Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ebay-Untergang oder Fortschritt für die Philatelie?
Fehldruck
22.11.2004, 19:01
Was haltet Ihr von ebay?
Fehldruck
Hangover
22.11.2004, 19:58
Original geschrieben von Fehldruck
Was haltet Ihr von ebay?
Eine viel zu allgemeine gehaltene Frage... denn es ist ein einerseits und ein andererseits.
Einerseits: Wenn ich in mein Album gucke, fallen mir viele Stuecke auf, die ich sonst nie im Leben bekommen haette, manches auch zu Preisen, fuer die ich sie niemals im "normalen" Handel bekommen haette. Insofern: toll.
Andererseits ist Ebay ein Unternehmen, das in Sachen Kundendienst, Kundenbehandlung, Beachtung der Datenschutzvorschriften usw. fuer mich ungefaehr auf einer Stufe mit Bahn, Post und Telekom steht. Auf dieser Plattform werden ausserdem allein im Briefmarkenbereich taeglich hunderte oder sogar tausende von Betrugsdelikten veruebt, ohne dass der Betreiber in irgendeiner Weise eingreift. Insofern: schrecklich.
Auf einen gemeinsamen Nenner dieser beiden Positionen komme ich da nicht wirklich - ich wills nicht missen, aber es stoert mich auch sehr viel an diesem Unternehmen.
Ansonsten: Die Philatelie ist seit 140 Jahren oder so in einem staendigen Wandel. Ebay ist in der langfristigen Betrachtung auch nur Episode, denn es gab ein langes Davor, es wird mit Sicherheit ein Danach geben und auch heute passiert ausserhalb noch viel mehr. Vom Umsatz her laufen bei Ebay vielleicht 3 oder 5% der Philatelie. Bemerkenswert viel, aber eben auch keine Zahl, aus der man irgendeine Bedeutung herbeten muss.
-Hangover
Fehldruck
22.11.2004, 20:06
@hang
ich kann Dir nicht folgen.....grübel,grübel
Warum ist die Frage zu allgemein?
ebay hat doch eine (positive oder negative) Bedeutung oder eben keine.
ebay ist alles Cafe,Artikel,Spaß,Ärger,Betrug,weltweiter Wissensaustausch und so weiter
Und ich wollte eben mal wissen, wie sich ebay (als Gesamtheit) auf die Philatelie auswirkt.
Fehldruck
SaschJohn
22.11.2004, 21:16
Ohne Ebay könnte ich mein Hobby nicht finanzieren und ohne Caffee hät ich gar keine Ahnung vovon ich rede. Also Online Tauschabend ;)
iceland10
22.11.2004, 22:24
Hallo @fehldruck,
irgendwie kommt mir der überspitzte Ausduck "Totengräber der Philatelie" bekannt vor :rolleyes:
Aber ich für meinen Fall kann sagen, ich kaufe inzwischen bestimmt 80% der Stücke welche in meine Hauptsammlung kommen bei ebay und nicht im Realen Handel. Ich denke das sagt alles, allerdings, wie auch im realen Handel gibt es auch bei ebay "Krumme Vögel" da hilft nur der gesunde Philatelistenverstand:)
Für meine Forschungsarbeit, die Kreis-Obersegment-Stempel des Deutschen Reichs, nach Michel Stempelhandbuch Gr.V, ist ebay eine schier unerschöpfliche Quelle. Der Vorteil, hier sehe ich die Stempel, die auf keiner real Auktion eines Bildes wert sind. Wer diese Stempel nicht kennt, ist ja nichts schlimmes, der schaue auf meine www.
Nach meiner Meinung fördert ebay die Philatelie, es kommen viele User wieder auf den Geschmack, oder finden Ansprechpartner im Briefmarken cafe von ebay und es geht um unser Hobby, egal ob bei ebay oder hier, das Ziel ist das gleiche.
Gruss
iceland10
Original geschrieben von Hangover
Andererseits ist Ebay ein Unternehmen, das in Sachen Kundendienst, Kundenbehandlung, Beachtung der Datenschutzvorschriften usw. fuer mich ungefaehr auf einer Stufe mit Bahn, Post und Telekom steht. Auf dieser Plattform werden ausserdem allein im Briefmarkenbereich taeglich hunderte oder sogar tausende von Betrugsdelikten veruebt, ohne dass der Betreiber in irgendeiner Weise eingreift. Insofern: schrecklich.
