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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer kann bei diesem Beleg helfen ?



dietbeck
26.10.2005, 09:28
Der Beleg unten ist vom 24.6.48 von Berlin-Frohnau (Westberlin) nach Aachen (Bizone).

Letzter Tag vor der Westberliner Währungsreform, korrekt frankiert mit 24 RPf. In der Bizone war die Währungsreform schon am 21.6.48. Der Brief ist mit 36 Pf Nachgebühr belegt.

Ist dies eine Nachgebühr

1. wegen Unterfrankierung, also war der Brief über 20gr schwer
2. oder hat man sich an der alten Frankatur gestört, die ja in der Bizone nicht mehr gültig war bzw. 10fach frankiert werden musste

Thema Postkrieg (http://home.pages.at/dietbeck/postkrieg/postkrieg1.htm)

ralph
26.10.2005, 11:40
Lösung 2 ist richtig. Öfter wurde übersehen, dass in Berlin noch bis zum 24.06.1948 die alten Marken zum vollen Wert galten. Es gibt auch Belege, bei denen die ausgeworfene Nachgebühr wieder gestrichen wurde.

dietbeck
26.10.2005, 12:01
Hallo Ralph,

danke für die Antwort. Warum wurde dann nicht "irrtümlich" 33 Pfennig Nachgebühr erhoben und die Frankatur mit 2,4 bzw. aufgerundet 3 Pf angerechnet. Oder waren am 24.6.48 in der Bizone die alten Frankaturen gar nicht mehr gültig auch nicht als 10fach-Frankatur ?

Es grüsst
Dieter

Latzi
26.10.2005, 12:33
Ist das Nachporto nicht das 1,5-fache des Normalportos von 24 Pfg.? Dann wäre 36 jedenfalls richtig.

Latzi

ralph
26.10.2005, 15:32
In der Bizone - und dahin ging ja Dein Beleg - waren die Kontrollratsausgaben am 24.6.48 bereits vollständig ungültig (Zehnfach nur bis zur ersten Briefkastenleerung des 23.6.). Somit sah der Postler eine Unterfrankatur von 24 Pf. Wie Latzi schreibt ergibt sich daraus eine Nachgebühr von 36 Pf.

33 Pf Nachgebühr wären in der Zeit der Gültigkeit der Zehnfachfrankaturen auszuwerfen gewesen, d.h. am 21. und 22.6.48.

Wie man sieht, ein spannendes Sammelgebiet.