Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Michel Kompetenz?
SaschJohn
12.09.2004, 11:03
Dachte die Frage könnte auch andere interesieren. Inwieweit ist Michel kompetent was den wert einer Marke bzw. Belegs angeht? Im Michel Briefe steht dieser Beleg bei 55 Euro, aber dafür kann man ihn nicht kaufen. Bei MArken gibt es höchsten 30% des Wertes und bei Belegen? Angenommen höchstens 50% wieso schreibt Michel dann 55 Euro und nicht 27,50 Euro als tatsächlichen Marktwert?? Schließlich kauf ich mir den Katalog (nicht gerade billig) doch um den Wert einer Marke zu bekommen...
SaschJohn
12.09.2004, 11:09
CURTIS KANNST DU MAL ERKLÄREN WIE MAN MEHR ALS EIN BILD IN EIN POSTING PACKT ! :)
Hangover
12.09.2004, 11:53
Fuer Briefbewertungen kannst Du den Michel komplett in die Tonne treten. Es gibt einfach zu viele Besonderheiten, die bei der Bewertung eines Belegs zu beachten sind (Destinationen, Portostufen, Versendungsarten, Stempel). Das alles zu beruecksichtigen wuerde jeden Katalog sprengen. Selbst die Altdeutschland-Spezialkataloge (z.B. von Sem) kratzen da nur an der Oberflaeche und geben Preisangaben, die mit Vorsicht zu geniessen sind.
-Hangover
SaschJohn
12.09.2004, 12:17
gehst du dann bei Belegen immer nur von den gestempelten Marken aus und nimmst da 10 -30 %, oder wie machst du das. Der gestempelte Block liegt bei 18 Euro 30 % wären 5, 40 Euro dafür kiregt man den nicht,oder?
"Angenommen höchstens 50% wieso schreibt Michel dann 55 Euro und nicht 27,50 Euro als tatsächlichen Marktwert??"
Dazu gabs nun schon zig Threads in diesem Forum. Kurz:
1. Weil Haendler Rabatt geben wollen.
2. Weil Kunden Rabatt haben wollen.
3. Weil es keinen festen Preis fuer die Marke x gibt. Der eine verkauft sie fuer 20%, der andere fuer 40%, mancher Haendler fuer 50% und Hochpreishaendler wie Borek und Sieger fuer 100.
4. Weil der Katalog nur das Preisgefuege der Marken untereinander regelt.
5. Weils seit 100 Jahren so gemacht wird, sich jeder dran gewoehnt hat und eine ploetzliche Aenderung nicht nur die Entwertung tausender Haendlerlager bedeuten wuerde, sondern auch noch enormen Arbeitsaufwand bei der Bilanzierung. Mal ganz abgesehen davon, dass die Sammler geschockt waeren, wuerden ihre Marken nur noch mit 20% bewertet werden.
@sascha,
indem Du es auf Deinen Webspace lädst und mit dem IMG Tag in den Thread linkst.
SaschJohn
12.09.2004, 13:21
echt ich hab noch nicht viele Treads darüber gelesen ;)
1. Rabatt können Händler auch bei realistischen Preisen geben. Im Handel werden ja auch keine Phantasiepreise ausgeschrieben nur damit man mit dem Preis runtergehen kann...leuchtet mir nicht ein
2. Ich will keine 55 Euro für etwas zahlen was im realen Marktwert nur 5,40 wert ist ich erwarte von einem Katalog einen realistischen Marktwert ansonsten fühle ich mich betrogen.
3. Dann soll man auch keinen Preis hinschreiben und den Markt entscheiden lassen
4. Das wiederspricht dem andern. Der Beleg gestempelt liegt bei 18 Euro auf Beleg bei 55 Euro, wenn das keine echten Werte sind dann was solls dann. Man könnte genausogut schreiben :"Da der Block auf einem Brief selten ist ist er ca doppelt soviel wert wie der gestempelte Block alleine momentan wird für einen gestempelten Block sounsoviel am Markt geboten.
5. Was bitte für ein Arbeitsaufwand. Man setzt sich mit Sammlern, Händlern, Auktionaren (auch Ebay) und den Vereinen zusammen fragt:" was zahlt ihr für diese Marke und schreibt den Mittelwert in den Katalog. Kann es nicht eher sein das eine erlesene Schar von Michel Gurus und ein paar ausgewählte Händler künstlich hochgehaltene Preise erfinden die in keinnem Verhältniss zur Realität stehen und somit Sammler sytematisch getäuscht werden über der wahren Wert ihrer Sammlung. Ich jedenfalls ziehe für mich den Schluß mir keine Michel Kataloge mehr zu kaufen.
