Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Interessante Belege aus Ostafrika
saeckingen
11.01.2005, 22:05
So, jetzt möchte auch mal ein Stück vorstellen, das ich kürzlich Dank eBay meiner Sammlung hinzufügen durfte.
Obwohl die Karte aus Deutsch Ostafrika (DOA) stammt, stelle ich sie unter Ausland ein, da der interessante Teil der Ankunftstempel aus British East Africa (BEA) ist. Aber der Reihe nach:
Postkarte aus Deutsch Ostafrika nach Britisch Ostafrika
http://usera.ImageCave.com/saeckingen/Vorlagen/Wasin-front.jpg
Geschrieben wurde die Karte am 10.9.99 in Moschi/DOA am Fuße des Kilimandscharo und dort am 11.9. gestempelt. Adressiert an Herrn F. Drucker in Gazi bei Wanga in Britisch Ostafrika. Die Karte trägt folgende Stempel:
Moschi/DOA 11.9.99
Tanga/DOA 20.9.99
Zanzibar 22.9.99
Mombasa/BEA 27.9.99
Wasin/BEA 30.9.66 (99)
Hier eine selbst zusammengebastelte Karte, wo ich den Laufweg eingezeichnet habe: Landkarte (http://usera.ImageCave.com/saeckingen/Vorlagen/karte.jpg)
Die Karte wurde von Moschi aus in 10 Tagen nach Tanga an die Küste, von dort vermutlich mit einer Dhow nach Zanzibar gebracht. Von Zanzibar ging die Karte nach Mombasa in Britisch Ostafrika und dann weiter nach Wasin.
Wasin ist eine Insel vor der Küste in der Nähe der Grenze zu Deutsch Ostafrika. Gazi, wohin die Karte adressiert ist, liegt nördlich davon auf dem Festland, Wanga (oder auch Vanga) ist auf dem nahen Festland der Grenzort zu DOA. Wasin war zu dieser Zeit die einzige Poststelle südlich von Mombasa, Gazi erhielt erst 1904, Wanga sogar erst 1907 eine eigene Post.
Die kleine Insel Wasin (ca. 1.5 x 5 km) die vom Festland durch einen Kanal getrennt ist, welcher einen idealen natürlichen Hafen bildet. Es gab ein Zollamt, welches auch gleichzeitig als Postagentur diente. Es gab zu dieser Zeit nahezu keine europäische Bevölkerung und somit auch fast kein Postaufkommen. Der Stempel war bisher weltweit nur auf sechs Belegen bekannt, das ist die Nummer sieben. Der 30.9.99 ist dazu noch das letzte bekannte Verwendungsdatum dieses Stempels und der einzige Abschlag mit der kopfstehenden Jahreszahl. Ein echter Glückstreffer bei eBay!
http://usera.ImageCave.com/saeckingen/Vorlagen/Wasin-back.jpg
Der Text auf der Rückseite lautet (so weit ich ihn entziffern kann):
Moschi, 10. September 99
Viele Grüße vom
Fuße des Kilima Njaro (Kilimandscharo)
sendet Ihnen Ihr ...........
Leider kann ich weder diese Unterschrift noch die beiden anderen Grüße entziffern. Ich halte diese beiden anderen Unterschriften für den selben Namen, mehr kann ich aber nicht erkennen.
Ich würde mich freuen, wenn mir jemand bei der Entzifferung der drei Namen helfen könnte! Hier die Karte nochmals in höherer Qualität: Scan mit 200 dpi (http://usera.ImageCave.com/saeckingen/Vorlagen/Wasin.jpg)
Wer waren die drei Personen, die damals mittel aus Afrika Grüße vom Fuße des höchsten Berges in Afrika sandten? Handelt es sich dabei vielleicht um die Teilnehmer einer Expeditionsgesellschaft? Ohne die Namen zu entziffern komme ich da nicht weiter.
