Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum sind Wasserzeichen so wichtig?
apholzer
16.08.2003, 20:12
Beim Durchblättern meines Michel-Kataloges ist mir folgendes aufgefallen:
Wird eine Marke später mit einem anderen Wasserzeichen neu herausgegeben, so wird sie im Michel regelmässig mit einer neuen Hauptnummer versehen.
Bei sonstigen Veränderungen (wie andere Zähnung, anderes Papier...) gibt es nur eine Unternummer. Selbst Marken, die später in einem völlig anderen Druckverfahren neu erscheinen, werden oft nur als Unternummer verzeichnet (da gibt es aber, vor allem bei älteren Marken, auch Ausnahmen).
Meine Frage: Was macht die Wasserzeichen soo wichtig, dass eine Änderung am Wasserzeichen anders behandelt wird als sonstige Veränderungen?
Also bei Selbstklebenden spendiert MICHEL grundsätzlich ne neue Hauptnummer. Und bei den meisten Änderungen der Druckverfahren auch, z. B. DDR: Fünfjahrplan, Gegenbeispiel Kleinbogen der 80er Jahre.
Spekulation: Hauptnummern sollen einfach, schnell und auch für Anfänger sicher auseinander zu halten sein. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
Druckverfahren sind oft schwierig auseinander zu halten, bei einigen fallen die Unterschiede auch nicht so sehr ins Gewicht, z. B. bei Ldr und Bdr. Daher eben Unternummern. Zähnungsunterschiede sind teilweise sehr einfach, teilweise aber auch echt schwierig zu handhaben. Bei den Bauten könnte man die eng gezähnten vielleicht mit neuer Hauptnummer versehen. Aber wie groß muss der Zähnungsmaßunterschied sein? 2? 3? 0,5 sicher nicht... Demgegenüber sind Wasserzeichen recht einfach zu unterscheiden.
Natürlich spielen auch die Sammelgebwohnheiten eine Rolle. MICHEL schrieb mal so was in Zusammenhang mit der Machin-Serie. Wobei die Katalogisierung auch wieder Sammelgewohnheiten produziert.
CU
Kjell
Dirk Bake
16.08.2003, 22:24
Ich möchte einen eher profanen Erklärungsversuch wagen: Wenn die Numerierung beim Erkennen der abweichenden Wasserzeichen schon über das Erscheindungsdatum dieser Variante hinaus fortgeschreiben wurde, liegt es als KatalogredakteurIn nahe, keine neue Hauptnummer zu vergeben.
Dieses Statement verstehe ich nicht ganz. Auch nach dem fünften Lesen ergeben sich immer wieder diese Fragezeichen in den Pupillen...:confused:
Können Sie es nicht nochmal (anders) formulieren?
Gruß Beppo Czech
Ah - jetzt ja: Dirk meint:
Angenommen, die 10-C-Marke "Staatswappen" erschien 1980 mit Wasserzeichen 3. 2003 taucht die Marke mit Wasserzeichen 5 auf. Bei den Recherchen stellt sich raus, dass diese Marke bereits 1990 gedruckt wurde. Also kann man sie nur noch mit einer A...-Nummer an Ort und Stelle einsortieren oder eben als ...Z-Nummer bei der Variante mit Wz. 3.
Bei überseeischen Gebieten vergibt MICHEL übrigens meistens lediglich Unternummern.
CU
Kjell
dachte ich auch einmal ...
Ich hatte das mal so verstanden:
Wenn es sich um eine neue Ausgabe handelt, wird auch eine neue Hauptnummer vergeben. Das gilt auch für Marken, die bereits einmal erschienen sind und später neu gedruckt werden. Liegt dann ein anderes Druckverfahren vor, sollte eine neue Hauptnummer vergeben werden. Manchmal sind die Unterschiede aber nur gering, wie z.B. die Verwendung eines anderen Papieres (mit einem anderen Wz.).