SaschJohn
12.09.2004, 13:22
Danke @ Curis also als Bild geht es nicht nur als Link...alles klar
deckelmouk
12.09.2004, 14:01
Hallo Sascha,
lies Dir noch einmal Bodos Bauernfänger Thread durch, da wirst Du viele Argumente pro und contra Katalognotierung finden.
Einen aktuellen Michel-Katalog habe ich momentan nicht rumliegen, aber mein 2004 Scott sagt zum Katalogpreis folgendes: Er gilt für sehr gut erhaltene Stücke (alle Zähne dran, gut zentriert, sauberer Stempel bzw. unbeschädigter Originalgummi). IMHO also für maximal 5-10% der jeweiligen Marken. Du wirst auch sehen, dass für schöne Stücke gerne der volle Katalogpreis gezahlt wird.
Wenn ich meine Sammlung mit einem kritischen Auge durchgehe, dann fallen viele Marken durch das Raster durch. Momentan versuche ich meine Deutsche Reich- und Luxemburg-Sammlung etwas auf Vordermann zu bringen. Alles was nicht wenigstens "very fine" ist, fliegt konsequent raus.
Das von Dir angeführte Beispiel entspricht ist ein sehr gut erhaltener, sauber gestempelter Block auf einem Sammlerbrief. Das letzte Kriterium beeinflusst sicherlich auch den Endpreis. Ob jemand die 55 Euros dafür zahlen würde? Unwahrscheinlich. Aber mit 20-30 Euros bist Du sicherlich dabei.
Aber wie gesagt, Philatelie fängt da an, wo der Katalog aufhört, um @iceland zu zitieren...
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hab keine Lust, alle Argumente wiederzukaeuen.
"und somit Sammler sytematisch getäuscht werden über der wahren Wert ihrer Sammlung."
Wer seine konsequent wellengestempelte, ungepruefte Sammlung genauso bewertet wie die gepruefte Luxussammlung mit ausschliesslich tagesgestempelten Marken mit lesbarem Ort und Datum, hat sowieso irgendwas nicht verstanden.
Ein Katalog kann keine fuer alle gueltigen Preise angeben. Die Michelpreise (genauso die Preise anderer Kataloge) sind ueber weite Strecken hinweg seit Jahrzehnten anerkannt. Wie man mit ihnen zu verfahren hat (Abzuege, Aufschlaege auf den Katalogpreis), ebenfalls.
SaschJohn
12.09.2004, 14:26
@deckelmouk kannste ruhig alles mir schicken was rausfliegt ;) hmm ich glaube ich beschränke mich mal auf die "nicht Sammelwürdig" Kategorie die kann ich mir wenigstens leisten (Spaß)
iceland10
13.09.2004, 10:58
Hallo Sascha,
..... will ich hier nun einmal brechen. Auch ich schimpfe gelegentlich über die teilweise, nach meiner Meinung, total unsinnigen Preisnotierungen in den diversen Michel Katalogen.....
......aber so einfach wie du dir das vorstellst ist es nun mal nicht. Man muss den Michel, bleiben wir beim Briefe Katalog, als Grundbasis verwenden und nicht als die "BIBEL" und vor allem, man sollte den Katalog auch einmal abseits der Preisspalten durchlesen.
Ich habe an der Umfrage nicht teilgenommen, da keine passende Antwort für mich dabei war, die vorgegebenen Antworten sind mir alle zu pauschal. Niemand kann hergehen und behaupten dass man grundsätzlich xxxx% vom Michel nimmt oder zahlt, das ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Um auf deinen Brief zu kommen, wie kommst du darauf dass dieser Brief mit 55 Euro notiert? Bei dem Brief handelt es sich um einen Ortsbrief per Einschreiben, Porto wäre 38 Pfennig oder für einen Doppelbrief 46 Pfennig gewesen. Also erheblich unter- oder überfrankiert. Dazu schreibt der Michel
"Nicht Portogerecht frankierte Briefe werden nur mit einem Aufschlag von maximal 15% für die beste Marke auf den gestempelt Preis bewertet....."