Grüße
Harald
saeckingen
25.02.2007, 09:03
Hintergrund
Am 7. November 1896 wurde in Uganda eine Serie von 7 Briefmarken für den von der Church Missionary Society (CMS) geführten Postdienst herausgegeben. Die Marken wurden von Rev. Frank Rowling in der Missionsdruckerei in Lubas’s gedruckt. Einige Zeit nach Ausgabe wurde von der Verwaltung in London die Unterscheidung zwischen lokal verwendeten und ins Ausland verwendeten Marken gewünscht. Daraufhin wurden die 7 Werte durch Rev. Racey z.T. zusätzlich mit Aufdruck eines "L" für die lokale Verwendung versehen. Diese Unterscheidung erwies sich aber innerhalb kurzer Zeit als nicht praktikabel und das Überdrucken wurde eingestellt. Die vorhandenen Marken mit Aufdruck wurden auch auf externer Post aufgebraucht.
Stempel standen in Uganda erst ab dem 18. November 1898 zur Verfügung. Vorher wurden die Marken teilweise handschriftlich entwertet, auf externer Post aber sehr häufig überhaupt nicht. Die Aufdruckmarken sind allesamt selten, der Höchstwert von 5 Rupien eine echte Rarität mit weltweit nur zwei bekannten Exemplaren. Briefe mit den Aufdruckmarken sind bislang nur 7 Stück in der Literatur bekannt.
Uganda war zu dieser Zeit kein Mitglied des Weltpostvereins (UPU) und die Briefmarken daher im internationalen Verkehr nicht anerkannt. Die Briefmarken von Uganda waren nur zur Bezahlung des Transportes innerhalb des Protektorates und bis nach Kikuyu in Britisch Ostafrika gültig. Für den weiteren Weg war eine zusätzliche Frankatur mit Marken von Britisch Ostafrika notwendig. Die Marken von Britisch Ostafrika wurden in Mombasa gestempelt.
Zum Brief
Der Brief trägt eine Kombinationsfrankatur von Uganda Michel Nr. 56 zu vier Annas und Britisch Ostafrika Nr. 65 zu 5 Annas.
http://usera.ImageCave.com/saeckingen/Vorlagen/Uganda L Front.jpg
Das Porto von den Inlandstationen nach Kikuyu betrug 4 Annas pro Unze, dieser Brief zeigt also die erste Gewichtsstufe. Das Auslandsporto betrug in Britisch Ostafrika 2 ½ Annas pro ½ Unze, hier zeigt der Brief also die zweite Gewichtsstufe.
Aufgegeben wurde der Brief von Rev. Frank Rowling (dem Hersteller der Marken!) Anfang September 1897 in Busoga. Der Brief wurde durch einen einheimischen Postläufer nach Kampala gebracht. Von Kampala ging der Brief per Läuferstafette der Protektoratsverwaltung in der Regel in 19 Tagen nach Kikuyu. Von Kikuyu wurde der Brief von Kamba Läufern in weiteren 11 Tagen nach Ndi gebracht von wo ihn Mitarbeiter des Mombasa Transport Offices in 4 Tagen nach Mombasa brachten. Der Brief wurde am 28. Oktober 1897 in Mombasa gestempelt Er trägt Transitstempel von Zanzibar 30. Oktober 97 und London 27. November 97 wo der Brief nach Liverpool weitergeleitet wurde und schließlich den Ankunftsstempel Liverpool 28. November 97 – eine Laufzeit von fast 3 Monaten.
http://usera.ImageCave.com/saeckingen/Vorlagen/Uganda L Back.jpg
Fehldruck
25.02.2007, 11:58
Mein schönste Sonntagslektüre!:)
Starke Belege=Starke Geschichte
Glückwunsch @saeckingen!!!
Fehldruck
saeckingen
11.09.2009, 19:59
Ich möchte diese sporadische Reihe mal wieder um einen Neuzugang ergänze.
Reichsdienstsache aus Deutsch Ostafrika mit Vorläuferfrankatur
Portogerecht freigemachte Reichsdienstsache der 17. Gewichtsstufe (3,40 Mark) aus Dar-es Salaam an das Auswärtige Amt in Berlin. Der großformatige Leinenbrief ist dabei mit 2 Werten 20 Pf blau V48b und 6 Stück 50 Pf braun V50d freigemacht und entwertet mit dem ersten Stempel von Dar-es Salaam - Kaiserl. Deutsche Postagentur vom 30/5/91.
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Die mittlere 50 Pf Marke des unteren Dreierstreifens zeigt den Plattenfehler 50I "T von REICHSPOST waagerecht gebrochen". Es sind nur ganz wenige Exemplare dieses Plattenfehlers als Vorläufer aus DOA bekannt - auf Brief ist dies das einzige mir bekannte Exemplar.