Dieser Aussage kann ich nur beipflichten! Alle meine Versuche Philoutelisten (Den Begriff Betrüger darf man ja aus bekannten Gründen nicht verwenden.) an Ebay zu melden wurden mit wohlmeinenden, aber nichtssagenden Textbausteinen quittiert!. Auch der massive Vorwurf, ebay erteile diesen (auch Powerseller) Verkäufern quasi die Lizenz zum Gelddrucken, fruchtete nichts. Ist ja auch kein Wunder! Wenn ein Berlin Block Nr.1 für 350 Euro über die Bühne geht, verdient ebay daran, egal ob dieser nun echt ist, oder falsch geprüft Dr. Dub.
Auri sacra fames!:mad: :( :rolleyes:
Fehldruck
22.11.2004, 22:47
@iceland
ja ja o.k. den Totengräber habe ich heute von Dir geklaut.
Warum ich dies getan habe, kommt mal später an dieser Stelle. Aber keine Angst, hier wird keine Keule geschwungen und es bleibt beim Thema.
Da Du ja nun vom Teamleiter zum Mitspieler der ebayKategorienneuorientierungszuarbeitungskomissio n bestätigt wurdest, hätte ich als nach 1945 Sammler folgende Hinweise.
DDR sollte zumindest in den späteren Jahren in 5er-Jahresblöcke zusammengefasst werden.
Es muß eine Kategorie Privatpost nach 45 her. Die tümmeln sich alle bei den Lokalausgaben und die Privatpost wird immer mehr.....
Ich wünsche Euch konstruktive Zusammenarbeit!!!
Fehldruck
Fehldruck
22.11.2004, 23:25
@abrixas
ich denke auch, daß ebay es sich bei Fälschungsanbietern zu leicht macht.
Nach meinen Beobachtungen läuft es in allen Internet-Auktionen ähnlich.oder?
Zudem wundere ich mich, daß viele "Betrüger" über Jahre aktiv sind und sich aber niemand an den Sammlerschutz des BDPh wendet oder??? Zumindest stehen in der philatelie immer recht harmlose Fälle. Auch hier im Forum hat sich noch niemand massiv als Betrogener gemeldet und um Hilfe gebeten.
Bei manchen Sammelgebieten habe ich den Eindruck,daß man betrogen werden will oder man betrügt auf Tauschtagen wieder den Nächsten. Es gibt doch genug Hilfsangebote. Nach Jahren des Beobachtens bin ich fassungslos und kann mir die Blauäugigkeit nicht anders erklären.
Ich denke wenn mehr Betrogene ebay ansprechen,verklagen,öffentlich machen usw. dann ändert sich etwas. Mit dem Widerruf ging es doch auch. Aber offensichtlich gibt es keine Betrogenen, die diesen Weg beschreiten.
Wie oft gehe ich an Hütchenspielern in Berlin vorbei. Früher habe ich oft laut gesagt: Das ist Betrug!
-selbst wenn 100Euro und mehr weg sind, freuen sich die ahnungslosen Mitspieler noch über das Spiel und ärgern sich über den Spielverderber.
Einschreitende Zivilfahnder werden sogar massiv von den Betrogenen beschimpft.
Verkehrte Welt- ich habe meine Hilfsangebote (übrigens nach hartem Lernprozess bei meinen Kindern) auf die reduziert, die Hilfe brauchen und wollen.
Fehldruck
Wawelgeist
23.11.2004, 00:18
@Fehldruck, da hast Du recht: Die Leute wollen betrogen werden/sein. Anders kann ich mir die z. T. horrenden Beträge auch bei "schlimmen" Fälschungen nicht erklären - und behaupte mal, dass nicht bei allen Angeboten Pusher dahinter stecken.
