich frage deshalb, weil mich @ferrari mit seinen Äusserungen über Prüfzeichen ganz verunsichert hat.
Danke schon im voraus.
@aversum
Nein dieser Brief ist nicht minderwertig. Im Gegenteil er wurde in der Vorkriegszeit von
so fähigen Prüfern wie Peschl, Grimm und Zirkenbach geprüft und für echt befunden worden.
Früher, das heisst, bis Ende des 2.Weltkriegs war das eine gängige Methode diese
Monogrammstempel zu benutzen. Es waren mindestens zwei Prüfer die den Beleg unabhängig zu
beurteilten hatten. Bei deinem Brief sind es sogar 3: Pe wie Peschl, Gr wie Grimm und Zi wie
Zirkenbach; der sogar 2x signierte.
Es müsste bei diesem Beleg noch ein Prüfstempel vorhanden sein, da dieser Brief meiner
Meinung nach als Seltenheit ins Seltenheitsregister aufgenommen wurde.
Es handelt sich nämlich um die Nr 208 Typ II (magere 30) mit
einem Michelwert als EF von 600 Micheleuro.
Also gut auf diesen Brief aufpassen und um Himmelswillen nur nicht diese Monogrammstempel
entfernen.
Du brauchst @ferrari nicht alles glauben, was er in Bezug auf Prüfstempel von sich gibt.
mfG
erron
@aversum
Es müsste bei diesem Beleg noch ein Prüfstempel vorhanden sein, da dieser Brief meiner Meinung nach als Seltenheit ins Seltenheitsregister aufgenommen wurde.
@aversum:
Schau mal auf die Rückseite des Beleges, links oder rechts unten müsste sich der weitere Stempel befinden.
Ansonsten kann ich mich erron nur anschließen, auf jeden Fall den Brief so zu belassen wie er ist. Meiner Ansicht nach sind die Monogrammstempel eine Art Patina (wie bei alten Kupfermünzen), die einfach dazu gehört ;-)
Gruß
Pete
ich würde auf der rückseite einen infla berlin stempel erwarten
b.
Ich bin mal eurem Hinweis nachgegangen. Auf der Rückseite des Brief befindet sich noch ein schwacher Rechteckstempel in mit der Inschrift:
Einwandfrei Infla Berlin; aber in hellgrüner Farbe. Waren früher diese Stempel immer hellgrün?
Meine nächste Frage : was ist ein Seltenheitsregister und wo bekomme ich das?. Und gibt es noch mehr solche "Monogrammstempel"?
Vielen Dank im voraus
- nein, die waren nicht immer hellgrün
- seltenheitsregister? denke mal briefekatalog, gibts u.a. von michel
- es gibt sehr viele monogrammstempel
zirkenbach ist der grosse infal prüfer der ddr gewesen, sein nachfolger/schüler kurze war auch noch kurz im bpp
Ich bin mal eurem Hinweis nachgegangen. Auf der Rückseite des Brief befindet sich noch ein schwacher Rechteckstempel in mit der Inschrift:
Einwandfrei Infla Berlin; aber in hellgrüner Farbe. Waren früher diese Stempel immer hellgrün?
Meine nächste Frage : was ist ein Seltenheitsregister und wo bekomme ich das?. Und gibt es noch mehr solche "Monogrammstempel"?
Vielen Dank im voraus
@aversum
Die Signierfarbe war erst meines Wissens ab 1972 in Schwarz vorgeschrieben.
Ja, was ist ein Seltenheitsregister? Es ist der Vorläufer des Befund bzw. des Attest.
In den Anfangsjahren von Infla Berlin ab 1933 erstellten die Prüfer über wirklich seltene Belege ein Seltenheitsregister. In dieses Verzeichnis wurden die Belege eingetragen und eine dagehörende Bescheinigung für den Besitzer ausgestellt.
Auch wurde ein eigener Signierstempel für diesen Zweck angeschafft.
Leider ist dieses Seltenheitsverzeichnis in den Bombennächten von Berlin im Januar 1945 verlorengegangen.
Wenn heute so ein Beleg mit dieser Bescheinigung auftaucht, ist dies auch schon eine Seltenheit.
Als Scann eine Bescheinigung und der Brief.*
Der Text lautet:
Bescheinigung
Untenstehend abgebildeter Brief
MeF 10/20 dstch. Moser 335 II (2)
ist von den Herrn Nawroki, Polomski und Zirkenbach geprüft und als einwandfrei befunden worden.
Der Brief ist unter der Nr C69 ins Seltenheitsverzeichnis eingetragen.
Berlin, den 20 Mai 1933
Infla Berlin
G.Kobold
*Quelle: Infla Berichte
Hat noch jemand solche Bescheinigungen?
Die bis jetzt bekannten Monogrammstempel der früheren Infla Prüfer sind:
AB: Burneleit; D,Drohmann; EF:Emmel; WGo:Goecks; Gr:Grimm; Jha:Hamel; GKo:Kobold; Mrs:Mader; JNa:Nawrocki; EP: Peschl, P:Peters; Po:Polomski; Ri:Ritter; Sch:Scherpe;
Sch:Schulze; St:Stoebe; FW:Weickert; Zi:Zirkenbach
Eine ausführliche Informationsquelle sind die Infla Berlin Bücher Nr 48 und 49 und verschiedene Infla Berichte.
Einfach mal auf die Infla Berlin Seite klicken. http://www.infla-berlin.de/
MfG
erron
@erron, für diese ausführlichen Informationen; besonders über das "Seltenheitsverzeichnis", und diese Monogrammstempel ein dickes Lob.
So wünsche ich mir dieses Forum. Sachliche Antworten auf Fragen eines Neuling und keine endlosen und fast schon belustigenden Diskussionen über Sinn und Zweck von Signaturen auf Briefmarken und Briefe.
Wie @pete schon schrieb, gehören diese Signaturen einfach dazu. Sie verströmen meiner Meinung nach einen hohen Wissenstand über dieses Gebiet der deutschen Geschichte, die diese Prüfer damals schon hatten. Es gab eben zu dieser Zeit keine anderen Möglichkeiten um Marken und Belege als echt zu kennzeichnen. Und diese heute als Wertmindernd darzustellen, zeugt von fachlicher Unwissendheit.
aversum
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