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Rückseitig ist der Brief mit 3 roten geprägten Siegelmarken "Kaiserlicher Gouverneur von Deutsch-Ostafrika" verschlossen und trägt den Ankunftsstempel des Berliner Kabinetspostamtes vom 30.6.91.
saeckingen
12.09.2009, 10:25
Zur Portostufe habe ich eine Nachfrage per PN erhalten, ich möchte diese Informationen hier aber allen zugänglich machen.
Was bedeutet 17. Gewichtsstufe und wie schwer durfte der Brief dann sein?
Das Porto nach außerhalb des Schutzgebietes betrug ab der Eröffnung der Post am 4.10.1890 bis zum 30.4.1899 20Pf pro 15g; d.h. dieser Brief wog zwischen 241 und 255g.
Der Brief wurde auf der ersten (und einzigen) Heimfahrt des RPD Kanzler befördert, der am 31.5. aus Delago Bay kommend in Dar es Salaam eintraf und am 3.6. Richtung Europa abfuhr. Die Post wurde am 22. oder 23.6. in Neapel ausgeladen und auf dem Landweg nach Deutschland transportiert. Dieser dauerte hier mit einem Ankunftsdatum 30.6. in Berlin ungewöhnlich lange, allerdings traf der RPD Kanzler selbst erst am 3.7. in Deutschland (Hamburg) ein.
Der Dampfer Kanzler strandete bereits auf der zweiten Ausreise nach Afrika am 5.9.91 zwischen Lindi und Mozambique auf den Pinda-Klippen.
saeckingen
18.09.2010, 18:08
In #2 beschreibe ich das Verfahren der Doppelfrankatur der frühren Uganda Belege, da Uganda kein UPU Mittglied war und daher das Auslandsporto mit Marken von Britisch Ostafrika zu bezahlen war.
Noch deutlich seltener als diese Kombinationsfrankaturen sind innerhalb Ugandas gelaufene Poststücke. Jetzt hatte ich das Glück so ein Stück zu bekommen. Es handelt sich um einen Inlandsbrief von Luba's nach Mumias - gestempelt Luba's 14.1.99.
18442
Der Brief ist mit einem waagrechten Paar des 1 Anna Wertes der ab 7. Nov. 1896 von Rev. Frank Rowling in der Missionsdruckerei in Lubas’s gedruckten Serie korrekt mit der lokalen Gebühr innerhalb eines Distriktes von 2 Annas für 1 Unze freigemacht.
Der Brief wurde von einem Postläufer innerhalb von 4 Tagen von Luba's nach Mumias transportiert. Die Marken sind mit einem der ab November 1898 eingesetzten ersten Stahlstempel entwertet und zeigt das frühste bekannte Datum auf Beleg von Luba's.
Der Empfänger Stanley Charles Tomkins war 2nd Class Assistent des Uganda Protectorats und zu dieser Zeit Leiter der Station Mumias.
saeckingen
16.06.2011, 15:36
Heute möchte ich mal wieder zwei Belege aus Deutsch Ostafrika vorstellen.
Es handelt sich um zwei Karten die beide den gleichen Stempel der Zweiglinie * * vom 27/11 99 tragen obwohl sie schon am 31.7.98 bzw. 30.12.97 von Missionar Johannes in Lukuledi geschrieben wurden. Warum die beiden Karten mit fast zweijähriger bzw. eineinhalbjähriger Verspätung auf Dampfer SULTAN aufgeliefert worden sind, ist mir ein Rätsel. Die Stempel sind echt und der postalische Laufweg korrekt.
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Beide Postkarten sind sicherlich am 26/11 99 in Lindi an Bord von Bombay-Linien-Dampfer SULTAN aufgegeben worden und am nächsten Tag beim Einlaufen in den Hafen von DES mit dem Aufgabestempel OAfZL **, 27/11 99, Typ "c", versehen worden. Es kam relativ häufig vor, dass Post erst kurz vor dem Einlaufen mit dem entsprechenden Datum gestempelt wurde.