Ansonsten kann ich mich Hangover nur anschließen, die Besonderheiten die ein Beleg haben kann, welche Wertsteigernd oder mindernd sein können, die sind in einem Katalog nicht darzustellen oder zu bewerten. Hier ist der Sammler gefragt, das Gebiet das er beackert auch im Markt zu beobachten, das ist auch Philatelie. Man kann durch Wissen manch andere Sammler "ausstechen" welche nur mit Barem ihre Sammlung bestücken, ohne eigentlich irgendein Hintergrundwissen von dem jeweiligen Gebiet zu haben, das erfordert allerdings Fleiß, Zeit und Lust.
Wenn du Briefe anhand der gestempelten Marken bewerten willst, wie bewertet man dann solch einen Brief?
http://d-sejak.homepage.t-online.de/Bilder%20Cafe/markenlos.jpg?foo=0.07769154510751347
Ich bin froh dass es den Michel Briefe Katalog gibt, aber er ist nicht das Maß der Dinge, er gehört einfach dazu.
Briefe erzählen sagt man, manche muss man aber erst zum erzählen überreden ;-)
Gruss
iceland
iceland10
13.09.2004, 12:23
hier noch ein recht modernes Beispiel wo der Katalog einfach nicht weiterhelfen kann, Portogerechte Mef der 80er Frauen als Anschriftenprüfung.
Will man nach dem Michel Katalog gehen, so notiert diese Mef 5 Michel Euro, davon 30%, da bekäme man oder müsste man für einen solchen Beleg netto 1,50 Euro zahlen. Da kann man lange suchen...
http://d-sejak.homepage.t-online.de/BDPh/modernemef.jpg?foo=0.10312499843779921
db1201037
13.09.2004, 12:49
Original geschrieben von SaschJohn
Angenommen höchstens 50% wieso schreibt Michel dann 55 Euro und nicht 27,50 Euro als tatsächlichen Marktwert?? Schließlich kauf ich mir den Katalog (nicht gerade billig) doch um den Wert einer Marke zu bekommen...
Ich denke, man ist da in einem Gefängnis gefangen, was man sich selbst gebaut hat. Die Abwertung der Preise würde eine Abwertung aller Sammlungen und Händlerbestande bedeuten, und die "Nachwehen" einer solchen Maßnahme möchte sich sicherlich kaum jemand antun.
Von außen Betrachtet macht ein Katalogwert, von dem generall nur 15% gezahlt werden keinen Sinn. Als potentieller Käufer allerdings sind 15% Michel günstiger als 40% Michel, damit kann man durchaus arbeiten.
Klar sind die Katalogwerte z.T. Blödsinn. Wer zahlt schon für eine frankaturgülte 0,55 Knef den Katalogpreis, wenn man sie zum Nennwert bei jeder Postfiliale bekommt.
Ich nutze den Katalog eh, um einer Übersicht über Ausgaben zu haben, Preisnotierungen sind mir praktisch egal.
Zur Verteidigung der Katalogpreise ist zu sagen, dass die Preisnotierung für "perfekte" Stücke gelten. Ich kaufe regelmäßig Kiloware, um einen entsprechenden Tauschbestand für internationale Kontakte zu haben. "Perfekte" Stücke muss man schon etwas suchen, auch wenn viele BZ-Stempel sehr sauber sind. Aber gleichlange Zähne, keine Beschädigung und sauberer, lesbarer Stempel sind bei weitem nicht auf jeder Marke. Damit relativieren sich die vermeintlich sehr hohen Katalogwerte etwas.
db
Seh ich aehnlich. Hatte ein halbes Kilo DR Hindenburg Paketkartenabschnitte. Der Satz notiert im Michel um die 7 EUR.
Von der Kiloware wurden gut 75% wegen schlechter Stempel oder kurzer Zaehne entsorgt. Vom Rest bekam ich nichtmal einen kompletten Satz mit lesbarem Datum zusammen. Ich denke nicht, dass man diesen Satz in der Qualitaet irgendwo fuer 7 EUR bekommt. Mit Eckstempel ohne Datum duerfte man aber bei eBay fuer nen Euro fuendig werden.
Noch schlimmer siehts bei aktuellen Sondermarken aus. In 3kg aktueller Ware befanden sich keine 100 intakten Marken mit lesbaren Ortsstempel. Wenn ueberhaupt welche dabei sind, haperts an der Zaehnung.
Der Trend duerfte hingehen zu mehr Qualitaet. Sprich derzeit lesbare Stempel. Und da sind dann die Michelpreise gerechtfertigt.
Fehldruck
13.09.2004, 17:50
Ich denke auch, daß man die Qualitäten genau betrachten muß.
