Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bund-Hochwassermarke-Ein Schlag ins Wasser
Thorsten Siemer
09.07.2003, 19:02
:mad: Liebe Sammlerfreunde!
Ich fühle mich im Bezug auf die letztes Jahr herausgegebene
Bund Hochwassermarke richtig "verschaukelt".
Warum?
Laut Bericht in der "DBZ 12/2003" (vom 06.06.2003), ab
Seite 4 ist folgendes passiert:
Es wurden von dieser Marke nur 6,6 Millionen Stück verkauft.
Und das, obwohl es hieß, daß nach Ausverkauf der ersten
Auflage in Höhe von 10 Millionen Stück eine zweite Auflage
in Höhe von nochmals 10 Millionen Stück erforderlich ist.
Rausgekommen ist diese Sache durch eine Anfrage eines
Abgeordneten des Deutschen Bundestages an den zustän-
digen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium.
Begründet wurde dieser Vorgang vor allem damit, daß an
einigen Schaltern die Marke sehr schnell ausverkauft gewesen
ist und man daher dem Druck der Öffentlichkeit, auch von
Seiten der Boulevardpresse, nachgegeben hat.
Wie finde ich denn das?
Jetzt soll die "Restauflage" in den Reiswolf.
Daher sei dies wohl ein "Fall für den Bundesrechnungshof"
(So die DBZ).
Auch wurde durch diese Anfrage bekannt, daß der Erlös
aus dieser Zuschlagsmarke nicht etwa direkt den Flutge-
schädigten, sondern, wie sonst auch üblich, den Wohlfahrts-
verbänden zufließt.
Was soll ich dazu noch sagen?
Auch das finde ich bemerkenswert.
Was haltet Ihr davon?
Bis bald und viele Sammlergrüße!
Thorsten Siemer
Hallo,
dass die Auflage von 20 Mio. überzogen war, das habe ich schon früh befürchtet. Die Erfahrungen mit allen anderen Zuschlagsmarken sprechen eben dafür, dass solche großen Auflagen einfach nicht "gehen". Die Verantwortlichen haben sich da sicher von den Verkäufen der ersten Tage täuschen lassen. Da haben alle Sammler ihre Erstagsabstempelungen geholt und diejenigen, die wirklich die Marke zum frankieren benutzt haben, die haben sie auch in den ersten Tagen gekauft.
Das mit den Spenden ist so eine Sache. In unserem komplizierten Staatsgefüge ist es schlichtweg unmöglich Gelder direkt vom Spender an den Empfänger zu leiten. Das funktioniert nur unter Menschen oder Gruppen, die persönliche Kontakte haben. Z.B. haben Tierfreunde Tierheimen in den betroffenen Gebeiten direkt geholfen.
Aber bei so einer anonymen Aktion wie den Briefmarkenzuschlägen, da finde ich es sogar gut, dass Profis wie die Wohlfahrtsorganisationen eingeschaltet werden. Wenn ich beispielsweise aus Anlass der Flutkatastrophe an das Rote Kreuz gespendet habe, dann vertraue ich auch so einer großen Wohlfahrtsorganisation. Ich kann aber persönlich nicht prüfen, wo meine Spende konkret hinkommt. Ich muß schon glauben, dass sie richtig verwendet wird. Aber warum sollte eine dieser Organisationen weniger vertrauenswürdig sein wie z.B. das Finanzministerium? Irgendwer muß die Spenden ja verteilen.
Ein Schlag ins Wasser? Nein, so sehe ich das nicht! Ich erinnere mich: Im August letzten Jahres war unter Philatelisten weitgehende Einigkeit, dass diese Marke (im Gegensatz zu vielen anderen Zuschlagsmarken) zu begrüßen ist. Warum sollte die falsch gewählte Auflagenhöhe daran was ändern? Und reden wir bitte auch nicht den eigentlichen Zweck kaputt! Es ist leider weniger dabei herausgekommen, als in den optimistischen Annahmen geplant. Das ist für diejenigen, die diese Marke gekauft haben aber trotzdem kein Schlag ins Wasser. Und für diejenigen, denen mit den Spenden geholfen wurde schon gar nicht.
Herbert
Thorsten Siemer
09.07.2003, 22:46
Lieber Sammlerfreund Herbert!
Danke für Ihre Ausführungen.
Ich kann Ihnen nur zustimmen:
Die Hochwassermarke war sicher eine DER erfolgreichsten
Zuschlagsmarken unseres Landes überhaupt.
Kein Vergleich z.B. mit der Hochwassermarke 1997!
Trotzdem finde ich es gerade unter dem Gesichtspunkt
des Ertrages aus den Spenden schon blöd, daß jetzt
14 Millionen Marken (=Zwei Drittel der Gesamtauflage)
wieder eingestampft werden sollen.
Wäre das Geld nicht besser in die Fluthilfe geflossen?
Natürlich ist es auch okay, daß die Wohlfahrtsverbände das
Geld aus dem Verkauf der Hochwassermarke verteilen.
Nur: Hätte man das nicht vorher klipp und klar sagen können?
Mit freundl. Grüßen
Thorsten Siemer
Hallo, Herr Stiemer,
da haben sie schon recht! Es ist zumindest Resourcenverschwendung wenn jetzt wieder 14 Mio. Marken teuer vernichtet werden müssen.
Auch richtig ist, dass man von vornherein hätte sagen können, dass das Geld an die Wohlfahrtsverbände fließt. Allerdings halte ich da den Verantwortlichen zu Gute, dass die Hochwassermarke ja unter extremem Zeitdruck an die Schalter kam. Da sehe ich das als läßliche Sünde an.
Viel schlimmer ist für mich, dass die Verantwortlichen offensichtlich nichts dazu gelernt haben. Denn sonst wäre dieser unsägliche Eiertanz um die Zuschlagsmarke zum 17. Juni gar nicht möglich gewesen. Meines Wissens ist es bei dieser Marke immer noch nicht klar an wen dieser Zuschlag fließt und für welchen Zweck. Das ist für mich der eigentliche Skandal!
Viele Grüße
Herbert
Moin,
also mir war von Anfang an bekannt, dass die Wohlfahrtsverbände die Verteilung der Gelder übernehmen. Es hätte dazu neben einen unsinnigen Neugründung auch keine Alternative gegeben, die den Sammlern nicht berechtigter weise die Zornesröte ins Gesicht getrieben hätte. Denn einzig denkbare Alternative wäre doch gewesen, die Zuschläge in die staatlichen Hilfen fließen zu lassen. :(
Die Überreaktion mit der zweiten Auflage kann einfach ein Fehleinschätzung sein. Sowas passiert immer wieder mal. Und wie gesagt - den Skandal, dass die Marke nicht vorhanden ist, wollte man sich verständlicher weise in jedem Fall ersparen. Und was soll man jetzt schon mit den Dingern machen? Für 55C ohne Zuschlag verkaufen? Da bin ich dagegen ;) Also hilft tatsächlich nur ab in den Reißwolf.
CU
Kjell
Dirk Bake
10.07.2003, 14:17
Wie wäre es, die noch nicht verkauften Millionen Stück zunächst einzulagern. Die nächste Hochwasserkatastrophe kommt früher oder später (es sei denn, die Menschheit lernt binnen kurzem, was sie ab sofort unterlassen muß um die beginnenden Klimaänderungen umzukehren). Es dürfte dann aufgrund der erheblichen Zuschlaghöhe unerheblich sein, daß der Frankaturwert nicht mehr exakt einer gängigen Wertstufe entspricht. Oder ist Einlagern teurer als Schreddern?
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