Der Bombay-Linien-Dampfer SULTAN versah zu dieser Zeit regulären Dienst auf der Nördlichen Zweiglinie, da der Dampfer WISSMANN verkauft worden war.
petzlaff
16.06.2011, 16:59
Lieber @Saeckingen - #2 und #6,
da geht dem Sammler britischer Kolonien das Herz auf - so etwas habe ich, außer im Katalog noch nie gesehen.
saeckingen
23.06.2011, 16:38
Lieber @Saeckingen - #2 und #6,
da geht dem Sammler britischer Kolonien das Herz auf - so etwas habe ich, außer im Katalog noch nie gesehen.
Dann mache ich doch mal mit einem britischen Beleg weiter und in diesem Fall kennt man das Stück nicht einmal aus dem Katalog.
Es handelt sich um eine gewöhnliche indische Ganzsachenkarte zu 1 1/2 Anna, die in Indien verwendet nichts Besonderes wäre. Aber was hat die Karte mit Ostafrika zu tun und was macht sie besonders?
21372
In Britisch Ostafrika erschien am 23. Mai 1890 die erste Markenausgabe - drei Werte mit Aufdruck auf englischen Marken. Diese Marken waren vor allem auf Grund eines Kaufes eines Briefmarkenhändlers bereits Mitte Juli ausverkauft.
Um den Markenmangel auszugleichen wurden kurzfristig vom benachbarten Zanzibar indische Briefmarken vom dortigen indischen Auslandspostamt angefordert. Diese Marken wurden bis zum Eintreffen der Marken der zweiten Ausgabe von Britisch Ostafrika am 13. Oktober als Ersatz verwendet. Alle indischen Marken mit Stempel von Mombasa oder Lamu aus dem Zeitraum Juli bis Oktober 1890 sind selten.
Neben den Marken wurden zumindest auch Postkarten geliefert - die ersten Ganzsachen die in Mombasa überhaupt verwendet wurden.
Neben nur 5 Briefen frankiert mit indischen Marken sind lediglich 2 Ganzsachenpostkarten aus diesem Zeitraum in Mombasa verwendet bekannt.
Die von mir gezeigte Karte wurde am 22. Juli 1890 in Mombasa geschrieben und am gleichen Tag mit dem Stempel Mombasa C entwertet. Adressiert ist sie nach Valletta/Malta von wo sie auf die Isle of Wight und dann nach London weitergeleitet wurde. Am 23. Juli ging die Karte mit der SS Madura über Aden (29.7.) nach Malta (12.8.) von wo sie am gleichen Tag nach England weitergeleitet wurde.
claus wentz
24.06.2011, 09:43
Einfach toll!!
transylvanier
18.07.2011, 12:32
Ich möchte diese sporadische Reihe mal wieder um einen Neuzugang ergänze.
Reichsdienstsache aus Deutsch Ostafrika mit Vorläuferfrankatur
Portogerecht freigemachte Reichsdienstsache der 17. Gewichtsstufe (3,40 Mark) aus Dar-es Salaam an das Auswärtige Amt in Berlin. Der großformatige Leinenbrief ist dabei mit 2 Werten 20 Pf blau V48b und 6 Stück 50 Pf braun V50d freigemacht und entwertet mit dem ersten Stempel von Dar-es Salaam - Kaiserl. Deutsche Postagentur vom 30/5/91.
14585
14586
Die mittlere 50 Pf Marke des unteren Dreierstreifens zeigt den Plattenfehler 50I "T von REICHSPOST waagerecht gebrochen". Es sind nur ganz wenige Exemplare dieses Plattenfehlers als Vorläufer aus DOA bekannt - auf Brief ist dies das einzige mir bekannte Exemplar.
14587
Rückseitig ist der Brief mit 3 roten geprägten Siegelmarken "Kaiserlicher Gouverneur von Deutsch-Ostafrika" verschlossen und trägt den Ankunftsstempel des Berliner Kabinetspostamtes vom 30.6.91.
Hallo,
Ein sehr dekorativer Brief.Jetzt aber mal eine Frage für die Dummen:wie Du schon schreibst "Vorläuferfrankatur",damit meinst Du wohl weil aus DOA noch "rein deutsches Reich"Marken ohne jeglichen Zusatzaufdruck für DOA auf den Marken fehlt!?-oder sehe ich das falsch?Verzeihung für diese für Dich wohl naive Frage,aber auf dem Gebiet bin ich im Moment noch ein potentieller blutiger Anfänger!