Aber ich muss auch sagen, dass ich vieles in meinen Alben - insbesondere Belege - nicht hätte, gäbe es ebay nicht. Ich kann nicht weit zu div. Grosstauschtagen fahren und pro Monat auch nicht viel für Philatelie ausgeben. Bei ebay geht alles von zu Hause aus und man findet auch interessantes für Beträge, die - glaube ich jedenfalls - bei Realauktionen nicht zu finden sind.
Gruß
Andreas
SaschJohn
23.11.2004, 08:09
Das ist natürlich der große Pluspunkt bei Ebay! Ich hab zwei Fachhändler in Wiesbaden. Egal wann ich warum zu ihnen kam nie war was dabei für mich und in einem Fall wurde ich behandelt wie ein Aussätziger weil ich in meinem Michel Katalog nach mir fehlenden Nummern suchte...und dann wurde noch beleidigt reagiert weil ich es wagte nach gut lesbaren Stempeln zu fragen!!
Bei Ebay gebe ich meine Suche ein un kann mir die Angebote von Düsseldorf bis Timbuktu anschauen und ;guten Scan vorrausgesetzt, sogar beurteilen. Kann ein Bild im Ebay Caffee posten und nach der Meinung der Fachleute fragen und, nicht unwesentlich für kleine Geldbeutel, kann Dinge verkaufen die mir kein Fachhändler abnimmt Zitat: davon hab ich selber genug auf Lager! Also Totengräber der Philatelie garantiert nicht, eher des Fachhandels der nicht bereit ist aufs neue Medium zu steigen.
Original geschrieben von Fehldruck
[BZudem wundere ich mich, daß viele "Betrüger" über Jahre aktiv sind und sich aber niemand an den Sammlerschutz des BDPh wendet oder??? Zumindest stehen in der philatelie immer recht harmlose Fälle. Auch hier im Forum hat sich noch niemand massiv als Betrogener gemeldet und um Hilfe gebeten.
Fehldruck [/B]
Das habe ich versucht, jedoch wurde mir erklärt, solange der oder die Betrüger nicht rechtskräftig verurteilt sind, könne man nichts dagegen unternehmen. Es folgte der gut gemeinte Rat: Beteiligen Sie sich am Diskussionsforum. Da können Sie alles loswerden, was Ihnen so auf den Herzen liegt.
Dass keiner im Forum um Hilfe bittet, mag daran liegen, dass dieses Forum weitgehend unbekannt ist (Könnte man z.B. in der MICHEL Rundschau bekannt machen.) und viele Besucher sich nicht trauen an den Diskussionen zu beteilgen.
Der APHV äusserte sich in Sachen Sammlerschutz ähnlich und ist nach drei Emails wieder abgetaucht.
Und nachdem die "philatelie" voll ist von Berichten über Verbandstagungen, ist dort für Warnungen (Müssen nicht aktuell sein, denn manche schwarzen Schafe treiben ihr "Geschäft" seit Jahren.) auch kein Platz.
Zusammenfassend kann feststellen: Man kann nichts gegen Betrüger unternehmen. Man muss einfach selbst aufpassen und bei geringstem Zweifel einfach die Finger von zweifelhaften Angeboten lassen. Zudem sollte man Privatauktionen meiden. Wer etwas zu verbergen hat, ist (für mich) als Verkäufer inakzeptabel!:mad:
Hangover
23.11.2004, 10:40
Interessant, dass auf meinen Vorwurf zum Thema Betrueger sich alles auf die Faelscher bzw. Weiterverkaeufer falscher Ware stuerzt - nun, das ist ein vorhandener Bestandteil der Philatelie, der einem ueberall begegnet. Mit den 2-3% schwarzer Schafe muessen wir leider leben, Sanktionsmoeglichkeiten aus den Vereinen und Arbeitsgemeinschaften heraus, gibt es normalerweise erst, wenn diese Leute rechtskraeftig verurteilt sind. Und wann passiert das schonmal...?