Bei den Bundmarken beobachte ich, daß in den Rundsendeheften meines Vereins makellose gut gezähnte, mit zentrischen Ortsstempeln versehene Marken und möglichst noch als Eckrand zu bis zu 50% entnommen werden.
Dabei sammeln manche Entnehmer offensichtlich nur ganz bestimmte Ortsstempel. Da könnte ich mir vorstellen, daß für manche Stempel auch über 100% Michel gezahlt werden würden. Dies ist ja letztens im Forum ausführlich behandelt worden.
Also ich finde die Michelpreise als grobe Richtung bei den gestempelten Marken nicht abwegig, unter Beachtung der Qualitäten.
Ich finde eher die häufig bei ebay erzielten Jahrgangspreise von 10-20 Prozent für gest. Bundmarken an denen der Stempel vobeigezogen ist- zu hoch.
Für die Briefbewertungen vertrete ich eine ähnliche Betrachtungsweise, wobei hier noch mehr Individualität eine Rolle spielt.
Bei postfrischen Bund-Marken taugt der Michel als Basis- die Höhe stimmt hier nicht. Auch bei Händlern kann man die postfrischen ab den 60 ziger Jahren zu unter 40% bekommen. Bei ebay sind es 10-30% und bei den ersten Werten in geprüfter Luxusqualität werden selten 50% erreicht.
Hier gibt es, außer Bestandsschutz, keinen wirklichen Grund, die Preise im Michel aufrecht zu erhalten. Ich rede hier wohlbemerkt von katalogisierter Standardware und auch nicht von einigen im Michel völlig daneben bewerteten Stücke.
Der Michel taugt also zur groben Wertbestimmung bei den Bundmarken und sollte die Bund-Postfrisch Preise dem Markt anpassen.
Fehldruck
MadMarv6781
13.09.2004, 17:51
also ich hatte bis jetzt bei ebay-kiloware (fast) immer glück. da waren immer eine menge wirklich schöner vollstempel bei.
Fehldruck
13.09.2004, 18:05
@mad marv
Ortsstempel- zentrisch abgeschlagen auf sauber gezähnter Sondermarke?
Also ich muß mindestens 100-200Marken aus der normalen Nichtsammler-Bedarfspost ansehen, um eine zu finden.
Bei Sammlerpost ist das häufiger, aber da hebe ich oft den ganzen Brief auf und es bleibt wieder nichts übrig.
Fehldruck
Hallo Sascha,
Dir ( und erschreckend vielen anderen Sammlern ) sei als erstes die Einleitung des Kataloges zur Lektüre empfohlen. Das relativiert schon vieles ...
Ja, gelegentlich sind die Michelnotierungen völlig jenseits von Gut und Böse - mein Lieblingbeispiel sind (und bleiben wohl) Aschaffenburg I-III ! Genau wie bei DR X u. XI ist da deutlich zu spüren, dass und auf wen hier Rücksicht genommen wird.
Dann wird auch noch versucht, die (sich ständig verändernde ) Struktur der Sammelgebiete auf der Nachfrageseite abzubilden. Ich bekomme jedesmal Schreikrämpfe, wenn eine Marke mit Auflage 74 Mio. deutlich teurer ist als eine Marke mit Auflage 16500. ( Bund 137 zu Niesky Nr.8 ** ;-) ).
Aus Sicht des Spezialsammlers kann das nur völlig abwegige Notierungen hervorbringen.
Auf der anderen Seite sollten wir dankbar sein, dass überhaupt jemand den Versuch einer umfassenden Bewertung unternimmt - die Masse der anderen Länder muss ohne diese Vorgabe auskommen.
Da steht also eine Zahl im Katalog. Prima !
Mehr will ich doch gar nicht!
Dann beginnt das Rechnen: Der eine muss Miete u. Angestellte bezahlen, der andere will nur sein Erbe bestmöglich versilbern.
Der eine bietet Rücknahme und Prüfgarantie, der andere hat keine Ahnung.
Der eine hat ein Vermögen in Wissen investiert und teilt es Dir via Beschreibung mit Dir, der andere schreibt "siehe Scan".
Der eine bietet Dinge an, die Dir lustig oder optisch interessant erscheinen, der andere hat das eine Stück, nachdem Du schon ewig gesucht hast...
Zusätzlich Zähnung, Zentrierung, Stempel,....
Einen fairen Preis für Dich selbst kannst deshalb nur Du festlegen!