Grüße.
saeckingen
18.07.2011, 14:31
Hallo,
Ein sehr dekorativer Brief.Jetzt aber mal eine Frage für die Dummen:wie Du schon schreibst "Vorläuferfrankatur",damit meinst Du wohl weil aus DOA noch "rein deutsches Reich"Marken ohne jeglichen Zusatzaufdruck für DOA auf den Marken fehlt!?-oder sehe ich das falsch?Verzeihung für diese für Dich wohl naive Frage,aber auf dem Gebiet bin ich im Moment noch ein potentieller blutiger Anfänger!
Grüße.
Ja, "Vorläufer" hat sich als Bezeichnung für die in den Kolonien vor Einführung von eigenen Wertzeichen verwendeten Marken und Ganzsachen des Deutschen Reichs eingebürgert. Diese Marken sind daher z.B. auch im Michel mit der Katalognummer der Katalogisierung unter Deutschem Reich aufgeführt und mit dem Vorsatz "V" versehen.
saeckingen
28.07.2011, 10:45
Heute möchte ich einen weiteren Beleg aus Ostafrika vorstellen, der zwei Gebiete dort betrifft und für beide interessant ist.
Es handelt sich um eine Einschreibeganzsache der Imperial British East Africa Company, die von Lamu an das Deutsche Konsulat nach Zanzibar lief. Absender war vermutlich ein Angehöriger der deutschen Witu Gesellschaft.
Belege mit den Marken der Imperial British East Africa Company sind alles andere als häufig, dazu dann noch vorwiegend aus Mombasa. Es gibt von den Einschreibeumschlägen der Imperial British East Africa Company zwei Größen - F size mit ca. 132x82 mm (RE 1) und die wesentlich größere J size mit ca. 254x106 mm (RE 2). Von RE 1 gibt es fünf klar zu unterscheidente Auflagen. Beim hier gezeigten Exemplar handelt es sich um Minns RE 1 - die erste Auflage aus 1891.
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Der Werteindruck deckt nur die Einschreibegebühr von 2 Annas ab, die Zusatzfrankatur von 2 1/2 Annas das Briefporto. Marke und Wertstempel wurden am 28. August 1892 in Lamu gestempelt, der Brief lief über Mombasa (1. Sept. 92) nach Zanzibar, wo er am 8. Sept. 92 den Ankunftsstempel erhielt.
Letzterer macht dieses Stück für die Zanzibar Sammlung äusserst interessant, da hier der seltene Paketstempel ZANZIBAR PAR (parcel) als Ankunftstempel verwendet wurde. Es sind nur wenige Marken mit diesem Stempel entwertet bekannt - auf Beleg war er bisher überhaupt nicht registriert.
saeckingen
14.01.2012, 20:49
Ich möchte meine lockere Reihe mal mit einem moderneren Stück fortsetzen.
Es handelt sich um einen Einschreibeganzsachenumschlag von Kenya, Uganda & Tanganyika. Das gute Stück ist über 30 cm breit und eines der größten Ganzsachenformate des British Commonwealth. Gebrauchte Exemplare sind sehr selten - vermutlich wolle kaum ein Sammler so großformatige Umschläge aufbewahren.
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Von KUT gabe es in dieser Größe (Size K) nur zwei Ausgaben - beide mit King George VI Motiv. 1951 ein Wert zu 30 Cent und 1952 einen zu 40 Cent. Bis vor 2 Jahren hatte ich keinen von beiden und habe auch nur einmal überhaupt ein gebrauchtes Exemplar gesehen. Dieses wurde mir vor vielen Jahren auf der Stampex für £600 angeboten und wurde wohl auch verkauft. Ich hatte erst 2010 das Glück auf einer kleinen Auktion den 30 Cent Wert für unter £100 zu kaufen. Jetzt gab es bei eBay den 40 Cent Umschlag für ein Drittel davon. Da kommt Freude auf!
Der Umschlag wurde 1954 von Mombasa nach London verwendet. Der Luftpostzuschlag erklärt die vergleichsweise hohe Zusatzfrankatur von Sh10/40 mit Marken der einigen Wochen zuvor erschienen ersten Dauerserie mit Queen Elizabeth.
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