Ich sehe den Betrug bei Ebay noch an einer anderen Stelle: ein nicht unbetraechtlicher Anteil der grossen Verkaeufer (und das sind etablierte, serioese Adressen quer durch die deutsche Phila-Szene!) beschubst seine Kunden, indem mit Zweit- bis Fuenfzehntkennungen auf eigene Lose mitgeboten wird, was das Zeug haelt. Das ist zwar formaljuristisch kein Betrug sondern nur ein Verstoss gegen die Ebay-AGB, aber mir entsteht trotzdem als Kaeufer der Ware ein wirtschaftlicher Schaden (ohne Pusher waere ein Los meistens billiger geworden, vor allem, wenn ich als letzter den Pusher ueberboten habe). Gut, das gibts auf Saalauktionen genauso wie es ueberall auch Absprachen zwischen Bietern gibt. Trotzdem stoesst mir das auf - den Faelschungen kann ich durch eigene Fortbildung meistens aus dem Weg gehen. Solchen Gebotsmanipulationen nur dann, wenn ich die Netzwerke der einzelnen Verkaeufer durchschaue, was aber nur in Einzelfaellen moeglich ist. Spaetestens bei "Privatauktionen" muss ich auf Treu und Glauben bieten. Manchmal tu ich das, aber nur bei einigen ausgewaehlten Verkaeufer, oder wenn mir ein Stueck sehr wichtig ist.
-Hangover
Ebay IST BESER ALS SEIN RUF
Ich nutze Ebay zum Kaufen und Verkaufen.
Gerade Verkaufen ist sehr gut, da ich hier selbst für Nebengebiete, unbeliebte Gebiete immer
einen Käufer finde und die Marken/Belege davor bereits Jahrelang auf Tauschtagen usw. dabei hatte -
und da wollte keiner die Stücke - auch nicht tauschen.
Also was will ich als Sammler mehr - Räumung meiner Tausch- und Dublettenbestände - auch wenn
Verkaufspreise teilweise gering sind (wenn ohne Limit sprich zu 1,99 verkauft)
Immer noch besser manchmal wenig Geld als hohe Michel-Werte im Tauschalbum die keiner möchte.
Dafür sind dann die Kauf-Preise auch meistens günstiger.
Also Ebay ist o.k.
Beste Grüße
Harald Bauer
Wenn man das Wort e-Bay fallen läßt möchte man fast glauben daß es sich nur um eine Ansammlung von 'Philoutelisten' handeln könnte. Meiner Ansicht nach ist daß keine representative Standnahme.
Ja, es gibt 'merkwürdige' Anbieter und Transaktionen, aber ich teile die Meinung andere daß man mit ein wenig Bauernverstand eigentlich ganz gut durchblicken kann. Womit ich mich hier nicht als unfehlbar platzieren möchte. Ich habe leider auch schon mein Lehrgeld bezahlt. Aber der Kernpunkt ist daß überall wo gehandelt wird, es auch Personen geben wird die sich selbst einen Vorteil gönnen möchten mittels eine weniger verläßliche Vorgehensweise.
Wenn ich meine philatelistische 'Existenz' mal vor und nach meinem Einstieg in eBay vor 3 Jahren betrachte, kann ich nur konkludieren daß diese 'Existenz' vorher wohl nichts vorgestellt hat.
Ich war ein typischer 'nach Michel' Sammler. Meine Quelle waren das Postamt und die gelegentliche Tauschabenden, wobei ich zurückblickend auch nicht immer die besten Erfahrungen gemacht habe. Eine andere Quelle war der Flohmarkt, aber das war dann bereits die 'ganze Welt der Philatelie'. Übrigens, ich möchte nicht unterstellen daß 'sammeln nach Michel' etwas minderwertiges sein sollte, jeder soll sammeln wie er/sie möchte. Einige Gebiete sammele ich immer noch 'passiv' in dieser Weise.
Die ' philatelistische Welt' hat sich dann aber gerade durch eBay wirklich eröffnet. Nicht nur meine Sammlung hat sich um einige Niveaus gesteigert, auch mein Wissen, nicht zuletzt durch Foren wie das eBay-Cafe, hat sich entscheidend gesteigert. Das 'nach Michel sammeln' hat Platz gemacht für etwas was sich hoffentlich mehr nach Philatelie neigt. Und das verdanke ich zum großen Teil eBay. Durch eBay bin ich in der Lage überhaupt an Marken und Belege zu kommen, die ich zuvor noch nicht einmal gesichtet habe und wovon ich nur träumen konnte. Zudem hat man wegen der Menge der Anbieter auch eine bessere Möglichkeit nach guter Qualität Ausschau zu halten (insofern man daß aus der Beschreibung und Scans vollziehen kann natürlich). Darüber hinaus gibt es bei eBay immer noch die Möglichkeit das bekannte Schnäppchen zu machen, worüber ich mich immer noch sehr freuen kann. Die meiste Literatur habe ich auch sehr kostengünstig durch eBay bezogen, was mein Wissen entscheidend voran gebracht hat.