Ob ein Stück keine 5% oder mind. 500% Michel wert ist, liegt im Auge des Betrachters.
Überleg´ Dir ein Thema, das Dir gefällt. Dann überprüfe anhand des Kataloges, ob es überhaupt in Dein Budget passen könnte. Wenn Du Dein Sammelgebiet gefunden hast, wirst Du recht schnell feststellen, dass Katalognotierungen Schall und Rauch sind.
Sie dienen nur zur groben Orientierung. Sonst nichts. Und dazu sind sie recht gut zu gebrauchen!
Solltest Du allerdings Briefmarken als Handelsgut betrachten, dann gilt dasselbe wie in jedem anderen Job - drei Jahre Stift, ein paar Jahre Frischling und dann erst kommt - vielleicht - das Geldverdienen ;-))
Grüße
Stefan
MadMarv6781
14.09.2004, 11:46
Original geschrieben von Fehldruck
@mad marv
Ortsstempel- zentrisch abgeschlagen auf sauber gezähnter Sondermarke?
Also ich muß mindestens 100-200Marken aus der normalen Nichtsammler-Bedarfspost ansehen, um eine zu finden.
Bei Sammlerpost ist das häufiger, aber da hebe ich oft den ganzen Brief auf und es bleibt wieder nichts übrig.
Fehldruck
naja, das ist auch immer ansichtssache. meine qualitätsansprüche sind da vielleicht nicht ganz so hoch:
- saubere zähnung muß sein, das ist klar
- einen lesbaren briefzentrumstempel, auf dem man das volle datum und die bz-nr. erkennen kann sehe ich als gleichwertig zu einem ortsstempel an
- absolut zentrisch ... gibt es sowas überhaupt? ich habe, wenn es hochkommt 10 stück (bedarfsstempel, keine versandstelle) in meiner sammlung. für mich ist es ein guter vollstempel, wenn alles relevante zu sehen ist (datum, kennbuchstabe, bz-nr. bzw ort). da muß der nicht genau in der mitte sitzen.
- ich sehe reste von wellen oder werbeeinsätzen nicht als qualitätsmindernd an. ich finde es auch schöner, wenn sie nicht dabei sin, aber wenn doch ist es auch nicht schlimm. das ist halt die zeitgemäße bedarfsentwertung.
wenn man diese qualitätsansprüche stellt und glück hat, ist in guter kiloware 10% der marken in o.g. qualität.
nur mal als beispiel:
links ist natürlich das absolute optimum. sauberer ortsstempel, fast auf den mm genau zentrisch.
aber auch die rechte marke ist nach meinem verständis in hervorragender stempelqualität.
aber das ist natürlich (wie fast alles bei unserem hobby) geschmacks- und ansichtssache.
SaschJohn
14.09.2004, 12:08
also ich find die auch völlig OK Zackenfehler stören mich nicht so sehr.
Schmadder
14.09.2004, 17:10
Original geschrieben von gufi3
Dann wird auch noch versucht, die (sich ständig verändernde ) Struktur der Sammelgebiete auf der Nachfrageseite abzubilden. Ich bekomme jedesmal Schreikrämpfe, wenn eine Marke mit Auflage 74 Mio. deutlich teurer ist als eine Marke mit Auflage 16500. ( Bund 137 zu Niesky Nr.8 ** ;-) ).
Aus Sicht des Spezialsammlers kann das nur völlig abwegige Notierungen hervorbringen.
Wieso? Wenn 80 Mio Sammler die Marke mit einer Auflage von 74 Mio haben wollen, aber nur 5000 Sammler die Marke mit Auflage 16.500 dann wären die Bewertungen doch gerechtfertigt
Wieso? ... dann wären die Bewertungen doch gerechtfertigt
Über die Anzahl der aktiven Bundsammler und deren Nachfragedruck kann man durchaus geteilter Meinung sein. Irgendwann in naher Zukunft wird man angesichts der Altersstruktur bei der Bewertung auch keine übergroße Rücksicht auf die Lagerbestände des Handels nehmen können ;-))
Und meine 0,xx% der Gesamtauflage sind dann ein Vermögen wert *träum*
Aber im Ernst: es ging mir lediglich darum zu verdeutlichen, dass es sich ( außer bei besonders krassen - und nur halbherzig korrigierten - Ausreissern wie A´Burg) nicht lohnt, über Michelpreise zu streiten.
Sie sind ein Anhaltspunkt. Mehr nicht.