Werden von einer Hauptnummer später Varianten (Abarten, andere "Typen", z.B. auch Wz.-Abarten), erhalten sie eine Unternummer.
So sieht es in der Theorie aus.
In Wirklichkeit scheint mir auch etwas Willkür zu bestehen.
Ein Beispiel Bund (Druckverfahren).
- Burgen und Schlösser im Buchdruck und Lettersetdruck sind nur Unternummern
- Plusbriefe mit dem Motiv Bayreuth in unterschiedlichen Druckverfahren sind 2 Hauptnummern!
Bei größeren Unterschieden gibt es schon eher mal eine Hauptnummer: Beispiele sind die neuen Selbstklebenden Bundmarken, die alle eine neue Hauptnummer erhalten.
apholzer
17.08.2003, 18:19
So ganz überzeugt mich das Argument der einfachen Unterscheidung nicht.
Schaut Euch mal den beigehefteten Scan an. Ich würde sagen, man müsse kein Spezialist sein, um den Unterschied im Druckverfahren zu erkennen. Trotzdem: im Michel nur eine Unternummer; dies obschon die Änderung des Druckverfahrens von der italienischen Post als Neuausgabe angekündigt wurde...
MICHEL hat sich m. E. seit Beginn der 80er Jahre so in seinem Nummern-Fundamentalismus verstrickt, dass man in München selbst nicht mehr genau weiß, wem man eine Hauptnummer und wem eine Unternummer geben soll.
So diskutierte man über Monate, was den Block vom Kleinbogen unterscheidet, obwohl jedermann weiß, dass Blöcke (en bloc) unzertrennt verkauft werden, und Marken aus Kleinbogen einzeln erhältlich sind.
Irgendwie habe ich den Eindruck, als wolle man den Katalog möglichst "preiswert" :D fortschreiben, ohne jemals an eine generelle Neustrukturierung zu denken. Hier fällt insbesondere die Dauermarkenkatalogisierung auf :mad: , deren Manko indirekt durch Zusammenfassungen zugegeben wird.
Gruß: Bill
Thorsten Siemer
19.08.2003, 22:53
Lieber Sammlerfreund Kjell!
Also auf den Begriff "Nummernfundamentalismus" muß man
ersteinmal kommen.
Vielleicht ist da auch was dran.
Zur Ehrenrettung des Schwaneberger Verlages ist aber zu
sagen, daß die berühmten "Michelnummern" auch wirklich
wichtig sind.
Ich bin strikt gegen eine völlige Neustrukturierung der
Michelkataloge.
Dann schon lieber in einer inkonsequenten Linie fortfahren.
Denn: Michel strukturiert schon jetzt alles um.
So werden die Kataloge immer mehr aufgeteilt.
Während früher meine Sammelgebiete Albanien und Bulgarien
noch im Osteuropakatalog zu finden waren, sind sie jetzt im
Südosteuropakatalog zu finden.
Das ist nur ein Beispiel von vielen, wie Michel in den letzten
Jahren "umstrukturiert" hat.
Viele Sammlergrüße
Thorsten Siemer
Niemals würde ich MICHEL Fundamentalismus unterstellen. Nein, also nun wirklich nicht. Das war Bill. ;)
Zum Osteuropa: Für dich ist es doch günstig, statt dem dicken Osteuropa kaufst du einen etwas dünneren Südosteuropa. Dumm wäre es, wenn du Albanien und Lettland sammeln würdest. Dann müsstest du jetzt zwei Kataloge kaufen.
CU
Kjell
Thorsten Siemer
21.08.2003, 16:24
Lieber Sammlerfreund Kjell!
Sie haben natürlich recht, der Begriff "Nummernfundamentalismus"
stammt von Bill!
Leider brauche ich doch beide Kataloge, den Südost-und den
Osteuropa.
Zwar sammle ich (noch) nicht Lettland, aber z.B. auch Rumänien.
Behelfe mich daher einstweilen mit etwas älteren Exemplaren.
Viele Sammlergrüße
Thorsten Siemer
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