Das heißt jetzt nicht daß eBay meine einzige und angehimmelte Quelle geworden ist. Nein, ich muß konkludieren daß die wirkliche Top-Stücke meistens noch bei Real-Auktionen zu finden sind. Die Preise bei Real-Auktionen sind aber im Durchschnitt entscheidend höher als bei eBay.
zum Schluß freue ich mich auch besonders über die nette neue Kontakte die ich mich gerade durch eBay gesammelt habe!
Fazit, ich bin durchaus sehr zufrieden über eBay.
Schöne Sammlergrüße,
Hans
Ich hab´ für "ebay leistet einen entscheidenen Beitrag zur Entwicklung der Philatelie!" gestimmt. Warum? Nun, alle anderen Punkte könnte man "für und wider" endlos diskutieren, sie sind teils ebenso richtig wie falsch.
Warum ergibt sich dann im letzten Punkt kein Zweifel? Weil durch e-bay eine neue "Distributions-Front" für Marken entstanden ist. Endlich können viel mehr Leute ihren "Kram" mit wenig Aufwand loswerden und ebenso nach schwer zu findenden Stücken jagen. Insgesamt bedeutet dies eine massive Ausweitung der Philatelie mit dem schönen Nebeneffekt, daß auch Anfänger eine Möglichkeit in die Hand bekommen, Werte besser einschätzen zu können. Gerade beim Aufbau einer Sammlung ergeben sich durch e-bay finanzielle Vorteile. Jede 5-Cent Marke im regulären Handel zu kaufen ergibt trotzdem eine gewaltige Summe, die beim späteren privaten Verkauf zu unschönen Erlebnissen führen würde.
Genug des Lobes für e-bay: wer meine letzten Postings zu dem Thema "Ebay" gelesen hat, wird feststellen, daß ich der Thematik dennoch kritisch gegenüber stehe. Bis vor wenigen Wochen war E-Bay für mich ein skeptischer Bereich, dem ich nur passive Beteiligung zukommen ließ. Nach diversen Postings hier im Forum, hab´ ich mich vor ein paar Wochen dann doch dazu überreden lassen auch ´mal probehalber etwas zu kaufen bzw. zu verkaufen. Mein Resümé: ich werde bei Gelegenheit sicher wieder etwas kaufen / verkaufen...die Skepsis bleibt trotzdem.
Allerdings; positive Erfahrungen:
Es gibt sehr viele zuverlässige E-Bayer....das Risiko ist unvermutet gering.
Es ergeben sich manchmal nette persöhnliche Kontakte.
Die Preise liegen oft weit unter dem Einzelhandel.
Negative Erfahrungen:
Ehrlichkeit zahlt sich bei e-bay offensichtlich finanziell nicht aus.
Preise pushen mag in den meisten Fällen ein Zufallsprodukt sein (es passiert mir schon ´mal Angebote zwei-, dreimal um wenige Euro zu erhöhen und dennoch sinnlos abgeschlagen unter dem Endpreis liegen zu bleiben), aber in manchen Fällen ist eine massive Absicht des Verkäufers (bzw. seiner Freunde und Verwandten) einfach nicht zu negieren. Wenn die selbe postfrische Marke bei mir für 2 Euro über den Tisch geht, nebenan jedoch schon auf 20 Euro rangiert, hält sich meine Naivität in Grenzen. Ebenso auffällig: die "guten Werte" werden regelmäßig bis "Unterkante-Oberlippe" gepusht ... wenn da kein Händler-System dahintersteckt? Es kann mir keiner erzählen, daß eine Notwendigkeit darin besteht eine "postfrische kleine Landschaft" [Anm.: Österr. MiNr. 530-543 ...800.-- € Kat-Preis] für 1.-- Euro Startpreis einzustellen! Nach durchschnittlich 10 Bietern wäre der Preis eh schon bei über 250.-- Euro und ein Ende des Bietens noch fern.