Es macht keinen Sinn eine bestimmte Prozentzahl davon starr als Handelspreis festzulegen. Jeder Sammler hat seine ganz persönlichen Qualitätskriterien, nach denen er seinen max. Preis festsetzt.
Bei extrem fälschungsgefährdeten Stücken spielt die Reputation des Verkäufers eine überragende Rolle ( wie lange mag wohl die Freude an einer von "Unbekannt" für 15% gekauften DDR 339xb gest. währen ?? ) und Belege sind nochmal eine andere Geschichte.
Außerdem: Ich habe letztens eine Preussen 10a gest. gekauft. Für X00% nach Michel. Einen hohen zweistelligen Prozentsatz nach der Fussnote im Spezial und für deutlich weniger als die vorher investierten Spritkosten. Dem Vierring "1057" bin ich fast ein Jahr hinterhergerannt - spätestens bei solchen "Sonderwünschen" sind Katalogpreise nebensächlich...
Ohne Michel wären wir viel ärmer dran. Worüber sollten wir uns dann noch aufregen ;-))
SaschJohn
15.09.2004, 08:11
...übrigens all die postings haben mir sehr geholfen meine Beziehung zum Michel einzuordnen dankeschön:cool: :cool: :) :) :D :D :rolleyes:
Ich benutze die MICHEL Kataloge für Tausch, um damit eine Relation der Preise untereinander zu haben. Bei Altdeutschland wird das schon komplizierter, da hier die Erhaltung die Preise in jedwede Richtung treiben kann (von 500% bis 1%). Dazu kommt noch die Stempelbewertung. Um für solche Stücke einen realistischen Preis ansetzen zu können, orientiere ich mich an Auktionsergebnissen. Habe mir dafür eine Datenbank angelegt, und kann somit auch Tendenzen über einen längeren Zeitraum verfolgen.
Habe die Erfahrung gemacht, dass für viele Sammler (auch bei uns im Verein!) der MICHEL Spezial eine Nummer zu hoch ist, diese kommen gerade mal mit dem JUNIOR zurecht, und wenn man einem Tauschpartner aus dieser Gruppe gegenübersitzt wird's zäh. Der sucht stundenlang in der Mittelklasse herum und versucht dann zu 50% zu kaufen, und ist dann baff, wenn ich ihm sage 20% täten's auch. Somit habe ich ihm eine Freude gemacht, und nebenbei Gelegenheit gehabt ihm etwas philatelistisches Wissen zu vermitteln.:D
Ansonsten benutze ich Spezialkataloge (Sem, Müller, Helbig). Die Ausgaben dafür haben sich schon vielfach bezahlt gemacht!:)
also jemand, der schon sehr hohe Ansprüche sowohl bei Stempel- und Zähnungsquälität stellt ist es schon manchmal enttäuschend, welchen Preis man bei ebay erzielt. Ein posthornsstz sauber zentrisch gestempelt und sauber gezähnt, aus hunderten von Marken zusammengesucht, für 7 respektive 5 Euro abgeben zu müssen, ist sehr ernüchternd. Aber so ist das nunmal. Im übrigen wäre ich sehr froh für meine gestempelten Bundjahrgänge, wo der Stempel nicht nur vorbei gezogen ist *g*, 15-20 % zu erhalten. 3-5 % sind wohl eher realistisch, erst ab Mitte der 90iger steigt der Prozentsatz, aber das Material ist so knapp, daß ich kaum welche zusammen bekomme. Das mit den Briefpreisen ist noch viel schlimmer, da es weit weniger Briefesammler im modernen Bereichen gibt, hier kann man wohl nur gute Preise erzielen, wenn zwei oder drei Leute den beleg haben wollen, ansonsten 1 Euro oder in großem Posten. Hatte gerade ein Angebot von ca. 50 portogerechten EF/MeF (mit interessanten Destinantionen u.a. Vietnam) von Zuschlagsmarken aus 1990/03 zu laufen, KW nur für die bis 2000 bereits knapp 450 Euro, war für 20 Euro nicht zu verkaufen. Laut einschlägigen Zeitungen sind das aber Leckerbissen, aber eben nicht auf dem alltäglichen Markt bei ebay. Da ich selbst DDR-Briefe sehr intensiv sammle, kann ich nur den Stollberger empfehlen, da der Michel nicht taugt, da er alle EF/MeF über einen Kamm scherrt, egal wie sie eingesetzt wurden.
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