Sorry, aber bei teuren Marken mach´ ich einfach nicht mit und geh lieber direkt zum Händler und berappe den ehrlichen Preis für gute Falzware ohne Frust und spätere "Überraschung". "Schnäppchen-Jagt" gibt´s bei mir sowieso nur noch auf Flohmärkten, das macht wenigstens Spaß und nach-unten-handeln kann man dort sowieso.
Im Übrigen: daß der Wert der Marken etwas äußerst Relatives ist (Michel-Diskussion) und sehr von der jeweiligen Person abhängt kann ich auf´s Neue bestätigen. Es gibt viele Sammler die mir Ihre doppelten Marken massenweise so weit unter Preis anbieten ... nicht einmal die Schlechtesten....wo ich über e-bay nur noch lachen kann. Und das nicht aus Unwissen, oder finanziellem Druck heraus, sondern einfach weil: "ich hab´s doppelt...was soll ich damit...nimm´s, bevor ich´s bei e-bay verklopf´"! Und ganz ehrlich: wer hat von Euch nicht irgendwo einen Kumpel, dem man zwecks der puren Freude am Schenken ein paar Marken gratis schickt?
MadMarv6781
25.11.2004, 14:21
Original geschrieben von mn-
Es kann mir keiner erzählen, daß eine Notwendigkeit darin besteht eine "postfrische kleine Landschaft" [Anm.: Österr. MiNr. 530-543 ...800.-- € Kat-Preis] für 1.-- Euro Startpreis einzustellen! Nach durchschnittlich 10 Bietern wäre der Preis eh schon bei über 250.-- Euro und ein Ende des Bietens noch fern.
Da muß ich dir widersprechen. So einen Satz für einen Euro einzustellen hat sogar sehr viel Sinn. Schon nach kürzester Zeit hat man einige Gebote, Gebote steigern das Interesse, steigern die Zahl der Clicks, steigern die Zahl der folgenden Gebote. Viele steigen lieber ein beim Bieten, wenn sie erstmal eine "5 Euro Duftmarke" oder sowas in der Art setzen.
Setzt denselben Artikel mit 150 Euro Startpreis ein. Dann wird das erste Gebot wahrscheinlich erst einen Tag vor Gebotsende kommen. Viele steigen bei niedrigeren Geboten viel früher mit dem bieten ein. Ergo bekommst du weniger Clicks und in der Regel auch einen etwas niedrigeren oder auch etwas mehr niedrigeren Erlös.
Fehldruck
30.11.2004, 21:19
Über 73% sehen die Wirkung ebays eher positiv bis bedeutend für die Philatelie.
20% sehen keine Wirkung ebays.
Über 6% sehen durch ebay eher negative bis Untergangswirkungen für die Philatelie.
Das ist mit Sicherheit nicht die durchschnittliche Meinung des BDPh. Trotzdem denke ich die Skepsis sinkt- je mehr man sich mit ebay beschäftigt. (In der anderen Umfrage sind auch 3 absolute Stimmen, die nicht bei ebay handeln und hier sind drei eher negative Stimmen,vielleicht gibt es ja da einen Zusammenhang).
Vor drei bis vier Jahren wurden virtuelle Sammlungen noch belächelt, heute gehören sie u.a. durch ebay zu wichtigen Bestandteilen der Philatelie. Es ist so mit wenig Geld möglich, sich intensiv auch mit sehr teuerem und schwer beschaffbarem Material zu beschäftigen -eine Chance junge bzw. neue Sammler zu finden. Zudem wird in rasantem Wachstum Wissen erschloßen und für alle zugänglich gemacht.
Mein Eindruck ist auch, daß sich die Philatelie durch ebay öffnet und vom Tattergreis-Image wegkommt. Erzähle ich im Freundeskreis über Philatelie in Verbindung mit ebay leuchten oft Augen. Zwei nichtphilatelistische Freunde kamen sogar einmal zur Briefmarken-Messe mit.
Durch ebay kann man nun aus dem "Hinterstübchen" senden und so kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz.
Im Moment werden allerdings die Betrügereien bei ebay stärker. Zum Teil hat nun auch der letzte Betrüger ebay entdeckt. Vereine wie der BDPh tuen sich da immernoch schwer, dem entgegen zu wirken.
Diese positive ebay-Chance für die Philatelie sollte nicht übersehen werden und der BDPh sollte seine schützende Hand noch stärker für die Sammler einsetzen. Ich denke , da wäre vieles auch mit ebay machbar (Ein Beispiel sind im Moment die Markenfirmen, die mit ebay oder auf ebay Druck machen und gemeinsam gegen Plagiate zu Felde ziehen.).
Solch Einsatz wäre sicherlich auch förderlich für das organisierte Sammeln...sprich Philatelie!
In diesem Sinne- 1,2,3 meins
Fehldruck
db1201037
01.12.2004, 12:54
Original geschrieben von Fehldruck
In diesem Sinne- 1,2,3 meins
Fehldruck
Hallo,
bittebittebitte sei doch bei der nächsten Auktion mein "Gegner"! Dann heißt es mir nämlich 3, 2, 1, meins! :D :D :D
SCNR :D
db
Fehldruck
01.12.2004, 16:27
..... 1,2,3 meins......reimt sich ja nicht mal. Vielleicht sollte ich in den Werbepausen nicht immer zappen.......
Fehldruck
Ebay hin oder her - Tatsache ist, dass es seit Einführung dieser "Plattform" nie eine bessere Möglichkeit gegeben hat, Marken zu handeln. Die Regeln sind jedenfalls einfach. Schnell wird man zum "Mitglied" und kann sofort loslegen!
Positiv finde ich auch, dass fast alles, nicht nur Philatelie, in allen erdenklichen Schattierungen gehandelt wird.
In Zeiten, wo jeder angeblich so viel weniger Geld zur Verfügung hat ist das propagierte Schlagwort "Geiz ist geil" nirgendwo besser zu verwirklichen als bei Ebay. Sicherlich muss man jederzeit zwischen den Zeilen lesen, darf sich nicht euphorisch den Verstand rauben lassen ob der wenigen Zeit die noch zum Bieten verbleibt. Die Erfahrungen zeigen, dass es schon bald ein ähnlich "gutes" oder sogar "besseres" Angebot gibt.
Immerhin kann man als Sammler und/oder Philatelist Standardware auch loswerden, da wo jeder Fachhändler nur den Mundwinkel verzieht, wenn er die Ware sieht... Klar, der Preis macht eben die Musik. Warum soll z.B.ein Posthornsatz postfrisch, bestens geprüft nicht für 1 Euro starten? Am Ende wird der Preis marktgerecht und korrekt sein. Im übrigen werden moderne Marken auch stets im Preis "gemacht". Man denke da an Posthorn, Heuss und den schäönen Beethovenblock. Bei letzterem würde ansonsten eine Auflage von 4,7 Millionen noch in Hundert Jahren ausreichen....
Damit will ich sagen:
Ebay ist gut, es ist wertvoll für uns Sammler und auch die Händler. Negativ finde ich das teils unglaubliche Verhalten der Geschäftsleitung. Offensichtlichen Betrügereien wird nicht nachgegangen. Denn die Kasse muss stimmen und solange ein Betrüger seine Gebühren bezahlt ist er ein ehrenwerter Betrüger....Ebeniso wenig wird das Bewertungsforum korrekt gehandelt. Hier spielen sich teils Racheszenen ab - nach dem Motto gibst du mir geb ich Dir... Da kann man sich die Aussagekraft dieser Zeilen schenken!
Also ich bin für Ebay, fordere einfach die Etablierten (Händler) auf, sich möglichst bald in den Konkurrenzkampf zu begeben. Denn immerhin haben der Fachhandel und die Auktionatoren einen entscheidenden Vorsprung: Sie sind in der Regel allesamt fachkundig!
Gruss
Karl
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